Ratgeber · Standorte & Objekte

    Chemnitz für Kapitalanleger: Alle 39 Stadtteile im Vergleich 2026

    In Chemnitz liegen die Angebotsmieten der großen Stadtteile nur rund 70 Cent auseinander. Deutlich größer sind die Unterschiede bei Bausubstanz, Auslastung der Wohnungen und Einwohnerentwicklung. Wir vergleichen die Stadtteile mit amtlichen Zahlen und rechnen dieselbe Wohnung in drei Stadtteilen durch.


    Investmentberater bei InvestImmo.de
    16. Oktober 202613 Min. Lesezeit
    Chemnitz' Stadtteile auf einen Blick
    39
    Stadtteile
    Stadt Chemnitz
    6,25 €/m²
    Angebotsmiete auf dem Kaßberg
    November 2025, FOG-Stichprobe
    5,66 €/m²
    Angebotsmiete auf dem Sonnenberg
    November 2025, FOG-Stichprobe
    +24,7 %
    Einwohner im Zentrum seit 2015
    Stadt Chemnitz, 2015–2024

    Sie haben sich Chemnitz als Standort angesehen. Jetzt geht es darum, wo in der Stadt Sie kaufen. Kaßberg oder Sonnenberg, Schloßchemnitz oder eine Wohnung im Heckert-Gebiet? In Chemnitz ist diese Frage wichtiger als in den meisten Großstädten. Beim Zensus 2022 stand hier jede neunte Wohnung leer.

    Die Mieten helfen bei der Entscheidung wenig. Die Angebotsmieten der großen Stadtteile lagen im November 2025 zwischen 5,66 und 6,39 €/m². Aussagekräftiger sind die Zahlen, die die Stadt jedes Jahr für alle 39 Stadtteile veröffentlicht: Einwohner, Haushalte, Wohnungen nach Baujahr und Arbeitslose.

    Wir vergleichen die Stadtteile mit diesen amtlichen Zahlen, ohne Ranking, und rechnen am Ende dieselbe Wohnung in drei Stadtteilen vor und nach Steuern durch.

    01Chemnitz' Stadtteile auf einen Blick

    Chemnitz hat 39 Stadtteile, darunter acht Ortschaften am Stadtrand. Die beiden Tabellen zeigen die 21 Stadtteile mit mehr als 5.000 Einwohnern. Dort leben rund 80 % der Chemnitzer. Die erste Tabelle zeigt, wer dort wohnt.

    StadtteilEinwohner 2024seit 2015zum VorjahrHaushaltedavon 1 PersonArbeitslose (Anteil 15–64 J.)
    Kaßberg18.617+3,6 %+0,9 %10.51053,6 %5,9 %
    Sonnenberg16.845+15,7 %−0,9 %9.43057,1 %13,5 %
    Zentrum16.092+24,7 %+1,4 %8.95059,1 %12,3 %
    Gablenz15.311−1,8 %+0,5 %9.10055,1 %7,9 %
    Bernsdorf14.449−1,9 %+0,7 %7.60059,3 %5,8 %
    Schloßchemnitz13.909+1,5 %−1,2 %7.87056,3 %8,2 %
    Altendorf11.915−2,3 %−0,5 %6.81056,1 %6,6 %
    Markersdorf11.464−1,7 %−0,4 %6.34048,1 %11,7 %
    Kappel9.729−1,0 %−1,3 %5.70056,1 %10,9 %
    Ebersdorf7.172–+0,5 %3.19045,1 %3,6 %
    Hilbersdorf7.093+3,4 %+0,5 %4.03054,6 %9,9 %
    Yorckgebiet6.861−4,3 %+0,5 %4.13057,1 %11,3 %
    Borna-Heinersdorf6.544−1,1 %−1,3 %3.39042,8 %4,0 %
    Adelsberg6.451+1,2 %−0,3 %2.95028,8 %1,4 %
    Helbersdorf6.416+0,8 %+1,1 %3.92058,7 %14,3 %
    Altchemnitz6.380+9,8 %+0,7 %3.42051,5 %7,0 %
    Reichenbrand6.076−4,1 %−0,8 %3.18043,1 %3,5 %
    Lutherviertel5.530+10,5 %+2,3 %3.18057,2 %8,6 %
    Kapellenberg5.294−1,0 %+0,3 %3.13056,5 %7,2 %
    Grüna5.134−4,6 %−0,8 %2.61039,5 %2,0 %
    Hutholz5.092−2,7 %−0,8 %2.84053,9 %11,6 %
    Chemnitz251.699+1,1 %+0,1 %136.03050,9 %7,6 %

    Einwohner mit Hauptwohnsitz laut Melderegister am 31.12.2024, Veränderung gegenüber 31.12.2015 und 31.12.2023. Haushalte aus der Haushaltegenerierung der Stadt, auf zehn gerundet. Arbeitslose am 31.12.2024 als Anteil an der Bevölkerung von 15 bis unter 65 Jahren laut Bundesagentur für Arbeit, nicht vergleichbar mit der Arbeitslosenquote. Ebersdorf ohne Veränderung seit 2015, weil der Wert 2015 durch eine Erstaufnahmeeinrichtung erhöht war.

    Die zweite Tabelle zeigt, welche Wohnungen dort stehen und wie gut sie belegt sind.

    StadtteilWohnungen 2023Baujahr bis 1924Baujahr 1970–1990Haushalte je 100 Wohnungen
    Kaßberg11.62552 %2 %90
    Sonnenberg11.64655 %14 %81
    Zentrum9.76029 %21 %92
    Gablenz10.68717 %15 %85
    Bernsdorf8.44525 %21 %90
    Schloßchemnitz9.18358 %4 %86
    Altendorf7.44125 %10 %92
    Markersdorf7.3072 %88 %87
    Kappel6.78920 %64 %84
    Ebersdorf3.81649 %4 %84
    Hilbersdorf4.98356 %2 %81
    Yorckgebiet4.8476 %87 %85
    Borna-Heinersdorf3.99315 %17 %85
    Adelsberg3.28210 %8 %90
    Helbersdorf4.7061 %94 %83
    Altchemnitz4.02338 %1 %85
    Reichenbrand3.60225 %10 %88
    Lutherviertel3.97926 %0 %80
    Kapellenberg3.4288 %25 %91
    Grüna2.96133 %4 %88
    Hutholz3.5540 %97 %80
    Chemnitz158.52129 %24 %86

    Wohnungen in Wohngebäuden laut Gebäuderegister der Stadt am 31.12.2023, Anteile nach Baujahr des Gebäudes. Haushalte je 100 Wohnungen: Haushalte Ende 2024 geteilt durch Wohnungen Ende 2023 (eigene Rechnung). Das ist nur eine Näherung für die Auslastung und kein Leerstandswert, weil zum Beispiel Wohngemeinschaften als ein Haushalt zählen.

    Zwei Dinge fallen auf. Zentrum, Sonnenberg und Lutherviertel sind seit 2015 kräftig gewachsen, während fast alle anderen großen Stadtteile leicht verloren haben. Und auf dem Sonnenberg, in Hilbersdorf, im Lutherviertel und in Hutholz kommen nur 80 bis 81 Haushalte auf 100 Wohnungen, auf dem Kaßberg, in Bernsdorf, Altendorf und im Zentrum 90 bis 92.

    02Kaufpreise in Chemnitz

    Der Obere Gutachterausschuss im Freistaat Sachsen wertet alle Kaufverträge aus. Für Chemnitz veröffentlicht er im „Schlaglicht Markt 2026“ Durchschnittswerte für die ganze Stadt, aber keine Preise je Stadtteil. 2025 wurden in Chemnitz 1.180 Eigentumswohnungen verkauft.

    Weiterverkauf Eigentumswohnungen in Chemnitz, Ø Kaufpreis in €/m² Wohnfläche
    2019
    rund 910 €
    2021
    rund 1.160 €
    2022
    rund 1.290 €
    2023
    rund 1.250 €
    2024
    rund 1.230 €
    2025
    rund 1.160 €
    Oberer Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Freistaat Sachsen, Schlaglicht Markt 2026, Abb. 4.5.3-3. Werte aus der Grafik ausgelesen (eigene Auswertung), ohne Stellplatz.

    Seit dem Höchststand 2022 sind die Preise im Weiterverkauf um rund 10 % gesunken. Neu gebaute Wohnungen kosteten 2025 im Erstverkauf dagegen rund 5.110 €/m². Damit ist eine Neubauwohnung in Chemnitz mehr als viermal so teuer wie eine gebrauchte.

    Ohne amtliche Stadtteilpreise bleibt die Bausubstanz der beste Hinweis. Auf dem Kaßberg, in Schloßchemnitz, auf dem Sonnenberg und in Hilbersdorf stammt mehr als die Hälfte der Wohnungen aus der Zeit bis 1924. In Markersdorf, Helbersdorf, Hutholz und im Yorckgebiet sind es 87 bis 97 % Plattenbau aus den Jahren 1970 bis 1990. Ein saniertes Gründerzeithaus und ein Plattenbau unterscheiden sich im Preis meist deutlich, auch wenn die Angebotsmieten nah beieinanderliegen.

    Gepflegte Wohngebäude in einem deutschen Wohnquartier
    KI-generiertes Symbolbild

    03Mieten je Stadtteil

    Die Angebotsmieten je Stadtteil stammen aus der Wohnungsmarktstichprobe des FOG-Instituts, die CHEMNITZ in ZAHLEN veröffentlicht. Sie gibt es für die neun Stadtteile mit mehr als 10.000 Einwohnern. Das ist eine private Stichprobe, keine amtliche Statistik.

    Angebotsmieten November 2025 je Stadtteil in €/m² nettokalt
    Schloßchemnitz
    6,39 €
    Kaßberg
    6,25 €
    Altendorf
    6,22 €
    Zentrum
    5,95 €
    Bernsdorf
    5,89 €
    Gablenz
    5,83 €
    Kappel
    5,78 €
    Markersdorf
    5,68 €
    Sonnenberg
    5,66 €
    FOG-Wohnungsmarktstichprobe, Angebotsmieten je Stadtteil, Stand November 2025, über CHEMNITZ in ZAHLEN. Marktquelle.

    Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert liegen nur 73 Cent. Seit 2015 sind die Angebotsmieten in allen neun Stadtteilen um 0,65 € bis 1,57 € gestiegen, am stärksten in Schloßchemnitz und auf dem Sonnenberg. Die Werte schwanken von Jahr zu Jahr, im Zentrum etwa von 6,42 € (2024) auf 5,95 € (2025).

    Für die ortsübliche Vergleichsmiete gilt der Mietspiegel 2025. Laut Datenreport des FOG-Instituts liegen die Basismieten für Wohnungen bis Baujahr 1990 zwischen 5,11 und 6,31 €/m², für die Jahre 1991 bis 2013 zwischen 5,91 und 7,54 €/m² und ab 2014 zwischen 8,33 und 11,19 €/m².

    Werkzeug
    Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung?

    Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

    04Einwohner, Haushalte und Leerstand

    Laut Melderegister lebten Ende 2024 in Chemnitz 251.699 Menschen, 1,1 % mehr als Ende 2015. Ende 2025 waren es 251.069, also wieder etwas weniger. Das Wachstum der letzten Jahre kam vor allem durch Zuzug, auch aus dem Ausland, während mehr Menschen starben als geboren wurden.

    Der Zuzug konzentriert sich auf wenige Stadtteile. Das Zentrum wuchs seit 2015 um 24,7 %, der Sonnenberg um 15,7 %, das Lutherviertel um 10,5 % und Altchemnitz um 9,8 %. Die meisten anderen großen Stadtteile verloren zwischen 1 und 5 % ihrer Einwohner.

    Wo die Wohnungen belegt sind

    Für Anleger in Chemnitz ist die Auslastung die wichtigste Zahl. Laut Zensus standen am 15.05.2022 rund 16.750 von 151.900 Wohnungen leer, das sind 11,0 %. Das FOG-Institut schätzt den Leerstand 2025 auf rund 14.000 Wohnungen. Werte je Stadtteil veröffentlicht die Stadt nicht.

    Unsere Näherung zeigt die Unterschiede trotzdem. Kommen 90 oder mehr Haushalte auf 100 Wohnungen, ist das Haus eher voll. Bei 80 bis 81, wie auf dem Sonnenberg, in Hilbersdorf, im Lutherviertel und in Hutholz, steht vermutlich ein größerer Teil leer oder wird gerade saniert. Prüfen Sie vor dem Kauf immer den Leerstand im Haus selbst und die Dauer der letzten Neuvermietungen.

    Zur Sozialstruktur nennen wir nur amtliche Zahlen. Der Anteil der Arbeitslosen an den 15- bis 64-Jährigen lag Ende 2024 stadtweit bei 7,6 %, zwischen 1,4 % in Adelsberg und 14,3 % in Helbersdorf. Die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit lag im September 2026 bei 10,1 %. Diese Zahlen beschreiben die Bewohner eines Stadtteils, nicht die Qualität einer einzelnen Wohnung. Für Ihre Vermietung zählt die Prüfung des einzelnen Mieters.

    05Fünf Stadtteiltypen für Kapitalanleger

    Statt eines Rankings ordnen wir die Stadtteile fünf Typen zu. Jeder passt zu anderen Anlegern.

    Typ 1: Gefragte Gründerzeit im Westen

    Kaßberg, Schloßchemnitz und Altendorf haben die höchsten Angebotsmieten der Stadt (6,22 bis 6,39 €/m²). Auf dem Kaßberg und in Schloßchemnitz stammt mehr als die Hälfte der Wohnungen aus der Zeit bis 1924. Die Auslastung ist mit 86 bis 92 Haushalten je 100 Wohnungen überdurchschnittlich.

    Der Westen passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie sanierte Altbauwohnungen mit stabiler Nachfrage suchen.
    • Sie Sanierungsjahr, Dach, Leitungen und Rücklage des Hauses prüfen.
    • Ihnen eine gute Vermietbarkeit wichtiger ist als der niedrigste Preis.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit stark steigenden Mieten rechnen.
    • Sie ein unsaniertes Haus ohne Rücklage kaufen.

    Typ 2: Zentrum und Bernsdorf

    Das Zentrum ist der am stärksten wachsende Stadtteil, Bernsdorf liegt am Campus der TU an der Reichenhainer Straße. Beide mischen Nachkriegsbau, Plattenbau und Gründerzeit, beide haben rund 59 % Single-Haushalte und eine Auslastung von 90 bis 92.

    Zentrum und Bernsdorf passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie an Studierende, Berufseinsteiger und Zugezogene vermieten wollen.
    • Sie kleine Wohnungen mit häufigerem Mieterwechsel managen können.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie nur an langfristige Mieter vermieten wollen.
    • Sie Baujahr und Bauweise nicht genau prüfen.

    Typ 3: Gründerzeit im Osten

    Sonnenberg, Lutherviertel und Hilbersdorf sind Altbauviertel mit viel Gründerzeit und starkem Zuzug seit 2015. Gleichzeitig ist die Auslastung mit 80 bis 81 Haushalten je 100 Wohnungen die niedrigste unter den großen Stadtteilen, der Sonnenberg hat die niedrigste Angebotsmiete der neun großen Stadtteile.

    Der Osten passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie mit sehr niedrigem Einstiegspreis kaufen und mehr Risiko tragen können.
    • Sie die Straße und das Haus selbst ansehen und vergleichen.
    • Sie Reserven für Leerstand und Sanierung einplanen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie auf eine durchgehende Vermietung angewiesen sind.
    • Sie zum ersten Mal kaufen.

    Typ 4: Heckert-Gebiet und Großwohnsiedlungen

    Markersdorf, Helbersdorf, Hutholz, Morgenleite, Kappel und das Yorckgebiet bestehen überwiegend aus Plattenbau der Jahre 1970 bis 1990. Die Angebotsmieten liegen mit 5,68 bis 5,78 €/m² kaum unter dem Stadtschnitt, die Auslastung liegt zwischen 80 und 87. Die Arbeitslosenanteile sind mit 10,9 bis 14,3 % höher als im Stadtschnitt.

    Großwohnsiedlungen passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie Erfahrung mit Plattenbau-Eigentumswohnungen und großen Gemeinschaften haben.
    • Sie Wirtschaftsplan, Rücklage und Leerstand im Haus prüfen können.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie den niedrigen Preis bereits als Rendite verstehen.
    • Sie keine Reserve für längere Leerstände haben.

    Typ 5: Siedlungen und Ortschaften am Stadtrand

    Adelsberg, Grüna, Reichenbrand, Borna-Heinersdorf und die Ortschaften bestehen zu großen Teilen aus Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Haushalte sind größer, die Arbeitslosenanteile mit 1,4 bis 4,0 % am niedrigsten. Eigentumswohnungen sind dort selten, die Einwohnerzahlen sinken leicht.

    Der Stadtrand passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie an Familien und ältere Paare vermieten wollen.
    • Sie eine einzelne Wohnung in einem kleinen Haus suchen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie Nachfrage von Studierenden oder Zugezogenen erwarten.
    • Sie schnell eine größere Auswahl an Wohnungen brauchen.
    Prüfung von Grundriss, Kaufpreis und laufenden Kosten einer Wohnung
    KI-generiertes Symbolbild

    06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Stadtteilen

    Nehmen wir Lena. Sie ist angestellt, ledig, hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 € und kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m². Sie vergleicht drei Stadtteile: ein Gründerzeithaus auf dem Kaßberg, ein Gründerzeithaus auf dem Sonnenberg und einen Plattenbau in Markersdorf. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Weil der Gutachterausschuss keine Preise je Stadtteil veröffentlicht, rechnen wir in allen drei Fällen mit dem Stadtdurchschnitt im Weiterverkauf 2025 von rund 1.160 €/m². So sieht man, was allein die Miete ausmacht. Als Miete nehmen wir die Angebotsmiete des Stadtteils aus der FOG-Stichprobe 2025.

    Lenas Wohnung im ersten vollen Jahr
    KaßbergSonnenbergMarkersdorf
    Kaufpreis je m² (Stadtdurchschnitt 2025)1.160 €1.160 €1.160 €
    Kaufpreis 55 m²63.800 €63.800 €63.800 €
    Grunderwerbsteuer 5,5 %3.509 €3.509 €3.509 €
    Notar und Grundbuch (rund 1,8 %)1.148 €1.148 €1.148 €
    Gesamtkosten68.457 €68.457 €68.457 €
    Kaltmiete je m² (Angebot 2025)6,25 €5,66 €5,68 €
    Kaltmiete im Jahr+4.125 €+3.736 €+3.749 €
    Hausgeld, nicht umlagefähig−924 €−924 €−924 €
    Zinsen (3,8 %)−2.424 €−2.424 €−2.424 €
    Tilgung (2 %)−1.276 €−1.276 €−1.276 €
    Cashflow vor Steuern−499 €−889 €−876 €
    Abschreibung auf 75 % der Gesamtkosten1.284 € (2,5 %)1.284 € (2,5 %)1.027 € (2 %)
    Steuerliches Ergebnis der Vermietung−45 €−434 €−164 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026)+18 €+168 €+64 €
    Cashflow nach Steuern−481 €−721 €−812 €
    pro Monatrund −40 €rund −60 €rund −70 €
    Bruttomietrendite6,5 %5,9 %5,9 %
    Annahmen: Kaufpreis voll finanziert, Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, kein Makler, Hausgeld 1,40 €/m² im Monat, davon 0,70 € Erhaltungsrücklage (erst bei Verwendung abziehbar), Gebäudeanteil 75 %, Abschreibung 2,5 % für Gebäude vor 1925 und 2 % für den Plattenbau, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 14.233 € ohne Wohnung. Kaufpreis: Oberer Gutachterausschuss Sachsen, Weiterverkauf 2025, Stadtdurchschnitt aus Grafik. Mieten: FOG-Stichprobe, November 2025 (Marktquelle). Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026.

    In allen drei Stadtteilen legt Lena monatlich zwischen rund 40 € und rund 70 € zu, obwohl sie jedes Jahr 1.276 € tilgt. Ohne Tilgung bliebe ein Überschuss von 39 € bis 66 € im Monat. Die Steuer spielt bei so niedrigen Kaufpreisen kaum eine Rolle, die Ersparnis liegt zwischen 18 € und 168 € im Jahr.

    In der Praxis kostet die Wohnung auf dem Kaßberg meist mehr als der Stadtdurchschnitt, der Plattenbau in Markersdorf meist weniger. Die höhere Miete auf dem Kaßberg bringt rund 390 € mehr im Jahr. Bei einer Bruttomietrendite um 6 % rechtfertigt das einen Aufpreis von grob 6.500 €, also knapp 120 €/m².

    Was drei Monate Leerstand kosten
    Kaßberg
    −1.483 €
    Sonnenberg
    −1.386 €
    Markersdorf
    −1.389 €
    Drei Monate ohne Kaltmiete plus die Betriebskosten, die der Eigentümer bei leerer Wohnung selbst trägt (2,74 €/m² im Monat laut FOG-Datenreport 2026). Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026.

    Ein einziger Leerstand von drei Monaten kostet Lena also so viel wie knapp zwei bis gut drei Jahre ihres laufenden Zuschusses. Deshalb ist in Chemnitz die Frage, wie gut das Haus vermietet ist, wichtiger als ein paar Cent Miete. Wie Mieteinnahmen versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

    07Risiken bei der Stadtteilwahl in Chemnitz

    • Leerstand: 11,0 % der Wohnungen standen beim Zensus 2022 leer. In einigen Stadtteilen kommen nur rund 80 Haushalte auf 100 Wohnungen.
    • Keine Stadtteilpreise: Der Gutachterausschuss veröffentlicht nur stadtweite Durchschnitte. Prüfen Sie den Preis Ihrer Wohnung mit Vergleichsverkäufen.
    • Sinkende Preise: Im Weiterverkauf sind die Preise seit 2022 um rund 10 % gesunken.
    • Bevölkerung: Mehr Sterbefälle als Geburten, das Wachstum hängt am Zuzug. Das Statistische Landesamt rechnet bis 2045 mit weniger Einwohnern.
    • Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 10,1 %.
    • Sanierungsstau: In Gründerzeitvierteln mit hohem Leerstand gibt es unsanierte oder teilsanierte Häuser. Sonderumlagen können die Rendite eines Jahrzehnts aufzehren.
    • Zinsen: Auch bei Bruttorenditen um 6 % kann eine teurere Anschlussfinanzierung den Überschuss aufzehren.

    08Weitere Standorte

    Die Zahlen zu ganz Chemnitz, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Chemnitz. Die Stadtbezirke der beiden anderen sächsischen Großstädte vergleichen unsere Leipziger und Dresdner Bezirksanalyse. Weitere Städte stehen im Überblick Sachsen und im Städtevergleich 2026.

    FAQHäufige Fragen

    Welcher Chemnitzer Stadtteil ist am besten für Kapitalanleger?

    Einen besten Stadtteil gibt es nicht. Kaßberg, Schloßchemnitz und Altendorf haben die höchsten Angebotsmieten und eine gute Auslastung, das Zentrum wächst am stärksten. Entscheidend ist in Chemnitz, ob das einzelne Haus gut vermietet ist, wie hoch die Rücklage ist und in welchem Zustand das Gebäude ist.

    Was kostet eine Eigentumswohnung in Chemnitz?

    Im Weiterverkauf kosteten Eigentumswohnungen 2025 laut Oberem Gutachterausschuss im Schnitt rund 1.160 €/m², neu gebaute rund 5.110 €/m². Preise je Stadtteil veröffentlicht der Gutachterausschuss nicht.

    Wie viele Stadtteile hat Chemnitz?

    Chemnitz hat 39 Stadtteile, acht davon sind Ortschaften mit eigenem Ortschaftsrat: Euba, Einsiedel, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Grüna, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf. Der größte Stadtteil ist der Kaßberg mit 18.617 Einwohnern (31.12.2024).

    Wie hoch ist die Mietrendite in Chemnitz?

    Mit dem Durchschnittspreis von rund 1.160 €/m² und Angebotsmieten zwischen 5,66 und 6,39 €/m² ergeben sich Bruttomietrenditen um 5,9 bis 6,6 %. Nach Hausgeld, Zinsen und einem möglichen Leerstand bleibt deutlich weniger.

    Lohnt sich eine Wohnung auf dem Kaßberg als Kapitalanlage?

    Der Kaßberg ist der größte Stadtteil, hat mit 6,25 €/m² eine der höchsten Angebotsmieten und 90 Haushalte je 100 Wohnungen. In unserer Rechnung legt Lena dort rund 40 € im Monat zu, bei 106 € Tilgung. Ob es sich lohnt, entscheidet die einzelne Wohnung mit Kaufpreis, Miete laut Vertrag und Zustand des Hauses.

    Gibt es in Chemnitz eine Mietpreisbremse?

    Nein. In Sachsen gelten Mietpreisbremse und abgesenkte Kappungsgrenze nur in Dresden und Leipzig. In Chemnitz gilt die gesetzliche Kappungsgrenze von 20 % in drei Jahren bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel 2025.

    Welche Stadtteile in Chemnitz wachsen?

    Seit 2015 wuchsen vor allem das Zentrum (+24,7 %), der Sonnenberg (+15,7 %), das Lutherviertel (+10,5 %) und Altchemnitz (+9,8 %). 2024 legten Lutherviertel, Zentrum und Helbersdorf am stärksten zu.

    Weiterlesen

    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 16.10.2026.

    Geschrieben von
    Investmentberater bei InvestImmo.de

    Schreibt über Steuern, AfA, Bestandsimmobilien und Portfolioaufbau.

    Eduard hat seit 2020 sieben eigene Immobilien gekauft und mehr als 150 Mandanten begleitet. Er schreibt über Steuerhebel, Objektunterlagen und Portfolioaufbau – mit ehrlichen Zahlen statt Schönrechnerei.

    Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind mit Quelle und Stand angegeben, die Beispielrechnung beruht auf offengelegten Annahmen und ist keine Prognose. Stand 16.10.2026.

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    Stadt Chemnitz
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    5,66 €/m²
    Angebotsmiete auf dem Sonnenberg
    November 2025, FOG-Stichprobe
    +24,7 %
    Einwohner im Zentrum seit 2015
    Stadt Chemnitz, 2015–2024

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    Die Mieten helfen bei der Entscheidung wenig. Die Angebotsmieten der großen Stadtteile lagen im November 2025 zwischen 5,66 und 6,39 €/m². Aussagekräftiger sind die Zahlen, die die Stadt jedes Jahr für alle 39 Stadtteile veröffentlicht: Einwohner, Haushalte, Wohnungen nach Baujahr und Arbeitslose.

    Wir vergleichen die Stadtteile mit diesen amtlichen Zahlen, ohne Ranking, und rechnen am Ende dieselbe Wohnung in drei Stadtteilen vor und nach Steuern durch.

    01Chemnitz' Stadtteile auf einen Blick

    Chemnitz hat 39 Stadtteile, darunter acht Ortschaften am Stadtrand. Die beiden Tabellen zeigen die 21 Stadtteile mit mehr als 5.000 Einwohnern. Dort leben rund 80 % der Chemnitzer. Die erste Tabelle zeigt, wer dort wohnt.

    StadtteilEinwohner 2024seit 2015zum VorjahrHaushaltedavon 1 PersonArbeitslose (Anteil 15–64 J.)
    Kaßberg18.617+3,6 %+0,9 %10.51053,6 %5,9 %
    Sonnenberg16.845+15,7 %−0,9 %9.43057,1 %13,5 %
    Zentrum16.092+24,7 %+1,4 %8.95059,1 %12,3 %
    Gablenz15.311−1,8 %+0,5 %9.10055,1 %7,9 %
    Bernsdorf14.449−1,9 %+0,7 %7.60059,3 %5,8 %
    Schloßchemnitz13.909+1,5 %−1,2 %7.87056,3 %8,2 %
    Altendorf11.915−2,3 %−0,5 %6.81056,1 %6,6 %
    Markersdorf11.464−1,7 %−0,4 %6.34048,1 %11,7 %
    Kappel9.729−1,0 %−1,3 %5.70056,1 %10,9 %
    Ebersdorf7.172–+0,5 %3.19045,1 %3,6 %
    Hilbersdorf7.093+3,4 %+0,5 %4.03054,6 %9,9 %
    Yorckgebiet6.861−4,3 %+0,5 %4.13057,1 %11,3 %
    Borna-Heinersdorf6.544−1,1 %−1,3 %3.39042,8 %4,0 %
    Adelsberg6.451+1,2 %−0,3 %2.95028,8 %1,4 %
    Helbersdorf6.416+0,8 %+1,1 %3.92058,7 %14,3 %
    Altchemnitz6.380+9,8 %+0,7 %3.42051,5 %7,0 %
    Reichenbrand6.076−4,1 %−0,8 %3.18043,1 %3,5 %
    Lutherviertel5.530+10,5 %+2,3 %3.18057,2 %8,6 %
    Kapellenberg5.294−1,0 %+0,3 %3.13056,5 %7,2 %
    Grüna5.134−4,6 %−0,8 %2.61039,5 %2,0 %
    Hutholz5.092−2,7 %−0,8 %2.84053,9 %11,6 %
    Chemnitz251.699+1,1 %+0,1 %136.03050,9 %7,6 %

    Einwohner mit Hauptwohnsitz laut Melderegister am 31.12.2024, Veränderung gegenüber 31.12.2015 und 31.12.2023. Haushalte aus der Haushaltegenerierung der Stadt, auf zehn gerundet. Arbeitslose am 31.12.2024 als Anteil an der Bevölkerung von 15 bis unter 65 Jahren laut Bundesagentur für Arbeit, nicht vergleichbar mit der Arbeitslosenquote. Ebersdorf ohne Veränderung seit 2015, weil der Wert 2015 durch eine Erstaufnahmeeinrichtung erhöht war.

    Die zweite Tabelle zeigt, welche Wohnungen dort stehen und wie gut sie belegt sind.

    StadtteilWohnungen 2023Baujahr bis 1924Baujahr 1970–1990Haushalte je 100 Wohnungen
    Kaßberg11.62552 %2 %90
    Sonnenberg11.64655 %14 %81
    Zentrum9.76029 %21 %92
    Gablenz10.68717 %15 %85
    Bernsdorf8.44525 %21 %90
    Schloßchemnitz9.18358 %4 %86
    Altendorf7.44125 %10 %92
    Markersdorf7.3072 %88 %87
    Kappel6.78920 %64 %84
    Ebersdorf3.81649 %4 %84
    Hilbersdorf4.98356 %2 %81
    Yorckgebiet4.8476 %87 %85
    Borna-Heinersdorf3.99315 %17 %85
    Adelsberg3.28210 %8 %90
    Helbersdorf4.7061 %94 %83
    Altchemnitz4.02338 %1 %85
    Reichenbrand3.60225 %10 %88
    Lutherviertel3.97926 %0 %80
    Kapellenberg3.4288 %25 %91
    Grüna2.96133 %4 %88
    Hutholz3.5540 %97 %80
    Chemnitz158.52129 %24 %86

    Wohnungen in Wohngebäuden laut Gebäuderegister der Stadt am 31.12.2023, Anteile nach Baujahr des Gebäudes. Haushalte je 100 Wohnungen: Haushalte Ende 2024 geteilt durch Wohnungen Ende 2023 (eigene Rechnung). Das ist nur eine Näherung für die Auslastung und kein Leerstandswert, weil zum Beispiel Wohngemeinschaften als ein Haushalt zählen.

    Zwei Dinge fallen auf. Zentrum, Sonnenberg und Lutherviertel sind seit 2015 kräftig gewachsen, während fast alle anderen großen Stadtteile leicht verloren haben. Und auf dem Sonnenberg, in Hilbersdorf, im Lutherviertel und in Hutholz kommen nur 80 bis 81 Haushalte auf 100 Wohnungen, auf dem Kaßberg, in Bernsdorf, Altendorf und im Zentrum 90 bis 92.

    02Kaufpreise in Chemnitz

    Der Obere Gutachterausschuss im Freistaat Sachsen wertet alle Kaufverträge aus. Für Chemnitz veröffentlicht er im „Schlaglicht Markt 2026“ Durchschnittswerte für die ganze Stadt, aber keine Preise je Stadtteil. 2025 wurden in Chemnitz 1.180 Eigentumswohnungen verkauft.

    Weiterverkauf Eigentumswohnungen in Chemnitz, Ø Kaufpreis in €/m² Wohnfläche
    2019
    rund 910 €
    2021
    rund 1.160 €
    2022
    rund 1.290 €
    2023
    rund 1.250 €
    2024
    rund 1.230 €
    2025
    rund 1.160 €
    Oberer Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Freistaat Sachsen, Schlaglicht Markt 2026, Abb. 4.5.3-3. Werte aus der Grafik ausgelesen (eigene Auswertung), ohne Stellplatz.

    Seit dem Höchststand 2022 sind die Preise im Weiterverkauf um rund 10 % gesunken. Neu gebaute Wohnungen kosteten 2025 im Erstverkauf dagegen rund 5.110 €/m². Damit ist eine Neubauwohnung in Chemnitz mehr als viermal so teuer wie eine gebrauchte.

    Ohne amtliche Stadtteilpreise bleibt die Bausubstanz der beste Hinweis. Auf dem Kaßberg, in Schloßchemnitz, auf dem Sonnenberg und in Hilbersdorf stammt mehr als die Hälfte der Wohnungen aus der Zeit bis 1924. In Markersdorf, Helbersdorf, Hutholz und im Yorckgebiet sind es 87 bis 97 % Plattenbau aus den Jahren 1970 bis 1990. Ein saniertes Gründerzeithaus und ein Plattenbau unterscheiden sich im Preis meist deutlich, auch wenn die Angebotsmieten nah beieinanderliegen.

    03Mieten je Stadtteil

    Die Angebotsmieten je Stadtteil stammen aus der Wohnungsmarktstichprobe des FOG-Instituts, die CHEMNITZ in ZAHLEN veröffentlicht. Sie gibt es für die neun Stadtteile mit mehr als 10.000 Einwohnern. Das ist eine private Stichprobe, keine amtliche Statistik.

    Angebotsmieten November 2025 je Stadtteil in €/m² nettokalt
    Schloßchemnitz
    6,39 €
    Kaßberg
    6,25 €
    Altendorf
    6,22 €
    Zentrum
    5,95 €
    Bernsdorf
    5,89 €
    Gablenz
    5,83 €
    Kappel
    5,78 €
    Markersdorf
    5,68 €
    Sonnenberg
    5,66 €
    FOG-Wohnungsmarktstichprobe, Angebotsmieten je Stadtteil, Stand November 2025, über CHEMNITZ in ZAHLEN. Marktquelle.

    Zwischen dem höchsten und dem niedrigsten Wert liegen nur 73 Cent. Seit 2015 sind die Angebotsmieten in allen neun Stadtteilen um 0,65 € bis 1,57 € gestiegen, am stärksten in Schloßchemnitz und auf dem Sonnenberg. Die Werte schwanken von Jahr zu Jahr, im Zentrum etwa von 6,42 € (2024) auf 5,95 € (2025).

    Für die ortsübliche Vergleichsmiete gilt der Mietspiegel 2025. Laut Datenreport des FOG-Instituts liegen die Basismieten für Wohnungen bis Baujahr 1990 zwischen 5,11 und 6,31 €/m², für die Jahre 1991 bis 2013 zwischen 5,91 und 7,54 €/m² und ab 2014 zwischen 8,33 und 11,19 €/m².

    Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

    04Einwohner, Haushalte und Leerstand

    Laut Melderegister lebten Ende 2024 in Chemnitz 251.699 Menschen, 1,1 % mehr als Ende 2015. Ende 2025 waren es 251.069, also wieder etwas weniger. Das Wachstum der letzten Jahre kam vor allem durch Zuzug, auch aus dem Ausland, während mehr Menschen starben als geboren wurden.

    Der Zuzug konzentriert sich auf wenige Stadtteile. Das Zentrum wuchs seit 2015 um 24,7 %, der Sonnenberg um 15,7 %, das Lutherviertel um 10,5 % und Altchemnitz um 9,8 %. Die meisten anderen großen Stadtteile verloren zwischen 1 und 5 % ihrer Einwohner.

    Wo die Wohnungen belegt sind

    Für Anleger in Chemnitz ist die Auslastung die wichtigste Zahl. Laut Zensus standen am 15.05.2022 rund 16.750 von 151.900 Wohnungen leer, das sind 11,0 %. Das FOG-Institut schätzt den Leerstand 2025 auf rund 14.000 Wohnungen. Werte je Stadtteil veröffentlicht die Stadt nicht.

    Unsere Näherung zeigt die Unterschiede trotzdem. Kommen 90 oder mehr Haushalte auf 100 Wohnungen, ist das Haus eher voll. Bei 80 bis 81, wie auf dem Sonnenberg, in Hilbersdorf, im Lutherviertel und in Hutholz, steht vermutlich ein größerer Teil leer oder wird gerade saniert. Prüfen Sie vor dem Kauf immer den Leerstand im Haus selbst und die Dauer der letzten Neuvermietungen.

    Zur Sozialstruktur nennen wir nur amtliche Zahlen. Der Anteil der Arbeitslosen an den 15- bis 64-Jährigen lag Ende 2024 stadtweit bei 7,6 %, zwischen 1,4 % in Adelsberg und 14,3 % in Helbersdorf. Die Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit lag im September 2026 bei 10,1 %. Diese Zahlen beschreiben die Bewohner eines Stadtteils, nicht die Qualität einer einzelnen Wohnung. Für Ihre Vermietung zählt die Prüfung des einzelnen Mieters.

    05Fünf Stadtteiltypen für Kapitalanleger

    Statt eines Rankings ordnen wir die Stadtteile fünf Typen zu. Jeder passt zu anderen Anlegern.

    Typ 1: Gefragte Gründerzeit im Westen

    Kaßberg, Schloßchemnitz und Altendorf haben die höchsten Angebotsmieten der Stadt (6,22 bis 6,39 €/m²). Auf dem Kaßberg und in Schloßchemnitz stammt mehr als die Hälfte der Wohnungen aus der Zeit bis 1924. Die Auslastung ist mit 86 bis 92 Haushalten je 100 Wohnungen überdurchschnittlich.

    Der Westen passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie sanierte Altbauwohnungen mit stabiler Nachfrage suchen.
    • Sie Sanierungsjahr, Dach, Leitungen und Rücklage des Hauses prüfen.
    • Ihnen eine gute Vermietbarkeit wichtiger ist als der niedrigste Preis.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit stark steigenden Mieten rechnen.
    • Sie ein unsaniertes Haus ohne Rücklage kaufen.

    Typ 2: Zentrum und Bernsdorf

    Das Zentrum ist der am stärksten wachsende Stadtteil, Bernsdorf liegt am Campus der TU an der Reichenhainer Straße. Beide mischen Nachkriegsbau, Plattenbau und Gründerzeit, beide haben rund 59 % Single-Haushalte und eine Auslastung von 90 bis 92.

    Zentrum und Bernsdorf passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie an Studierende, Berufseinsteiger und Zugezogene vermieten wollen.
    • Sie kleine Wohnungen mit häufigerem Mieterwechsel managen können.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie nur an langfristige Mieter vermieten wollen.
    • Sie Baujahr und Bauweise nicht genau prüfen.

    Typ 3: Gründerzeit im Osten

    Sonnenberg, Lutherviertel und Hilbersdorf sind Altbauviertel mit viel Gründerzeit und starkem Zuzug seit 2015. Gleichzeitig ist die Auslastung mit 80 bis 81 Haushalten je 100 Wohnungen die niedrigste unter den großen Stadtteilen, der Sonnenberg hat die niedrigste Angebotsmiete der neun großen Stadtteile.

    Der Osten passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie mit sehr niedrigem Einstiegspreis kaufen und mehr Risiko tragen können.
    • Sie die Straße und das Haus selbst ansehen und vergleichen.
    • Sie Reserven für Leerstand und Sanierung einplanen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie auf eine durchgehende Vermietung angewiesen sind.
    • Sie zum ersten Mal kaufen.

    Typ 4: Heckert-Gebiet und Großwohnsiedlungen

    Markersdorf, Helbersdorf, Hutholz, Morgenleite, Kappel und das Yorckgebiet bestehen überwiegend aus Plattenbau der Jahre 1970 bis 1990. Die Angebotsmieten liegen mit 5,68 bis 5,78 €/m² kaum unter dem Stadtschnitt, die Auslastung liegt zwischen 80 und 87. Die Arbeitslosenanteile sind mit 10,9 bis 14,3 % höher als im Stadtschnitt.

    Großwohnsiedlungen passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie Erfahrung mit Plattenbau-Eigentumswohnungen und großen Gemeinschaften haben.
    • Sie Wirtschaftsplan, Rücklage und Leerstand im Haus prüfen können.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie den niedrigen Preis bereits als Rendite verstehen.
    • Sie keine Reserve für längere Leerstände haben.

    Typ 5: Siedlungen und Ortschaften am Stadtrand

    Adelsberg, Grüna, Reichenbrand, Borna-Heinersdorf und die Ortschaften bestehen zu großen Teilen aus Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Haushalte sind größer, die Arbeitslosenanteile mit 1,4 bis 4,0 % am niedrigsten. Eigentumswohnungen sind dort selten, die Einwohnerzahlen sinken leicht.

    Der Stadtrand passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie an Familien und ältere Paare vermieten wollen.
    • Sie eine einzelne Wohnung in einem kleinen Haus suchen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie Nachfrage von Studierenden oder Zugezogenen erwarten.
    • Sie schnell eine größere Auswahl an Wohnungen brauchen.

    06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Stadtteilen

    Nehmen wir Lena. Sie ist angestellt, ledig, hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 € und kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m². Sie vergleicht drei Stadtteile: ein Gründerzeithaus auf dem Kaßberg, ein Gründerzeithaus auf dem Sonnenberg und einen Plattenbau in Markersdorf. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Weil der Gutachterausschuss keine Preise je Stadtteil veröffentlicht, rechnen wir in allen drei Fällen mit dem Stadtdurchschnitt im Weiterverkauf 2025 von rund 1.160 €/m². So sieht man, was allein die Miete ausmacht. Als Miete nehmen wir die Angebotsmiete des Stadtteils aus der FOG-Stichprobe 2025.

    Lenas Wohnung im ersten vollen Jahr
    KaßbergSonnenbergMarkersdorf
    Kaufpreis je m² (Stadtdurchschnitt 2025)1.160 €1.160 €1.160 €
    Kaufpreis 55 m²63.800 €63.800 €63.800 €
    Grunderwerbsteuer 5,5 %3.509 €3.509 €3.509 €
    Notar und Grundbuch (rund 1,8 %)1.148 €1.148 €1.148 €
    Gesamtkosten68.457 €68.457 €68.457 €
    Kaltmiete je m² (Angebot 2025)6,25 €5,66 €5,68 €
    Kaltmiete im Jahr+4.125 €+3.736 €+3.749 €
    Hausgeld, nicht umlagefähig−924 €−924 €−924 €
    Zinsen (3,8 %)−2.424 €−2.424 €−2.424 €
    Tilgung (2 %)−1.276 €−1.276 €−1.276 €
    Cashflow vor Steuern−499 €−889 €−876 €
    Abschreibung auf 75 % der Gesamtkosten1.284 € (2,5 %)1.284 € (2,5 %)1.027 € (2 %)
    Steuerliches Ergebnis der Vermietung−45 €−434 €−164 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026)+18 €+168 €+64 €
    Cashflow nach Steuern−481 €−721 €−812 €
    pro Monatrund −40 €rund −60 €rund −70 €
    Bruttomietrendite6,5 %5,9 %5,9 %
    Annahmen: Kaufpreis voll finanziert, Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, kein Makler, Hausgeld 1,40 €/m² im Monat, davon 0,70 € Erhaltungsrücklage (erst bei Verwendung abziehbar), Gebäudeanteil 75 %, Abschreibung 2,5 % für Gebäude vor 1925 und 2 % für den Plattenbau, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 14.233 € ohne Wohnung. Kaufpreis: Oberer Gutachterausschuss Sachsen, Weiterverkauf 2025, Stadtdurchschnitt aus Grafik. Mieten: FOG-Stichprobe, November 2025 (Marktquelle). Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026.

    In allen drei Stadtteilen legt Lena monatlich zwischen rund 40 € und rund 70 € zu, obwohl sie jedes Jahr 1.276 € tilgt. Ohne Tilgung bliebe ein Überschuss von 39 € bis 66 € im Monat. Die Steuer spielt bei so niedrigen Kaufpreisen kaum eine Rolle, die Ersparnis liegt zwischen 18 € und 168 € im Jahr.

    In der Praxis kostet die Wohnung auf dem Kaßberg meist mehr als der Stadtdurchschnitt, der Plattenbau in Markersdorf meist weniger. Die höhere Miete auf dem Kaßberg bringt rund 390 € mehr im Jahr. Bei einer Bruttomietrendite um 6 % rechtfertigt das einen Aufpreis von grob 6.500 €, also knapp 120 €/m².

    Was drei Monate Leerstand kosten
    Kaßberg
    −1.483 €
    Sonnenberg
    −1.386 €
    Markersdorf
    −1.389 €
    Drei Monate ohne Kaltmiete plus die Betriebskosten, die der Eigentümer bei leerer Wohnung selbst trägt (2,74 €/m² im Monat laut FOG-Datenreport 2026). Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026.

    Ein einziger Leerstand von drei Monaten kostet Lena also so viel wie knapp zwei bis gut drei Jahre ihres laufenden Zuschusses. Deshalb ist in Chemnitz die Frage, wie gut das Haus vermietet ist, wichtiger als ein paar Cent Miete. Wie Mieteinnahmen versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

    07Risiken bei der Stadtteilwahl in Chemnitz

    • Leerstand: 11,0 % der Wohnungen standen beim Zensus 2022 leer. In einigen Stadtteilen kommen nur rund 80 Haushalte auf 100 Wohnungen.
    • Keine Stadtteilpreise: Der Gutachterausschuss veröffentlicht nur stadtweite Durchschnitte. Prüfen Sie den Preis Ihrer Wohnung mit Vergleichsverkäufen.
    • Sinkende Preise: Im Weiterverkauf sind die Preise seit 2022 um rund 10 % gesunken.
    • Bevölkerung: Mehr Sterbefälle als Geburten, das Wachstum hängt am Zuzug. Das Statistische Landesamt rechnet bis 2045 mit weniger Einwohnern.
    • Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 10,1 %.
    • Sanierungsstau: In Gründerzeitvierteln mit hohem Leerstand gibt es unsanierte oder teilsanierte Häuser. Sonderumlagen können die Rendite eines Jahrzehnts aufzehren.
    • Zinsen: Auch bei Bruttorenditen um 6 % kann eine teurere Anschlussfinanzierung den Überschuss aufzehren.

    08Weitere Standorte

    Die Zahlen zu ganz Chemnitz, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Chemnitz. Die Stadtbezirke der beiden anderen sächsischen Großstädte vergleichen unsere Leipziger und Dresdner Bezirksanalyse. Weitere Städte stehen im Überblick Sachsen und im Städtevergleich 2026.

    Weiterlesen

    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 16.10.2026.

    FAQHäufige Fragen

    Welcher Chemnitzer Stadtteil ist am besten für Kapitalanleger?

    Einen besten Stadtteil gibt es nicht. Kaßberg, Schloßchemnitz und Altendorf haben die höchsten Angebotsmieten und eine gute Auslastung, das Zentrum wächst am stärksten. Entscheidend ist in Chemnitz, ob das einzelne Haus gut vermietet ist, wie hoch die Rücklage ist und in welchem Zustand das Gebäude ist.

    Was kostet eine Eigentumswohnung in Chemnitz?

    Im Weiterverkauf kosteten Eigentumswohnungen 2025 laut Oberem Gutachterausschuss im Schnitt rund 1.160 €/m², neu gebaute rund 5.110 €/m². Preise je Stadtteil veröffentlicht der Gutachterausschuss nicht.

    Wie viele Stadtteile hat Chemnitz?

    Chemnitz hat 39 Stadtteile, acht davon sind Ortschaften mit eigenem Ortschaftsrat: Euba, Einsiedel, Klaffenbach, Kleinolbersdorf-Altenhain, Grüna, Mittelbach, Röhrsdorf und Wittgensdorf. Der größte Stadtteil ist der Kaßberg mit 18.617 Einwohnern (31.12.2024).

    Wie hoch ist die Mietrendite in Chemnitz?

    Mit dem Durchschnittspreis von rund 1.160 €/m² und Angebotsmieten zwischen 5,66 und 6,39 €/m² ergeben sich Bruttomietrenditen um 5,9 bis 6,6 %. Nach Hausgeld, Zinsen und einem möglichen Leerstand bleibt deutlich weniger.

    Lohnt sich eine Wohnung auf dem Kaßberg als Kapitalanlage?

    Der Kaßberg ist der größte Stadtteil, hat mit 6,25 €/m² eine der höchsten Angebotsmieten und 90 Haushalte je 100 Wohnungen. In unserer Rechnung legt Lena dort rund 40 € im Monat zu, bei 106 € Tilgung. Ob es sich lohnt, entscheidet die einzelne Wohnung mit Kaufpreis, Miete laut Vertrag und Zustand des Hauses.

    Gibt es in Chemnitz eine Mietpreisbremse?

    Nein. In Sachsen gelten Mietpreisbremse und abgesenkte Kappungsgrenze nur in Dresden und Leipzig. In Chemnitz gilt die gesetzliche Kappungsgrenze von 20 % in drei Jahren bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel 2025.

    Welche Stadtteile in Chemnitz wachsen?

    Seit 2015 wuchsen vor allem das Zentrum (+24,7 %), der Sonnenberg (+15,7 %), das Lutherviertel (+10,5 %) und Altchemnitz (+9,8 %). 2024 legten Lutherviertel, Zentrum und Helbersdorf am stärksten zu.