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Kosten einer Eigentumswohnung: was sie nach dem Kauf jeden Monat kostet

Kevin Celentano · 2026-10-13

Die Beispielwohnung mit 70 m² pro Monat
280 €
Hausgeld
an die Eigentümergemeinschaft
358 €
laufende Kosten selbst genutzt
ohne Finanzierung, Strom und Internet
214 €
laufende Kosten vermietet
nach Erstattung durch den Mieter
29 %
der Kaltmiete
gehen im Beispiel für Bewirtschaftung weg

Im Exposé steht der Kaufpreis, darunter das Hausgeld. Viele Käufer rechnen mit diesen beiden Zahlen und der Rate der Bank. Ein paar Jahre später wundern sie sich, warum das Konto trotzdem enger ist als geplant.

Der Grund liegt meist in Posten, die nicht im Exposé stehen. Die Grundsteuer kommt von der Gemeinde. Reparaturen in der eigenen Wohnung zahlt keine Gemeinschaft. Und bei einer vermieteten Wohnung kommen Verwaltung und Mietausfall dazu.

Wir gehen alle laufenden Kosten einer Eigentumswohnung durch und rechnen sie für eine Beispielwohnung zusammen, einmal selbst genutzt und einmal vermietet. Zum Einstieg ein kurzer Blick auf die einmaligen Kosten beim Kauf.

01Einmalige Kosten beim Kauf

Bevor die laufenden Kosten beginnen, kommen die Kaufnebenkosten. Sie werden einmal fällig und meist aus Eigenkapital bezahlt.

PostenHöheGrundlage
Grunderwerbsteuer3,5 % (Bayern) bis 6,5 % des Kaufpreises, je nach LandLandesgesetze, Stand 29.09.2026
Notar und Grundbuchrund 1,5 bis 2 %Gebührenordnung GNotKG
Maklerwenn beteiligt, häufig 3,57 % inklusive Umsatzsteuer, höchstens so viel wie der Verkäufer zahlt§ 656c BGB

Bei einer Wohnung für 230.000 € in Nordrhein-Westfalen mit Makler sind das rund 14.950 € Grunderwerbsteuer, etwa 3.680 € für Notar und Grundbuch und 8.211 € Maklerprovision, zusammen rund 26.800 € oder 11,7 % des Kaufpreises. Ihren eigenen Fall rechnen Sie mit dem Kaufnebenkosten-Rechner. Details zu den einzelnen Posten stehen in den Ratgebern Notarkosten beim Immobilienkauf und Grunderwerbsteuer absetzen.

02Die laufenden Kosten im Überblick

Nach dem Kauf kommen jeden Monat dieselben Posten. Manche stehen im Hausgeld, manche zahlen Sie direkt, manche bilden Sie am besten selbst als Rücklage.

PostenWas dahinterstecktWer kassierttypische Größenordnung
Hausgeld, BetriebskostenHeizung, Wasser, Müll, Versicherung, Reinigung, HauswartEigentümergemeinschaftgrößter Teil des Hausgelds
Hausgeld, VerwaltungVergütung der WEG-VerwaltungEigentümergemeinschafteinige hundert Euro im Jahr je Wohnung
Hausgeld, ErhaltungsrücklageAnsparen für Dach, Fassade, HeizungEigentümergemeinschaftnach Beschluss der Gemeinschaft
GrundsteuerSteuer auf das GrundstückGemeindeje nach Hebesatz, oft wenige hundert Euro im Jahr
Instandhaltung im SondereigentumBad, Böden, Fenster je nach Teilungserklärung, KücheHandwerkereigene Rücklage, im Beispiel 10 € pro m² im Jahr
Sonderumlagengrößere Maßnahmen, wenn die Rücklage nicht reichtEigentümergemeinschaftunregelmäßig, teils vierstellig
Strom, Internet, HausratVerbrauch in der WohnungVersorgerträgt der Bewohner
MietverwaltungAbrechnung, Mieterkontakt, Mängel, nur bei VermietungVerwaltung des Sondereigentumsoft 25 bis 40 € im Monat
MietausfallLeerstand, Zahlungsausfall, nur bei Vermietung–Rechengröße 2 % der Miete
FinanzierungZinsen und TilgungBankmeist der größte Posten

Wie das Hausgeld aufgebaut ist, wie es beschlossen wird und welche Teile umlagefähig sind, zeigt der Ratgeber Hausgeld bei der Eigentumswohnung im Detail. Die Grundsteuer erklärt der Ratgeber Grundsteuer und Hebesatz.

03Selbst genutzt oder vermietet: wer was trägt

Dieselbe Wohnung kostet je nach Nutzung sehr unterschiedlich viel. Der Grund liegt im Mietrecht. Betriebskosten und Grundsteuer darf der Vermieter auf den Mieter umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht (§ 556 Abs. 1 BGB, § 2 BetrKV). Verwaltung, Instandhaltung und Rücklage nicht (§ 1 Abs. 2 BetrKV).

PostenSelbst genutztVermietet
Betriebskosten im Hausgeldtragen Siezahlt der Mieter über die Vorauszahlung
Verwaltung, Instandhaltung, Rücklage im Hausgeldtragen Sietragen Sie
Grundsteuertragen Siezahlt der Mieter über die Vorauszahlung
Instandhaltung im Sondereigentumtragen Sietragen Sie, als Werbungskosten absetzbar
Strom, Internet, Hausrattragen Siezahlt der Mieter
Mietverwaltung, Mietausfallentfällttragen Sie

Für Vermieter gilt eine Grenze. Steht die Wohnung leer, bleibt das ganze Hausgeld bei Ihnen, auch die umlagefähigen Teile. Ein Monat Leerstand kostet im Beispiel also die Kaltmiete und zusätzlich rund 195 € Betriebskosten und Grundsteuer.

04Instandhaltung und Sonderumlagen: der unterschätzte Posten

Bei den Kosten für Reparaturen wird in Gesprächen am häufigsten nachgefragt, und zu Recht.

Aus unseren Gesprächen
„Wie viel Prozent Instandhaltung nehmt ihr an? Das erscheint mir recht wenig.“

Diese Frage hören wir in Beratungsgesprächen immer wieder, und sie ist berechtigt. Das Hausgeld deckt nur das Gemeinschaftseigentum. Für Bad, Böden und Küche in Ihrer Wohnung sollten Sie selbst ansparen, sonst fehlt das Geld, wenn nach 15 oder 20 Jahren etwas erneuert werden muss.

Wie viel Sie zurücklegen, hängt von Alter und Zustand der Wohnung ab. In unserem Beispiel nehmen wir 10 € pro m² im Jahr an, bei 70 m² also 700 € im Jahr oder 58,33 € im Monat. Bei einem Altbau mit Bad aus den 1990er-Jahren darf es mehr sein, bei einem Neubau in den ersten Jahren weniger, weil die Gewährleistung des Bauträgers greift.

Was in Ihr Sondereigentum fällt, steht in der Teilungserklärung. Fenster und Wohnungstür gehören oft zum Gemeinschaftseigentum, manchmal regelt die Teilungserklärung die Kosten aber anders. Lesen Sie diesen Teil vor dem Kauf.

Der zweite unterschätzte Posten sind Sonderumlagen. Reicht die Erhaltungsrücklage für ein neues Dach oder eine neue Heizung nicht, beschließt die Gemeinschaft eine Sonderzahlung. Jeder Eigentümer trägt sie nach seinem Miteigentumsanteil (§ 16 Abs. 2 WEG).

Aus unseren Gesprächen
„Was passiert bei einem größeren Schaden wie Dach oder Wasserschaden – muss dann jeder Eigentümer nachschießen?“

Ja, wenn die Rücklage nicht reicht und keine Versicherung zahlt. Ein Wasserschaden ist meist über die Gebäudeversicherung abgedeckt, ein altes Dach nicht. Deshalb gehören Rücklagenstand und geplante Maßnahmen zu den wichtigsten Unterlagen vor dem Kauf.

05Beispielrechnung: alle Kosten pro Monat

Nehmen wir Sabine und Markus. Beide überlegen, eine Wohnung mit 70 m² für 230.000 € zu kaufen. Sabine will selbst einziehen, Markus will vermieten, für 735 € kalt plus 195 € Nebenkostenvorauszahlung. Das Hausgeld beträgt 280 € im Monat, davon sind 175 € umlagefähig. Die Grundsteuer liegt bei 240 € im Jahr. Die Namen sind ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Laufende Kosten pro Monat, ohne Finanzierung
Sabine, selbst genutztMarkus, vermietet
Hausgeld280,00 €280,00 €
Grundsteuer (240 € im Jahr)20,00 €20,00 €
vom Mieter erstattet (Betriebskosten und Grundsteuer)–−195,00 €
Eigene Rücklage Sondereigentum (10 €/m² im Jahr)58,33 €58,33 €
Mietverwaltung (30 € netto)–35,70 €
Mietausfallwagnis (2 % der Kaltmiete)–14,70 €
Laufende Kosten pro Monat358,33 €213,73 €
Sabine zahlt zusätzlich Strom, Internet und Hausrat, bei Markus der Mieter. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Für Sabine sind 358 € im Monat die Kosten des Wohnens, ähnlich einer Warmmiete ohne Kaltmiete. Für Markus sind 214 € der Betrag, der von der Kaltmiete abgeht, bevor die Bank ihren Teil bekommt. Das sind 29 % seiner Kaltmiete.

Jetzt die Finanzierung. Wir nehmen an, beide finanzieren den Kaufpreis von 230.000 € vollständig und zahlen die Kaufnebenkosten aus Eigenkapital. Zins 3,7 %, Tilgung 1,5 % im ersten Jahr.

Markus' Monat vor Steuern
Betrag
Kaltmiete735,00 €
Laufende Kosten (siehe oben)−213,73 €
Überschuss vor Finanzierung521,27 €
Zinsen (3,7 % auf 230.000 €)−709,17 €
Ergebnis nach Zinsen−187,90 €
Tilgung (1,5 %)−287,50 €
Zuzahlung pro Monat vor Steuern−475,40 €
Annahmen für Zins und Tilgung, keine Konditionen einer Bank. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.
Wofür Markus' Kaltmiete von 735 € reicht und wofür nicht
Laufende Kosten
−213,73 €
Zinsen
−709,17 €
Tilgung
−287,50 €
Kaltmiete
+735,00 €
Vor Steuern, im ersten Jahr. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Markus legt in diesem Beispiel vor Steuern jeden Monat 475 € dazu. Davon sind 287,50 € Tilgung, also Schulden, die er abbaut. Die übrigen 187,90 € sind echte Kosten. Wie viel davon über die Steuer zurückkommt, hängt von Abschreibung, Zinsen und seinem persönlichen Steuersatz ab. Das lässt sich mit dem Rechner Mieteinnahmen versteuern durchrechnen, ersetzt aber nicht den Blick auf die Liquidität vor Steuern. Genau die muss Markus Monat für Monat tragen können.

06Kosten vor dem Kauf prüfen

Die meisten Überraschungen lassen sich vor dem Notartermin erkennen. Fordern Sie diese Unterlagen beim Verkäufer oder bei der Verwaltung an.

Sechs Unterlagen, die die Kosten zeigen
  1. 01
    Wirtschaftsplan

    Zeigt das aktuelle Hausgeld und seine Aufteilung in umlagefähige und nicht umlagefähige Kosten.

  2. 02
    Jahresabrechnungen der letzten zwei bis drei Jahre

    Zeigen, ob das Hausgeld gereicht hat oder regelmäßig nachgezahlt wurde.

  3. 03
    Protokolle der Eigentümerversammlungen

    Hier stehen beschlossene und diskutierte Maßnahmen, Sonderumlagen und Streit.

  4. 04
    Vermögensbericht

    Nennt den Stand der Erhaltungsrücklage (§ 28 Abs. 4 WEG).

  5. 05
    Teilungserklärung

    Regelt, was Sondereigentum ist und wie Kosten verteilt werden.

  6. 06
    Energieausweis

    Gibt einen Hinweis auf Heizkosten und mögliche Modernisierungen.

Als Eigentümer haben Sie später ein Recht auf Einsicht in alle Verwaltungsunterlagen (§ 18 Abs. 4 WEG). Vor dem Kauf hilft Ihnen nur der Verkäufer. Wer die Unterlagen nicht herausgibt, gibt Ihnen damit auch eine Information.

07Risiken: was die Kosten später erhöhen kann

Laufende Kosten bleiben selten über Jahre gleich. Diese Punkte können die Rechnung verändern.

Kein einzelner dieser Punkte ist ein Grund, keine Wohnung zu kaufen. Zusammen sind sie der Grund, mit Puffer zu rechnen und die Liquidität so zu planen, dass auch ein schlechteres Jahr tragbar bleibt.

Die Kosten passen eher
  • Die Rücklage der Gemeinschaft ist im Verhältnis zur Größe und zum Alter des Hauses gut gefüllt.
  • Das Hausgeld hat in den letzten Jahren gereicht, ohne größere Nachzahlungen.
  • Sie können eine Zuzahlung vor Steuern auch in einem Jahr ohne Steuererstattung tragen.
Eher genauer hinsehen
  • In den Protokollen tauchen große Maßnahmen ohne Finanzierung auf.
  • Das Hausgeld ist auffällig niedrig im Vergleich zu ähnlichen Anlagen.
  • Ihre Rechnung geht nur auf, wenn Miete und Steuervorteil genau so eintreten wie geplant.

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Welche laufenden Kosten hat eine Eigentumswohnung?

Hausgeld, Grundsteuer und eine eigene Rücklage für Reparaturen in der Wohnung. Dazu kommen Strom, Internet und Hausrat für den Bewohner, bei Vermietung Mietverwaltung und Mietausfall, und bei einem Kredit Zinsen und Tilgung.

Wie hoch ist das Hausgeld pro Quadratmeter?

Als Orientierung werden meist 3,00 bis 4,50 € pro m² im Monat genannt. Wohnungen mit Zentralheizung, Aufzug und Hauswart liegen eher oben, Wohnungen mit eigener Gastherme eher unten. Entscheidend ist die Aufteilung im Wirtschaftsplan.

Ist die Grundsteuer im Hausgeld enthalten?

Nein. Die Grundsteuer erhebt die Gemeinde direkt beim Eigentümer. Bei Vermietung kann sie über die Betriebskosten auf den Mieter umgelegt werden, wenn der Mietvertrag das vorsieht.

Wie viel sollte ich für Instandhaltung in der eigenen Wohnung zurücklegen?

Das hängt von Alter und Zustand ab. In unserem Beispiel rechnen wir mit 10 € pro m² im Jahr. Bei älteren Wohnungen mit Bad und Küche, die bald fällig sind, sollten Sie mehr einplanen.

Welche Kosten zahlt der Mieter einer Eigentumswohnung?

Die umlagefähigen Betriebskosten aus dem Hausgeld und die Grundsteuer, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Verwaltung, Instandhaltung und Erhaltungsrücklage bleiben beim Vermieter.

Was ist eine Sonderumlage?

Eine zusätzliche Zahlung, die die Eigentümergemeinschaft beschließt, wenn die Rücklage für eine Maßnahme nicht reicht. Jeder Eigentümer zahlt nach seinem Miteigentumsanteil. Ob eine Sonderumlage droht, zeigen Protokolle und Rücklagenstand.

Was kostet eine Eigentumswohnung beim Kauf zusätzlich zum Kaufpreis?

Grunderwerbsteuer von 3,5 bis 6,5 % je nach Land, Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 2 % und gegebenenfalls Maklerprovision. Zusammen sind das oft 5 bis 12 % des Kaufpreises.