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Welches Bundesland eignet sich für Kapitalanlage-Immobilien? Alle 16 Länder im Vergleich 2026

Michael Pauker · 2026-10-13

Wie weit die Länder auseinanderliegen
3,5 bis 6,5 %
Grunderwerbsteuer
Landesgesetze, Stand 29.09.2026
1,9 bis 8,9 %
Wohnungen leer
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
135.000 bis 499.000 €
Ø Preis je verkaufter Wohnung
Gutachterausschüsse (AK OGA), 2024
+1,5 bis −12,1 %
Einwohner bis 2040
Destatis, 16. Vorausberechnung, Variante 2

Sie wollen eine Wohnung kaufen und vermieten. Bevor Sie über Stadtteil und Grundriss nachdenken, steht eine größere Frage im Raum: In welchem Bundesland eigentlich? In Hamburg kostete eine verkaufte Eigentumswohnung 2024 im Schnitt 499.000 €, in Sachsen-Anhalt 135.000 €. Beim Kauf zahlen Sie in Bayern 3,5 % Grunderwerbsteuer, in Brandenburg 6,5 %.

Viele Ratgeber beantworten die Frage mit einer Rangliste. Wir halten das für irreführend. Ein Land mit niedrigen Preisen hat meist auch mehr leere Wohnungen. Ein Land mit wenig Leerstand hat meist hohe Preise und strenge Mietregeln. Was davon für Sie besser ist, hängt von Ihrem Budget, Ihrem Steuersatz und Ihrer Geduld ab.

Diese Seite stellt deshalb alle 16 Länder mit denselben sieben Kennzahlen nebeneinander, jede mit Quelle. Danach ordnen wir die Länder in vier Typen und rechnen dieselbe Wohnung in drei Ländern durch, einschließlich der Kaufnebenkosten.

01Die 16 Länder im Überblick

Die Tabelle ist alphabetisch sortiert. Eine Rangfolge gibt es bewusst nicht. Jede Spalte stammt aus einer einzigen Quelle, damit die Länder vergleichbar bleiben. Die Abgrenzungen erklären wir direkt unter der Tabelle.

Sieben Kennzahlen für 16 Länder
LandGrunderwerbsteuerLeerstand¹Ø Preis je Wohnung²Ø Nettokaltmiete³Einwohner 2040⁴Mietpreisbremse⁵Arbeitslosenquote⁶
Baden-Württemberg5,0 %4,2 %241.000 €8,13 €−1,3 %teilweise (130 Gemeinden)4,7 %
Bayern3,5 %4,2 %322.000 €8,74 €−0,7 %teilweise (284 Gemeinden)4,2 %
Berlin6,0 %2,0 %383.000 €7,67 €+1,5 %ja, ganze Stadt10,4 %
Brandenburg6,5 %5,2 %237.000 €6,21 €−2,8 %teilweise (36 Gemeinden)6,3 %
Bremen5,5 %3,7 %163.000 €7,34 €−1,6 %teilweise (Stadt Bremen)11,2 %
Hamburg5,5 %1,9 %499.000 €9,16 €+1,5 %ja, ganze Stadt8,4 %
Hessen6,0 %3,8 %260.000 €8,21 €−1,5 %teilweise (49 Gemeinden)5,9 %
Mecklenburg-Vorpommern6,0 %5,5 %222.000 €5,91 €−7,7 %teilweise (Rostock, Greifswald)7,6 %
Niedersachsen5,0 %4,1 %176.000 €6,56 €−2,9 %teilweise (57 Gemeinden)6,1 %
Nordrhein-Westfalen6,5 %3,3 %194.000 €6,82 €−3,3 %teilweise (57 Gemeinden)7,9 %
Rheinland-Pfalz5,0 %4,8 %231.000 €6,75 €−2,3 %teilweise (99 Gemeinden)5,5 %
Saarland6,5 %5,5 %153.000 €6,12 €−6,7 %nein7,3 %
Sachsen5,5 %8,5 %161.000 €5,72 €−8,1 %teilweise (Dresden, Leipzig)7,1 %
Sachsen-Anhalt5,0 %8,9 %135.000 €5,38 €−11,9 %nein8,0 %
Schleswig-Holstein6,5 %2,7 %232.000 €7,41 €−1,6 %nein5,7 %
Thüringen5,0 %7,8 %137.000 €5,65 €−12,1 %teilweise (Erfurt, Jena)6,3 %
Deutschland3,5 bis 6,5 %4,3 %246.000 €7,28 €−2,8 %–6,4 %

Zur Tabelle: Quellen und Abgrenzungen

¹ Leerstand: Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022, Anteil leerer Wohnungen. Der Wert ist über drei Jahre alt; neuere amtliche Zahlen für alle Länder gibt es nicht. Bremen: Wert für das Land einschließlich Bremerhaven (13.655 leere Wohnungen, Statistisches Landesamt Bremen). Für die Stadt Bremen allein nennt unsere Städteseite 3,2 %.

² Kaufpreis: durchschnittlicher Preis je verkaufter Eigentumswohnung 2024 aus allen notariellen Kaufverträgen, Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse (AK OGA), Immobilienmarktbericht Deutschland 2025. Das ist kein Preis je Quadratmeter. Er hängt auch davon ab, wie groß die verkauften Wohnungen sind und wie viele Neubauten darunter waren. Die Landesseiten nennen zum Teil Quadratmeterpreise aus den Landesgrundstücksmarktberichten; die sind nicht zwischen allen Ländern vergleichbar, weil jeder Gutachterausschuss anders abgrenzt (Median oder Mittelwert, nur Weiterverkauf oder alle Baujahre).

³ Miete: durchschnittliche Nettokaltmiete je m² laut Zensus 2022, also über alle bestehenden Mietverträge, auch sehr alte. Neue Mietverträge liegen meist deutlich darüber. Für Bremen bezieht sich der Wert auf alle vermieteten Wohnungen (Statistisches Landesamt Bremen), für die übrigen Länder auf Wohnungen in Wohngebäuden.

⁴ Prognose: Veränderung der Einwohnerzahl von 2024 bis 2040 laut 16. koordinierter Bevölkerungsvorausberechnung von Bund und Ländern, Variante 2 (mittlere Annahmen), eigene Prozentrechnung. Wir nehmen diese Quelle, weil sie als einzige alle 16 Länder mit denselben Annahmen rechnet. Die Landesseiten nennen teils Prognosen der Landesämter mit anderem Basisjahr. Die können deutlich abweichen: Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg erwartet bis 2040 Wachstum auf 11,61 Mio. Einwohner, die koordinierte Rechnung ein Minus von 1,3 %. Die Raumordnungsprognose des BBSR zeigen die Landesseiten auf Kreisebene.

⁵ Mietpreisbremse: Landesverordnungen nach § 556d BGB, Stand 29.09.2026. In Hessen läuft die Verordnung am 25.11.2026 aus (Neufassung mit 71 Gemeinden angekündigt), in Baden-Württemberg am 31.12.2026 (Entwurf mit 133 Gemeinden).

⁶ Arbeitslosenquote: Bundesagentur für Arbeit, September 2026. Bremen: Land einschließlich Bremerhaven; die Stadt Bremen allein lag bei 10,6 %.

02Was die Landeszahlen zeigen und was nicht

Liest man die Tabelle von oben nach unten, fällt ein Muster auf. Wo der Leerstand niedrig ist, sind Preise und Mieten hoch. Wo die Preise niedrig sind, stehen mehr Wohnungen leer und die Prognose zeigt nach unten. Dahinter stehen Angebot und Nachfrage.

Gleichzeitig verdeckt jeder Landesdurchschnitt große Unterschiede. In Sachsen standen 2022 im Schnitt 8,5 % der Wohnungen leer. In Dresden waren es 4,0 %, im Landkreis Zwickau 12,8 %. In Bayern liegt der Leerstand bei 4,2 %, in München bei 2,4 % und im Landkreis Wunsiedel bei 9,0 %. Ein Land ist für Ihre Wohnung also nur der Rahmen.

Der Landesvergleich hilft trotzdem bei zwei Fragen. Erstens: Welche Kosten und Regeln gelten überall im Land, egal welche Stadt? Das sind Grunderwerbsteuer und Mietpreisbremse. Zweitens: Wie stark müssen Sie innerhalb des Landes auswählen? In einem Land mit 8 % Leerstand ist die Auswahl der Stadt wichtiger als in einem mit 3 %.

Aus unseren Gesprächen
„Wo liegen überhaupt die Immobilien, in die ich investieren soll?“

Diese Frage hören wir in Erstgesprächen oft, meist ganz am Anfang. Sie ist berechtigt. Die ehrliche Antwort beginnt mit dem Land, weil es Steuer und Mietregeln festlegt, und endet bei Stadt, Straße und Haus.

03Es gibt nicht das beste Bundesland, sondern das passende

Aus den Zahlen lassen sich vier Ländertypen ableiten. Die Grenzen sind fließend, und in jedem Typ gibt es Städte, die anders funktionieren als ihr Land. Als erste Orientierung taugen sie.

TypLänderWas die Zahlen zeigenFür wen eher
StadtstaatenHamburg, Berlin, BremenLeerstand 1,9 bis 3,7 %, Prognose −1,6 bis +1,5 %, Mietpreisbremse, in Hamburg und Berlin hohe PreiseAnleger, die Nachfrage vor laufender Rendite stellen und monatlich zuzahlen können
Hohe Nachfrage im Süden und WestenBayern, Baden-Württemberg, HessenLeerstand 3,8 bis 4,2 %, Mieten über 8 €/m², Preise 241.000 bis 322.000 €, Arbeitslosenquote unter 6 %Anleger mit höherem Budget und langem Anlagehorizont
Mittelfeld mit großem MietmarktNordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-HolsteinLeerstand 2,7 bis 4,8 %, Preise 176.000 bis 232.000 €, Prognose −1,6 bis −3,3 %Anleger, die ein ausgewogenes Verhältnis von Preis und Nachfrage suchen und die Stadt genau auswählen
Günstig, mit Überangebot außerhalb einzelner StädteSachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, BrandenburgLeerstand 5,2 bis 8,9 %, Prognose −2,8 bis −12,1 %, Preise überwiegend unter 225.000 €Anleger, die gezielt einzelne Städte mit niedrigem Leerstand wählen und Leerstand finanziell auffangen können

Brandenburg passt nur mit Einschränkung in den vierten Typ. Im Berliner Umland wuchs die Bevölkerung 2025, im Rest des Landes sank sie. Ähnlich zweigeteilt sind Mecklenburg-Vorpommern mit Rostock und der Küste und Sachsen mit Leipzig und Dresden.

Im vierten Typ liegen die Unterschiede besonders weit auseinander. Für Leipzig erwartet das BBSR in seiner Raumordnungsprognose bis 2045 ein deutliches Plus, für den Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt ein Minus von 24,2 %. Beide liegen keine 100 Kilometer auseinander.

04Rendite oder Nachfrage: was Sie abwägen

Die Tabelle zeigt einen Zielkonflikt, den keine Region auflöst. In günstigen Ländern ist die Miete im Verhältnis zum Kaufpreis höher. Die Bruttomietrendite, also die Jahreskaltmiete geteilt durch den Kaufpreis, sieht dort besser aus. Dafür ist das Risiko höher, dass die Wohnung zwischen zwei Mietern Monate leer steht oder sich in 15 Jahren schwer verkaufen lässt.

In Ländern mit wenig Leerstand ist es umgekehrt. Mieter finden Sie meist schnell, aber Sie zahlen für jeden Euro Jahresmiete deutlich mehr. Bei einer finanzierten Wohnung heißt das in der Regel: Sie legen jeden Monat Geld dazu, vor allem in den ersten Jahren.

Höhere Mietrendite mit mehr Leerstandsrisiko passt eher, wenn …
  • Sie mit wenig Kapital einsteigen wollen und die Wohnung lange halten.
  • Sie Leerstand von mehreren Monaten aus Rücklagen tragen können.
  • Sie eine Stadt im Land wählen, deren Leerstand deutlich unter dem Landesschnitt liegt.
Niedrigere Mietrendite mit breiter Nachfrage passt eher, wenn …
  • Sie eine monatliche Zuzahlung über viele Jahre dauerhaft tragen können.
  • Ihnen eine schnelle Wiedervermietung und ein späterer Verkauf an viele mögliche Käufer wichtig sind.
  • Sie mit Mietpreisbremse und abgesenkter Kappungsgrenze leben können.

Diese Spalten sind kein Entweder-oder für immer. Viele Anleger mischen: eine Wohnung in einer teuren Stadt mit stabiler Nachfrage, eine zweite in einer günstigeren Stadt mit höherer Miete im Verhältnis zum Preis.

05Grunderwerbsteuer: 3,5 bis 6,5 % je nach Land

Die Grunderwerbsteuer macht den Großteil der Kaufnebenkosten aus. Den Satz legt jedes Land selbst fest. Er gilt für jede Wohnung im Land, egal ob Großstadt oder Dorf, und Sie zahlen ihn in der Regel aus eigenem Geld.

SatzLänderSteuer bei 250.000 € Kaufpreis
3,5 %Bayern8.750 €
5,0 %Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Thüringen12.500 €
5,5 %Bremen, Hamburg, Sachsen13.750 €
6,0 %Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern15.000 €
6,5 %Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Schleswig-Holstein16.250 €

Quelle: Landesgesetze, geprüft am 29.09.2026; eigene Rechnung. Die einzige Änderung der letzten Jahre betraf Bremen (5,0 auf 5,5 % seit 01.07.2025), Thüringen hat zum 01.01.2024 von 6,5 auf 5,0 % gesenkt. Alle Sätze, Befreiungen und Rechenregeln stehen auf der Seite Grunderwerbsteuer nach Bundesländern.

Bei einer vermieteten Wohnung zählt die Grunderwerbsteuer zu den Anschaffungskosten (§ 255 Abs. 1 HGB, § 6 Abs. 1 Nr. 1 EStG). Sie wirkt also über die Abschreibung des Gebäudeanteils, verteilt über viele Jahre, und nicht als Sofortabzug im Kaufjahr. Der Anteil, der auf das Grundstück entfällt, wirkt steuerlich gar nicht.

Ein niedriger Steuersatz zählt für Sie viel, wenn …
  • Ihr Eigenkapital knapp ist und vor allem die Nebenkosten decken muss.
  • Sie eher teure Wohnungen kaufen, bei denen jeder Prozentpunkt mehrere tausend Euro ausmacht.
  • Sie nicht ausschließen, die Wohnung nach einigen Jahren wieder zu verkaufen.
Ein hoher Steuersatz fällt weniger ins Gewicht, wenn …
  • Sie die Wohnung 20 Jahre und länger halten wollen.
  • Kaufpreis und Miete im Land besser zu Ihren Zielen passen als im Nachbarland.
  • Sie eine günstige Wohnung kaufen, bei der 1,5 Prozentpunkte nur wenige tausend Euro sind.

06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Ländern

Wie stark wirken Kaufpreis, Miete und Steuersatz zusammen? Wir nehmen eine gebrauchte Wohnung mit 60 m² und setzen sie gedanklich in drei Länder: Bayern (niedrige Steuer, hohe Preise), Niedersachsen (mittlerer Steuersatz, mittlere Preise) und Brandenburg (hohe Steuer). Kaufpreis und Miete entsprechen dem Landesniveau. Die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Eine 60-m²-Wohnung, Kauf und erstes Jahr ohne Finanzierung
BayernNiedersachsenBrandenburg
Kaufpreis je m²3.600 €2.130 €2.903 €
Kaufpreis216.000 €127.800 €174.180 €
Grunderwerbsteuer7.560 € (3,5 %)6.390 € (5,0 %)11.321 € (6,5 %)
Notar und Grundbuch (rund 1,6 %)3.456 €2.045 €2.787 €
Kaufnebenkosten ohne Makler11.016 € (5,1 %)8.435 € (6,6 %)14.108 € (8,1 %)
Miete je m² (Zensus-Durchschnitt)8,74 €6,56 €6,21 €
Jahreskaltmiete6.292,80 €4.723,20 €4.471,20 €
Kaufpreisfaktor34,327,139,0
Bruttomietrendite auf den Kaufpreis2,9 %3,7 %2,6 %
Kaufnebenkosten in Jahresmieten1,81,83,2
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Kaufpreise: Oberer Gutachterausschuss des Landes, Kauffälle 2025 (Bayern Median gebrauchter Wohnungen, Niedersachsen Durchschnitt gebrauchter Wohnungen, Brandenburg gebrauchte Wohnungen in Mehrfamilienhäusern). Miete: Ø Nettokaltmiete Zensus 2022. Grunderwerbsteuer auf volle Euro abgerundet. Notar und Grundbuch pauschal 1,6 % (Annahme, nach GNotKG je nach Kaufpreis rund 1,5 bis 1,7 % mit Grundschuld). Ohne Makler, ohne Finanzierung, Steuer und Wertentwicklung.

Die Rechnung zeigt drei Dinge. In Bayern ist die Steuer niedrig, aber der Kaufpreis so hoch, dass die Nebenkosten mit 11.016 € trotzdem über denen in Niedersachsen liegen. In Niedersachsen ist die Wohnung günstiger, und die Miete deckt den Kaufpreis nach rund 27 Jahren statt nach 34. In Brandenburg kosten die Nebenkosten mit 14.108 € mehr als drei Jahresmieten.

Der Brandenburger Wert hat aber einen Haken, der zeigt, wie vorsichtig man mit Landesdurchschnitten rechnen muss. Der Kaufpreis bildet ab, welche Wohnungen 2025 verkauft wurden. Die Zensus-Miete gilt dagegen für alle Mietverträge im ganzen Land, auch für alte und ländliche. Mit der durchschnittlichen Angebotsmiete für neue Verträge von 9,12 €/m² (BBSR, 2023) läge die Bruttomietrendite bei 3,8 %.

Was die Kaufnebenkosten kosten, gemessen in Jahresmieten
Bayern
1,8 Jahresmieten
Niedersachsen
1,8 Jahresmieten
Brandenburg
3,2 Jahresmieten
Eigene Berechnung, Annahmen wie oben.

Für Ihre Entscheidung zählen deshalb Kaufpreis und Miete der konkreten Wohnung, der Landesdurchschnitt gibt nur die Größenordnung. Die Kaufnebenkosten für Ihren Fall ermittelt der Kaufnebenkosten-Rechner, die Rendite der Mietrendite-Rechner.

07Mietregeln: Mietpreisbremse und Kappungsgrenze je Land

Neben der Steuer setzt das Land die Regeln für die Miete. Zwei Instrumente zählen für Vermieter. Die Mietpreisbremse begrenzt die Miete bei einem neuen Mietvertrag auf höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete (§ 556d BGB). Die Kappungsgrenze begrenzt Mieterhöhungen im laufenden Vertrag auf 20 % in drei Jahren, in bestimmten Gemeinden auf 15 % (§ 558 Abs. 3 BGB).

Beide gelten nur dort, wo die Landesregierung es per Verordnung festlegt. Die Lage am 29.09.2026:

  • Ganze Stadt: Berlin und Hamburg haben Mietpreisbremse (bis 31.12.2029) und 15-%-Kappungsgrenze im gesamten Stadtgebiet.
  • Ausgewählte Gemeinden: Bayern (284), Baden-Württemberg (130), Rheinland-Pfalz (99), Niedersachsen (57), Nordrhein-Westfalen (57), Hessen (49) und Brandenburg (36). In Sachsen gilt sie nur in Dresden und Leipzig, in Thüringen in Erfurt und Jena, in Mecklenburg-Vorpommern in Rostock und Greifswald, in Bremen nur in der Stadt Bremen.
  • Keine Mietpreisbremse: Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. In Schleswig-Holstein gilt in 62 Gemeinden trotzdem die abgesenkte Kappungsgrenze von 15 %. Im Saarland und in Sachsen-Anhalt bleibt es überall bei 20 %.

Eine Mietpreisbremse ist für sich kein Grund gegen ein Land. Sie gilt fast immer dort, wo der Wohnungsmarkt angespannt ist, also Leerstand selten. Wer dort kauft, sollte aber nicht mit einer Miete rechnen, die über der erlaubten Grenze liegt.

08Risiken beim Vergleich von Bundesländern

  • Durchschnitt ist nicht Lage: Jede Zahl in der Tabelle ist ein Landesmittel. Die Unterschiede innerhalb eines Landes sind fast immer größer als die zwischen zwei Ländern.
  • Daten altern: Der Leerstand stammt vom Mai 2022, die Kaufpreise aus 2024. Seitdem haben sich Zinsen und Preise bewegt.
  • Prognosen sind Modelle: Die Vorausberechnung rechnet mit Annahmen zu Geburten, Lebenserwartung und Zuwanderung. Bei hoher Zuwanderung käme etwa Hessen bis 2040 auf ein kleines Plus, bei niedriger auf ein Minus von 3,9 %.
  • Leerstand und Verkauf: In Ländern mit hohem Leerstand ist nicht nur die Vermietung schwieriger. Auch beim Verkauf gibt es weniger Käufer.
  • Arbeitsmarkt: Hohe Arbeitslosigkeit, etwa 11,2 % im Land Bremen oder 10,4 % in Berlin, heißt nicht automatisch wenig Nachfrage. Sie kann aber das Mietausfallrisiko und die Zahlungsfähigkeit der Mieter beeinflussen.
  • Regeln ändern sich: Grunderwerbsteuersätze, Mietpreisbremse und Kappungsgrenze können sich mit jeder Landesregierung ändern, in beide Richtungen.
  • Kosten, die keine Tabelle zeigt: Hausgeld, Instandhaltung und Verwaltung hängen am Haus und an der Fläche. Eine günstige Wohnung kostet im Unterhalt fast so viel wie eine teure.

09Weitere Standorte

Alle Bundesländer: Baden-Württemberg · Bayern · Brandenburg · Hessen · Mecklenburg-Vorpommern · Niedersachsen · Nordrhein-Westfalen · Rheinland-Pfalz · Saarland · Sachsen · Sachsen-Anhalt · Schleswig-Holstein · Thüringen

Stadtstaaten: Berlin · Hamburg · Bremen

Baden-Württemberg: Stuttgart · Mannheim · Karlsruhe · Freiburg

Bayern: München · Nürnberg · Augsburg · Regensburg · Würzburg · Kitzingen

Brandenburg: Potsdam

Hessen: Frankfurt · Wiesbaden · Kassel

Mecklenburg-Vorpommern: Rostock

Niedersachsen: Hannover · Braunschweig · Oldenburg · Osnabrück · Göttingen · Salzgitter

Nordrhein-Westfalen: Köln · Düsseldorf · Dortmund · Essen · Duisburg · Bochum · Wuppertal · Bielefeld · Bonn · Münster · Gelsenkirchen · Aachen · Siegen · Troisdorf

Rheinland-Pfalz: Mainz

Saarland: Saarbrücken

Sachsen: Leipzig · Dresden · Chemnitz

Sachsen-Anhalt: Magdeburg · Halle (Saale) · Halberstadt

Schleswig-Holstein: Kiel · Lübeck

Thüringen: Erfurt · Jena

Alle Städte im Vergleich: Wo lohnt sich eine Kapitalanlage-Immobilie? Städte im Vergleich 2026

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

  • Grunderwerbsteuer: Landesgesetze der 16 Länder (amtliche Landesrecht-Portale) und § 11 GrEStG, geprüft am 29.09.2026; Übersicht auf investimmo.de/grunderwerbsteuer
  • Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022, Gebäude- und Wohnungszählung, Stichtag 15.05.2022 (Leerstand, Ø Nettokaltmiete), zensus2022.de; Statistisches Landesamt Bremen, Pressemitteilung vom 25.06.2024 (Land Bremen: 7,34 €/m², 13.655 leere Wohnungen, 3,7 %)
  • Arbeitskreis der Oberen Gutachterausschüsse, Immobilienmarktbericht Deutschland 2025, Abb. 4-76 (Geldumsatz pro Transaktion, Eigentumswohnungen, 2024)
  • Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Statistischer Bericht Bundesländer bis 2070, Tabelle 12421-b05, Variante 2, Ausgangsjahr 2024
  • Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Raumordnungsprognose 2045 (Kreiswerte auf den Landesseiten), bbsr.bund.de; Angebotsmiete Brandenburg 2023
  • Bundesagentur für Arbeit und Regionaldirektionen, Arbeitsmarkt im September 2026 (Länderquoten, Bremen Land laut Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen)
  • Mietpreisbremse und Kappungsgrenze: Verordnungen der Länder in den amtlichen Verkündungsblättern, Stand 29.09.2026; § 556d BGB, § 556f BGB, § 558 BGB
  • Kaufpreise je m² der Beispielrechnung: Obere Gutachterausschüsse Bayern, Niedersachsen und Brandenburg, Grundstücksmarktberichte (Kauffälle 2025), Primärquellen auf den Landesseiten
  • Notar- und Grundbuchkosten: Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG), eigene Rechnung
  • Beispielrechnung und Prozentwerte der Prognose: eigene Berechnung, Stand 13.10.2026

FAQHäufige Fragen

Welches Bundesland ist das beste für eine Kapitalanlage-Immobilie?

Eine solche Rangfolge gibt es nicht. Länder mit wenig Leerstand wie Hamburg, Berlin oder Schleswig-Holstein haben hohe Preise oder hohe Grunderwerbsteuer. Günstige Länder wie Sachsen-Anhalt oder Thüringen haben mehr leere Wohnungen und eine schrumpfende Bevölkerung. Welches Land passt, hängt von Ihrem Budget, Ihrem Eigenkapital und Ihrer Bereitschaft ab, Leerstand zu tragen.

Wo sollte man Immobilien als Kapitalanlage kaufen?

Dort, wo Kaufpreis, erzielbare Miete und Nachfrage zusammenpassen. Prüfen Sie zuerst die Stadt: Einwohnerentwicklung, Leerstand laut Zensus 2022, Mietspiegel und Kaufpreise des Gutachterausschusses. Das Bundesland bestimmt vor allem Grunderwerbsteuer und Mietregeln.

Wie unterscheidet sich die Grunderwerbsteuer zwischen den Ländern?

Bayern verlangt 3,5 %. Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Thüringen verlangen 5,0 %, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, das Saarland und Schleswig-Holstein 6,5 %. Bei 250.000 € Kaufpreis sind das 8.750 € gegenüber 16.250 €.

Wie hoch ist der Leerstand in den Bundesländern?

Laut Zensus 2022 standen in Sachsen-Anhalt 8,9 % der Wohnungen leer, in Sachsen 8,5 % und in Thüringen 7,8 %. In Hamburg waren es 1,9 %, in Berlin 2,0 % und in Schleswig-Holstein 2,7 %. Bundesweit standen 4,3 % der Wohnungen leer.

In welchen Bundesländern gibt es keine Mietpreisbremse?

Im Saarland, in Sachsen-Anhalt und in Schleswig-Holstein (Stand 29.09.2026). In allen anderen Ländern gilt sie in ausgewählten Gemeinden oder, wie in Berlin und Hamburg, im ganzen Stadtgebiet.

Ist eine Wohnung in Ostdeutschland als Kapitalanlage sinnvoll?

Das hängt von der Stadt ab. In Leipzig, Dresden, Jena, Erfurt oder Rostock liegt der Leerstand deutlich unter dem Landesschnitt. In vielen Landkreisen stehen dagegen mehr als 10 % der Wohnungen leer, und die Prognosen erwarten bis 2040 einen Rückgang der Einwohner um 8 bis 12 % im Landesmittel. Niedrige Kaufpreise sind dort oft der Preis für dieses Risiko.

Wie aktuell sind die Zahlen?

Grunderwerbsteuer und Mietregeln haben den Stand 29.09.2026, die Arbeitslosenquote September 2026. Die Kaufpreise stammen aus 2024, der Leerstand und die Durchschnittsmieten aus dem Zensus 2022. Neuere Zahlen für einzelne Länder und Städte stehen auf den verlinkten Landes- und Städteseiten.