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Kapitalanlage-Immobilien in Dresden: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Kevin Celentano · 2026-10-13

Dresden auf einen Blick
571.510
Einwohner
Hauptwohnsitz, 31.12.2025
4,1 %
Leerstand
Zensus, 15.05.2022
7,33 €/m²
Mietspiegel-Durchschnitt
Mietspiegel 2025
2.660 €/m²
Wohnung im Weiterverkauf
Median, 1. Halbjahr 2026

Sie überlegen, eine vermietete Wohnung in Dresden zu kaufen. Vielleicht kennen Sie die Stadt von einem Besuch, vielleicht haben Sie von den neuen Chipfabriken im Norden gelesen. Bevor Sie ein Exposé öffnen, wollen Sie wissen, ob der Standort trägt.

Dafür reichen Schlagworte nicht. Dresden hat ungewöhnlich gute amtliche Daten: einen Gutachterausschuss, der jeden Kaufvertrag auswertet, einen qualifizierten Mietspiegel und eine eigene Statistikstelle. Wir haben diese Zahlen zusammengetragen, jede mit Quelle und Stand.

Am Ende rechnen wir eine typische Wohnung durch. Die Rechnung zeigt auch, was Sie jeden Monat zuzahlen.

01Dresden in Zahlen

Die Tabelle bündelt, was für eine Kapitalanlage zählt. Die Quellen stehen in jeder Zeile, die vollständigen Links am Ende der Seite.

KennzahlWertQuelle und Stand
Einwohner (Hauptwohnsitz)571.510Kommunale Statistikstelle, 31.12.2025
Einwohner aktuell569.064Kommunale Statistikstelle, 30.09.2026
Entwicklung in zehn Jahren+4,1 % (2015: 548.800)Melderegister, eigene Rechnung
Prognose 2040rund 587.900 (+2,9 %)Bevölkerungsprognose der Stadt, 29.01.2026
Haushalte312.805Kommunale Statistikstelle, 31.12.2025
Anteil Einpersonenhaushalte53,7 %Kommunale Statistikstelle, eigene Rechnung
Wohnungen319.553Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Leerstandsquote4,1 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Eigentümerquote16,4 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Arbeitslosenquote7,1 % (Bund 6,4 %)Agentur für Arbeit, September 2026
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte280.408Agentur für Arbeit, 31.03.2026
Pendlersaldo+38.359Statistikstelle, 30.06.2025, eigene Rechnung
Studierende37.085Statistikstelle, Wintersemester 2024/25
Mietspiegel, Durchschnitt7,33 €/m²Dresdner Mietspiegel 2025, gültig bis 31.12.2026
Angebotsmiete, Durchschnittrund 9,56 €/m²ImmoScout24, 2. Quartal 2026
Eigentumswohnung, Weiterverkauf2.660 €/m² (Median)Gutachterausschuss, 1. Halbjahr 2026
Eigentumswohnung, Neubau6.255 €/m² (Median)Gutachterausschuss, 1. Halbjahr 2026
Rohertragsfaktor vermietete Wohnung25,2 bis 26,0Gutachterausschuss, Kaufverträge 2025
Mietpreisbremseja, bis 30.06.2027SächsMPBVO vom 02.12.2025
Kappungsgrenze15 %, bis 30.06.2027SächsKappGrVO 2025
Grunderwerbsteuer5,5 %Sachsen, seit 01.01.2023

Zwei Zahlen fallen sofort auf. Der Leerstand ist niedrig, und Kaufpreise wie Mieten liegen deutlich unter westdeutschen Großstädten. Ob das zusammen eine gute Anlage ergibt, zeigen die nächsten Kapitel.

02Bevölkerung und Nachfrage

Dresden ist seit 1999 fast ununterbrochen gewachsen, von rund 477.000 auf über 570.000 Einwohner. 2025 kam die erste Delle. Die Stadt verlor 2.138 Einwohner, bis Ende September 2026 sank die Zahl weiter auf 569.064. Die Stadt nennt den Grund selbst: 3.890 Geburten standen 5.881 Sterbefällen gegenüber, Zu- und Fortzüge glichen sich mit je rund 29.000 aus.

Aus unseren Gesprächen
„Wichtig ist eine Region mit Potenzial, nicht wo Bevölkerung abwandert.“

Diesen Satz hören wir so oder ähnlich in Beratungsgesprächen. Für Dresden ist die Antwort zweigeteilt. Abgewandert sind 2025 unterm Strich kaum Menschen, die Stadt schrumpft durch das Geburtendefizit. Die eigene Prognose der Stadt rechnet bis 2040 trotzdem mit rund 16.400 Einwohnern mehr, getragen von Zuzügen in Arbeit.

Für eine vermietete Wohnung zählt allerdings weniger die Einwohnerzahl als die Zahl der Haushalte. Davon gibt es 312.805, und in 53,7 % lebt nur eine Person. Kleine Wohnungen sind deshalb gefragt: Im Weiterverkauf machen Zwei-Raum-Wohnungen fast die Hälfte aller Verkäufe aus.

Der Leerstand bestätigt das Bild. Laut Zensus standen am 15.05.2022 genau 13.218 von 319.553 Wohnungen leer, das sind 4,1 %. Rund ein Drittel davon war weniger als drei Monate frei, also normaler Mieterwechsel. 38,7 % standen allerdings länger als ein Jahr leer, oft wegen Bauarbeiten.

Die Prognose ist nicht überall gleich. Bis 2035 sollen zentrumsnahe Stadtteile mit viel Neubau kräftig wachsen, etwa Mickten um 22 % und Friedrichstadt um 20 %. Am Stadtrand erwartet die Stadt Rückgänge, in Loschwitz/Wachwitz um 8 %. Für Ihre Wohnung kommt es also auf das Viertel an.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Dresdens Wirtschaft ruht auf drei Säulen: Verwaltung als Landeshauptstadt, Wissenschaft und Halbleiter. 36,7 % der Beschäftigten arbeiten in Verwaltung, Bildung, Gesundheit und Kultur. Die TU Dresden allein hatte im Wintersemester 2024/25 rund 27.800 Studierende, alle Dresdner Hochschulen zusammen 37.085.

Im Norden der Stadt wird gebaut. Infineon hat am 02.07.2026 seine Smart Power Fab eröffnet, eine Investition von 5 Mrd. € mit rund 1.000 neuen Arbeitsplätzen. Daneben entsteht die Chipfabrik von ESMC, einem Gemeinschaftsunternehmen von TSMC, Bosch, Infineon und NXP. Laut Presseberichten feierte sie im September 2026 Richtfest, die Produktion soll ab 2027 anlaufen, mit rund 2.000 Arbeitsplätzen.

Dresden ist Arbeitsort für die Region. 98.346 Menschen pendeln ein, 59.987 Dresdner arbeiten außerhalb. Das ergibt ein Plus von rund 38.000 Pendlern, die Wohnraum in der Stadt potenziell nachfragen.

Es gibt auch eine Gegenseite. Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 7,1 % und damit über dem Bundesschnitt von 6,4 %. Die Agentur für Arbeit spricht von einem Markt mit wenig Bewegung. Die Zahl der Beschäftigten sank zuletzt leicht, von 281.076 Mitte 2025 auf 280.408 Ende März 2026.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

In Dresden gibt es zwei Mietniveaus, und beide sind wichtig. Der Mietspiegel 2025 weist im Durchschnitt 7,33 €/m² aus. Er bildet die Mieten ab, die in den letzten Jahren vereinbart oder geändert wurden. Neu angebotene Wohnungen kosten laut ImmoScout24 rund 9,56 €/m². Für Sie als Vermieter entscheidet bei einer Neuvermietung die Mietpreisbremse, wie viel davon erlaubt ist.

Bei den Kaufpreisen liefert der Gutachterausschuss echte Kaufverträge statt Angebotspreisen. Eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete im 1. Halbjahr 2026 im Median 2.660 €/m², bei einer typischen Größe von 60 m². Neubauwohnungen im Erstverkauf lagen bei 6.255 €/m², also mehr als doppelt so hoch.

Kaufpreis je Quadratmeter, 1. Halbjahr 2026 (Median)
Gebrauchte Wohnung, 1 Raum
2.440 €/m²
Gebrauchte Wohnung, 2 Räume
2.525 €/m²
Gebrauchte Wohnung, 3 Räume
2.825 €/m²
Gebrauchte Wohnung, 4 Räume
3.480 €/m²
Neubauwohnung, Erstverkauf
6.255 €/m²
Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Landeshauptstadt Dresden, Halbjahresbericht 2026 (veröffentlicht 31.08.2026).

Aus Kaufpreis und Miete ergibt sich der Kaufpreisfaktor. Er sagt, wie viele Jahresmieten Sie für die Wohnung bezahlen. Der Kehrwert ist die Bruttomietrendite, vor allen Kosten.

RechnungKaufpreisMieteKaufpreisfaktorBruttomietrendite
Median Weiterverkauf, Mietspiegel-Durchschnitt2.660 €/m²7,33 €/m²30,23,3 %
Median Weiterverkauf, Angebotsmiete2.660 €/m²9,56 €/m²23,24,3 %
Vermietete Wohnungen laut Gutachterausschuss, Baujahr 1990–202325,24,0 %
Vermietete Wohnungen laut Gutachterausschuss, Altbau saniert26,03,8 %

Die ersten beiden Zeilen sind unsere eigene Rechnung mit Durchschnittswerten. Die beiden unteren stammen aus dem Grundstücksmarktbericht 2026. Der Gutachterausschuss hat dafür Kaufverträge aus 2025 ausgewertet, bei denen die tatsächlich gezahlte Miete bekannt war. Diese Werte sind für Anleger am aussagekräftigsten. Sie zeigen, dass vermietete Wohnungen in Dresden im Mittel zum 25- bis 26-Fachen der Jahresmiete verkauft werden. Wie das für eine Wohnung Ihrer Wahl aussieht, prüfen Sie mit dem Mietrendite-Rechner.

05Stadtteile im Überblick

Der Gutachterausschuss weist für jedes Stadtgebiet aus, in welcher Spanne Wohnungen verkauft wurden. Die Spannen sind breit, weil darin einfache und sehr gute Wohnungen stecken. Sie zeigen aber, wo das Preisniveau liegt.

StadtgebietCharakterWeiterverkauf 1. HJ 2026Neubau 1. HJ 2026Für wen eher geeignet
NeustadtGründerzeit in der Äußeren Neustadt, zentrumsnah nördlich der Elbe1.610–4.780 €/m²5.125–7.660 €/m²kleine Wohnungen für Studierende und junge Berufstätige
BlasewitzStriesen und Blasewitz, Altbau und Villen östlich der Altstadt1.890–6.305 €/m²5.760–6.235 €/m²größere Wohnungen, langfristige Mieter
PieschenElbnah im Nordwesten, viel Neubau, Mickten mit +22 % Prognose bis 20351.485–4.335 €/m²5.150–7.075 €/m²Anleger, die auf wachsende Viertel setzen
FriedrichstadtWestlich der Altstadt, jüngster Stadtteil (Ø 37,9 Jahre), +20 % Prognose bis 20351.930–4.655 €/m²4.100–7.560 €/m²kleine Wohnungen, Neubau in Entwicklungslage
PlauenSüdvorstadt und Plauen, nah am Campus der TU1.705–5.095 €/m²k. A.Wohnungen für Studierende und Beschäftigte der Hochschulen
KlotzscheIm Norden, nahe Flughafen und Halbleiterstandorten1.680–3.860 €/m²5.060–6.960 €/m²Anleger, die Arbeitsplatznähe im Norden suchen
CottaLöbtau mit Altbau, Gorbitz mit großen Plattenbausiedlungen1.215–5.215 €/m²keine Verkäufeniedriger Einstieg, mehr Prüfaufwand bei Lage und Haus
ProhlisGroßsiedlung im Südosten, dazu Neubau1.570–5.460 €/m²5.115–6.845 €/m²Preisbewusste, die Hausgemeinschaft und Lage genau prüfen

Beim Mietspiegel spielt die Lage in Dresden eine kleinere Rolle, als viele erwarten. Eine gute Wohnlage bringt einen Zuschlag von 3 %, eine einfache einen Abschlag von 2 %. Viel stärker wirkt das Baualter: Wohnungen der Jahre 2016 bis 2023 liegen 23 % über der Basismiete, solche aus 1970 bis 1990 7 % darunter. Das Haus und sein Zustand zählen bei der Miete also mehr als der Stadtteilname.

06Regeln für Vermieter in Dresden

Dresden gehört zu den zwei sächsischen Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt. Daraus folgen drei Regeln, die Ihre Miete begrenzen.

  • Mietpreisbremse: Bei einer Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Mietpreisbremse gilt in Dresden nach der Sächsischen Mietpreisbegrenzungsverordnung vom 02.12.2025 bis zum 30.06.2027. Ausnahmen gibt es unter anderem für Neubauten, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, und nach einer umfassenden Modernisierung.
  • Kappungsgrenze: In laufenden Mietverhältnissen darf die Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 % steigen, nicht um 20 % wie in den meisten Gemeinden. Auch diese Kappungsgrenze gilt bis zum 30.06.2027.
  • Ferienvermietung: Die Stadt hat im Mai 2026 den Entwurf einer Zweckentfremdungssatzung vorgelegt. Wohnungen sollen danach nicht länger als zwölf Wochen im Jahr an Gäste vermietet werden. Einen Beschluss des Stadtrats haben wir bis zum 13.10.2026 nicht gefunden.

Ob beide Mietgrenzen über Juni 2027 hinaus verlängert werden, ist offen. Die Landesregierung hat dafür ein Gutachten zum gesamten sächsischen Wohnungsmarkt in Auftrag gegeben.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Dresden

Nehmen wir Markus, 41, angestellt, ledig, mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 €. Er kauft eine gebrauchte, vermietete Zwei-Raum-Wohnung mit 60 m², Baujahr 1995, für 160.000 €. Das entspricht etwa dem Median des Gutachterausschusses. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Die Miete setzen wir mit 8,00 €/m² an, also 480 € im Monat. Sie liegt zwischen dem Mietspiegel-Durchschnitt und den Angebotsmieten und entspricht etwa dem Rohertragsfaktor, den der Gutachterausschuss für solche Wohnungen misst. Markus finanziert den Kaufpreis voll und zahlt die Nebenkosten aus eigenem Geld.

Markus' Wohnung im ersten vollen Jahr
Pro JahrPro Monat
Kaltmiete (60 m² × 8,00 €)5.760 €480 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (Verwaltung 30 €, Rücklage 60 €)−1.080 €−90 €
Zinsen (160.000 € zu 3,8 %)−6.080 €−507 €
Tilgung (1,5 %)−2.400 €−200 €
Cashflow vor Steuern−3.800 €−317 €
Steuerlicher Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Abschreibung 2.734 € − Verwaltung)−3.414 €
Weniger Einkommensteuer (Tarif 2026)+1.297 €+108 €
Cashflow nach Steuern−2.503 €−209 €
davon Tilgung, die Markus' Schulden senkt2.400 €200 €
Kaufnebenkosten 11.827 € (Grunderwerbsteuer 8.800 €, Notar und Grundbuch 3.027 €, kein Makler) aus Eigenkapital. Abschreibung 2 % auf 80 % Gebäudeanteil. Zins und Tilgung sind Annahmen, kein Angebot. Ohne Kirchensteuer, ohne Mietausfall und Reparaturen. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Markus zahlt also rund 209 € im Monat zu, nach Steuern. Davon fließen 200 € in die Tilgung. Er baut Vermögen auf, indem er seine Schulden senkt, aber er muss dafür Monat für Monat Geld aus seinem Gehalt beisteuern. Im ersten Jahr kommt einmalig ein weiterer Steuervorteil hinzu, weil die Kosten der Grundschuld von rund 950 € sofort abziehbar sind.

Woher Markus' Zuzahlung kommt (pro Monat)
Kaltmiete
+480 €
Steuerersparnis
+108 €
Hausgeld
−90 €
Zinsen
−507 €
Tilgung
−200 €
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Annahmen wie in der Rechnung oben.

Warum fällt die Rechnung negativ aus? Bei einem Kaufpreisfaktor von knapp 28 bringt die Miete 3,6 % des Kaufpreises, die Zinsen kosten 3,8 %. Solange der Zins über der Bruttomietrendite liegt, trägt sich eine voll finanzierte Wohnung nicht selbst. Mehr Eigenkapital, eine höhere Miete nach einem Mieterwechsel oder ein niedrigerer Kaufpreis verbessern das Ergebnis. Wie die Mieteinnahmen versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Dresden

Angenommen, Markus kauft statt der gebrauchten Wohnung eine neu gebaute mit 45 m² vom Bauträger und vermietet sie als Erster. Neubauwohnungen im Erstverkauf kosteten im 1. Halbjahr 2026 laut Gutachterausschuss im Median 6.255 €/m², wir rechnen mit rund 6.250 €/m². Eine amtliche Angebotsmiete für Neubauwohnungen gibt es für Dresden nicht. Wir setzen deshalb 12,00 €/m² an, die Mitte der Spanne von 11,00 bis 13,00 €/m², die der Wohnimmobilien-Marktbericht der HypoVereinsbank (Dezember 2025) für die Neuvermietung von Neubauten in guter Lage nennt. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.

Markus' Neubauwohnung im ersten vollen Jahr
Pro Jahr
Kaltmiete (45 m² × 12,00 €)6.480 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (Verwaltung 25 €, Rücklage 20 € im Monat)−540 €
Zinsen (281.250 € zu 3,8 %)−10.688 €
Tilgung (1,5 %)−4.219 €
Cashflow vor Steuern−8.967 €
Steuerlicher Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Abschreibung 11.994 € − Verwaltung)−16.502 €
Weniger Einkommensteuer (Tarif 2026)+5.895 €
Cashflow nach Steuern−3.072 €
davon Tilgung, die Markus' Schulden senkt4.219 €
Kaufpreis 281.250 € (45 m² × 6.250 €). Kaufnebenkosten 20.050 € (Grunderwerbsteuer 15.469 €, Notar und Grundbuch 4.581 €, kein Makler) aus Eigenkapital. Abschreibung 5 % vom Restwert nach § 7 Abs. 5a EStG (Baubeginn oder Kaufvertrag zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029, Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres) auf 80 % der Anschaffungskosten ohne Grundschuldkosten; Gebäudeanteil und Hausgeld sind Annahmen. Miete aus einer Marktquelle, nicht amtlich. Ohne Sonderabschreibung, ohne Kirchensteuer, ohne Mietausfall. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Nach Steuern zahlt Markus hier rund 256 € im Monat zu statt rund 209 €, davon fließen rund 352 € in die Tilgung statt 200 €. Die Abschreibung ist im ersten Jahr gut viermal so hoch wie bei der gebrauchten Wohnung, und für ein neues Haus setzen wir eine kleinere Rücklage für Instandhaltung an. Dafür kostet der Quadratmeter mehr als das Doppelte, und die Bruttomietrendite liegt bei rund 2,3 % statt rund 3,6 %. Die Mietpreisbremse gilt für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, nicht (§ 556f BGB), die Kappungsgrenze bei späteren Mieterhöhungen schon. Weil die degressive Abschreibung vom Restwert rechnet, wird sie jedes Jahr kleiner, den Verlauf zeigt der AfA-Rechner. Die Kosten der Grundschuld von rund 1.450 € sind auch hier im ersten Jahr zusätzlich sofort abziehbar.

08Chancen und Risiken in Dresden

Dresden ist kein Standort, an dem sich die Zahlen von selbst ergeben. Die Stärken sind belegt, die Schwächen auch.

Für Dresden sprechen der niedrige Leerstand, die vielen kleinen Haushalte und eine Universität mit rund 27.800 Studierenden. Die Kaufpreise gebrauchter Wohnungen sind im 1. Halbjahr 2026 trotz schwieriger Zinslage leicht gestiegen, und mit 5.080 Kauffällen im Jahr 2025 wird in Dresden rege gehandelt. Das spricht für die Handelbarkeit von Wohnungen, ist aber keine Zusage für Preis oder Dauer eines späteren Verkaufs.

Dagegen stehen die sinkende Einwohnerzahl seit 2025, eine Geburtenrate von 1,1 Kindern je Frau und eine Arbeitslosenquote über dem Bundesschnitt. Die Halbleiterprojekte sind groß, ihr Effekt auf die Wohnungsnachfrage ist aber noch nicht messbar. Die Mietpreisbremse begrenzt bei Neuvermietung die Miete, und niemand weiß heute, ob sie im Juli 2027 ausläuft oder verlängert wird.

Passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie eine Wohnung 15 Jahre und länger halten wollen und die monatliche Zuzahlung aus Ihrem Gehalt tragen können.
  • Sie eine Stadt mit Universität, Verwaltung und Industrie suchen und mit moderaten Mieten zufrieden sind.
  • Sie bereit sind, Haus, Verwalter und Rücklage gründlich zu prüfen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie einen positiven Cashflow ab dem ersten Monat erwarten.
  • Sie auf schnell steigende Mieten setzen. Mietpreisbremse und Kappungsgrenze von 15 % begrenzen das bis mindestens Juni 2027.
  • Sie keinen Puffer für Leerstand, Reparaturen oder höhere Zinsen haben.

Mehr zu den allgemeinen Stärken und Schwächen dieser Anlageform lesen Sie im Ratgeber Eigentumswohnung als Kapitalanlage: Vor- und Nachteile.

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Dresden als Kapitalanlage?

Das hängt vom Kaufpreis, der Miete und Ihrer Finanzierung ab. Vermietete Wohnungen werden in Dresden im Mittel zum 25- bis 26-Fachen der Jahresmiete verkauft (Gutachterausschuss, Kaufverträge 2025). Bei einem Zins von 3,8 % und voller Finanzierung zahlen Sie damit in der Regel monatlich zu. Für Anleger mit Eigenkapital und langem Zeithorizont kann Dresden wegen des niedrigen Leerstands trotzdem passen.

Wie hoch ist die Mietrendite in Dresden?

Die Bruttomietrendite gebrauchter Wohnungen liegt nach den Rohertragsfaktoren des Gutachterausschusses bei rund 3,8 bis 4,0 %. Rechnet man den Median-Kaufpreis von 2.660 €/m² mit dem Mietspiegel-Durchschnitt von 7,33 €/m², sind es 3,3 %. Mit Angebotsmieten um 9,56 €/m² wären es 4,3 %. Nach Hausgeld, Verwaltung und Rücklage bleibt weniger.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Dresden?

Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten im 1. Halbjahr 2026 im Median 2.660 €/m², im Durchschnitt 2.775 €/m². Neubauwohnungen im Erstverkauf lagen bei 6.255 €/m². Quelle ist der Halbjahresbericht 2026 des Gutachterausschusses, der alle beurkundeten Kaufverträge auswertet.

Welche Stadtteile eignen sich in Dresden für eine Kapitalanlage?

Das hängt davon ab, an wen Sie vermieten wollen. Neustadt und Plauen liegen nah an Zentrum und Universität, Blasewitz mit Striesen ist bei Familien gefragt, Mickten (Pieschen) und Friedrichstadt wachsen laut Prognose der Stadt bis 2035 um rund 20 %. In Großsiedlungen wie Gorbitz oder Prohlis sind die Preise niedriger, dort sollten Sie Haus und Lage besonders genau prüfen.

Gibt es eine Mietpreisbremse in Dresden?

Ja. Nach der Sächsischen Mietpreisbegrenzungsverordnung darf die Miete bei Neuvermietung höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Verordnung gilt vom 01.01.2026 bis zum 30.06.2027. Ob sie verlängert wird, entscheidet die Landesregierung.

Wie hoch ist die Kappungsgrenze in Dresden?

In bestehenden Mietverhältnissen darf die Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 % steigen, und nie über die ortsübliche Vergleichsmiete. Die abgesenkte Kappungsgrenze gilt in Dresden und Leipzig bis zum 30.06.2027.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Dresden?

In Sachsen beträgt die Grunderwerbsteuer seit dem 01.01.2023 5,5 % des Kaufpreises. Mit Notar und Grundbuch kommen Sie auf rund 7 bis 7,5 % Kaufnebenkosten, ohne Makler.

Wächst Dresden noch?

Bis 2024 ist Dresden gewachsen, 2025 sank die Einwohnerzahl um 0,4 % auf 571.510. Grund war vor allem das Geburtendefizit. Die Stadt rechnet in ihrer Prognose vom Januar 2026 trotzdem mit rund 587.900 Einwohnern im Jahr 2040, getragen von Zuzügen durch neue Arbeitsplätze.