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Kapitalanlage-Immobilien in Wiesbaden: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Michael Pauker · 2026-10-13

Wiesbaden auf einen Blick
300.594
Einwohner
Melderegister, 30.09.2026
1,7 %
Leerstand
GEWOS-Gutachten des Landes, Stand 2024
3.842 €/m²
gebrauchte Eigentumswohnung
Gutachterausschuss Wiesbaden, 2025
13,30 €/m²
Angebotsmiete
Median der Inserate 2025

Wiesbaden ist für viele Anleger die ruhigere Alternative zu Frankfurt. Die Stadt liegt im selben Ballungsraum, ist Landeshauptstadt und Sitz großer Bundesbehörden, und gebrauchte Wohnungen kosten hier im Schnitt weniger als 4.000 €/m². Das klingt nach einem soliden Standort für eine vermietete Wohnung.

Ob er für Sie solide ist, hängt an der Rechnung. Wiesbaden hat eine Mietpreisbremse, 6,0 % Grunderwerbsteuer und eine Arbeitslosenquote von 8,2 %. Die Spanne zwischen dem, was Mieter im Bestand zahlen, und dem, was in Inseraten verlangt wird, ist groß.

Wir haben die amtlichen Zahlen zusammengetragen und rechnen am Ende eine gebrauchte und eine neu gebaute Wohnung durch.

01Wiesbaden in Zahlen

Alle Werte, die wir für die Einordnung verwenden, mit Quelle und Stand.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (Melderegister)300.594Stadt Wiesbaden, 30.09.2026
Einwohner (amtlich)rund 288.900Hessisches Statistisches Landesamt über Hessen Agentur, 31.12.2024
Entwicklung 2015–2024 (Melderegister)+5,4 %Stadt Wiesbaden, Statistisches Jahrbuch 2024
Prognose 2040rund 294.300 (+1,9 % ggü. 2024)Hessen Agentur, Gemeindelexikon (November 2025)
Haushalte150.917Stadt Wiesbaden, Ende 2024
Anteil Einpersonenhaushalte48,2 %Stadt Wiesbaden, Ende 2024
Wohnungsbestand150.388Zensus 2022
Leerstandsquote3,3 % (marktaktiv rund 1,9 %, eigene Rechnung)Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Leerstand fortgeschrieben1,7 %GEWOS-Gutachten Hessen 2026, Stand 2024
Anteil vermieteter Wohnungen70,5 %Zensus 2022
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort151.366Stadt Wiesbaden, 30.09.2024
Einpendler / Auspendler86.510 / 53.620Stadt Wiesbaden, 30.06.2024
Arbeitslosenquote8,2 %Agentur für Arbeit Wiesbaden, September 2026
Studierende Hochschule RheinMain (Standort Wiesbaden)9.792Stadt Wiesbaden, Wintersemester 2024/25
Mietspiegel (60–100 m², Baujahr 1950–1974, mittlere Lage)9,51 €/m²Mietspiegel Wiesbaden, Stand 01.01.2025
Ø Nettokaltmiete im Bestand9,21 €/m²Zensus 2022
Angebotsmiete (Median)13,30 €/m²GEWOS 2026, Inserate 2025
Kaufpreis gebrauchte Eigentumswohnung3.842 €/m²Gutachterausschuss Wiesbaden, 2025
Kaufpreis Neubau-Eigentumswohnung6.597 €/m²Gutachterausschuss Wiesbaden, Erstverkauf 2025
MietpreisbremsejaMieterschutzverordnung Hessen, gültig bis 25.11.2026, Neufassung geplant
Kappungsgrenze15 %Mieterschutzverordnung Hessen
Grunderwerbsteuer Hessen6,0 %seit 01.08.2014

02Bevölkerung und Nachfrage

Im Melderegister der Stadt waren Ende September 2026 genau 300.594 Menschen gemeldet. Die amtliche Zahl des Landesamts liegt mit rund 288.900 (Ende 2024) niedriger, weil sie auf dem Zensus beruht und anders zählt. Für einen Zehnjahresvergleich eignet sich das Melderegister. Dort ist Wiesbaden von 284.620 Einwohnern Ende 2015 auf 299.932 Ende 2024 gewachsen, ein Plus von 5,4 %. Ein großer Sprung kam 2022 mit fast 5.000 Zuzügen mehr als Wegzügen.

Für die Zukunft rechnet die Hessen Agentur nur noch mit leichtem Wachstum, auf rund 294.300 Einwohner im Jahr 2040. Gegenüber 2024 wären das 1,9 % mehr. Das Wachstum der letzten Jahre wird sich nach dieser Prognose also nicht im selben Tempo fortsetzen.

Für Vermieter zählt, wie die Menschen wohnen. Fast jeder zweite Wiesbadener Haushalt (48,2 %) besteht aus einer Person. Beim Zensus waren 70,5 % der Wohnungen vermietet, nur 26,0 % wurden von den Eigentümern selbst bewohnt. Auch Eigentumswohnungen sind in Wiesbaden mehrheitlich vermietet, nämlich 53,4 %.

Neu gebaut wird vergleichsweise wenig. 2024 wurden 555 Neubauwohnungen fertiggestellt. Die meisten neuen Eigentumswohnungen wurden 2025 in Dotzheim und in Kostheim verkauft. Die Wohnversorgungsquote, also das Verhältnis von Wohnungen zu Haushalten, lag laut Landesgutachten 2024 bei 102,5. Die Nachfrage ist da. Wie viel Miete Sie dafür verlangen dürfen, regelt allerdings die Mietpreisbremse.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Wiesbaden ist eine Stadt der Verwaltung und der Dienstleistungen. Am 30.09.2024 arbeiteten 151.366 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt, dazu kommen rund 16.800 Beamtinnen und Beamte. 86.510 Menschen pendelten ein, 53.620 aus. Gut ein Drittel der Beschäftigten arbeitet in öffentlichen und sonstigen Dienstleistungen, ein Viertel bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern und Unternehmensdienstleistern, nur 14,5 % im produzierenden Gewerbe.

Zu den bekannten Arbeitgebern gehören die hessische Landesverwaltung, Bundesbehörden wie das Statistische Bundesamt und das Bundeskriminalamt, Versicherungen und der Industriepark Kalle-Albert in Biebrich. Die Kaufkraft je Einwohner lag laut Stadt bei 31.361 €, das sind 6,1 % über dem Bundesschnitt.

Arbeitsmarkt Stadt Wiesbaden
8,2 %
Arbeitslosenquote
September 2026
13.367
Arbeitslose
0,9 % mehr als im Vorjahr
6,9 %
Agenturbezirk mit Rheingau-Taunus
September 2026
27,4 %
Mietbelastung
Anteil der Miete am Einkommen, 2025

Trotz der vielen gut bezahlten Arbeitsplätze ist die Arbeitslosigkeit in der Stadt hoch. Im September 2026 lag sie bei 8,2 %, ein Jahr zuvor bei 8,1 %. Im gesamten Agenturbezirk mit dem Rheingau-Taunus-Kreis waren es 6,9 %. Gleichzeitig ist die Mietbelastung hoch: Eine typische angebotene Wohnung kostet laut Landesgutachten 27,4 % eines mittleren Haushaltseinkommens. Viele Mieter sind also an der Grenze dessen, was sie zahlen können.

Die Hochschule RheinMain hatte am Standort Wiesbaden im Wintersemester 2024/25 rund 9.800 Studierende. Dazu kommen kleinere Hochschulen, etwa für Polizei und Verwaltung. Eine große Universität hat Wiesbaden nicht, die liegt mit der Johannes Gutenberg-Universität auf der anderen Rheinseite in Mainz.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Der Mietspiegel der Stadt (14. Fortschreibung, Stand 01.01.2025) ist ein einfacher Mietspiegel, den Mieterbund, Haus und Grund und die Stadt gemeinsam aufstellen. Für eine Wohnung zwischen 60 und 100 m² aus den Jahren 1950 bis 1974 mit Heizung und Bad nennt er in mittlerer Wohnlage 9,51 €/m², in guter Lage 10,42 €/m². Im Schnitt aller Mietverhältnisse lag die Miete beim Zensus 2022 bei 9,21 €/m². Neue Inserate lagen 2025 im Median bei 13,30 €/m² und sind seit 2020 um 4,6 % im Jahr gestiegen.

Bei den Kaufpreisen hat der Gutachterausschuss 2025 genau hingesehen. 982 gebrauchte Eigentumswohnungen wurden im Schnitt für 3.842 €/m² verkauft, 1,4 % mehr als 2024. Wohnungen mit 45 bis 79 m² aus den Jahren 1950 bis 1977, die häufigste Gruppe mit 233 Verkäufen, kosteten im Mittel 3.233 €/m². Neu gebaute Wohnungen lagen im Erstverkauf bei 6.597 €/m², ohne Stellplatz.

Aus Kaufpreis und Miete lässt sich der Kaufpreisfaktor ausrechnen. Er sagt, wie viele Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis kostet. Der Kehrwert ist die Bruttomietrendite. Wir haben beides für eine typische Nachkriegswohnung zu 3.233 €/m² mit drei Mietannahmen gerechnet.

Bruttomietrendite einer gebrauchten Wohnung in Wiesbaden (eigene Rechnung)
Mietspiegel 9,51 €/m² (Faktor 28,3)
3,5 %
Höchstmiete nach Mietpreisbremse 10,46 €/m² (Faktor 25,8)
3,9 %
Angebotsmedian 13,30 €/m² (Faktor 20,3)
4,9 %
Eigene Rechnung, Stand 13.10.2026: Kaufpreis 3.233 €/m² (Gutachterausschuss 2025, Baujahr 1950–1977, 45–79 m²) geteilt durch die Jahresnettokaltmiete je m². Mietspiegel Stand 01.01.2025, mittlere Lage. Angebotsmedian: GEWOS 2026. Vor Kosten und Steuern.

Die dritte Zeile ist für eine gebrauchte Wohnung meist nicht erreichbar, weil die Mietpreisbremse eine neue Miete auf 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete begrenzt. Realistisch liegt die Bruttorendite bei 3,5 bis 3,9 %. Ihre eigene Zahl können Sie mit dem Mietrendite-Rechner prüfen.

05Ortsbezirke im Überblick

Wiesbaden hat 26 Ortsbezirke, darunter die drei rechtsrheinischen Bezirke Amöneburg, Kastel und Kostheim gegenüber von Mainz. Der Gutachterausschuss veröffentlicht Kaufpreise je Ortsbezirk, getrennt nach Baujahr und Größe. Die Tabelle zeigt die Preise für Wohnungen mit 45 bis 79 m² aus den Jahren 1950 bis 1977, damit die Bezirke vergleichbar sind.

OrtsbezirkCharakterPreis 2025 (Fälle)Eher geeignet für
MitteInnenstadt mit Fußgängerzone3.854 €/m² (5)kleine Wohnungen, Einzelpersonen
Nordostnördlich der Innenstadt am Taunushang3.692 €/m² (36)Berufstätige, gute Wohnlagen
Rheingauviertel, Hollerborndicht bebautes Viertel westlich der Innenstadt3.502 €/m² (24)Einzelpersonen und Paare
SchiersteinOrtsbezirk am Rhein mit Hafen3.404 €/m² (18)Paare, ruhigere Lagen
Südostsüdöstlich der Innenstadt, gemischter Bestand3.372 €/m² (29)mittlere Lagen, Bestandswohnungen
Kostheimrechtsrheinisch gegenüber von Mainz, viel Neubau3.082 €/m² (16)Pendler nach Mainz und Frankfurt
Bierstadtöstlicher Ortsbezirk mit Neubauprojekten3.070 €/m² (23)Paare und Familien
Biebrichgrößter Ortsbezirk am Rhein, rund 39.700 Einwohner2.929 €/m² (42)günstigere Einstiegspreise, Zustand genau prüfen

Die Unterschiede sind deutlich: Zwischen Mitte und Biebrich liegen fast 1.000 €/m² für vergleichbare Wohnungen. Der Mietspiegel unterscheidet vier Wohnlagen, von „einfach“ bis „sehr gut“, ohne feste Zuordnung nach Bezirk. Zwischen mittlerer und guter Lage liegen bei einer Nachkriegswohnung rund 0,90 €/m². Prüfen Sie deshalb die Einstufung der konkreten Straße.

06Regeln für Vermieter in Wiesbaden

In Wiesbaden gilt die Mietpreisbremse. Die hessische Mieterschutzverordnung nennt 49 Gemeinden, Wiesbaden gehört dazu. Bei einer neuen Vermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gibt es, wenn schon der Vormieter mehr gezahlt hat, nach einer umfassenden Modernisierung und für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden.

Bei einem laufenden Mietvertrag gilt die abgesenkte Kappungsgrenze: Die Miete darf in drei Jahren um höchstens 15 % steigen und nie über die ortsübliche Vergleichsmiete. Wer eine Wohnung kauft, die für 8,50 €/m² vermietet ist, kommt also nur schrittweise an die 9,51 €/m² des Mietspiegels heran.

Beim Kauf zahlen Sie in Hessen 6,0 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 1,9 % des Kaufpreises, wenn Sie finanzieren. Ein Makler kommt je nach Objekt hinzu. Das Hessengeld des Landes gibt es nur für selbst genutztes Eigentum, nicht für Kapitalanleger. Ihre Kaufnebenkosten können Sie mit dem Kaufnebenkosten-Rechner durchrechnen, die Positionen beim Notar erklärt unser Beitrag zu den Notarkosten.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Wiesbaden

Nehmen wir Daniel, 39, ledig, angestellt mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 €. Er kauft eine vermietete Eigentumswohnung mit 65 m², Baujahr 1970, in mittlerer Wohnlage. Der Kaufpreis entspricht dem Mittelwert des Gutachterausschusses für diese Baujahre und Größe, die Miete genau dem Mietspiegel. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Kauf und Finanzierung
Kaufpreis (65 m² × 3.233 €/m²)210.145 €
Grunderwerbsteuer Hessen 6,0 %12.609 €
Notar und Grundbuch (mit Grundschuld 210.145 €)3.819 €
Kaufnebenkosten aus Eigenkapital16.428 €
Darlehen (Kaufpreis)210.145 €
Zins 3,8 % und Tilgung 1,5 % (Annahme)11.138 € im Jahr
Notar und Grundbuch nach GNotKG berechnet, Stand 13.10.2026. Ohne Makler.
Das erste volle Jahr
pro Jahrpro Monat
Nettokaltmiete (9,51 €/m², Mietspiegel 2025)7.418 €618 €
Zinsen−7.986 €−665 €
Tilgung−3.152 €−263 €
Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Instandhaltung, Annahme)−1.320 €−110 €
Cashflow vor Steuern−5.040 €−420 €
Abschreibung 2 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)3.606 €300 €
Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Kosten − Abschreibung)−5.494 €−458 €
Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+2.068 €+172 €
Cashflow nach Steuern−2.972 €−248 €
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Tilgung ist Vermögensaufbau, kostet aber Liquidität. Die Grundschuldkosten von rund 1.210 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar.

Daniel zahlt in diesem Beispiel rund 248 € im Monat aus eigener Tasche zu, nach Steuern. 263 € davon fließen in die Tilgung, also in sein eigenes Vermögen. Ohne Tilgung betrachtet bleibt nach Steuern ein kleiner Überschuss von rund 15 € im Monat.

Auffällig sind die Kaufnebenkosten. Mit 16.428 € oder 7,8 % des Kaufpreises muss Daniel in Hessen deutlich mehr Eigenkapital mitbringen als in Bayern mit 3,5 % Grunderwerbsteuer. Die Steuerersparnis fällt mit rund 38 Cent je Euro Verlust moderat aus. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, erklärt unser Beitrag zu Mieteinnahmen versteuern.

Was die Rechnung im Monat am stärksten bewegt
Zins 1 Prozentpunkt niedriger
+175 €
Neue Miete an der Grenze der Mietpreisbremse (10,46 €/m²)
+62 €
Zwei Monate Leerstand im Jahr
−103 €
Zins 1 Prozentpunkt höher
−175 €
Eigene Rechnung, Wirkung vor Steuern im Monatsmittel, Stand 13.10.2026.

Wie in allen Städten mit Mietpreisbremse wirkt der Zins stärker als jede zulässige Mieterhöhung. Der Spielraum liegt beim Kaufpreis und bei der Finanzierung.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Wiesbaden

Was ändert sich, wenn Daniel statt der gebrauchten eine neu gebaute Wohnung kauft? Wir nehmen 45 m² zum Preis, den der Gutachterausschuss 2025 für neue Wohnungen mit 45 bis 79 m² ermittelt hat: 6.588 €/m², ohne Stellplatz. Das ergibt 296.460 €. Grunderwerbsteuer (17.788 €) sowie Notar und Grundbuch (4.959 €) zahlt Daniel aus Eigenkapital, zusammen 22.747 €. Den Kaufpreis finanziert die Bank zu denselben Bedingungen. Als Miete setzen wir 12,63 €/m² an, den Wert des Mietspiegels für Wohnungen unter 60 m² ab Baujahr 2000 mit besonderer Ausstattung in mittlerer Lage. Ohne besondere Ausstattung wären es 11,27 €/m², der Angebotsmedian aller Inserate lag 2025 bei 13,30 €/m².

Neubauwohnung: das erste volle Jahr
pro Jahrpro Monat
Nettokaltmiete (45 m² × 12,63 €/m², Mietspiegel)6.820 €568 €
Zinsen (3,8 % auf 296.460 €)−11.265 €−939 €
Tilgung (1,5 %)−4.447 €−371 €
Nicht umlagefähiges Hausgeld (1,20 €/m², Annahme)−648 €−54 €
Cashflow vor Steuern−9.540 €−795 €
Abschreibung degressiv 5 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)12.706 €1.059 €
Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Hausgeld − Abschreibung)−17.799 €−1.483 €
Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+6.319 €+527 €
Cashflow nach Steuern−3.221 €−268 €
Annahmen: zvE 60.000 €, ledig, Zins 3,8 %, Tilgung 1,5 %, Kaufnebenkosten Hessen ohne Makler. Kaufpreis: Gutachterausschuss Wiesbaden, Erstverkauf 2025, 45–79 m². Miete: Mietspiegel Wiesbaden, Stand 01.01.2025, Baujahr ab 2000, unter 60 m², besondere Ausstattung, mittlere Lage. Gebäudeanteil und Hausgeld sind Annahmen. Degressive Abschreibung (§ 7 Abs. 5a EStG) nur bei Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 und Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres. Grundschuldkosten von rund 1.570 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Die Abschreibung ist im ersten Jahr mehr als dreimal so hoch wie bei der gebrauchten Wohnung (12.706 € statt 3.606 €), und für Instandhaltung fällt in einem neuen Haus in den ersten Jahren in der Regel weniger an. Dafür kostet der Quadratmeter gut doppelt so viel, und die Bruttomietrendite sinkt auf rund 2,3 % statt 3,5 %. Vor Steuern zahlt Daniel hier rund 795 € im Monat zu, nach Steuern rund 268 €. Weil die degressive Abschreibung jedes Jahr vom kleineren Restwert gerechnet wird, sinkt die Steuerersparnis in den Folgejahren. Die Mietpreisbremse gilt für diese Wohnung nicht: Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, sind nach § 556f BGB dauerhaft ausgenommen. Die Kappungsgrenze von 15 % gilt dagegen auch hier.

08Chancen und Risiken in Wiesbaden

Für Wiesbaden sprechen belegbare Punkte. Der Wohnungsmarkt ist knapp, das Land stuft ihn nach allen fünf Kriterien als angespannt ein. Die Stadt ist in zehn Jahren gewachsen, viele Menschen pendeln ein, und Verwaltung und Dienstleistungen machen die Beschäftigung weniger konjunkturabhängig als in Industriestädten. Die Kaufpreise sind seit 2023 stabil geblieben.

Dagegen stehen ebenso klare Punkte:

  • Hohe Kaufnebenkosten: 6,0 % Grunderwerbsteuer, zusammen mit Notar und Grundbuch rund 7,8 % aus Eigenkapital.
  • Gedeckelte Mieten: Mietpreisbremse und 15 % Kappungsgrenze; Inseratsmieten von 13,30 €/m² sind für gebrauchte Wohnungen meist nicht zulässig.
  • Arbeitsmarkt: 8,2 % Arbeitslosigkeit in der Stadt und hohe Mieten im Verhältnis zum Einkommen.
  • Langsameres Wachstum: Die Prognose erwartet bis 2040 nur noch 1,9 % mehr Einwohner.
  • Alter Bestand: Mehr als ein Viertel der Gebäude stammt aus den 1950er- und 60er-Jahren; Sanierungsstau kann Sonderumlagen auslösen.
  • Zins und Leerstand: Ein höherer Anschlusszins erhöht die Zuzahlung, jeder Monat Leerstand kostet die volle Miete.
Passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie die Kaufnebenkosten von rund 8 % aus Eigenkapital zahlen können.
  • Sie eine monatliche Zuzahlung von 250 bis 300 € über Jahre tragen können.
  • Sie Wert auf einen knappen Markt mit vielen Einpendlern legen.
  • Sie Kaufpreise nach Baujahr und Ortsbezirk vergleichen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie ab dem ersten Monat einen positiven Cashflow erwarten.
  • Sie keine Reserve für Leerstand oder eine Sonderumlage haben.
  • Sie mit Inseratsmieten statt mit dem Mietspiegel rechnen.
  • Sie auf eine bestimmte Wertentwicklung angewiesen sind.

Welche Vor- und Nachteile eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage allgemein hat, steht in unserem Beitrag Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Wiesbaden als Kapitalanlage?

Das hängt vom Kaufpreis der einzelnen Wohnung und Ihrer Finanzierung ab. Wiesbaden hat einen knappen Markt und stabile Preise, aber die Mietpreisbremse begrenzt die Miete. Für eine Wohnung aus den 1950er- bis 70er-Jahren liegt die Bruttomietrendite bei rund 3,5 bis 3,9 %. Mit Finanzierung zahlen Sie in den meisten Fällen monatlich zu, auch nach Steuern.

Wie hoch ist die Mietrendite in Wiesbaden?

Brutto rund 3,5 % für eine gebrauchte Wohnung zu 3.233 €/m² und einer Miete auf Mietspiegelniveau (9,51 €/m²), an der Grenze der Mietpreisbremse (10,46 €/m²) knapp 3,9 %. Eine 45-m²-Neubauwohnung kommt mit Mietspiegelmiete auf rund 2,3 %.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Wiesbaden?

Gebrauchte Eigentumswohnungen kosteten 2025 laut Gutachterausschuss im Schnitt 3.842 €/m², je nach Baujahr zwischen gut 3.200 und über 4.600 €/m². Neubauwohnungen lagen im Erstverkauf bei 6.597 €/m², ohne Stellplatz. Im Durchschnitt aller Eigentumswohnungen wurden 2025 rund 320.000 € je Wohnung bezahlt.

Gibt es eine Mietpreisbremse in Wiesbaden?

Ja. Wiesbaden steht in der hessischen Mieterschutzverordnung, die bis 25.11.2026 gilt. Eine Neufassung ist für Mitte November 2026 angekündigt, Wiesbaden erfüllt laut Landesgutachten weiterhin alle Kriterien. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, bei laufenden Verträgen gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

Welche Stadtteile sind in Wiesbaden für Kapitalanleger interessant?

Die meisten Verkäufe gebrauchter Wohnungen aus der Nachkriegszeit gab es 2025 in Biebrich, Nordost und Südost. Biebrich hat die niedrigsten Preise der großen Bezirke, Nordost und Mitte liegen am oberen Ende. Neubau entsteht vor allem in Dotzheim, Bierstadt und Kostheim. Prüfen Sie für jede Adresse die Wohnlage im Mietspiegel.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Wiesbaden?

In Hessen fallen 6,0 % Grunderwerbsteuer an. Notar und Grundbuch kosten mit Finanzierung rund 1,5 bis 1,9 % des Kaufpreises. Ohne Makler sind es bei 210.145 € Kaufpreis und voller Finanzierung rund 16.400 €, also rund 7,8 %.