Vermögensaufbau mit Immobilien: was in 20 Jahren wirklich passiert
Andriy Bezborodko · 2026-10-13
Sie verdienen gut, legen jeden Monat etwas zurück und sehen trotzdem, dass das Konto kaum wächst. Irgendwann fragen Sie sich, ob eine vermietete Wohnung der bessere Weg wäre. Im Bekanntenkreis gibt es ja Leute, die damit offenbar Vermögen aufgebaut haben.
Das ist möglich. Es geht aber langsamer und anders, als viele erwarten. Eine finanzierte Wohnung bringt in den ersten Jahren selten Geld, sie kostet welches. Das Vermögen entsteht vor allem dadurch, dass Sie Monat für Monat Schulden zurückzahlen und die Miete einen großen Teil davon übernimmt.
Wir rechnen das an einem Beispiel über 20 Jahre durch. Ohne Annahme, dass die Wohnung im Wert steigt, und mit allen Kosten, die Sie selbst tragen.
01Woher das Vermögen bei einer Immobilie kommt
Bei einer vermieteten Wohnung gibt es vier Quellen, aus denen Vermögen entstehen kann. Nur eine davon ist wirklich planbar.
| Quelle | Wie sie wirkt | Wie planbar |
|---|---|---|
| Tilgung | Mit jeder Rate sinkt Ihre Restschuld. Was getilgt ist, gehört Ihnen. | planbar, steht im Kreditvertrag |
| Miete | Sie trägt Zinsen, Kosten und einen Teil der Tilgung. | weitgehend planbar, solange der Mieter zahlt |
| Steuer | Zinsen, Kosten und Abschreibung senken in den ersten Jahren Ihre Einkommensteuer. | planbar nach heutigem Recht, abhängig vom Einkommen |
| Wert der Wohnung | Er kann steigen, gleich bleiben oder fallen. | nicht planbar |
Viele Rechnungen im Netz drehen sich um die letzte Zeile. Die Wertsteigerung macht die Zahlen schön, ist aber eine Wette. Unsere Rechnung lässt sie deshalb bei null.
Was bleibt, ist ein Mechanismus, den Fachleute Hebel oder Leverage-Effekt nennen. Gemeint ist, dass Sie mit wenig eigenem Geld eine große Summe bewegen, weil die Bank den Großteil finanziert. Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Er verstärkt einen Wertzuwachs, aber auch einen Wertverlust.
02Was Sie mitbringen sollten
Ein Vermögensaufbau mit Immobilien braucht drei Dinge: ein stabiles Einkommen, eine Reserve und Zeit. Fehlt eines davon, wird aus dem Plan schnell eine Belastung.
Ein stabiles Einkommen. Die Bank prüft, ob Sie die Rate auch dann zahlen können, wenn die Miete ausfällt. Das sollten Sie selbst auch tun. Eine Haushaltsrechnung zeigt, was nach allen festen Ausgaben übrig bleibt. Die monatliche Zuzahlung für die Wohnung muss da hineinpassen, mit Luft.
Eine Reserve. Kaufnebenkosten zahlen Sie in der Regel aus eigenem Geld, je nach Bundesland und Makler rund 5 bis 15 % des Kaufpreises. Dazu kommt ein Polster für Leerstand, Reparaturen oder eine Sonderumlage der Eigentümergemeinschaft. Mehrere tausend Euro sollten nach dem Kauf noch auf dem Konto liegen.
Zeit. Die Kaufnebenkosten sind bei einem frühen Verkauf verloren. Ein Gewinn beim Verkauf innerhalb von zehn Jahren ist außerdem steuerpflichtig (§ 23 EStG). Wer in fünf Jahren an das Geld muss, etwa für ein eigenes Haus, hat mit einer Kapitalanlage-Wohnung ein Problem.
„Dann bin ich verpflichtet, 15 Jahre viel zu verdienen.“
Diesen Satz hören wir von Interessenten, die ehrlich nachrechnen. Und er stimmt. Eine finanzierte Wohnung bindet Sie für lange Zeit an eine monatliche Zahlung. Genau deshalb gehört die Frage, ob Ihr Einkommen das über 15 oder 20 Jahre trägt, an den Anfang und nicht ans Ende.
03Beispielrechnung: Was kostet mich der Vermögensaufbau im Monat?
Thomas (41) und Lea (39) sind verheiratet, haben gemeinsam ein zu versteuerndes Einkommen von 110.000 € im Jahr und rund 25.000 € auf dem Tagesgeldkonto. Die Namen sind ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.
Sie kaufen eine vermietete Bestandswohnung in Sachsen, Baujahr 2005, 60 m², für 210.000 €, also 3.500 € pro Quadratmeter. Der Mieter zahlt 780 € Kaltmiete. Grunderwerbsteuer (5,5 %), Notar und Grundbuch kosten zusammen rund 14.900 €. Die zahlen Thomas und Lea selbst, gut 10.000 € bleiben als Reserve.
Den Kaufpreis finanziert die Bank komplett, zu 3,8 % Zins und 2 % Tilgung. Vom Hausgeld bleiben 100 € im Monat bei den beiden hängen (Verwaltung und Rücklage der Gemeinschaft), dazu legen sie 40 € für die eigene Wohnung zurück und planen 3 % der Miete für Leerstand ein.
| Pro Jahr | Pro Monat | |
|---|---|---|
| Kaltmiete nach Leerstandspuffer (3 %) | 9.079 € | 757 € |
| Hausgeld, nicht umlagefähig | −1.200 € | −100 € |
| Eigene Rücklage für die Wohnung | −480 € | −40 € |
| Zinsen (3,8 %) | −7.906 € | −659 € |
| Tilgung (2 %) | −4.274 € | −356 € |
| Cashflow vor Steuern | −4.781 € | −398 € |
| Steuerersparnis | +1.238 € | +103 € |
| Cashflow nach Steuern | −3.543 € | −295 € |
| davon Tilgung, also Schulden, die abgebaut werden | 4.274 € | 356 € |
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Steuer nach § 32a EStG (Tarif 2026, Zusammenveranlagung) mit Solidaritätszuschlag, ohne Kirchensteuer. Abschreibung 2 % auf 75 % der Anschaffungskosten (Annahme zum Gebäudeanteil).
Im ersten Jahr zahlen Thomas und Lea also rund 398 € im Monat zu, nach der Steuererstattung rund 295 €. Gleichzeitig fließen 356 € im Monat in die Tilgung. Rechnet man die Tilgung heraus, tragen Miete und Steuer die laufenden Kosten der Wohnung bereits im ersten Jahr selbst.
Was in 20 Jahren passiert
Jetzt der wichtigere Teil: die Entwicklung über die Jahre. Die Zinsbindung läuft zehn Jahre. Danach finanzieren Thomas und Lea die Restschuld neu, und dafür setzen wir offen einen höheren Zins von 4,5 % an, wieder mit 2 % Anfangstilgung. Miete und Kosten lassen wir bewusst gleich. Steigt die Miete, sieht es besser aus.
| Nach 1 Jahr | Nach 10 Jahren | Nach 20 Jahren | |
|---|---|---|---|
| Zins im jeweiligen Jahr | 3,8 % | 3,8 % | 4,5 % |
| Kreditrate im Monat | 1.015 € | 1.015 € | 861 € |
| Restschuld | 205.726 € | 159.002 € | 118.934 € |
| Schulden abgebaut (Summe Tilgung) | 4.274 € | 50.998 € | 91.066 € |
| Zuzahlung nach Steuern im Monat, im jeweiligen Jahr | −295 € | −348 € | −215 € |
| Zuzahlungen nach Steuern, Summe | 3.543 € | 38.434 € | 61.162 € |
| plus Kaufnebenkosten (einmalig) | 14.910 € | 14.910 € | 14.910 € |
| Selbst aufgebracht | 18.453 € | 53.344 € | 76.072 € |
| Nettovermögen in der Wohnung (Wert minus Restschuld) | 4.274 € | 50.998 € | 91.066 € |
Drei Dinge fallen auf. Erstens steigt die Zuzahlung nach Steuern in den ersten zehn Jahren leicht, von rund 295 € auf rund 348 € im Monat. Mit sinkender Schuld fallen weniger Zinsen an, die Sie von der Steuer absetzen. Die Rate bleibt gleich, die Steuerersparnis schrumpft.
Zweitens sinkt die Rate mit der Anschlussfinanzierung auf 861 €, obwohl der Zins steigt. Das liegt daran, dass sich die neue Tilgung von 2 % nur noch auf die kleinere Restschuld von rund 159.000 € bezieht. Der Preis dafür ist, dass die Schulden im zweiten Jahrzehnt langsamer sinken. Wer die alte Rate von 1.015 € weiterzahlt, tilgt schneller.
Drittens ist der Vermögensaufbau in den ersten zehn Jahren knapp. Nach zehn Jahren haben Thomas und Lea rund 53.300 € selbst aufgebracht und rund 51.000 € Schulden abgebaut. Bei gleichem Wert der Wohnung stehen sie also ungefähr so da, als hätten sie das Geld einfach zur Seite gelegt. Erst im zweiten Jahrzehnt zieht der Abstand an. Nach 20 Jahren haben sie rund 76.100 € aufgebracht und rund 91.100 € Schulden abgebaut.
„Wie realistisch sind die Zahlen und die Wertsteigerung?“
Diese Frage stellen Interessenten zu Recht. Eine Wertsteigerung setzen wir deshalb gar nicht an. Die Tilgung ist vertraglich festgelegt, die Steuerwirkung folgt aus dem heutigen Recht. Unsicher bleiben Miete, Zins nach der Zinsbindung und der Wert der Wohnung. Genau diese drei Punkte sollten Sie bei jeder Rechnung hinterfragen, auch bei unserer.
04„Dann habe ich die Immobilie nach zehn Jahren ja trotzdem noch nicht abbezahlt?“
So hat es ein Interessent in einem unserer Beratungsgespräche gefragt. Die Antwort ist ja. Bei 2 % Anfangstilgung sind nach zehn Jahren im Beispiel noch rund 159.000 € offen. Bei 1,5 % wären es rund 171.800 €.
Das ist normal. Ein Annuitätendarlehen zahlt anfangs vor allem Zinsen und erst später vor allem Tilgung. Nach Ende der Zinsbindung brauchen Sie eine Anschlussfinanzierung für den Rest. Und dann zählt der Zins, der an diesem Tag gilt.
| Anschlusszins 4,5 % | Anschlusszins 6 % | |
|---|---|---|
| Kreditrate im Monat ab Jahr 11 | 861 € | 1.060 € |
| Zuzahlung vor Steuern im Monat ab Jahr 11 | −245 € | −443 € |
| Zuzahlung nach Steuern im Monat, Jahr 11 | −166 € | −294 € |
| Zuzahlung nach Steuern im Monat, Jahr 20 | −215 € | −364 € |
| Restschuld nach 20 Jahren | 118.934 € | 115.574 € |
| Selbst aufgebracht nach 20 Jahren, mit Kaufnebenkosten | 76.072 € | 92.474 € |
| Nettovermögen nach 20 Jahren, Wert unverändert | 91.066 € | 94.426 € |
| Nettovermögen nach 20 Jahren, Wert 15 % niedriger | 59.566 € | 62.926 € |
Bei 6 % zahlen Thomas und Lea ab dem elften Jahr rund 200 € mehr Rate im Monat als bei 4,5 %, nach Steuern rund 130 € mehr. Die Restschuld sinkt dabei sogar etwas schneller, weil die höhere Rate auch mehr Tilgung enthält. Unterm Strich bleibt bei unverändertem Wert aber kaum mehr übrig, als sie selbst eingezahlt haben: rund 94.400 € Nettovermögen gegenüber rund 92.500 € Einsatz.
Mit höherer Tilgung geht es schneller, aber die Zuzahlung steigt. Thomas und Lea könnten statt 2 % auch 1,5 % tilgen. Dann sinkt ihre Rate von 1.015 € auf 928 € im Monat, und die Zuzahlung nach Steuern im ersten Jahr von rund 295 € auf rund 207 €. Dafür stehen nach zehn Jahren noch rund 171.800 € statt 159.000 € Schulden offen, und die Anschlussfinanzierung wird entsprechend größer. Weniger zahlen heißt also auch: langsamer Vermögen aufbauen.
05Schritt für Schritt zur ersten Wohnung
Wer Vermögen mit Immobilien aufbauen will, sollte die Reihenfolge einhalten. Erst die eigene Lage, dann das Objekt, dann die Finanzierung.
- 01Eigene Zahl festlegen
Rechnen Sie aus, welche monatliche Zuzahlung Sie dauerhaft tragen können, auch wenn ein Mieter ausfällt oder der Zins steigt. Diese Zahl ist Ihre Obergrenze.
- 02Reserve sichern
Kaufnebenkosten plus ein Polster von mehreren Monatskosten sollten verfügbar sein, ohne dass Sie an Ihre Notreserve gehen.
- 03Objekt an der Miete messen
Teilen Sie den Kaufpreis durch die Jahreskaltmiete, das ergibt den Kaufpreisfaktor. Im Beispiel liegt er bei 22,4. Vergleichen Sie ihn mit ähnlichen Wohnungen in derselben Lage.
- 04Unterlagen prüfen
Mietvertrag, Protokolle der Eigentümerversammlungen, Wirtschaftsplan und Stand der Erhaltungsrücklage. Eine Wohnung ist nur so gut wie das Haus, in dem sie liegt.
- 05Rechnung vor und nach Steuern verlangen
Lassen Sie sich die Zuzahlung für das erste Jahr und für das Jahr nach der Zinsbindung zeigen, schriftlich und mit allen Annahmen.
- 06Finanzierung festzurren
Zinsbindung, Tilgung und Sondertilgungsrechte entscheiden über die nächsten 20 Jahre. Unterschreiben Sie den Kaufvertrag erst, wenn die Finanzierungszusage vorliegt.
Nach der ersten Wohnung kommt oft die Frage nach der zweiten. Sie ist erst sinnvoll, wenn die erste stabil läuft und Ihre Reserve wieder aufgefüllt ist. Wie man vom ersten Objekt zu mehreren Einheiten kommt, beschreibt unser Ratgeber Immobilien-Portfolio aufbauen.
06Immobilie oder Wertpapiere?
Diese Frage kommt in fast jedem Gespräch. Ein ehrlicher Vergleich der Renditen ist kaum möglich, weil beides sehr unterschiedliche Anlagen sind. Was sich vergleichen lässt, sind die Eigenschaften.
| Merkmal | Vermietete Wohnung, finanziert | Wertpapier-Sparplan |
|---|---|---|
| Einstieg | Kaufnebenkosten und Reserve, dazu eine Kreditzusage | ab kleinen Beträgen |
| Kapital der Bank | ja, das ist der Hebel | in der Regel nein |
| Monatliche Bindung | Zuzahlung über viele Jahre | Sparrate jederzeit änderbar |
| Verfügbarkeit | Verkauf dauert Monate und kostet Geld | in der Regel kurzfristig verkaufbar |
| Streuung | ein Haus, eine Lage, ein Mieter | je nach Produkt breit |
| Aufwand | Mieter, Abrechnungen, Eigentümerversammlung | gering |
| Steuer | Verluste aus Vermietung mindern die Einkommensteuer, Verkauf nach 10 Jahren steuerfrei | Abgeltungsteuer auf Erträge |
„Ich will liquide bleiben.“
Wer das sagt, hat einen guten Grund. Eine Wohnung ist das Gegenteil von liquide. Für viele ist sie deshalb eine Ergänzung zu Erspartem und Wertpapieren, kein Ersatz. Wenn Ihnen der schnelle Zugriff auf Ihr Geld wichtig ist, passt eine finanzierte Wohnung wahrscheinlich nicht zu Ihnen.
07Für wen der Vermögensaufbau mit Immobilien passt
- Sie 15 bis 20 Jahre und länger planen und die Wohnung nicht verkaufen müssen.
- Sie eine Zuzahlung von einigen hundert Euro im Monat dauerhaft tragen können.
- Sie Steuern zahlen, sodass Verluste aus der Vermietung verrechnet werden.
- Sie nach dem Kauf noch eine Reserve von mehreren tausend Euro haben.
- Sie es mögen, wenn ein Kreditvertrag Sie zum Sparen zwingt.
- Sie in den nächsten Jahren an das Geld müssen, etwa für ein eigenes Haus.
- Ihr Budget nach der Rate knapp wird oder Sie bereits Konsumkredite tilgen.
- Sie von Anfang an ein monatliches Plus erwarten.
- Ihr Einkommen unsicher ist, etwa in der Probezeit oder kurz nach der Gründung.
- Sie einen großen Teil Ihres Vermögens in eine einzige Wohnung stecken würden.
Bei Paaren entscheidet oft das Gespräch zu Hause. „Ich will mich nicht noch groß verschulden“, sagen manche Interessenten. Diese Sorge ist berechtigt. Eine Rechnung, die beide verstanden haben, ist die beste Grundlage für eine Entscheidung, in die eine oder die andere Richtung.
08Risiken: Was den Vermögensaufbau bremsen kann
- Wertverlust: Fällt der Wert der Wohnung um 15 %, hätten Thomas und Lea nach 20 Jahren rund 59.600 € Nettovermögen in der Wohnung, aber rund 76.100 € selbst aufgebracht. Der Hebel wirkt dann gegen sie.
- Zins nach der Zinsbindung: Liegt der Anschlusszins bei 6 % statt 4,5 %, steigt die Rate im Beispiel ab dem elften Jahr um rund 200 € im Monat. Bei mehr Restschuld entsprechend mehr.
- Leerstand und Mietausfall: Zieht der Mieter aus, fehlt die ganze Miete, und das volle Hausgeld zahlen Sie selbst. Eine Räumung bei Zahlungsverzug kann viele Monate dauern.
- Sanierungen und Sonderumlagen: Beschließt die Eigentümergemeinschaft eine Dach- oder Heizungssanierung, kann eine Sonderumlage von mehreren tausend Euro fällig werden.
- Lebensereignisse: Jobverlust, Trennung oder Krankheit treffen eine laufende Finanzierung hart. Ein Notverkauf kostet die Kaufnebenkosten und oft einen Abschlag.
- Mietrecht: Mieterhöhungen sind gedeckelt, bei Bestandsmieten auf höchstens 20 % in drei Jahren, in vielen Städten 15 % (§ 558 Abs. 3 BGB).
- Steuerrecht: Abschreibung, Verlustverrechnung und der steuerfreie Verkauf nach zehn Jahren gelten nach heutigem Recht. Sie können sich ändern.
- Klumpenrisiko: Eine Wohnung hängt an einem Haus, einer Lage und einem Mieter. Je größer ihr Anteil an Ihrem Vermögen, desto schwerer wiegt jedes dieser Risiken.
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Quellen
Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.
- § 32a EStG (Einkommensteuertarif 2026, Splitting nach Abs. 5) und §§ 3, 4 SolZG 1995
- § 7 Abs. 4 EStG (lineare Gebäude-Abschreibung 2 % bei Fertigstellung 1925 bis 2022)
- § 9 EStG (Werbungskosten, Schuldzinsen), § 23 EStG (Zehnjahresfrist), § 39a EStG (Freibetrag im Lohnsteuerabzug)
- BFH, Urteil vom 14.01.2025, IX R 19/24 (Zuführung zur Erhaltungsrücklage erst bei Verwendung abziehbar), bundesfinanzhof.de
- § 558 BGB (Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete, Kappungsgrenze)
- Sächsisches Grunderwerbsteuersatzgesetz vom 20.12.2022 (SächsGVBl. S. 705), Steuersatz 5,5 % seit 01.01.2023
- GNotKG, Anlage 2 (Gebührentabelle für Notar und Grundbuch)
- Beispielrechnung: eigene Berechnung, Stand 13.10.2026
FAQHäufige Fragen
Kann man mit Immobilien Vermögen aufbauen?
Ja, vor allem über die Tilgung eines Kredits, den die Miete zu einem großen Teil trägt. Im Beispiel sind nach 20 Jahren rund 91.100 € Schulden abgebaut, mit 3,8 % Zins in den ersten zehn Jahren und angenommenen 4,5 % danach. Selbst aufgebracht haben die Käufer dafür rund 76.100 €, einschließlich Kaufnebenkosten. Wie viel am Ende bleibt, hängt vom Wert der Wohnung, vom Anschlusszins und von der Miete ab.
Wie viel Geld brauche ich für den Einstieg?
In der Regel mindestens die Kaufnebenkosten, je nach Bundesland und Makler rund 5 bis 15 % des Kaufpreises, und eine Reserve von mehreren tausend Euro. Manche Banken finanzieren bei guter Bonität auch die Nebenkosten mit. Das erhöht aber die Rate und die monatliche Zuzahlung.
Warum muss ich monatlich etwas dazuzahlen?
Weil die Kreditrate aus Zins und Tilgung bei heutigen Kaufpreisen und Zinsen meist höher ist als die Miete nach Kosten. Ein großer Teil der Zuzahlung fließt aber in die Tilgung. Im Beispiel liegt die Tilgung im ersten Jahr bei 356 € im Monat, die Zuzahlung nach Steuern bei 295 €.
Wie lange dauert es, bis sich der Vermögensaufbau bemerkbar macht?
Bei gleichbleibendem Wert der Wohnung entspricht das Nettovermögen im Beispiel nach zehn Jahren ungefähr dem, was die Käufer selbst eingezahlt haben. Im zweiten Jahrzehnt wächst der Abstand, bei 4,5 % Anschlusszins auf rund 15.000 €. Bei 6 % bleibt er sehr klein. Planen Sie deshalb mit 15 bis 20 Jahren und rechnen Sie den Anschlusszins vorsichtig.
Spielt die Wertsteigerung keine Rolle?
Sie kann eine große Rolle spielen, aber in beide Richtungen. Niemand kann vorhersagen, ob eine Wohnung in 20 Jahren mehr oder weniger wert ist. Wer seine Entscheidung auf eine erwartete Wertsteigerung baut, rechnet mit der unsichersten Zahl. Eine solide Rechnung trägt sich auch ohne.
Wie viel bringt die Steuer?
Das hängt vom Einkommen ab. Im Beispiel sparen Thomas und Lea mit 110.000 € zu versteuerndem Einkommen im ersten Jahr rund 1.238 €. Weil die absetzbaren Zinsen mit der Zeit sinken, wird die Ersparnis kleiner. Ein höherer Anschlusszins erhöht sie wieder, aber nur um einen Teil der Mehrkosten. Die Steuer ist ein Zuschuss, kein Grund für den Kauf.
Sollte ich lieber mehrere kleine Wohnungen kaufen oder eine große?
Mehrere Wohnungen an verschiedenen Orten verteilen das Risiko von Leerstand und Sanierungen. Jede weitere Wohnung erhöht aber auch die Schulden und die monatliche Zuzahlung. Sinnvoll ist der nächste Kauf erst, wenn der erste stabil läuft und die Reserve wieder aufgefüllt ist.