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Vorfälligkeitsentschädigung berechnen: Rechner 2026

Vorfälligkeitsentschädigung schätzen: Barwert nach Aktiv-Passiv-Methode, ersparte Kosten, Sondertilgungsrechte, Kündigung nach 10 Jahren (§ 489 BGB).

Häufige Fragen

Wie berechne ich die Vorfälligkeitsentschädigung?

Nach der Aktiv-Passiv-Methode: Barwert aller vertraglichen Zahlungen bis zum Ende der Zinsbindung, abgezinst mit der Rendite von Hypothekenpfandbriefen, minus Restschuld, minus ersparte Risiko- und Verwaltungskosten, plus Bearbeitungsentgelt. Der Rechner macht das vereinfacht mit einem Wiederanlagezins.

Wann muss ich keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen?

Bei Kündigung zum Ende der Zinsbindung, nach zehn Jahren ab vollständiger Auszahlung (§ 489 Abs. 1 Nr. 2 BGB), bei variablem Zins, wenn der Vertrag die Pflichtangaben nur unzureichend enthält (§ 502 Abs. 2 BGB) oder wenn der Bank kein Zinsschaden entsteht.

Wie hoch ist die Vorfälligkeitsentschädigung ungefähr?

Grob: Zinsdifferenz zwischen Vertragszins und Pfandbriefrendite × durchschnittliche Restschuld × Restlaufzeit in Jahren, abzüglich ersparter Kosten. Bei alten Niedrigzins-Darlehen ist sie oft null, bei Darlehen mit höherem Zins und langer Restlaufzeit können es mehrere Prozent der Restschuld sein.

Darf ich mein Immobiliendarlehen beim Verkauf vorzeitig zurückzahlen?

Ja. Der Verkauf ist ein berechtigtes Interesse (§ 490 Abs. 2 BGB). Die Bank darf dafür eine angemessene Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Gilt die Grenze von 1 % der Restschuld auch für Immobiliendarlehen?

Nein. Die Kappung in § 502 Abs. 3 BGB gilt nur für Allgemein-Verbraucherdarlehen, nicht für Immobiliar-Verbraucherdarlehen.

Mindert ein Sondertilgungsrecht die Entschädigung?

Ja. Vereinbarte, nicht genutzte Sondertilgungsrechte muss die Bank so berücksichtigen, als hätten Sie sie genutzt (BGH, Urteil vom 19.01.2016, XI ZR 388/14).

Ist die Vorfälligkeitsentschädigung steuerlich absetzbar?

Beim Verkauf einer vermieteten Wohnung in der Regel nicht als Werbungskosten der Vermietung; bei einem steuerpflichtigen Verkauf mindert sie den Veräußerungsgewinn. Die Einordnung im Einzelfall sollte steuerlich geprüft werden.