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Kapitalanlage-Immobilien in Darmstadt: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Moe Afonso · 2026-10-13

Darmstadt auf einen Blick
168.253
Einwohner
amtlich, Stand 31.12.2025
+6,5 %
Prognose bis 2040
Hessen Agentur, Basis 2024
3,4 %
Leerstand
Zensus 2022, kurzfristig verfügbar nur 1,9 %
4.876 €/m²
gebrauchte Eigentumswohnung
Gutachterausschuss, Mittel 2024

Sie überlegen, eine vermietete Wohnung zu kaufen, und Darmstadt steht auf Ihrer Liste. Die Stadt liegt im Rhein-Main-Gebiet südlich von Frankfurt, hat eine große Technische Universität und Unternehmen wie Merck. Das klingt nach viel Nachfrage. Ob es auch nach einer guten Rechnung klingt, ist eine andere Frage.

In Darmstadt treffen zwei Dinge aufeinander. Der Wohnungsmarkt ist knapp, das bestätigt sogar das Land. Gleichzeitig kosten Wohnungen hier deutlich mehr als in Nord- oder Osthessen, und für bestehende Mietverträge gilt die Mietpreisbremse.

Wir haben die amtlichen Zahlen zusammengetragen und rechnen am Ende zwei Wohnungen durch, eine gebrauchte und eine neu gebaute.

01Darmstadt in Zahlen

Alle Werte, die wir für die Einordnung verwenden, mit Quelle und Stand.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (amtlich, Basis Zensus 2022)168.253Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, 31.12.2025
Veränderung zum Vorjahr+0,7 %Statistisches Bundesamt, 31.12.2024 bis 31.12.2025
Entwicklung 2000–2024+20,8 %Hessen Agentur, Gemeindelexikon 2025
Prognose 2024–2040+6,5 %Hessen Agentur, Bevölkerungsvorausschätzung 2025
Haushalte81.773Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Anteil Einpersonenhaushalte49,1 %Zensus 2022
Wohnungsbestand85.418Zensus 2022
Leerstandsquote3,4 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Innerhalb von drei Monaten beziehbar1,9 %Zensus 2022, eigene Rechnung
Anteil vermieteter Wohnungen69,3 %Zensus 2022, eigene Rechnung
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort110.695Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Einpendler / Auspendler75.679 / 34.286Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Arbeitslosenquote6,6 %Agentur für Arbeit Darmstadt, September 2026
Studierende TU Darmstadt / Hochschule Darmstadt24.465 / 13.816Wintersemester 2025/26, laut Studis Online
Mietspiegel Durchschnitt11,81 €/m²Qualifizierter Mietspiegel 2026
Mietspiegel 65 m², Baujahr bis 1977, mittlere Lage10,81 €/m²Qualifizierter Mietspiegel 2026, Tabelle 1
Angebotsmiete (Median)14,02 €/m²GEWOS-Gutachten Hessen 2026, Inserate 2025
Kaufpreis gebrauchte Eigentumswohnung (Mittel / Median)4.876 / 4.381 €/m²Gutachterausschuss Darmstadt, 2024
Kaufpreis Neubau-Eigentumswohnung (Mittel)6.535 €/m²Gutachterausschuss Darmstadt, Erstverkauf 2024, inkl. Stellplätze
Ertragsfaktor vermietete Eigentumswohnung26,3Gutachterausschuss Darmstadt, 2024
Mietpreisbremseja, bis 25.11.2026Mieterschutzverordnung Hessen
Kappungsgrenze15 %Mieterschutzverordnung Hessen
Grunderwerbsteuer Hessen6,0 %seit 01.08.2014

02Bevölkerung und Nachfrage

Darmstadt hatte Ende 2025 amtlich 168.253 Einwohner, rund 1.200 mehr als ein Jahr zuvor. Anders als in vielen Städten hat der Zensus 2022 die Zahl kaum verändert, die Korrektur lag bei plus 0,1 %. Seit 2000 ist die Stadt nach den Reihen der Hessen Agentur um 20,8 % gewachsen, deutlich stärker als Hessen mit 3,5 %.

Für die Zukunft rechnet die Hessen Agentur mit weiterem Wachstum, von 167.000 Einwohnern Ende 2024 auf rund 177.800 im Jahr 2040. Das sind 6,5 % mehr. Für ganz Hessen erwartet sie im selben Zeitraum nur 1,0 %. Eine Prognose ist keine Garantie, sie beschreibt die Annahmen des Landes.

Für Vermieter zählt, wie die Menschen wohnen. Beim Zensus 2022 lebten 49,1 % der Darmstädter Haushalte allein. 69,3 % der Wohnungen waren vermietet, nur rund 27 % vom Eigentümer bewohnt. Darmstadt ist also eine Mieterstadt mit vielen kleinen Haushalten, auch wegen der Studierenden.

Gebaut wird trotzdem. Die Zahl der Wohnungen ist laut Hessen Agentur seit 2014 um 12 % gestiegen. Auf dem früheren Kasernengelände an der Ludwigshöhe entsteht das Ludwigshöhviertel, für das die städtische bauverein AG rund 1.400 Wohnungen nennt. Gleich daneben liegt die Lincoln-Siedlung, ein früheres Wohngebiet der US-Armee, das in den letzten Jahren neu bebaut wurde. Das Gutachten des Landes zeigt aber, dass das nicht reicht: Die Zahl der Haushalte ist zwischen 2019 und 2024 schneller gewachsen als die Zahl der Wohnungen.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Darmstadt nennt sich Wissenschaftsstadt, und die Zahlen passen dazu. Neben der Technischen Universität und der Hochschule Darmstadt sitzen hier das Satellitenkontrollzentrum ESOC der Europäischen Weltraumorganisation, der Wettersatellitenbetreiber EUMETSAT, das GSI Helmholtzzentrum und mehrere Fraunhofer-Institute. In der Industrie nennt der Gutachterausschuss unter anderem Merck, Evonik, Röhm, die Deutsche Telekom, Schenck und Coty.

Am 30.06.2025 arbeiteten 110.695 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Darmstadt. In der Stadt wohnten aber nur 69.245 Beschäftigte. 75.679 Menschen pendelten ein, 34.286 aus. Die Hessen Agentur beziffert den Überschuss der Einpendler auf das 2,5-Fache. Jeder Einpendler ist ein möglicher Mieter, wenn er eine Wohnung näher am Arbeitsplatz findet.

Arbeitsmarkt Stadt Darmstadt
110.695
Beschäftigte am Arbeitsort
30.06.2025
75.679
Einpendler
30.06.2025
6,6 %
Arbeitslosenquote
September 2026
25,0 %
Mietbelastung
Anteil der Miete am Einkommen, 2025

Die Arbeitslosenquote der Stadt lag im September 2026 bei 6,6 %, mit 6.176 Arbeitslosen. Das ist mehr als im gesamten Agenturbezirk mit 5,3 %. Die Mieterschaft ist also gemischt. Die Mietbelastungsquote, der Anteil der Miete am Haushaltseinkommen, lag 2025 laut GEWOS bei 25,0 % und damit über der Schwelle, die das Land als Zeichen eines angespannten Marktes ansetzt.

An der TU Darmstadt waren im Wintersemester 2025/26 rund 24.500 Menschen eingeschrieben, an der Hochschule Darmstadt mit allen Standorten rund 13.800. Studierende suchen vor allem kleine Wohnungen. In diesem Segment wurde zuletzt auch am meisten neu gebaut, dazu gleich mehr.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

In Darmstadt gibt es drei Mietzahlen. Der qualifizierte Mietspiegel 2026 nennt im Durchschnitt 11,81 €/m² und bildet Mieten ab, die in den letzten sechs Jahren neu vereinbart oder erhöht wurden. Für eine 65 m² große Wohnung aus der Zeit bis 1977 in mittlerer Wohnlage stehen dort 10,81 €/m². Neue Inserate lagen 2025 im Median bei 14,02 €/m² und sind seit 2020 um 4,1 % pro Jahr gestiegen. Der Gutachterausschuss selbst kommt bei Verträgen seit 2022 auf einen Median von 11,83 €/m².

Der Mietspiegel unterscheidet fünf Wohnlagen. Die einfachste liegt 7 % unter dem Basiswert, die beste 13 % darüber. Eine moderne Einbauküche bringt 6 % Zuschlag. Besonders auffällig ist der Sprung bei neuen Wohnungen: Eine 45 m² große Wohnung mit Baujahr 2022 bis 2025 liegt laut Tabelle bei 20,05 €/m².

Bei den Kaufpreisen ist der aktuelle Bericht des Gutachterausschusses der von 2025 mit Zahlen für 2024. Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten im Mittel 4.876 €/m², 27 % mehr als 2023. Der Median lag bei 4.381 €/m². Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1977 mit 45 bis 79 m², das häufigste Segment, kosteten 3.500 €/m². Neubauwohnungen lagen im Mittel bei 6.535 €/m², einschließlich mitverkaufter Stellplätze.

Aus Kaufpreis und Miete ergibt sich der Kaufpreisfaktor, also wie viele Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis kostet. Der Kehrwert ist die Bruttomietrendite. Wir haben beides für eine gebrauchte Wohnung aus den Baujahren 1950 bis 1977 (3.500 €/m²) mit vier Mietannahmen gerechnet.

Bruttomietrendite einer gebrauchten Wohnung in Darmstadt (eigene Rechnung)
Mietspiegel 10,81 €/m² (Faktor 27,0)
3,7 %
Gutachterausschuss, Ertragsfaktor 26,3
3,8 %
Vereinbarte Mieten seit 2022, Median 11,83 €/m² (Faktor 24,7)
4,1 %
Angebotsmedian 14,02 €/m² (Faktor 20,8)
4,8 %
Eigene Rechnung, Stand 13.10.2026: Kaufpreis 3.500 €/m² (Gutachterausschuss Darmstadt 2024, Baujahr 1950–1977, 45–79 m²) geteilt durch die Jahresnettokaltmiete je m². Ertragsfaktor vermieteter Eigentumswohnungen laut Immobilienmarktbericht 2025, Abb. 9-8. Vor Kosten und Steuern.

Gemessen am Mittel aller gebrauchten Wohnungen (4.876 €/m²) sähe es schlechter aus. Mit der Miete laut Mietspiegel käme man nur auf rund 2,7 %. Die Angebotsmiete von 14,02 €/m² dürfen Sie bei einer Neuvermietung wegen der Mietpreisbremse meist gar nicht verlangen. Ihre eigene Zahl prüfen Sie mit dem Mietrendite-Rechner.

05Stadtteile im Überblick

Der Gutachterausschuss wertet die Wiederverkäufe nach neun Stadtteilen aus. Die Tabelle zeigt das häufigste Segment, Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1977 mit 45 bis 79 m², im Jahr 2024. Die Fallzahlen sind klein, einzelne Verkäufe verschieben den Mittelwert stark.

StadtteilCharakterMittelpreis 2024 (Fälle)Eher geeignet für
Bessungengewachsenes Viertel im Süden, dazu Lincoln-Siedlung und Ludwigshöhviertel4.437 €/m² (14)Berufstätige und Familien, eher niedrigere Rendite
MitteInnenstadt mit Universität im Schloss und Verwaltung3.836 €/m² (24)Studierende und Einzelpersonen
NordMartinsviertel und Gebiete nördlich der Innenstadt3.602 €/m² (15)kleine Wohnungen, gemischte Mieterschaft
OstMathildenhöhe, Woogsviertel und der Campus Lichtwiese3.557 €/m² (12)Studierende und Berufstätige
Westrund um Hauptbahnhof und das neue Europaviertel3.402 €/m² (15)Pendler Richtung Frankfurt
Eberstadtsüdlicher Stadtteil an der Bergstraße2.879 €/m² (8)Paare und Familien, ruhigere Lage
KranichsteinGroßwohnsiedlung der 1960er- und 70er-Jahre im Nordosten2.377 €/m² (12)niedrigere Einstiegspreise, Zustand der Anlage genau prüfen
Arheilgen, Wixhausennördliche, eher dörfliche Stadtteilezu wenige FälleFamilien, Pendler

Wie gut eine einzelne Adresse ist, steht in der Wohnlagenkarte des Mietspiegels. Sie ordnet jede Straße einer von fünf Wohnlagen zu. Zwischen der einfachsten und der besten Lage liegen 20 Prozentpunkte bei der Vergleichsmiete. Das wirkt sich direkt auf Ihre erlaubte Miete aus.

06Regeln für Vermieter in Darmstadt

In Darmstadt gilt die Mietpreisbremse. Die hessische Mieterschutzverordnung nennt 49 Gemeinden, Darmstadt gehört dazu. Bei einer neuen Vermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete laut Mietspiegel liegen. Ausnahmen gibt es, wenn schon der Vormieter mehr gezahlt hat, nach einer umfassenden Modernisierung und für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden.

Bei einem laufenden Mietvertrag gilt die abgesenkte Kappungsgrenze: Die Miete darf in drei Jahren um höchstens 15 % steigen und nie über die ortsübliche Vergleichsmiete. Wer eine Wohnung kauft, die für 9,50 €/m² vermietet ist, kommt also nur schrittweise an die 10,81 €/m² des Mietspiegels heran. Wird eine vermietete Wohnung in Eigentum umgewandelt und verkauft, gilt zudem eine verlängerte Sperrfrist für Kündigungen wegen Eigenbedarfs.

Beim Kauf zahlen Sie in Hessen 6,0 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 1,9 % des Kaufpreises, wenn Sie finanzieren. Ein Makler kommt je nach Objekt hinzu. Das Hessengeld des Landes gibt es nur für selbst genutztes Eigentum, nicht für Kapitalanleger. Ihre Kaufnebenkosten rechnen Sie mit dem Kaufnebenkosten-Rechner durch, die Positionen beim Notar erklärt unser Beitrag zu den Notarkosten.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Darmstadt

Nehmen wir Jonas, 38, ledig, angestellt mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 €. Er kauft eine vermietete Eigentumswohnung mit 65 m², Baujahr 1970, in mittlerer Wohnlage. Der Kaufpreis von 227.500 € entspricht dem Mittelpreis dieses Segments 2024. Die Miete liegt genau auf dem Basiswert des Mietspiegels. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Kauf und Finanzierung
Kaufpreis (65 m² × 3.500 €/m²)227.500 €
Grunderwerbsteuer Hessen 6,0 %13.650 €
Notar und Grundbuch (mit Grundschuld 227.500 €)3.819 €
Kaufnebenkosten aus Eigenkapital17.469 €
Darlehen (Kaufpreis)227.500 €
Zins 3,8 % und Tilgung 1,5 % (Annahme)12.058 € im Jahr
Notar und Grundbuch nach GNotKG berechnet, Stand 13.10.2026. Ohne Makler.
Das erste volle Jahr
pro Jahrpro Monat
Nettokaltmiete (10,81 €/m², Mietspiegel 2026)8.432 €703 €
Zinsen−8.645 €−720 €
Tilgung−3.413 €−284 €
Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Rücklage, Annahme)−1.440 €−120 €
Cashflow vor Steuern−5.066 €−422 €
Abschreibung 2 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)3.900 €325 €
Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Kosten − Abschreibung)−5.553 €−463 €
Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+2.090 €+174 €
Cashflow nach Steuern−2.976 €−248 €
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Tilgung ist Vermögensaufbau, kostet aber Liquidität. Die Grundschuldkosten von rund 1.210 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar.

Jonas zahlt in diesem Beispiel nach Steuern rund 248 € im Monat zu. Davon fließen 284 € in die Tilgung, also in sein eigenes Vermögen. Ohne Tilgung betrachtet bliebe nach Steuern ein kleiner Überschuss von rund 36 € im Monat.

Schon hier zeigt sich der Kern des Darmstädter Marktes. Die Miete deckt bei heutigen Zinsen gerade die Zinsen, für Kosten und Tilgung reicht sie nicht. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, erklärt unser Beitrag zu Mieteinnahmen versteuern.

Was die Rechnung im Monat am stärksten bewegt
Zins 1 Prozentpunkt niedriger
+190 €
Zins 1 Prozentpunkt höher
−190 €
Miete 12,59 €/m² statt 10,81 €/m²
+116 €
Zwei Monate Leerstand im Jahr
−117 €
Eigene Rechnung, Wirkung vor Steuern im Monatsmittel, Stand 13.10.2026. 12,59 €/m² ist die mittlere Miete vermieteter Eigentumswohnungen laut Gutachterausschuss 2024.

Der Zins bewegt die Rechnung am stärksten. Eine höhere Miete hilft, ist bei einem laufenden Vertrag aber nur in den Grenzen von Kappungsgrenze und Mietspiegel erreichbar.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Darmstadt

Was ändert sich, wenn Jonas statt der gebrauchten eine neu gebaute Wohnung kauft? Wir nehmen 45 m² zum Mittelpreis, den der Gutachterausschuss 2024 für Neubauwohnungen mit 45 bis 79 m² ermittelt hat: 6.239 €/m², einschließlich mitverkaufter Stellplätze. Das ergibt 280.755 €. Grunderwerbsteuer (16.845 €) sowie Notar und Grundbuch (4.581 €) zahlt Jonas aus Eigenkapital, zusammen 21.426 €. Als Miete setzen wir 20,05 €/m² an, den Wert des Mietspiegels 2026 für 45 m² mit Baujahr 2022 bis 2025 in mittlerer Wohnlage.

Neubauwohnung: das erste volle Jahr
pro Jahrpro Monat
Nettokaltmiete (45 m² × 20,05 €/m², Mietspiegel 2026)10.827 €902 €
Zinsen (3,8 % auf 280.755 €)−10.669 €−889 €
Tilgung (1,5 %)−4.211 €−351 €
Nicht umlagefähiges Hausgeld (1,20 €/m², Annahme)−648 €−54 €
Cashflow vor Steuern−4.701 €−392 €
Abschreibung degressiv 5 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)12.029 €1.002 €
Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Hausgeld − Abschreibung)−12.519 €−1.043 €
Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+4.559 €+380 €
Cashflow nach Steuern−142 €−12 €
Annahmen: zvE 60.000 €, ledig, Zins 3,8 %, Tilgung 1,5 %, Kaufnebenkosten Hessen ohne Makler. Kaufpreis: Gutachterausschuss Darmstadt, Neubau-Erstverkauf 2024, 45–79 m², inkl. Stellplätze. Miete: Qualifizierter Mietspiegel Darmstadt 2026, Tabelle 1, 45 m², Baujahr 2022–2025, ohne Zu- und Abschläge. Gebäudeanteil und Hausgeld sind Annahmen. Degressive Abschreibung (§ 7 Abs. 5a EStG) nur bei Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 und Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres. Grundschuldkosten von rund 1.450 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Gegenüber der gebrauchten Wohnung ist die Abschreibung im ersten Jahr rund dreimal so hoch (12.029 € statt 3.900 €), und für Instandhaltung fällt in einem neuen Haus in den ersten Jahren in der Regel weniger an. Der Quadratmeter kostet dafür 78 % mehr. Weil der Mietspiegel für neue kleine Wohnungen in Darmstadt sehr hohe Mieten ausweist, liegt die Bruttomietrendite hier mit rund 3,9 % sogar leicht über der gebrauchten Wohnung mit 3,7 %. Vor Steuern zahlt Jonas rund 392 € im Monat zu, nach Steuern rund 12 €.

Diese Rechnung hängt stark an der Miete. Jeder Euro weniger je Quadratmeter kostet 45 € im Monat vor Steuern. Weil die degressive Abschreibung jedes Jahr vom kleineren Restwert gerechnet wird, sinkt die Steuerersparnis in den Folgejahren. Wer vor der Fertigstellung kauft, trägt zusätzlich das Risiko, dass sich der Bau verzögert. Die Mietpreisbremse gilt für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, nach § 556f BGB dauerhaft nicht, nicht nur bei der ersten Vermietung.

08Chancen und Risiken in Darmstadt

Für Darmstadt sprechen belegbare Punkte. Kurzfristig beziehbarer Leerstand von 1,9 %, eine wachsende Einwohnerzahl und eine Prognose, die weiteres Wachstum erwartet. Dazu kommen fast 40.000 Studierende, viele Einpersonenhaushalte und mehr Arbeitsplätze als erwerbstätige Einwohner. Das Land stuft den Markt in allen fünf Kriterien als angespannt ein.

Dagegen stehen ebenso klare Punkte:

  • Hohe Kaufpreise: Gebrauchte Wohnungen kosteten 2024 im Mittel 4.876 €/m², 27 % mehr als im Jahr davor. Ein Jahr ist kein Trend, in beide Richtungen.
  • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung ist die Miete auf 10 % über dem Mietspiegel begrenzt, bei laufenden Verträgen auf 15 % in drei Jahren.
  • Niedrige Bruttorendite: Mit Mieten auf Mietspiegelniveau liegen viele Wohnungen unter 4 %, mit Finanzierung bleibt meist eine Zuzahlung.
  • Neubau-Konkurrenz bei kleinen Wohnungen: Viele Apartments aus wenigen großen Anlagen kommen auf denselben Markt.
  • Arbeitsmarkt: 6,6 % Arbeitslosigkeit in der Stadt; nicht jeder Haushalt kann höhere Mieten tragen.
  • Regeln im Wandel: Die Mieterschutzverordnung wird Ende 2026 neu gefasst, die endgültige Liste steht noch aus.
  • Zins und Leerstand: Ein höherer Anschlusszins erhöht die Zuzahlung, jeder Monat Leerstand kostet die volle Miete.
Passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie eine monatliche Zuzahlung von 200 bis 400 € vor Steuern über Jahre tragen können.
  • Sie Wert auf einen Markt mit wenig Leerstand und vielen Mietinteressenten legen.
  • Sie Mietspiegel, Wohnlage und Mietvertrag vor dem Kauf genau prüfen.
  • Sie langfristig denken und nicht auf schnelle Preissteigerungen setzen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie ab dem ersten Monat einen positiven Cashflow erwarten.
  • Sie keine Reserve für Leerstand, Sonderumlagen oder einen höheren Anschlusszins haben.
  • Sie mit Angebotsmieten rechnen, die die Mietpreisbremse nicht zulässt.
  • Sie auf eine bestimmte Wertentwicklung angewiesen sind.

Welche Vor- und Nachteile eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage allgemein hat, steht in unserem Beitrag Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Darmstadt als Kapitalanlage?

Das hängt von der einzelnen Wohnung ab. Darmstadt hat wenig Leerstand, eine wachsende Bevölkerung und viele Arbeitsplätze. Dem stehen hohe Kaufpreise und die Mietpreisbremse gegenüber. Bei einer Wohnung aus den 1970er-Jahren für 3.500 €/m² und einer Miete auf Mietspiegelniveau liegt die Bruttomietrendite bei rund 3,7 %. Mit Finanzierung zahlen Sie in vielen Fällen monatlich zu, auch nach Steuern.

Wie hoch ist die Mietrendite in Darmstadt?

Brutto zwischen etwa 3,7 und 4,8 % für eine gebrauchte Wohnung der Baujahre 1950 bis 1977, je nachdem, ob Sie mit dem Mietspiegel (10,81 €/m²) oder mit dem Median neuer Inserate (14,02 €/m²) rechnen. Der Gutachterausschuss nennt für vermietete Eigentumswohnungen einen Ertragsfaktor von 26,3, das entspricht rund 3,8 %. Auf das Mittel aller gebrauchten Wohnungen gerechnet liegt die Rendite niedriger.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Darmstadt?

Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten 2024 laut Gutachterausschuss im Mittel 4.876 €/m², der Median lag bei 4.381 €/m². Neubauwohnungen kosteten im Mittel 6.535 €/m² einschließlich Stellplätzen, kleine Apartments bis 44 m² im Schnitt 7.977 €/m².

Gibt es eine Mietpreisbremse in Darmstadt?

Ja. Darmstadt steht in der hessischen Mieterschutzverordnung, die bis 25.11.2026 gilt. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, bei laufenden Verträgen gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Die Verordnung wird gerade neu gefasst. Im Gutachten des Landes erfüllt Darmstadt alle Kriterien.

Welche Stadtteile sind in Darmstadt für Kapitalanleger interessant?

Die meisten gebrauchten Wohnungen wurden 2024 in Mitte, Nord, West und Bessungen verkauft. Bessungen war am teuersten, Kranichstein und Eberstadt am günstigsten. Welche Lage zu Ihnen passt, hängt von der Zielgruppe ab: Studierende eher in Mitte, Nord oder Ost, Pendler eher in West, Familien eher in Bessungen oder Eberstadt. Prüfen Sie die Wohnlage der Adresse in der Karte des Mietspiegels.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Darmstadt?

In Hessen fallen 6,0 % Grunderwerbsteuer an. Notar und Grundbuch kosten mit Finanzierung rund 1,5 bis 1,9 % des Kaufpreises. Bei 227.500 € Kaufpreis und voller Finanzierung sind es ohne Makler rund 17.500 €, also rund 7,7 %.

Wie viele Studierende gibt es in Darmstadt?

An der TU Darmstadt waren im Wintersemester 2025/26 rund 24.500 Studierende eingeschrieben, an der Hochschule Darmstadt mit allen Standorten rund 13.800. Dazu kommt die Evangelische Hochschule. Für Vermieter kleiner Wohnungen ist das eine breite Nachfrage, mit häufigeren Mieterwechseln.