Ratgeber · Standorte & Objekte

    Kapitalanlage-Immobilien in Fulda: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

    Arbeitsmarkt, Mietspiegel und Kaufpreise im Überblick: Zwei vereinfachte Rechnungen zeigen die Finanzierungslücken vor Steuern.


    Investmentberater bei InvestImmo.de
    21. Oktober 202612 Min. Lesezeit
    Fulda auf einen Blick
    65.755
    Einwohner
    Stand 31.12.2025
    2.650 €/m²
    gebrauchte Wohnung
    Preisniveau Baujahr 2005, Marktbericht 2026
    7,50 €/m²
    Mietspiegel 2026
    Durchschnitt aller erfassten Mieten
    4,2 %
    Leerstand
    Zensus 2022

    Fulda ist das wirtschaftliche Zentrum Osthessens. Gut 65.000 Menschen wohnen in der Stadt, und die Beschäftigungsdaten zeigen, dass hier über 54.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte arbeiten. Rund 36.700 Beschäftigte pendeln von außen ein, gut 11.300 pendeln hinaus. Dazu kommen der ICE-Knoten, die Hochschule und eine Arbeitslosenquote im Landkreis von 3,8 %.

    Für Kapitalanleger können das Anhaltspunkte für einen tragfähigen Mietmarkt sein. Der qualifizierte Mietspiegel 2026 zeigt das Mietniveau der erfassten Wohnungen. Bei einem Kaufpreis von 2.650 €/m² für die hier betrachtete Bestandswohnung reicht die angesetzte Miete unter unseren Finanzierungsannahmen nicht für Zinsen, Tilgung und laufende Eigentümerkosten. Wir legen die Zahlen offen und rechnen eine Bestands- und eine Neubauwohnung durch.

    01Fulda in Zahlen

    Alle Werte, die wir für die Einordnung verwenden, mit Quellen und Datenständen.

    KennzahlWertQuelle, Stand
    Einwohner (amtlich)65.755Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, 31.12.2025
    Zensus-Korrektur 2022−6,5 % (−4.570)Hessen Agentur, Stand 31.12.2022
    Prognose 2024–2040+0,2 %Hessen Agentur, Bevölkerungsvorausschätzung 2025
    Haushalte31.952Zensus 2022
    Anteil Einpersonenhaushalte47,7 %Zensus 2022
    Wohnungsbestand34.749Zensus 2022
    Leerstandsquote4,2 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
    Anteil vermieteter Wohnungen63,6 %Zensus 2022
    Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort54.130Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Einpendler / Auspendler36.665 / 11.340Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Arbeitslosenquote, Landkreis Fulda3,8 %Bundesagentur für Arbeit über Deutschlandatlas, Jahresdurchschnitt 2025 (Kreiswert)
    Ø Miete laufender Verträge6,73 €/m²Zensus 2022
    Mietspiegel, Durchschnitt aller erfassten Mieten7,50 €/m²Qualifizierter Mietspiegel 2026
    Angebotsmiete, Landkreis Fulda9,69 €/m²BBSR über Deutschlandatlas, 2025 (Kreiswert)
    Preisniveau gebrauchte Wohnung (80 m², Baujahr 2005)2.650 €/m²Immobilienmarktbericht Hessen 2026
    Preisniveau neue Wohnung (80 m²)4.400 €/m²Immobilienmarktbericht Hessen 2026
    MietpreisbremseneinHessische Mieterschutzverordnung
    Kappungsgrenzeallgemein 20 %§ 558 BGB
    Grunderwerbsteuer Hessen6,0 %Landesgesetz Hessen

    02Bevölkerung und Nachfrage

    Ende 2025 hatte Fulda 65.755 Einwohner. Ein unmittelbarer Vergleich mit 2015 (67.253) ist wegen der Zensus-Korrektur problematisch: Die Zensus-Korrektur betrug 4.570 Menschen beziehungsweise 6,5 % zum Stand 31.12.2022. Für 2025 wird ein Zuwachs um gut 300 Menschen angegeben. Die Hessen Agentur rechnet bis 2030 mit einem Plus von 0,6 % und bis 2040 mit einer fast unveränderten Einwohnerzahl (+0,2 %).

    Für Vermieter ist neben der Gesamtzahl die Haushaltsstruktur wichtig. Beim Zensus 2022 waren 63,6 % der Wohnungen vermietet. Die Größenordnung von rund einem Drittel selbst genutzter Wohnungen lässt sich daraus wegen leer stehender und gegebenenfalls weiterer Wohnungen nicht unmittelbar ableiten. 47,7 % der Haushalte bestehen aus einer Person. Das kann für kleine Wohnungen sprechen, belegt aber weder eine ungedeckte Nachfrage noch die Vermietbarkeit eines bestimmten Objekts. Berufstätige, Studierende und Ältere kommen als Zielgruppen infrage.

    Der Wohnungsbestand ist laut Hessen Agentur von 2014 bis 2024 um 8,0 % gewachsen, gegenüber 7,0 % im hessischen Durchschnitt.

    Gepflegte Wohngebäude in einem deutschen Wohnquartier
    KI-generiertes Symbolbild

    03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

    Fulda ist Oberzentrum für Osthessen. Am 30.06.2025 arbeiteten 54.130 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt; 28.783 Beschäftigte wohnten dort. Die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort ist laut Hessen Agentur von 2014 bis 2024 um 15,3 % gestiegen. Fulda liegt an der A7 und der A66 und ist ICE-Halt mit Verbindungen nach Frankfurt, Kassel, Würzburg und Erfurt.

    Arbeitsmarkt Stadt Fulda
    54.130
    Beschäftigte am Arbeitsort
    sozialversicherungspflichtig, 30.06.2025
    +25.325
    Pendlersaldo
    36.665 Einpendler minus 11.340 Auspendler
    3,8 %
    Arbeitslosenquote
    Landkreis Fulda, Jahresdurchschnitt 2025
    +15,3 %
    Beschäftigte am Arbeitsort
    2014 bis 2024

    Laut Strukturdaten arbeitet etwa ein Drittel der Beschäftigten in öffentlichen und privaten Dienstleistungen, jeweils rund ein Fünftel bis ein Viertel im produzierenden Gewerbe, in Handel, Gastgewerbe und Verkehr sowie bei Unternehmensdienstleistungen. Mit 727.400 Übernachtungen im Jahr 2024 ist Fulda auch ein Ziel für Tagungs- und Städtereisende. Die Hochschule kann zusätzliche Nachfrage nach kleinen Wohnungen schaffen.

    Der Einpendlerüberschuss ist ein Hinweis auf die Bedeutung des Arbeitsstandorts, aber kein Nachweis zusätzlicher Wohnungsnachfrage. Pendler können aus unterschiedlichen Gründen außerhalb der Stadt wohnen. Ob sie für eine Wohnung in Fulda infrage kommen, hängt unter anderem von Wohnungsangebot, Preis und persönlichen Präferenzen ab.

    04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

    Es gibt einen qualifizierten Mietspiegel, fortgeschrieben zum 01.01.2026 und gültig bis 31.12.2027. Grundlage ist eine Befragung von 2025 mit 1.614 auswertbaren Mieten. Der Durchschnitt aller erfassten Nettomieten lag demnach bei 7,50 €/m². Die Basistabelle unterscheidet nach Größe und Baujahr; Zu- und Abschläge werden in Prozent angegeben, etwa für Einbauküche, barrierearme Ausstattung oder Modernisierung.

    Mietspiegel Fulda 2026, Basismiete für 80–90 m² nach Baujahr
    1946 bis 1977
    7,10 €/m²
    1996 bis 2004
    7,76 €/m²
    2005 bis 2012
    8,03 €/m²
    2019 bis 2023
    8,51 €/m²
    Stadt Fulda, Qualifizierter Mietspiegel 2026, Tabelle 1. Für 45 bis 50 m² der Baujahre 2019 bis 2023 liegt der Wert beispielsweise bei 9,21 €/m².

    Für den Landkreis Fulda nennt das BBSR für 2025 eine durchschnittliche Angebotsmiete von 9,69 €/m². Ein gesonderter Stadtwert liegt uns in den genannten Quellen nicht vor. In laufenden Verträgen zahlten Mieter in der Stadt beim Zensus 2022 im Schnitt 6,73 €/m². Diese Werte betreffen unterschiedliche Gebiete, Zeitpunkte und Mietbestände und sind deshalb nicht unmittelbar vergleichbar.

    Für die Kaufpreise nutzen wir die Angaben des Immobilienmarktberichts Hessen 2026 der Zentralen Geschäftsstelle der Gutachterausschüsse. Der Bericht nennt für Fulda ein mittleres Preisniveau von 2.650 €/m² für eine rund 20 Jahre alte, 80 m² große Wohnung in mittlerer Lage und 4.400 €/m² für eine neue Wohnung gleicher Größe, jeweils ohne Stellplatz. Als Baujahr des Bestandsbeispiels wird 2005 angesetzt. Für das Umland im Landkreis Fulda werden 2.200 und 3.900 €/m² genannt.

    Aus Kaufpreis und Jahresnettokaltmiete ergibt sich der Kaufpreisfaktor; sein Kehrwert ist die Bruttomietrendite.

    Bruttomietrendite in Fulda (illustrative eigene Rechnung)
    Baujahr 2005, 2.650 €/m², Angebotsmiete Landkreis 9,69 €/m² (Faktor 22,8)
    4,4 %
    Baujahr 2005, 2.650 €/m², Mietspiegel-Basismiete 8,03 €/m² (Faktor 27,5)
    3,6 %
    Baujahr 2005, 2.650 €/m², Mietspiegel-Durchschnitt 7,50 €/m² (Faktor 29,4)
    3,4 %
    Neubau-Szenario, 4.400 €/m², angenommene Miete 9,95 €/m² (Faktor 36,9)
    2,7 %
    Eigene Rechnung: Kaufpreisfaktor = Preis je m² geteilt durch Jahresnettokaltmiete je m²; Bruttomietrendite = Jahresnettokaltmiete geteilt durch Kaufpreis. Vor Kosten und Steuern. Das Neubau-Szenario kombiniert ein Preisniveau für 80 m² mit einer Mietannahme für 45 m² und ist kein beobachteter Marktertrag.

    Mit der Angebotsmiete des Landkreises ergäbe sich rechnerisch eine Bruttorendite von rund 4,4 %. Diese Miete liegt rund 21 % über der Basismiete von 8,03 €/m², ist aber kein Nachweis der objektbezogenen ortsüblichen Vergleichsmiete. Bei Erhöhungen im laufenden Vertrag kommt es unter anderem auf die konkrete Vergleichsmiete einschließlich zutreffender Zu- und Abschläge sowie die gesetzlichen Grenzen an. Ihre eigene Zahl prüfen Sie mit dem Mietrendite-Rechner.

    05Stadtteile in Fulda im Überblick

    Amtliche Kaufpreise oder Mieten je Stadtteil liegen uns für Fulda nicht vor. Der Mietspiegel berücksichtigt kurze Wege zu Schule, Kita, Supermarkt und Freizeiteinrichtungen sowie die Bebauungsdichte. Es gibt außerdem Abschläge für weite Wege und für Wohnungen, die mehr als einen Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt liegen. Die konkreten Kriterien und ihre Kombination sind anhand des Mietspiegels zu prüfen.

    StadtteilCharakterMögliche Zielgruppen, objektabhängig
    Innenstadt, Barockviertelhistorisches Zentrum mit Dom und Schloss, kurze WegeEinzelpersonen, Studierende, Ältere
    Südend, Ostend, Nordendinnenstadtnahe Wohnviertel mit Altbau und NachkriegsbauBerufstätige, Paare
    Ziehers-Nord, Ziehers-Südgroße Wohngebiete mit GeschosswohnungsbauStudierende, junge Haushalte
    AschenbergWohngebiet mit Hochhäusern der 1960er- und 1970er-Jahrepreisbewusste Mieter
    Horas, Lehnerz, Edelzell, HaimbachStadtteile am Rand mit Einfamilienhäusern und kleineren MehrfamilienhäusernFamilien

    Die Lage kann die berechnete Vergleichsmiete über Zu- und Abschläge beeinflussen.

    06Regeln für Vermieter in Fulda

    Fulda steht nicht in der Hessischen Mieterschutzverordnung. Daher gilt:

    • Keine Mietpreisbremse: Die besondere Grenze von grundsätzlich 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete bei Mietbeginn würde nicht gelten. Andere gesetzliche Grenzen bleiben bestehen.
    • Kappungsgrenze 20 %: Bei einer Erhöhung nach § 558 BGB darf die Miete grundsätzlich innerhalb von drei Jahren um höchstens 20 % und nicht über die ortsübliche Vergleichsmiete hinaus steigen. Weitere Voraussetzungen und Fristen sind zu beachten.
    • Qualifizierter Mietspiegel: Enthält er Angaben für die Wohnung, sind diese bei einem Erhöhungsverlangen nach § 558 BGB auch dann mitzuteilen, wenn eine andere Begründung verwendet wird. Der Mietspiegel nennt eine Spanne von ±24 % um den errechneten Wert; deren Anwendung ist objektbezogen zu prüfen und erlaubt keinen pauschalen Aufschlag.

    Beim Kauf fallen in Hessen laut Landesgesetz 6,0 % Grunderwerbsteuer an. Dazu kommen Notar und Grundbuch und je nach Objekt Maklerkosten. Bei 212.000 € Kaufpreis ergeben sich mit dem Gebührenansatz des Beispiels ohne Makler rund 7,8 % Nebenkosten. Das Hessengeld ist auf selbst genutztes Wohneigentum ausgerichtet, nicht auf die hier betrachtete vermietete Wohnung. Ihre eigenen Kosten schätzt der Kaufnebenkosten-Rechner; die Notarpositionen erklärt unser Beitrag zu den Notarkosten.

    Prüfung von Grundriss, Kaufpreis und laufenden Kosten einer Wohnung
    KI-generiertes Symbolbild

    07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Fulda

    Nehmen wir Jonas, 39, ledig, Logistikplaner mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 € vor dem hier betrachteten Vermietungsergebnis. Er kauft eine vermietete Wohnung mit 80 m², Baujahr 2005, für 212.000 €. Das entspricht dem mittleren Preisniveau von 2.650 €/m². Die Miete von 8,03 €/m² ist die Basismiete für diese Größe und dieses Baujahr, ohne Zu- und Abschläge. Der Name ist ausgedacht; die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Kauf und Finanzierung
    Kaufpreis (80 m² × 2.650 €/m²)212.000 €
    Grunderwerbsteuer Hessen 6,0 %12.720 €
    Notar und Grundbuch (mit Grundschuld 212.000 €)3.819 €
    Kaufnebenkosten aus Eigenkapital16.539 €
    Darlehen (Kaufpreis)212.000 €
    Zins 3,8 % und anfängliche Tilgung 1,5 % (Annahme)11.236 € im Jahr
    Ohne Makler und ohne Stellplatz. 3,8 % Zins und 1,5 % anfängliche Tilgung sind reine Szenarioannahmen, keine geprüften Marktangebote.
    Das erste volle Jahr – vereinfachtes Jahresmodell
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (8,03 €/m², ohne Leerstand)7.709 €642 €
    Zinsen (vereinfachend auf das Anfangsdarlehen)−8.056 €−671 €
    Tilgung (vereinfachter Jahresansatz)−3.180 €−265 €
    Nicht umlagefähige Zahlungen (Verwaltung und Rücklagenzuführung, Annahme)−1.620 €−135 €
    Cashflow vor Steuern−5.147 €−429 €
    Abschreibung 2 %; Gebäudeanteil 80 % (Annahme)
    Steuerliches Vermietungsergebnis
    Steuerwirkung
    Cashflow nach Steuern
    Eigene vereinfachte Rechnung. Monatswerte sind gerundete Jahresdurchschnitte, keine Tilgungsplanung. Bei einem monatlich bedienten Annuitätendarlehen verschieben sich Zins- und Tilgungsanteil im Jahresverlauf. Zuführungen zur WEG-Erhaltungsrücklage sind nicht sofort steuerlich abzugsfähig; maßgeblich sind erst tatsächliche, steuerlich berücksichtigungsfähige Ausgaben. Das gesamte Hausgeld darf nicht als Werbungskosten angesetzt werden. Anschaffungsnebenkosten und Finanzierungskosten müssen für die Abschreibungsbasis getrennt werden.

    Jonas zahlt in diesem vereinfachten Modell vor Steuern rund 429 € im Monat zu. Selbst ohne Tilgung verbleibt vor Steuern eine Lücke von rund 164 € im Monat. Die angesetzte Miete deckt damit weder die Zinsen vollständig noch Zinsen und laufende Eigentümerzahlungen zusammen. Eine belastbare Nachsteuerrechnung setzt insbesondere eine Aufteilung der 1.620 €, eine belegte Abschreibungsbasis und die individuellen steuerlichen Angaben voraus.

    Was die Rechnung im Monat am stärksten bewegt
    Zins 1 Prozentpunkt niedriger
    +177 €
    Miete auf Angebotsmiete Landkreis 9,69 €/m²
    +133 €
    Zins 1 Prozentpunkt höher
    −177 €
    Zwei Monate Leerstand im Jahr
    −107 €
    Eigene Rechnung, Wirkung vor Steuern im Monatsmittel. Zinsszenarien bei unverändertem anfänglichem Tilgungssatz und entsprechend veränderter Rate; Leerstand nur als Mietausfall, ohne zusätzliche Kosten. Die Kreismiete ist eine Sensitivitätsannahme, keine bestätigte erzielbare Miete.

    Eine höhere rechtlich zulässige und tatsächlich erzielbare Miete verbessert die Rechnung. Ob sie bei einer Neuvermietung oder einer Erhöhung im laufenden Vertrag möglich ist, hängt vom konkreten Mietverhältnis und den gesetzlichen Voraussetzungen ab. Die Basismiete allein ist keine allgemeine Mietobergrenze. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, erklärt unser Beitrag Mieteinnahmen versteuern.

    Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Fulda

    Für den Vergleich rechnen wir für Jonas eine 45-m²-Neubauwohnung mit 4.400 €/m². Das genannte Preisniveau des Landesmarktberichts gilt für 80 m² und wird hier nur als Annahme auf die kleinere Wohnung übertragen; deren tatsächlicher Quadratmeterpreis kann abweichen. Als Miete setzen wir gerundet 9,95 €/m² an: 9,21 €/m² für 45 bis 50 m² der Baujahre 2019 bis 2023 zuzüglich insgesamt 8 % für Einbauküche und barrierearme Ausstattung (jeweils 4 %). Diese ältere Baujahresklasse belegt nicht die Vergleichsmiete eines Neubaus von 2026. Nach § 556f BGB betrifft die Neubauausnahme von der Mietpreisbremse Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet werden.

    Neubauwohnung, 45 m² – vereinfachtes erstes volles Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (angenommene 9,95 €/m², ohne Leerstand)5.373 €448 €
    Zinsen 3,8 % (auf das Anfangsdarlehen)−7.524 €−627 €
    Tilgung 1,5 % (vereinfachter Jahresansatz)−2.970 €−248 €
    Nicht umlagefähige Zahlungen (Annahme; Zusammensetzung offen)−648 €−54 €
    Cashflow vor Steuern−5.769 €−481 €
    Degressive Abschreibung 5 %, sofern anwendbar; Gebäudeanteil 80 % (Annahme)
    Steuerwirkung
    Cashflow nach Steuern
    Eigene vereinfachte Rechnung. Kaufpreis 198.000 € (45 m² × 4.400 €/m²), angesetzte Kaufnebenkosten 15.318 € aus Eigenkapital, Darlehen in Höhe des Kaufpreises. Für die Anwendung von § 7 Abs. 5a EStG ist ein Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 Voraussetzung; bei einem Erwerb sind insbesondere auch der Vertragszeitpunkt und der Erwerb bis zum Ende des Fertigstellungsjahres zu prüfen. Die Abschreibung wird bei fortgeführter degressiver Methode vom jeweiligen Restwert berechnet. Für etwaige Rücklagenzuführungen gilt auch hier: kein sofortiger Werbungskostenabzug.

    Vor Steuern erfordert das Neubau-Szenario mit rund 481 € im Monat eine höhere Zuzahlung als die Bestandswohnung mit rund 429 €. Welches Objekt nach Steuern günstiger wäre, lässt sich mit den vorliegenden Angaben nicht belastbar sagen. Die illustrative Bruttorendite ist mit 2,7 % niedriger als beim Bestandsbeispiel mit 3,6 %. Geringere Reparaturkosten in den ersten Jahren sind möglich, aber nicht garantiert. Bei fortgeführter degressiver Abschreibung sinkt der jährliche Abschreibungsbetrag; die tatsächliche Steuerwirkung hängt von weiteren Faktoren ab.

    Zusätzlich kann eine Sonderabschreibung nach § 7b EStG infrage kommen. Voraussetzung für die betreffende Fördervariante sind unter anderem ein Effizienzhaus 40 mit QNG-Siegel, eine Baukostenobergrenze von 5.200 €/m² und eine maximale Bemessungsgrundlage von 4.000 €/m². Die maßgebliche Gesetzesfassung, zeitlichen Voraussetzungen und weiteren Bedingungen müssen für das konkrete Objekt geprüft werden. Diese Sonderabschreibung ist im Beispiel nicht angesetzt. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Sonder-AfA und degressiven AfA; Szenarien können Sie mit dem AfA-Rechner nachvollziehen.

    08Chancen und Risiken in Fulda

    Die Daten weisen auf einen bedeutenden Arbeitsstandort mit vielen Einpendlern, Beschäftigungswachstum, einer Arbeitslosenquote im Landkreis von 3,8 %, einer weitgehend stabilen Bevölkerungsprognose und vielen kleinen Haushalten hin. Diese Merkmale können für eine Vermietung sprechen, ersetzen aber keine Objektprüfung.

    Dagegen stehen folgende Punkte:

    • Begrenzte Bruttorendite im Beispiel: rund 3,6 % auf Basis der angesetzten Mietspiegel-Basismiete; bereits vor Tilgung besteht eine Finanzierungslücke.
    • Unterschiedliche Mietkennzahlen: Der Mietspiegeldurchschnitt von 7,50 €/m² liegt unter der Angebotsmiete des Landkreises, betrifft aber einen anderen Datenbestand.
    • Leerstand: Die genannte Quote von 4,2 %; 761 von 1.494 leer stehenden Wohnungen wären gut die Hälfte mit mindestens einem Jahr Leerstand.
    • Pendler sind nicht automatisch Mietinteressenten: Die Arbeitsplatzzahl belegt keine konkrete Umzugsabsicht.
    • Datenlage: Für ältere Baujahre liegen uns in den genannten Quellen keine amtlichen Kaufpreise vor.
    Passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen Standort mit bedeutendem Arbeitsmarkt und der genannten Arbeitslosenquote näher prüfen möchten.
    • Sie eine monatliche Zuzahlung über Jahre tragen können.
    • Sie die Miete mit dem Mietspiegelrechner der Stadt prüfen.
    • Sie eine Wohnung mit kurzen Wegen in Zentrumsnähe suchen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie eine Wohnung suchen, die sich ab dem ersten Jahr selbst trägt.
    • Sie die Angebotsmiete des Landkreises ungeprüft übernehmen.
    • Sie keine Reserve für Sonderumlagen haben.
    • Sie auf eine bestimmte Wertentwicklung angewiesen sind.

    Welche Vor- und Nachteile eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage allgemein hat, steht in unserem Beitrag Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

    09Weitere Standorte

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    FAQHäufige Fragen

    Lohnt sich eine Wohnung in Fulda als Kapitalanlage?

    Das hängt von Kaufpreis, erzielbarer Miete, Finanzierung und Zustand ab. Im Bestandsbeispiel fehlen vor Steuern rund 429 € im Monat einschließlich Tilgung und angenommener Eigentümerzahlungen. Die gezeigten Beträge sind vor Steuern; die steuerlichen Effekte hängen von Ihrer persönlichen Situation ab.

    Wie hoch ist die Mietrendite in Fulda?

    Die illustrativen Kombinationen aus dem genannten Preisniveau und Mietspiegelwerten ergeben für die Bestandswohnung rund 3,4 bis 3,6 % Bruttomietrendite. Das Neubau-Szenario ergibt rund 2,7 %. Das sind keine gemessenen Durchschnittsrenditen; Kosten und Steuern sind nicht berücksichtigt.

    Was kostet eine Eigentumswohnung in Fulda?

    Laut Immobilienmarktbericht Hessen 2026 liegt das mittlere Preisniveau bei rund 2.650 €/m² für eine rund 20 Jahre alte Wohnung und bei rund 4.400 €/m² für eine neue Wohnung, jeweils 80 m² in mittlerer Lage und ohne Stellplatz.

    Gibt es eine Mietpreisbremse in Fulda?

    Nein. Fulda ist nicht in der Mieterschutzverordnung des Landes Hessen enthalten. Sofern keine abgesenkte Kappungsgrenze gilt, beträgt sie bei Erhöhungen nach § 558 BGB grundsätzlich 20 % in drei Jahren, zusätzlich begrenzt durch die ortsübliche Vergleichsmiete.

    Gibt es einen Mietspiegel in Fulda?

    Ja. Fulda hat einen qualifizierten Mietspiegel, fortgeschrieben zum 01.01.2026 und gültig bis 31.12.2027, erhältlich bei der Stadtverwaltung. Die Stadt bietet zusätzlich einen Online-Rechner.

    Welche Stadtteile sind in Fulda für Kapitalanleger interessant?

    Innenstadt, innenstadtnahe Viertel und Ziehers können für kleinere Haushalte infrage kommen; Horas, Lehnerz oder Edelzell für Familien. Das sind mögliche Zielgruppen, keine belegten Nachfrageprognosen. Entscheidend sind die konkrete Wohnung, Erreichbarkeit, Zustand und objektbezogene Mietspiegelmerkmale.

    Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Fulda?

    In Hessen fallen 6,0 % Grunderwerbsteuer an, dazu Notar und Grundbuch von rund 1,8 %. Bei 212.000 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 16.539 €, also 7,8 %. Die genauen Notar- und Grundbuchkosten hängen vom Geschäftswert ab.

    Weiterlesen

    Quellen

    Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Zahlen sind Szenarioannahmen oder Angaben aus den genannten Quellen.

    Geschrieben von
    Investmentberater bei InvestImmo.de

    Schreibt über Kapitalanlage-Immobilien, Neubau und Sanierung und Finanzierung.

    Nadeem ist Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, rund acht Jahre selbstständig in der Versicherungs- und Finanzbranche und seit 2024 auf Kapitalanlageimmobilien spezialisiert. Er schreibt über Neubau, Sanierung, Finanzierung und die laufenden Kosten vermieteter Immobilien.

    Dieser Ratgeber ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind Beispielrechnungen mit offengelegten Annahmen.

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