Wiesbaden für Kapitalanleger: Alle 26 Ortsbezirke im Vergleich 2026
Zwischen Nordost und Biebrich liegen für dieselbe Nachkriegswohnung rund 760 € je Quadratmeter, zwischen Mitte und den Taunusdörfern Welten bei Haushalten und Eigentum. Wir vergleichen alle 26 Ortsbezirke mit amtlichen Zahlen und rechnen dieselbe Wohnung in drei Bezirken durch.
Wiesbaden steht als Standort fest. Jetzt geht es um den Ortsbezirk: Mitte oder Nordost, Biebrich oder Bierstadt, Kastel oder ein Dorf im Taunus? Die Landeshauptstadt besteht aus 26 Ortsbezirken, und die könnten kaum unterschiedlicher sein. In Mitte wohnen fast nur Mieter, in Auringen lebt mehr als die Hälfte der Haushalte im eigenen Haus.
Für Anleger hat Wiesbaden einen Vorteil, den andere Großstädte nicht bieten. Der Gutachterausschuss veröffentlicht die Kaufpreise gebrauchter Wohnungen je Ortsbezirk, getrennt nach Baujahr und Größe. So lässt sich dieselbe Wohnungsgruppe in verschiedenen Bezirken vergleichen. Dazu kommen die Stadtteilprofile der Stadt mit Haushalten, Wohnungen und Arbeitsmarkt.
Wir vergleichen hier alle 26 Ortsbezirke mit diesen amtlichen Zahlen. Ein Ranking gibt es nicht, und eine Wertung der Menschen, die dort leben, auch nicht. Am Ende rechnen wir dieselbe Wohnung in drei Ortsbezirken vor und nach Steuern durch.
01Wiesbaden in 26 Ortsbezirken: die große Vergleichstabelle
Die Tabelle fasst die Stadtteilprofile 2025 der Stadt und die Kaufpreise des Gutachterausschusses zusammen. Die letzte Spalte zeigt den Mittelpreis gebrauchter Wohnungen mit 45 bis 79 m² aus den Jahren 1950 bis 1977, in Klammern die Zahl der Verkäufe 2025.
| Ortsbezirk | Einwohner Sept. 2026 | Entwicklung 2022–2025 | Personen je Haushalt | Eigentümerquote | Geförderte Wohnungen | Arbeitslosenquote | SGB-II-Haushalte | Kaufpreis 1950–1977 (Fälle) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Mitte | 22.864 | +2,7 % | 1,68 | 4,9 % | 7,2 % | 9,8 % | 11,5 % | 3.854 € (5) |
| Nordost | 23.095 | +1,2 % | 1,86 | 27,3 % | 0,7 % | 5,4 % | 4,8 % | 3.692 € (36) |
| Südost | 22.173 | +4,4 % | 1,96 | 23,0 % | 3,5 % | 5,5 % | 6,3 % | 3.372 € (29) |
| Rheingauviertel, Hollerborn | 22.940 | +2,8 % | 1,90 | 13,2 % | 4,3 % | 8,3 % | 10,4 % | 3.502 € (24) |
| Klarenthal | 11.055 | +3,4 % | 2,21 | 14,5 % | 20,9 % | 12,4 % | 13,9 % | – |
| Westend, Bleichstraße | 18.038 | +0,3 % | 1,77 | 3,9 % | 2,2 % | 12,0 % | 15,1 % | 2.684 € (7) |
| Sonnenberg | 7.656 | −1,5 % | 2,11 | 46,3 % | 1,5 % | 4,4 % | 3,4 % | 3.583 € (4) |
| Bierstadt | 12.941 | +2,5 % | 1,97 | 28,1 % | 7,7 % | 5,8 % | 7,0 % | 3.070 € (23) |
| Erbenheim | 10.686 | +8,6 % | 2,19 | 20,4 % | 7,1 % | 9,3 % | 13,0 % | 2.968 € (3) |
| Biebrich | 39.679 | +2,1 % | 1,96 | 19,8 % | 6,4 % | 9,4 % | 11,3 % | 2.929 € (42) |
| Dotzheim | 28.862 | +3,7 % | 2,15 | 26,4 % | 7,6 % | 9,1 % | 10,5 % | 2.753 € (6) |
| Rambach | 2.119 | −2,5 % | 2,03 | 43,2 % | 3,2 % | 6,4 % | 6,7 % | – |
| Heßloch | 681 | +2,3 % | 2,11 | 49,5 % | 0,0 % | – | – | – |
| Kloppenheim | 2.249 | −0,1 % | 2,13 | 42,3 % | 7,8 % | – | 6,3 % | – |
| Igstadt | 2.183 | +1,1 % | 2,22 | 49,7 % | 4,0 % | 3,7 % | 4,3 % | – |
| Nordenstadt | 9.536 | +13,7 % | 2,24 | 49,6 % | 5,7 % | 3,8 % | 4,8 % | 2.914 € (3) |
| Delkenheim | 5.419 | −0,3 % | 2,28 | 44,2 % | 1,3 % | 6,2 % | 6,9 % | 2.709 € (5) |
| Schierstein | 11.378 | +2,8 % | 1,99 | 26,4 % | 2,5 % | 6,1 % | 6,6 % | 3.404 € (18) |
| Frauenstein | 2.283 | −2,0 % | 2,13 | 41,7 % | 0,0 % | 4,1 % | 3,4 % | – |
| Naurod | 4.407 | −0,4 % | 2,05 | 50,7 % | 0,0 % | 3,4 % | 3,1 % | – |
| Auringen | 3.277 | −0,5 % | 2,23 | 58,5 % | 1,6 % | 3,1 % | 3,2 % | – |
| Medenbach | 2.591 | +4,0 % | 2,06 | 35,1 % | 0,0 % | 6,1 % | 7,9 % | 2.416 € (4) |
| Breckenheim | 3.397 | −0,7 % | 2,15 | 51,0 % | 0,0 % | 3,0 % | 2,1 % | – |
| Amöneburg | 1.793 | +4,0 % | 2,26 | 12,5 % | 10,5 % | 11,4 % | 13,6 % | – |
| Kastel | 14.138 | +3,7 % | 2,18 | 19,1 % | 9,5 % | 9,9 % | 13,7 % | 3.025 € (3) |
| Kostheim | 15.154 | +3,6 % | 2,09 | 28,8 % | 13,8 % | 8,4 % | 10,6 % | 3.082 € (16) |
| Wiesbaden | 300.594 | +2,8 % | 1,99 | 22,9 % | 5,8 % | 8,1 % | 9,5 % | 3.233 € (233) |
Einwohner am 30.09.2026, Entwicklung vom 01.01.2022 zum 01.01.2025, Haushalte am 01.01.2025. Eigentümerquote: selbst genutztes Wohneigentum je 100 Haushalte (Schätzung der Stadt). Geförderte Wohnungen am 01.01.2025 in % aller Wohnungen. Arbeitslosenquote im September 2024 (Schätzverfahren der Stadt), SGB-II-Haushalte im Dezember 2024 je 100 Haushalte. Kaufpreis: Mittelpreis der Wiederverkäufe 2025 laut Gutachterausschuss, „–“ bei weniger als drei Verkäufen. Eigene Zusammenfassung, Stand 15.10.2026.
Drei Muster fallen auf. Mitte, Westend und das Rheingauviertel haben die kleinsten Haushalte und fast keine selbst nutzenden Eigentümer. In den Taunusdörfern im Osten wohnt dagegen rund jeder zweite Haushalt im Eigentum. Und das stärkste Wachstum der letzten Jahre hatten Nordenstadt (+13,7 %) und Erbenheim (+8,6 %), beide mit neuen Wohngebieten.
02Kaufpreise je Ortsbezirk: was der Gutachterausschuss zeigt
Der Gutachterausschuss hat 2025 genau 982 gebrauchte Eigentumswohnungen ausgewertet, im Mittel kosteten sie 3.842 €/m². Dieser Durchschnitt mischt Altbau, Nachkriegsbau und neuere Häuser. Vergleichbar wird es erst innerhalb einer Gruppe. Die größte ist die Nachkriegswohnung mit 45 bis 79 m², gebaut zwischen 1950 und 1977, mit 233 Verkäufen.
Zwischen Nordost und Biebrich liegen für dieselbe Wohnungsgruppe rund 760 €/m². In kleineren Bezirken streuen die Werte stärker, weil dort nur wenige Wohnungen verkauft wurden: Mitte kam mit fünf Verkäufen auf 3.854 €/m², das Westend mit sieben auf 2.684 €/m², Medenbach mit vier auf 2.416 €/m². Solche Werte zeigen eine Richtung, keinen verlässlichen Durchschnitt.
Das Baujahr wiegt mindestens so schwer wie der Bezirk. In Nordost kosteten Altbauwohnungen von vor 1919 mit 45 bis 79 m² im Mittel 4.875 €/m², Wohnungen aus den Jahren 1991 bis 2022 5.088 €/m². Im Rheingauviertel lagen neuere Wohnungen bei 4.113 €/m², in Dotzheim bei 4.014 €/m².

03Mieten: Mietspiegel, tatsächliche Mieten und Mietpreisbremse
Der Wiesbadener Mietspiegel (14. Fortschreibung, Stand 01.01.2025) ist ein einfacher Mietspiegel, den Mieterbund, Haus und Grund und die Stadt gemeinsam aufstellen. Er unterscheidet vier Wohnlagen von einfach bis sehr gut. Eine feste Zuordnung zu Ortsbezirken gibt es nicht, entscheidend sind Bebauung, Grün, Lärm und Verkehr an der Adresse.
Für eine Wohnung unter 60 m² aus den Jahren 1950 bis 1974 mit Heizung und Bad nennt er in mittlerer Lage 10,11 €/m², in guter Lage 10,56 €/m², in sehr guter Lage 11,74 €/m². Zwischen mittlerer und sehr guter Lage liegen also gut 16 %.
Was vermietete Wohnungen tatsächlich einbringen, zeigt der Gutachterausschuss. In 57 ausgewerteten Verkäufen vermieteter Eigentumswohnungen lag die Nettokaltmiete im Schnitt bei 12,07 €/m², die Spanne reichte von 8,89 bis 15,45 €/m². Diese Wohnungen waren im Schnitt 60 m² groß und jünger als die Nachkriegswohnung unserer Rechnung.
Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.
04Bevölkerung, Haushalte und Sozialstruktur
Für Vermieter zählt, wer in einem Ortsbezirk wohnt und wie. Die Stadtteilprofile zeigen vier sehr unterschiedliche Nachfragen.
In Mitte, dem Westend und dem Rheingauviertel leben im Schnitt weniger als zwei Personen in einem Haushalt, in Mitte nur 1,68. Fast alle Haushalte wohnen zur Miete, die Eigentümerquote liegt in Mitte bei 4,9 %, im Westend bei 3,9 %. Fast jeder vierte Erwachsene in Mitte wohnt dort seit weniger als zwei Jahren. Das ist der Markt der Alleinlebenden, der Zugezogenen und der häufigen Umzüge.
Nordost, Südost und Sonnenberg am Taunushang haben mehr Eigentum und niedrigere Arbeitslosenquoten zwischen 4,4 und 5,5 %. Biebrich und Dotzheim sind die großen Wohnstadtteile im Westen, zusammen mit gut 68.000 Einwohnern. Die Dörfer im Osten und im Taunus sind klein, von Eigenheimen geprägt, und Mietwohnungen sind dort selten.
Für Ihre Vermietung zählt am Ende der einzelne Haushalt, den Sie bei der Mieterauswahl prüfen.
05Fünf Ortsbezirkstypen für Kapitalanleger
Statt eines Rankings ordnen wir die 26 Ortsbezirke fünf Typen zu. Jeder Typ passt zu anderen Anlegern.
Typ 1: Innenstadt mit Mitte, Westend und Rheingauviertel
Dicht bebaute Viertel mit Altbau und Nachkriegshäusern, kleine Haushalte, kaum Eigentümer. Das Rheingauviertel ist mit 24 Verkäufen gut belegt (3.502 €/m²), das Westend hat die niedrigeren Preise und eine stärker gemischte Mieterschaft.
- Sie kleine Wohnungen an Alleinlebende vermieten möchten.
- Sie häufigere Mieterwechsel einplanen.
- Sie Altbau und Zustand des Hauses genau prüfen.
- Sie mit einer Miete über der Mietpreisbremse rechnen.
- Sie ein ruhiges Umfeld für Familien suchen.
Typ 2: der Taunushang mit Nordost, Südost und Sonnenberg
Die Bezirke nördlich und östlich der Innenstadt haben die höchsten Preise für Nachkriegswohnungen, mehr Eigentum und niedrige Arbeitslosenquoten. Nordost ist mit 36 Verkäufen 2025 sehr gut belegt.
- Sie Wert auf eine zahlungskräftige, stabile Mieterschaft legen.
- Sie lange halten und einen monatlichen Zuschuss tragen können.
- Sie die Wohnlage im Mietspiegel nutzen wollen.
- Sie eine Bruttorendite über dem Darlehenszins erwarten.
- Sie wenig Eigenkapital einsetzen möchten.
Typ 3: die großen Stadtteile im Westen
Biebrich, Dotzheim, Schierstein und Klarenthal. Biebrich ist der größte Ortsbezirk und mit 42 Verkäufen der am besten belegte Markt der Stadt. Schierstein liegt preislich nahe an Südost, Klarenthal hat einen hohen Anteil geförderter Wohnungen.
- Sie einen mittleren Einstiegspreis suchen.
- Sie Wohnungen für Paare und kleine Familien vermieten möchten.
- Sie Hausgeld und Rücklage genau prüfen.
- Sie ohne Besichtigung und Unterlagen kaufen wollen.
- Sie den Bezirksdurchschnitt mit dem Wert Ihres Hauses gleichsetzen.
Typ 4: der Osten und die rechtsrheinischen Bezirke
Bierstadt, Erbenheim, Nordenstadt und Delkenheim im Osten, Kastel, Kostheim und Amöneburg gegenüber von Mainz. Hier ist in den letzten Jahren am meisten neu gebaut worden, etwa in Kostheim und Nordenstadt. Die Mieterschaft ist gemischt.
- Sie Neubau oder jüngere Häuser suchen.
- Sie Mieter im Blick haben, die nach Mainz oder Frankfurt pendeln.
- Sie Bauträger und Teilungserklärung genau prüfen.
- Sie mit vielen Vergleichsverkäufen im Bestand rechnen.
- Sie Neubaupreise mit Bestandsmieten finanzieren wollen.
Typ 5: die Dörfer im Taunus und am Rand
Rambach, Heßloch, Kloppenheim, Igstadt, Naurod, Auringen, Medenbach, Breckenheim und Frauenstein. Zusammen leben hier rund 23.000 Menschen, oft im eigenen Haus. Gebrauchte Eigentumswohnungen wurden 2025 nur vereinzelt verkauft.
- Sie eine größere Wohnung an Familien vermieten möchten.
- Sie eine lange Mietdauer höher gewichten als die Auswahl.
- Sie kleine Wohnungen für Alleinlebende suchen.
- Sie einen breiten Markt mit vielen Vergleichspreisen erwarten.

06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Ortsbezirken
Nehmen wir Jonas. Er ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 €. Er kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m² aus den 1960er Jahren und vergleicht drei Ortsbezirke: Nordost, das Rheingauviertel und Biebrich. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.
Als Kaufpreis nehmen wir den Mittelpreis des Gutachterausschusses für diese Wohnungsgruppe im Ortsbezirk. Bei der Miete setzen wir in allen drei Bezirken 10,11 €/m² an, die Vergleichsmiete des Mietspiegels in mittlerer Lage. In guter oder sehr guter Lage kann sie höher liegen. Wir rechnen bewusst mit derselben Zahl, damit der Unterschied beim Kaufpreis sichtbar wird.
| Nordost | Rheingauviertel | Biebrich | |
|---|---|---|---|
| Kaufpreis je m² (Gutachterausschuss) | 3.692 € | 3.502 € | 2.929 € |
| Kaufpreis 55 m² | 203.060 € | 192.610 € | 161.095 € |
| Grunderwerbsteuer 6,0 % | 12.184 € | 11.557 € | 9.666 € |
| Notar und Grundbuch (rund 1,8 %) | 3.655 € | 3.467 € | 2.900 € |
| Gesamtkosten | 218.899 € | 207.634 € | 173.661 € |
| Kaltmiete je m² | 10,11 € | 10,11 € | 10,11 € |
| Kaltmiete im Jahr | +6.673 € | +6.673 € | +6.673 € |
| Hausgeld, nicht umlagefähig | −924 € | −924 € | −924 € |
| Zinsen (3,8 %) | −7.716 € | −7.319 € | −6.122 € |
| Tilgung (2 %) | −4.061 € | −3.852 € | −3.222 € |
| Cashflow vor Steuern | −6.028 € | −5.422 € | −3.595 € |
| Abschreibung 2 % auf 75 % der Gesamtkosten | 3.283 € | 3.115 € | 2.605 € |
| Steuerliches Ergebnis der Vermietung | −4.788 € | −4.223 € | −2.516 € |
| Steuerersparnis (Tarif 2026) | +1.808 € | +1.599 € | +960 € |
| Cashflow nach Steuern | −4.220 € | −3.823 € | −2.635 € |
| pro Monat | rund −350 € | rund −320 € | rund −220 € |
| Bruttomietrendite | 3,3 % | 3,5 % | 4,1 % |
Jonas legt in allen drei Bezirken jeden Monat Geld dazu. In Nordost sind es nach Steuern rund 350 €, davon sind 338 € Tilgung, die seine Restschuld senkt. Ohne Tilgung gerechnet läge er in Nordost knapp im Minus, im Rheingauviertel etwa bei null und in Biebrich leicht im Plus.
Bei gleicher Miete entscheidet allein der Kaufpreis. Die Wohnung in Nordost kostet rund 26 % mehr als in Biebrich, bringt in dieser Rechnung aber keinen Euro mehr Miete. Wer in Nordost kauft, bezahlt eine Mieterschaft mit niedriger Arbeitslosigkeit und eine oft gute Wohnlage, die laut Mietspiegel mehr Miete erlauben kann. Ob das bei Ihrer Wohnung zutrifft, hängt von der Adresse ab.
Die Rechnung zeigt keine Empfehlung für einen Ortsbezirk. In Biebrich ist der Zuschuss kleiner, dafür sind Arbeitslosigkeit und SGB-II-Bezug höher, und Sie müssen Haus und Mieter genauer prüfen. Eine Rechnung mit einer Neubauwohnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Wiesbaden. Wie hoch die Steuerersparnis bei Ihrem Einkommen ausfällt, zeigt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.
07Risiken bei der Wahl des Ortsbezirks
Jeder Ortsbezirk hat eigene Risiken. Einige gelten für alle.
- Kleine Fallzahlen: In vielen Ortsbezirken stützt sich der Mittelpreis auf drei bis sieben Verkäufe. Ein einzelnes Haus kann den Wert stark verschieben.
- Mietpreisbremse: Bei einer Neuvermietung dürfen Sie höchstens 10 % über der Vergleichsmiete verlangen. Die Verordnung wird gerade neu gefasst.
- Wohnlage statt Bezirk: Die zulässige Miete hängt an der Wohnlage der Adresse. Innerhalb eines Ortsbezirks gibt es einfache und gute Lagen.
- Zinsen: Bei Bruttorenditen zwischen 3,3 und 4,1 % trifft jeder Prozentpunkt Zinsänderung die Rechnung stark, bei 200.000 € Darlehen mit rund 2.000 € im Jahr.
- Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote der Stadt lag im September 2026 bei 8,2 %, deutlich über dem Umland. Mietausfälle sind in Bezirken mit vielen Transferhaushalten wahrscheinlicher, aber nicht auf sie beschränkt.
- Mietbelastung: Eine typische angebotene Wohnung kostete 2025 laut Landesgutachten 27,4 % eines mittleren Haushaltseinkommens. Viele Mieter sind an ihrer Grenze.
- Alter Bestand: Die häufigste verkaufte Wohnung stammt aus den Jahren 1950 bis 1977. Dach, Fenster, Leitungen und Heizung treffen Rücklage und Hausgeld.
08Weitere Standorte
Die Zahlen zu ganz Wiesbaden, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Wiesbaden. Die Stadtteile der Nachbarstadt vergleichen wir in Frankfurt für Kapitalanleger. Weitere Städte in Hessen stehen im Überblick Hessen, alle Städte im Städtevergleich 2026.
FAQHäufige Fragen
Welcher Wiesbadener Ortsbezirk ist am besten für Kapitalanleger?
Einen besten Ortsbezirk gibt es nicht. Nordost und Südost haben eine stabile Mieterschaft, aber höhere Preise. Biebrich und Dotzheim sind günstiger und sehr gefragt, der Vermietungsaufwand kann höher sein. Entscheidend sind Ihr Budget, Ihre Haltedauer und die einzelne Wohnung.
Wie viele Stadtteile hat Wiesbaden?
Wiesbaden hat 26 Ortsbezirke. Drei davon, Amöneburg, Kastel und Kostheim, liegen rechts des Rheins gegenüber von Mainz. Der größte ist Biebrich mit knapp 40.000 Einwohnern, der kleinste Heßloch mit rund 700.
Wo sind Wohnungen in Wiesbaden am günstigsten?
Unter den gut belegten Ortsbezirken hatte Biebrich 2025 den niedrigsten Mittelpreis für Nachkriegswohnungen mit 45 bis 79 m² (2.929 €/m², 42 Verkäufe). Noch niedriger lagen das Westend, Dotzheim, Delkenheim und Medenbach, allerdings mit nur vier bis sieben Verkäufen.
Wo sind Wohnungen in Wiesbaden am teuersten?
Für Nachkriegswohnungen lag Nordost mit 3.692 €/m² an der Spitze der gut belegten Bezirke, Mitte mit wenigen Verkäufen bei 3.854 €/m². Altbau und neuere Wohnungen kosten in Nordost rund 4.900 bis 5.100 €/m².
Gibt es in Wiesbaden eine Mietpreisbremse?
Ja. Wiesbaden steht in der hessischen Mieterschutzverordnung. Bei Neuvermietung gilt höchstens die Vergleichsmiete plus 10 %, im laufenden Vertrag eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren. Die Verordnung endet am 25.11.2026, eine Neufassung ist angekündigt.
Wie hoch ist die Mietrendite in den Wiesbadener Ortsbezirken?
In unserer Beispielrechnung mit 10,11 €/m² Miete liegt die Bruttomietrendite zwischen 3,3 % in Nordost und 4,1 % in Biebrich. Mit der höchsten Miete nach Mietpreisbremse wären es rund 0,3 Prozentpunkte mehr.
Wo wächst Wiesbaden?
Am stärksten gewachsen sind von Anfang 2022 bis Anfang 2025 Nordenstadt (+13,7 %) und Erbenheim (+8,6 %). Leicht geschrumpft sind einige Taunusdörfer wie Rambach und Frauenstein.
Weiterlesen
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 15.10.2026.
- Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Landeshauptstadt Wiesbaden, Immobilienmarktbericht 2026 (Berichtsjahr 2025, veröffentlicht 30.06.2026), Kap. 5.3.1 Erstverkauf, 5.3.3 Wiederverkauf je Ortsbezirk, 7.1 Liegenschaftszinssätze
- Landeshauptstadt Wiesbaden, Amt für Statistik und Stadtforschung, Stadtteilprofile 2025 für alle 26 Ortsbezirke, z. B. Ortsbezirk Mitte, Ortsbezirk Biebrich, Ortsbezirk Nordost
- Landeshauptstadt Wiesbaden, Bevölkerung in den Ortsbezirken am 30. September 2026
- Landeshauptstadt Wiesbaden, Mietspiegel für nicht preisgebundene Wohnungen, 14. Fortschreibung, Stand 01.01.2025
- GEWOS im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums, Ergebnisbericht 2026 zu angespannten Wohnungsmärkten; Hessische Landesregierung, Mieterschutz soll auf 71 Kommunen wachsen, 24.09.2026
- Agentur für Arbeit Wiesbaden, Presseinfo Nr. 32, September 2026
- § 32a EStG (Tarif 2026), § 7 EStG (Abschreibung), § 556d BGB (Mietpreisbremse), § 558 BGB (Kappungsgrenze)
- Personen je Haushalt, Bruttomietrenditen und Beispielrechnung: eigene Berechnung, Stand 15.10.2026

Schreibt über Finanzierung und Kalkulation, Steuern und Pflegeimmobilien.
Michael verbindet seine Erfahrung als Banker und ehemaliger Portfolio Manager im Family Office mit der Praxis als eigener Immobilieninvestor. Er schreibt über belastbare Kalkulationen, Finanzierung, Risiken und strategischen Portfolioaufbau.
Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind mit Quelle und Stand angegeben, die Beispielrechnung beruht auf offengelegten Annahmen und ist keine Prognose. Stand 15.10.2026.



