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Kapitalanlage-Immobilien in Frankfurt: Zahlen, Stadtteile und eine ehrliche Rechnung

Kevin Celentano · 2026-10-13

Frankfurt am Main auf einen Blick
781.337
Einwohner
Melderegister, 31.12.2025
3,1 %
Leerstand
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
12,28 €/m²
Ø Mietspiegel 2026
ortsübliche Vergleichsmiete
5.670 €/m²
Ø Kaufpreis Wohnung
Gutachterausschuss, 1. Halbjahr 2026

Sie überlegen, eine Wohnung in Frankfurt zu kaufen und zu vermieten. Die Stadt hat einen Ruf, den kaum eine andere hat: Bankenplatz, Flughafen, Messe, wenig freie Wohnungen. Vermietet ist eine Wohnung hier meist schnell.

Für Ihre Entscheidung reicht der Ruf aber nicht. Entscheidend ist, was eine Wohnung kostet, welche Miete Sie verlangen dürfen und was am Monatsende übrig bleibt. Genau da wird Frankfurt schwierig, denn die Kaufpreise sind im Verhältnis zur Miete hoch.

Wir haben die amtlichen Zahlen zusammengetragen, jede mit Quelle und Stand. Und wir rechnen eine Wohnung durch, vor und nach Steuern.

01Frankfurt in Zahlen

Die wichtigsten Daten für Kapitalanleger in einer Tabelle. Beachten Sie bei der Einwohnerzahl zwei Zählweisen: Die Stadt zählt nach ihrem Melderegister, das Statistische Landesamt nach dem Zensus 2022. Die amtliche Zahl liegt deshalb um rund 20.000 niedriger.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (Hauptwohnsitz, Melderegister)781.337Bürgeramt Statistik und Wahlen, 31.12.2025
Einwohner (amtliche Fortschreibung)rund 760.700Hessisches Statistisches Landesamt, 31.12.2025
Entwicklung Mitte 2016 bis Mitte 2025+6,7 %Bürgeramt Statistik und Wahlen, 30.06.2025
Prognose 2035 / 2045827.506 / 843.179Bevölkerungsvorausberechnung der Stadt, Mai 2023
Anteil Einpersonenhaushalte53,4 %Mikrozensus 2025, Statistisches Landesamt
Wohnungen402.826Zensus 2022, 15.05.2022
Leerstandsquote3,1 %Zensus 2022, Wohnungen in Wohngebäuden
Anteil vermieteter Wohnungen77,3 %Zensus 2022
Arbeitslosenquote7,1 %Bundesagentur für Arbeit, September 2026
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte648.416Bundesagentur für Arbeit, 31.03.2026
Pendlersaldo+311.856Pendlerstatistik 2025 (Bundesagentur für Arbeit)
Studierende Goethe-Universität40.684Goethe-Universität, Wintersemester 2025/26
Ø Mietspiegel (Vergleichsmiete)12,28 €/m²Frankfurter Mietspiegel 2026, gültig bis 31.05.2028
Ø Kaufpreis Eigentumswohnung5.670 €/m²Gutachterausschuss, 1. Halbjahr 2026
Grunderwerbsteuer Hessen6,0 %Landesgesetz, seit 01.08.2014

02Bevölkerung & Nachfrage

Frankfurt ist in den letzten zehn Jahren deutlich gewachsen. Zwischen Mitte 2016 und Mitte 2025 kamen laut Melderegister rund 49.000 Menschen dazu, ein Plus von 6,7 %. Allein 2025 waren es 4.494 Einwohner mehr.

Die Stadt rechnet mit weiterem Wachstum. Ihre Vorausberechnung aus dem Jahr 2023 sieht 827.506 Einwohner im Jahr 2035 und 843.179 im Jahr 2045. Ein Blick auf die Gegenwart lohnt sich trotzdem. Für Ende 2025 hatte die Prognose 789.296 Einwohner erwartet, tatsächlich waren es 781.337. Bis Mitte 2026 ging die Zahl sogar um 4.502 auf 776.835 zurück. Das Wachstum ist also da, aber langsamer als geplant und nicht in jedem Halbjahr.

Für Vermieter von kleinen Wohnungen ist die Haushaltsstruktur wichtiger als die Einwohnerzahl. In Frankfurt leben 53,4 % der Haushalte allein, der höchste Wert unter Hessens Großstädten (Mikrozensus 2025). Landesweit sind es 42,0 %. Wer allein lebt, sucht meist ein bis zwei Zimmer.

Der Zensus 2022 zeigt, wie knapp der Markt ist. Von den Wohnungen in Wohngebäuden standen 3,1 % leer. Knapp ein Drittel davon war innerhalb von drei Monaten wieder bewohnt, ein Teil stand wegen Bauarbeiten leer. Gut drei Viertel der Wohnungen sind vermietet, nur 19,5 % werden von den Eigentümern selbst bewohnt. Frankfurt ist eine Mieterstadt.

03Wirtschaft & Arbeitsmarkt

Frankfurt ist Arbeitsort für die ganze Region. Am 31.03.2026 zählte die Bundesagentur für Arbeit 648.416 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Täglich pendeln nach der Pendlerstatistik 2025 rund 424.700 Menschen in die Stadt und rund 112.800 hinaus. Der Saldo liegt bei über 311.000.

Die Stadt ist Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank und vieler Banken. Der größte einzelne Arbeitsort ist der Flughafen. Dort arbeiten nach Angaben des Betreibers Fraport über 80.000 Menschen in rund 500 Unternehmen. Dazu kommen Messe, Logistik, IT und die Hochschulen. An der Goethe-Universität waren im Wintersemester 2025/26 40.684 Studierende eingeschrieben, an der Frankfurt University of Applied Sciences rund 15.000.

Die jüngsten Zahlen zeigen aber auch eine Eintrübung. Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 7,1 %, ein Jahr zuvor bei 6,9 %. Die Zahl der Beschäftigten ist im Vorjahresvergleich um 0,5 % gesunken, erstmals seit März 2025. Für Vermieter heißt das nicht, dass die Nachfrage einbricht. Es heißt aber, dass Frankfurt nicht unabhängig von der Konjunktur ist, und besonders nicht von Banken und Luftfahrt.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Die ortsübliche Vergleichsmiete laut Frankfurter Mietspiegel 2026 liegt im Durchschnitt bei 12,28 €/m². Das sind 6,8 % mehr als im Mietspiegel 2024. Der Mietspiegel ist qualifiziert, wurde am 25.06.2026 anerkannt und gilt bis 31.05.2028. Er unterscheidet erstmals zehn Lageklassen statt einfacher, guter und sehr guter Lage.

Wohnungsportale zeigen höhere Zahlen. Je nach Anbieter liegen die Angebotsmieten 2026 bei rund 15 bis 19 €/m². Das sind Wünsche der Vermieter in Inseraten, keine gezahlten Mieten. Wegen der Mietpreisbremse sind sie für eine Bestandswohnung oft nicht durchsetzbar.

Bei den Kaufpreisen ist der Gutachterausschuss die beste Quelle, denn er wertet tatsächlich beurkundete Verträge aus. Im ersten Halbjahr 2026 wurden Eigentumswohnungen im Durchschnitt für 5.670 €/m² verkauft, kaum mehr als im Vorjahreszeitraum (5.630 €/m²) und deutlich unter dem Rekordjahr 2021 (6.570 €/m²). In zentralen Stadtteilen lag der Durchschnitt bei 6.440 €/m², im übrigen Stadtgebiet bei 4.460 €/m². Neubauwohnungen kosteten 8.200 €/m², 7 % mehr als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Verkäufe sank um 15 % auf 1.354.

Daraus lässt sich der Kaufpreisfaktor berechnen. Er zeigt, wie viele Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis kostet. Die Bruttomietrendite ist der Kehrwert in Prozent, noch ohne Nebenkosten, Hausgeld und Steuer.

Bruttomietrendite in Frankfurt bei 5.670 €/m² Kaufpreis
Miete 12,28 €/m² (Ø Mietspiegel)
2,60 % (Faktor 38,5)
Miete 13,50 €/m² (Ø Mietspiegel + 10 %)
2,86 % (Faktor 35,0)
Miete 15,00 €/m² (untere Angebotsmiete)
3,17 % (Faktor 31,5)
Neubau 8.200 €/m² bei 21,55 €/m² (Angebotsmiete JLL)
3,15 % (Faktor 31,7)
Eigene Rechnung: Jahresnettokaltmiete geteilt durch Kaufpreis. Kaufpreise Gutachterausschuss 1. Halbjahr 2026, Mieten Mietspiegel 2026 bzw. Annahme; Neubau: Angebotsmiete laut JLL-Wohnungsmarktüberblick 1. Halbjahr 2026 (Auswertung von Inseraten). Stand 13.10.2026.

Bei einem Kaufpreisfaktor um 35 brauchen Sie 35 Jahresmieten, um nur den Kaufpreis zu bezahlen. In vielen kleineren Städten liegt der Faktor bei 20 bis 25. Mit unserem Mietrendite-Rechner können Sie Ihre eigenen Zahlen einsetzen.

05Stadtteile im Überblick

Frankfurt hat 46 Stadtteile, und die Unterschiede sind groß. Die Zahlen des Gutachterausschusses zeigen das schon bei der groben Trennung: rund 2.000 €/m² Abstand zwischen zentralen Stadtteilen und dem übrigen Stadtgebiet. Belastbare Preise und Mieten je Stadtteil aus amtlicher Quelle lagen uns nicht vor. Die Tabelle beschreibt deshalb Charakter und Mieterschaft, ohne Zahlen.

StadtteilCharakterPreisniveauFür wen geeignet
BockenheimGrößter Stadtteil (47.020 Einwohner Ende 2025), nah an Messe und Universität, viel AltbauhochAnleger, die an Studierende, Pendler und Singles vermieten wollen
Nordend und BornheimGründerzeitviertel mit Altbau, sehr gefragt, Teile liegen in MilieuschutzgebietenhochAnleger mit langem Horizont und Budget für Instandhaltung
OstendSitz der EZB, Neubau und Altbau gemischt, viel BürostandorthochAnleger mit Fokus auf Berufstätige
Gallus und EuropaviertelViel Neubau der letzten 15 Jahre, Nähe zu Messe und Hauptbahnhofhoch bis sehr hoch (Neubau)Anleger, die wenig Instandhaltung und moderne Grundrisse suchen
NiederradEhemalige Bürostadt, zum Wohnquartier umgebaut, Uniklinik in der NähemittelAnleger, die Entwicklung eines Quartiers in Kauf nehmen
RiedbergNeuer Stadtteil mit Uni-Campus, viele Familienmittel bis hochVermietung an Familien und Wissenschaftler
Höchst, Nied, GriesheimWestliche Stadtteile, Industriepark Höchst, gemischte Bausubstanzeher niedrigAnleger, die einen niedrigeren Einstiegspreis suchen und Lage genau prüfen

Eine Wohnung im übrigen Stadtgebiet kann eine bessere Bruttomietrendite haben, weil die Mieten weniger stark sinken als die Preise. Bei 4.460 €/m² und 12,00 €/m² Miete wären es rund 3,2 %. Prüfen Sie dort aber Zustand, Hausgeld und Gemeinschaft besonders genau.

06Regeln für Vermieter in Frankfurt

Frankfurt gehört zu den Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt. Daraus folgen strengere Regeln als in vielen anderen Städten. Beim Stand gibt es im Herbst 2026 eine Besonderheit.

Mietpreisbremse: Bei einer Wiedervermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten unter anderem für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und nach einer umfassenden Modernisierung.

Kappungsgrenze: In laufenden Verträgen darf die Miete in drei Jahren um höchstens 15 % steigen, und nie über die Vergleichsmiete aus dem Mietspiegel. Ohne Verordnung wären es 20 %.

Umwandlung und Milieuschutz: Die hessische Genehmigungspflicht für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen nach § 250 BauGB ist zum 31.12.2025 ausgelaufen. In Milieuschutzgebieten braucht eine Umwandlung aber weiterhin eine Genehmigung nach § 172 BauGB. Dort können auch Modernisierungen genehmigungspflichtig sein.

Ferienwohnungen: Seit März 2023 gilt die Frankfurter Ferienwohnungssatzung. Jede Vermietung als Ferienwohnung braucht eine Genehmigung, Verstöße können bis zu 25.000 € kosten. Kurzzeitvermietung ist in Frankfurt deshalb keine einfache Alternative.

Grunderwerbsteuer und Nebenkosten: In Hessen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,0 %. Dazu kommen Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 1,8 % des Kaufpreises, mehr dazu im Ratgeber zu Notarkosten. Bei 340.000 € Kaufpreis sind das zusammen rund 25.600 € ohne Makler. Das Hessengeld gilt nur für selbst genutztes Wohneigentum, nicht für Kapitalanleger. Ihre eigenen Nebenkosten rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Frankfurt

Nehmen wir Lena. Sie ist ledig, verdient gut und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 90.000 € im Jahr. Sie kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 60 m², Baujahr 1995, zum Durchschnittspreis des Gutachterausschusses. Die Miete liegt mit 13,00 €/m² leicht über dem Mietspiegel-Durchschnitt. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Die Bank finanziert den Kaufpreis zu 3,8 % Zins und 1,5 % Tilgung. Die Nebenkosten von rund 25.600 € zahlt Lena aus Eigenkapital. Den Zins setzen wir als Annahme an, Ihr Angebot kann abweichen.

Lenas erstes Jahr mit der Wohnung
Pro JahrPro Monat
Kaltmiete (60 m² × 13,00 €)9.360 €780 €
nicht umlagefähiges Hausgeld (1,10 €/m², Verwaltung und Rücklage)−792 €−66 €
Mietausfallwagnis (2 %)−187 €−16 €
Zinsen (3,8 % auf 340.200 €)−12.838 €−1.070 €
Tilgung (1,5 %)−5.193 €−433 €
Cashflow vor Steuern−9.650 €−804 €
Steuerersparnis (Einkommensteuer und Soli 2026)+4.278 €+356 €
Cashflow nach Steuern−5.372 €−448 €
davon Tilgung, also Vermögensaufbau5.193 €433 €
Kaufpreis 340.200 € (5.670 €/m²), Nebenkosten: Grunderwerbsteuer 20.412 €, Notar und Grundbuch rund 5.200 €. Hausgeld davon 0,40 €/m² Rücklage (Annahme), die steuerlich erst abziehbar ist, wenn sie ausgegeben wird. Abschreibung 2 % auf 70 % der Anschaffungskosten (5.121 € im Jahr). Steuerlicher Verlust aus Vermietung 9.103 €. Steuer 2026 nach § 32a EStG, ledig, ohne Kirchensteuer. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Lena zahlt also im ersten Jahr rund 800 € im Monat zu, nach der Steuerersparnis rund 450 €. Ein großer Teil davon ist Tilgung. Sie baut damit Vermögen auf, solange die Wohnung ihren Wert hält. Zieht man die Tilgung ab, bleibt im ersten Jahr ein Minus von rund 15 € im Monat.

Warum ist der Cashflow so negativ? Der Zins von 3,8 % liegt über der Bruttomietrendite von 2,75 %. Jeder geliehene Euro kostet mehr, als die Wohnung an Miete einbringt. In Frankfurt ist das bei Durchschnittspreisen der Normalfall. Wie Sie Mieteinnahmen und Verluste in der Steuererklärung angeben, steht im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Woraus Lenas Ergebnis nach Steuern besteht
Miete nach Hausgeld und Ausfallwagnis
+8.381 €
Zinsen
−12.838 €
Tilgung
−5.193 €
Steuerersparnis
+4.278 €
Erstes volles Jahr, eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Die Steuerersparnis hängt am Einkommen. Bei einem niedrigeren Steuersatz fällt sie kleiner aus, und die monatliche Zuzahlung steigt. Sie sinkt erst, wenn Zinsen fallen oder die Miete über die Jahre steigt. Bei 15 % Kappungsgrenze und Mietspiegel als Obergrenze geht das in Frankfurt nur schrittweise.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Frankfurt

Was ändert sich, wenn Lena statt der gebrauchten Wohnung eine neu gebaute kauft? Neubauwohnungen kosteten laut Gutachterausschuss im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 8.200 €/m². Für 45 m² sind das 369.000 €. Eine amtliche Neubaumiete für Frankfurt gibt es nicht. Wir nehmen deshalb die durchschnittliche Angebotsmiete für Neubauwohnungen aus dem Wohnungsmarktüberblick des Immobiliendienstleisters JLL, 21,55 €/m² im ersten Halbjahr 2026. Das ist eine Auswertung von Inseraten, keine gezahlte Miete. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.

Neubau: Lenas erstes volles Jahr
Pro JahrPro Monat
Kaltmiete (45 m² × 21,55 €)11.637 €970 €
nicht umlagefähiges Hausgeld (1,10 €/m², Verwaltung und Rücklage)−594 €−50 €
Mietausfallwagnis (2 %)−233 €−19 €
Zinsen (3,8 % auf 369.000 €)−14.022 €−1.169 €
Tilgung (1,5 %)−5.535 €−461 €
Cashflow vor Steuern−8.747 €−729 €
Steuerersparnis (Einkommensteuer und Soli 2026)+7.327 €+611 €
Cashflow nach Steuern−1.420 €−118 €
davon Tilgung, also Vermögensaufbau5.535 €461 €
Annahmen: Kaufpreis 369.000 € (8.200 €/m², Gutachterausschuss, 1. Halbjahr 2026), ohne Stellplatz, Kauf vom Bauträger ohne Makler bis Ende des Fertigstellungsjahres, Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029. Nebenkosten aus Eigenkapital: Grunderwerbsteuer 22.140 €, Notar und Grundbuch rund 5.600 €. Hausgeld als Annahme, davon 0,40 €/m² Rücklage. Abschreibung degressiv 5 % (§ 7 Abs. 5a EStG) auf 65 % der Anschaffungskosten (Gebäudeanteil angenommen) = 12.894 €. Steuerlicher Verlust aus Vermietung 15.657 €. Steuer 2026 nach § 32a EStG, ledig, zu versteuerndes Einkommen 90.000 €, ohne Kirchensteuer. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Im ersten Jahr sinkt Lenas Zuzahlung nach Steuern damit von rund 448 € auf rund 118 € im Monat. Das liegt vor allem an der degressiven Abschreibung, die mit 12.894 € mehr als doppelt so hoch ist wie die lineare oben, aber jedes Jahr kleiner wird, an den in den ersten Jahren meist geringeren Instandhaltungskosten und an der höheren Neubaumiete: Für eine Wohnung, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wird, gilt die Mietpreisbremse nicht (§ 556f BGB), die Kappungsgrenze für spätere Erhöhungen dagegen schon. Dafür zahlt Lena je m² rund 2.530 € mehr, und die Bruttomietrendite von 3,15 % hängt an der Angebotsmiete: Mit dem Mietspiegel-Durchschnitt von 12,28 €/m² läge sie bei 1,80 %, und beim Kauf vom Bauträger kommt das Risiko hinzu, dass sich die Fertigstellung verzögert.

08Chancen und Risiken

Frankfurt hat echte Stärken für Vermieter. Sie haben aber einen Preis, und manche Risiken sind hier größer als anderswo.

Was für Frankfurt spricht: Der Leerstand ist niedrig, die Zahl der Einpersonenhaushalte hoch, und jeden Tag kommen über 300.000 Menschen mehr zur Arbeit in die Stadt, als hinausfahren. Die Mietspiegel-Miete ist von 2024 auf 2026 um 6,8 % gestiegen. Die Kaufpreise liegen unter dem Niveau von 2021, was allerdings nichts über die künftige Entwicklung aussagt.

Was dagegen spricht: Die Bruttomietrendite liegt unter 3 % und damit unter dem Kreditzins. Die Mieten sind durch Mietpreisbremse und Kappungsgrenze begrenzt. Die Wirtschaft hängt stark an Banken und Flughafen. Die Bevölkerung ist zuletzt langsamer gewachsen als prognostiziert und Mitte 2026 sogar leicht gesunken. Dazu kommen die üblichen Risiken jeder Vermietung: Leerstand zwischen zwei Mietern, Instandhaltung, Sonderumlagen der Eigentümergemeinschaft und steigende Zinsen bei der Anschlussfinanzierung.

Frankfurt passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie mehrere hundert Euro im Monat über viele Jahre zuzahlen können, ohne dass es eng wird.
  • Ihr Steuersatz hoch ist und Verluste aus der Vermietung Ihre Steuer spürbar senken.
  • Sie eine Wohnung in einer Stadt mit sehr geringem Leerstand suchen und den Preis dafür bewusst zahlen.
  • Sie Eigenkapital mitbringen, mindestens für die rund 7,5 % Nebenkosten.
Eher nicht, wenn …
  • die Wohnung sich ab dem ersten Monat selbst tragen soll.
  • Sie auf schnell steigende Mieten setzen.
  • Ihr Budget keine Rücklage für Sonderumlagen oder eine Zinserhöhung erlaubt.
  • Sie die Ferienwohnungs-Vermietung als Plan B sehen.

Einen allgemeinen Überblick über Vor- und Nachteile finden Sie im Ratgeber Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Frankfurt als Kapitalanlage?

Das hängt vom Preis und von Ihrer Situation ab. Die Nachfrage ist hoch und der Leerstand niedrig. Bei durchschnittlich 5.670 €/m² Kaufpreis und 12,28 €/m² Mietspiegel-Miete liegt die Bruttomietrendite aber nur bei rund 2,6 %. Mit Kredit zahlen Sie in der Regel monatlich zu. Lohnend kann es für Anleger mit hohem Steuersatz und langem Horizont sein.

Wie hoch ist die Mietrendite in Frankfurt?

Nach unserer Rechnung liegt die Bruttomietrendite bei Durchschnittspreisen zwischen rund 2,6 % (Mietspiegel-Durchschnitt) und 3,2 % (Angebotsmiete von 15 €/m²). Der Kaufpreisfaktor liegt zwischen etwa 31 und 39. Nach Hausgeld, Rücklagen und Leerstand bleibt netto weniger.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Frankfurt?

Laut Gutachterausschuss im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 5.670 €/m². In zentralen Stadtteilen waren es 6.440 €/m², im übrigen Stadtgebiet 4.460 €/m², im Neubau 8.200 €/m². Eine 60-m²-Wohnung zum Durchschnittspreis kostet damit rund 340.000 € plus Nebenkosten.

Welche Stadtteile in Frankfurt eignen sich für Kapitalanleger?

Das hängt von Ihrem Ziel ab. Innenstadtnahe Viertel wie Bockenheim, Nordend oder Ostend sind sehr gefragt und teuer. Westliche Stadtteile wie Höchst, Nied oder Griesheim haben niedrigere Einstiegspreise und damit oft eine bessere Mietrendite, verlangen aber eine genauere Prüfung der Lage und des Hauses.

Gibt es in Frankfurt eine Mietpreisbremse?

Ja, nach der hessischen Mieterschutzverordnung. Sie gilt in ihrer jetzigen Fassung bis 25.11.2026. Eine Neufassung, in der Frankfurt weiter enthalten ist, soll laut Landesregierung Mitte November 2026 beschlossen werden. Stand 13.10.2026 ist sie noch ein Entwurf.

Wie hoch ist die Kappungsgrenze in Frankfurt?

15 % in drei Jahren, solange die Mieterschutzverordnung gilt. Ohne Verordnung gälte die bundesweite Grenze von 20 %. Die Miete darf in beiden Fällen nicht über die ortsübliche Vergleichsmiete laut Mietspiegel steigen.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Frankfurt?

Die Grunderwerbsteuer in Hessen beträgt 6,0 %. Notar und Grundbuch kosten rund 1,5 bis 1,8 % des Kaufpreises. Ohne Makler kommen Sie damit auf rund 7,5 %, mit Makler auf mehr.