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Kapitalanlage-Immobilien in Hamburg: Zahlen, Stadtteile und eine ehrliche Rechnung

Romolo Marini · 2026-10-13

Hamburg auf einen Blick
1,87 Mio.
Einwohner
31.12.2025, Statistikamt Nord
1,9 %
Leerstand
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
9,94 €/m²
Mietenspiegel 2025
Median, Stichtag 01.04.2025
6.345 €/m²
Ø Kaufpreis Eigentumswohnung
Gutachterausschuss, Kauffälle 2025

Sie überlegen, eine vermietete Wohnung in Hamburg zu kaufen. Die Stadt kennen Sie vielleicht vom Besuch, vom Hafen oder aus dem Berufsleben, und das Gefühl sagt: Hier wird immer jemand wohnen wollen. Das Gefühl liegt nicht falsch. Nur entscheidet über eine Kapitalanlage nicht das Gefühl, sondern das Verhältnis von Kaufpreis zu Miete.

Und genau da wird Hamburg anspruchsvoll. Eine Bestandswohnung hat 2025 im Schnitt 6.345 € pro Quadratmeter gekostet. Der Hamburger Mietenspiegel liegt bei 9,94 € pro Quadratmeter, und bei Neuvermietung gilt die Mietpreisbremse.

Wir haben die amtlichen Zahlen zusammengetragen, acht Stadtteile verglichen und eine Wohnung vor und nach Steuern durchgerechnet. Am Ende wissen Sie, was für Hamburg spricht, was dagegen, und für wen die Stadt passt.

01Hamburg in Zahlen

Die folgende Tabelle bündelt die Daten, die für eine Kaufentscheidung zählen. Jede Zeile nennt Quelle und Stand. Wo es keine belastbare Zahl gibt, steht keine.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner1.869.473Statistikamt Nord, 31.12.2025 (Basis Zensus 2022)
Veränderung zum Vorjahr+6.908 (+0,4 %)Statistikamt Nord, 2025
Prognose 20402,024 Mio.Statistikamt Nord, Vorausberechnung bis 2040
Haushalte1.078.483Statistikamt Nord, Stadtteil-Profile, 31.12.2025
Anteil Einpersonenhaushalte55,1 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Wohnungen985.422Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Leerstandsquote1,9 % (rund 19.950 Wohnungen)Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Anteil selbst genutzter Wohnungen20,8 %Zensus 2022
Fertiggestellte Wohnungen 20255.976Statistikamt Nord, Stadtteil-Profile
Arbeitslosenquote8,4 %Agentur für Arbeit Hamburg, September 2026
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte1.083.600Agentur für Arbeit Hamburg, Juli 2026
Studierende121.397BWFG Hamburg, Wintersemester 2024/25
Ø Kaufpreis Eigentumswohnung6.345 €/m²Gutachterausschuss, Immobilienmarktbericht 2026 (Kauffälle 2025)
Mietenspiegel, Median9,94 €/m²Hamburger Mietenspiegel 2025, Stichtag 01.04.2025
Mietpreisbremseganzes StadtgebietVerordnung 01.01.2026 bis 31.12.2029
Kappungsgrenze15 % in drei JahrenVerordnung 01.09.2023 bis 31.08.2028
Grunderwerbsteuer5,5 %seit 01.01.2023

02Bevölkerung & Nachfrage

Hamburg wächst, aber langsam. Ende 2025 lebten 1.869.473 Menschen in der Stadt, 6.908 mehr als ein Jahr zuvor. Das Plus kam allein durch Zuzug: 91.309 Menschen zogen 2025 nach Hamburg, 82.777 zogen weg. Gleichzeitig gab es 1.170 mehr Sterbefälle als Geburten.

Über zehn Jahre ist der Vergleich etwas unscharf. Ende 2015 wies die amtliche Statistik 1.787.408 Einwohner aus, damals noch auf Basis des Zensus 2011. Seit dem Zensus 2022 wird mit einer neuen Grundlage gerechnet. Die Richtung ist trotzdem klar: Hamburg hat in diesem Zeitraum Einwohner gewonnen. Das Statistikamt Nord erwartet bis 2040 rund 2,024 Millionen Einwohner, gut 83.500 mehr als 2022. Das ist eine Vorausberechnung unter Annahmen zur Zuwanderung und keine Gewissheit.

Für Vermieter wichtiger als die Gesamtzahl ist die Zusammensetzung. 55,1 % aller Hamburger Haushalte sind Einpersonenhaushalte, im Bezirk Hamburg-Nord sogar 63,5 %. Kleine Wohnungen bis etwa 60 m² haben deshalb eine breite Mieterschaft.

Der Leerstand ist niedrig. Zum Zensus-Stichtag am 15.05.2022 standen rund 19.950 von 985.422 Wohnungen leer, also 1,9 %. Bundesweit waren es 4,3 %. Und rund jede dritte leere Wohnung stand schon zwölf Monate oder länger leer. Für den Mietmarkt stehen also noch weniger Wohnungen zur Verfügung, als die Quote vermuten lässt.

03Wirtschaft & Arbeitsmarkt

Hamburg ist ein großer Arbeitsmarkt mit 1.083.600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Juli 2026. Das waren rund 4.800 mehr als ein Jahr zuvor, während die Beschäftigung bundesweit leicht sank. Den stärksten Zuwachs hatte das Gesundheitswesen mit 82.800 Beschäftigten. Die meisten Beschäftigten arbeiten im Bereich Immobilien, freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen, zusammen 147.000.

Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 8,4 %, so hoch wie ein Jahr zuvor. Zwischen den Bezirken gibt es deutliche Unterschiede. Eimsbüttel hat mit 6,8 % die niedrigste Quote, Hamburg-Mitte mit 10,4 % die höchste. Für Ihre Mieterschaft sagt die Quote des Bezirks oft mehr als der Stadtwert.

Hamburg ist auch Hochschulstadt. Im Wintersemester 2024/25 waren 121.397 Studierende eingeschrieben, ein Höchststand. Die Universität Hamburg hatte im Wintersemester 2025/26 42.585 Studierende, die HAW Hamburg 16.536 und die TU Hamburg in Harburg 8.704. Ein Teil der Gesamtzahl entfällt auf Fernhochschulen mit Sitz in Hamburg. Diese Studierenden wohnen meist nicht in der Stadt.

Die Lage ist solide, aber kein Selbstläufer. Steigende Beschäftigung und viele Studierende stützen die Nachfrage nach kleinen Wohnungen. Die Arbeitslosigkeit stagniert dagegen bei 8,4 %.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Für die Kaufpreise gibt es in Hamburg eine sehr gute Quelle. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte wertet jeden notariellen Kaufvertrag aus. Nach seinem Immobilienmarktbericht 2026 kostete eine Eigentumswohnung 2025 im Mittel 6.345 €/m², bei durchschnittlich 76 m² also rund 515.000 €. 2015 waren es 3.828 €/m². Der Höchststand lag 2022 bei 7.035 €/m², seitdem sind die Preise gefallen und 2024 und 2025 nur leicht gestiegen.

Der Durchschnitt hilft beim Einordnen, beim Kaufen hilft er wenig. Entscheidend sind Baujahr und Lage. Der Gutachterausschuss weist dafür eigene Werte aus, hier für nicht vermietete Wohnungen in mittlerer und guter Lage:

BaujahrMittlere LageGute Lage
bis 1919 (Altbau)5.656 €/m²7.068 €/m²
1960 bis 19794.152 €/m²5.699 €/m²
1990 bis 19994.615 €/m²6.210 €/m²
ab 20207.530 €/m²9.521 €/m²

Eine Wohnung aus den 1960er- oder 1970er-Jahren in mittlerer Lage kostet also gut ein Drittel weniger als der Stadtdurchschnitt. Neubauten in mittlerer Lage mit Aufzug und Einbauküche lagen laut Gutachterausschuss bei rund 8.400 €/m².

Auf der Mietseite steht der Mietenspiegel 2025. Er weist zum Stichtag 01.04.2025 einen Median von 9,94 €/m² nettokalt aus, 1,12 % mehr als 2023. Das ist die ortsübliche Vergleichsmiete der letzten sechs Jahre, keine Angebotsmiete. Sie ist trotzdem die Zahl, an der sich eine Neuvermietung in Hamburg orientieren muss.

Setzt man beide Werte ins Verhältnis, ergibt sich der Kaufpreisfaktor, also wie viele Jahresnettokaltmieten der Kaufpreis kostet. Den Kehrwert nennt man Bruttomietrendite.

Kaufpreisfaktor in Hamburg (eigene Rechnung)
Stadtdurchschnitt 6.345 €/m²
Faktor 53,2 (1,9 %)
Altbau mittlere Lage 5.656 €/m²
Faktor 47,4 (2,1 %)
Baujahr 1960–1979 mittlere Lage
Faktor 34,8 (2,9 %)
Neubau ab 2020 mittlere Lage
Faktor 63,1 (1,6 %)
Eigene Rechnung: Kaufpreis je m² (Gutachterausschuss, Kauffälle 2025) geteilt durch 12 × 9,94 €/m² (Mietenspiegel 2025, Median). Klammer = Bruttomietrendite. Neubauten unterliegen bei Erstvermietung nicht der Mietpreisbremse und erzielen meist höhere Mieten, ihr Faktor ist hier deshalb zu hoch angesetzt. Stand 13.10.2026.

Faktoren über 30 bedeuten, dass die Miete allein den Kredit nicht trägt. In Hamburg ist das eher die Regel als die Ausnahme. Prüfen Sie Ihr eigenes Objekt mit dem Mietrendite-Rechner.

05Stadtteile im Überblick

Hamburg ist in sieben Bezirke und rund 100 Stadtteile gegliedert. Die Preise unterscheiden sich stark. Die folgende Auswahl zeigt acht Stadtteile mit amtlichen Strukturdaten des Statistikamts Nord. Die Wohnungspreise stammen aus dem LBS-Immobilienmarktatlas und gelten für Bestandswohnungen ohne Neubau, Stand Januar 2026. Mietdaten je Stadtteil gibt es aus amtlicher Quelle nicht, deshalb rechnen wir hier keine Renditen.

Stadtteil (Bezirk)EinwohnerEinpersonen-haushalteWohnung Bestand €/m²Arbeitslosen-anteilCharakter, für wen geeignet
Winterhude (Nord)61.20064,1 %9.0594,9 %Alster und Stadtpark, hohe Preise; eher für Anleger mit viel Eigenkapital
Ottensen (Altona)36.78061,4 %7.6965,6 %dichter Altbau, Soziale Erhaltungsverordnung; Umwandlung und Modernisierung genehmigungspflichtig
Eimsbüttel (Eimsbüttel)57.60768,4 %7.1335,2 %sehr hoher Singleanteil, Altbau, Soziale Erhaltungsverordnung in Teilen
Barmbek-Nord (Nord)44.66970,2 %5.6027,2 %höchster Singleanteil der Auswahl, Soziale Erhaltungsverordnung
Wandsbek (Wandsbek)38.70662,0 %4.6557,0 %Bezirkszentrum im Osten, Preise unter dem Stadtschnitt
Wilhelmsburg (Mitte)53.76751,0 %4.27610,3 %Elbinsel, 21 % Haushalte mit Kindern, knapp 20 % Sozialwohnungen, höhere Arbeitslosigkeit
Bergedorf (Bergedorf)37.39251,5 %4.1656,4 %eigenes Zentrum im Südosten, 19 % Haushalte mit Kindern (Stadt: 17,5 %), Preise klar unter Stadtschnitt
Harburg (Harburg)29.21761,6 %3.8519,3 %südlich der Elbe, Standort der TU Hamburg, niedrigste Preise der Auswahl
Hamburg gesamt1.980.28555,4 %6.2786,9 %

Einwohner und Haushalte nach Melderegister (31.12.2025), deshalb höher als die amtliche Einwohnerzahl. Arbeitslosenanteil an den 15- bis unter 65-Jährigen, Dezember 2025. Quelle: Statistikamt Nord, Hamburger Stadtteil-Profile Berichtsjahr 2025.

Die Tabelle zeigt eine Spanne von mehr als dem Doppelten. Wer in Winterhude kauft, zahlt pro Quadratmeter gut 2,3-mal so viel wie in Harburg. Die Mieten unterscheiden sich weniger stark, weil der Mietenspiegel nur nach normaler und guter Wohnlage trennt. Günstigere Stadtteile haben deshalb oft das bessere Verhältnis von Preis zu Miete, dafür aber andere Risiken wie eine höhere Arbeitslosigkeit oder einen schwächeren Wiederverkaufsmarkt.

06Regeln für Vermieter in Hamburg

Hamburg reguliert den Mietmarkt stärker als die meisten Städte. Wer hier kauft, sollte die Regeln vor dem Kauf kennen, denn sie bestimmen die Miete und teilweise auch, was Sie mit der Wohnung machen dürfen.

  • Mietpreisbremse: Sie gilt im ganzen Stadtgebiet, aktuell vom 01.01.2026 bis 31.12.2029. Bei Neuvermietung darf die Miete in der Regel höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausgenommen sind Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt wurden, und umfassend modernisierte Wohnungen. Eine höhere Vormiete darf weiter verlangt werden.
  • Kappungsgrenze: Im laufenden Mietverhältnis darf die Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 % steigen, und nie über die Vergleichsmiete. Die Verordnung gilt vom 01.09.2023 bis 31.08.2028 für ganz Hamburg.
  • Umwandlungsverordnung nach § 250 BauGB: Wer ein Mietshaus mit mehr als fünf Wohnungen in Eigentumswohnungen aufteilen will, braucht eine Genehmigung. Der Senat hat die Regel bis 31.12.2030 verlängert. Für Sie als Käufer bedeutet das, dass neue Eigentumswohnungen aus Bestandshäusern seltener auf den Markt kommen.
  • Soziale Erhaltungsverordnungen: In Gebieten wie St. Georg, St. Pauli, Sternschanze, Ottensen, Eimsbüttel-Süd, Barmbek-Nord, Barmbek-Süd und Jarrestadt sind Modernisierungen, Umbauten und Umwandlungen genehmigungspflichtig. Die Stadt hat dort ein Vorkaufsrecht. Ein Bad oder Grundriss lässt sich dort nicht ohne Weiteres nach eigenen Vorstellungen umbauen.
  • Wohnraumschutz: Die Nutzung als Ferienwohnung oder Büro, Leerstand und Abriss brauchen nach dem Hamburgischen Wohnraumschutzgesetz eine Genehmigung. Eine Wohnung als Kapitalanlage lange leer stehen zu lassen, ist also keine Option.

Beim Kauf zahlen Sie in Hamburg 5,5 % Grunderwerbsteuer, dazu rund 1,5 bis 1,8 % für Notar und Grundbuch. Mit dem Kaufnebenkosten-Rechner sehen Sie die Summe für Ihren Kaufpreis.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Hamburg

Nehmen wir Lena. Sie ist ledig, hat ein zu versteuerndes Einkommen von 80.000 € und kauft eine vermietete Zweizimmerwohnung, Baujahr 1972, 60 m², in mittlerer Lage. Den Kaufpreis setzen wir nach dem Gutachterausschuss mit 4.150 €/m² an, also 249.000 €. Die Miete entspricht dem Hamburger Mietenspiegel-Median von 9,94 €/m². Die Bank finanziert den Kaufpreis, die Nebenkosten zahlt Lena aus Eigenkapital. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Lenas Wohnung im ersten Jahr
Betrag
Kaufpreis (60 m² × 4.150 €/m²)249.000 €
Grunderwerbsteuer 5,5 %13.695 €
Notar und Grundbuch (Grundschuld 249.000 €)4.200 €
Eigenkapital für Nebenkosten17.895 €
Mieteinnahmen (60 m² × 9,94 € × 12)+7.157 €
Zinsen (3,7 %, Annahme)−9.213 €
Tilgung (1,5 %, Annahme)−3.735 €
Verwaltung, nicht umlagefähig (30 € im Monat)−360 €
Instandhaltungsrücklage (12 €/m² im Jahr)−720 €
Cashflow vor Steuern−6.871 €
Abschreibung 2 % auf 65 % Gebäudeanteil3.452 €
Steuerlicher Verlust aus Vermietung−5.869 €
Steuerersparnis (Einkommensteuer und Soli 2026)+2.717 €
Cashflow nach Steuern−4.155 €
pro Monat nach Steuern−346 €
Annahmen: Zins im ersten Jahr vereinfacht auf das volle Darlehen. Steuerlicher Verlust = Miete minus Zinsen, Verwaltung und Abschreibung; die Rücklage ist erst absetzbar, wenn sie ausgegeben wird. Gebäudeanteil 65 % angenommen, im Einzelfall nach Bodenrichtwert prüfen. Tarif 2026, ledig, ohne Kirchensteuer. Ohne Maklerprovision, Mietausfall und Kosten der Grundschuld. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Lena zahlt also rund 346 € im Monat zu, auch nach Steuern. Davon fließen 3.735 € im Jahr als Tilgung in ihr eigenes Vermögen, sie verringern ihre Schulden. Rechnet man die Tilgung heraus, liegt der laufende Aufwand bei rund 420 € im Jahr.

Warum ist das Ergebnis so deutlich negativ? Der Kaufpreisfaktor liegt bei 34,8. Die Miete deckt nicht einmal die Zinsen. Bei einer Altbauwohnung oder einem Neubau wäre der Abstand noch größer. Ob sich die Wohnung für Lena rechnet, hängt deshalb vor allem davon ab, wie sich Miete und Wert langfristig entwickeln. Das kann niemand vorhersagen.

Woraus Lenas Jahresergebnis besteht
Mieteinnahmen
+7.157 €
Steuerersparnis
+2.717 €
Zinsen
−9.213 €
Tilgung (Vermögensaufbau)
−3.735 €
Verwaltung und Rücklage
−1.080 €
Eigene Berechnung mit den Annahmen der Tabelle oben, Stand 13.10.2026.

Wie Mieteinnahmen besteuert werden, lesen Sie ausführlich im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern. Was Notar und Grundbuch im Detail kosten, zeigt der Beitrag zu den Notarkosten.

Wie rechnet sich Ihre Wohnung? Kaufpreis, Miete und Kosten eingeben: Der Rechner zeigt Bruttomietrendite und Kaufpreisfaktor.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Hamburg

Wie sähe die Rechnung für Lena mit einer neu gebauten Wohnung aus? Einkommen, Zins und Tilgung bleiben gleich, die Wohnung hat 45 m². Für eine neu errichtete Wohnung im Erstbezug, mittlere Lage, mit Aufzug und Einbauküche hat der Gutachterausschuss zum 01.07.2025 rund 674.000 € für 80 m² ermittelt, also 8.425 €/m². Für 45 m² sind das 379.125 €. Eine amtliche Neubau-Miete gibt es für Hamburg nicht. Wir setzen deshalb das übliche Mietniveau für Neubau-Erstbezug laut dem Marktforschungsinstitut bulwiengesa an, 18,50 €/m² für 2025 oder 832,50 € im Monat. Inserate für neue Wohnungen lagen Anfang 2026 im Schnitt bei 25,00 €/m² (ImmoScout24). Wir rechnen mit dem niedrigeren Wert.

Lenas Neubauwohnung im ersten Jahr
Betrag
Kaufpreis (45 m² × 8.425 €/m²)379.125 €
Grunderwerbsteuer 5,5 %20.852 €
Notar und Grundbuch (Grundschuld 379.125 €)5.697 €
Eigenkapital für Nebenkosten26.549 €
Mieteinnahmen (45 m² × 18,50 € × 12)+9.990 €
Zinsen (3,7 %, Annahme)−14.028 €
Tilgung (1,5 %, Annahme)−5.687 €
Verwaltung, nicht umlagefähig (30 € im Monat)−360 €
Instandhaltungsrücklage (4,80 €/m² im Jahr, Annahme)−216 €
Cashflow vor Steuern−10.301 €
Abschreibung 5 % degressiv auf 65 % Gebäudeanteil13.126 €
Steuerlicher Verlust aus Vermietung−17.524 €
Steuerersparnis (Einkommensteuer und Soli 2026)+7.517 €
Cashflow nach Steuern−2.784 €
pro Monat nach Steuern−232 €
Annahmen: Kaufpreis nach Gutachterausschuss (Standardwohnung Neubau, Erstbezug, mittlere Lage, Stichtag 01.07.2025), ohne Stellplatz und ohne Makler, weil Bauträger meist ohne Käuferprovision verkaufen (Annahme). Miete: Neubau-Mietpreisniveau 2025 von bulwiengesa (Marktquelle, keine amtliche Zahl). Zins im ersten Jahr vereinfacht auf das volle Darlehen. Abschreibung degressiv nach § 7 Abs. 5a EStG auf die Anschaffungskosten ohne Grundschuldkosten. Sie setzt bei einem Kauf voraus, dass der Kaufvertrag zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 geschlossen und die Wohnung bis Ende des Fertigstellungsjahres erworben wird. Gebäudeanteil 65 % wie oben angenommen. Rücklage erst absetzbar, wenn sie ausgegeben wird. Tarif 2026, ledig, ohne Kirchensteuer. Ohne Mietausfall und Kosten der Grundschuld. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Vor Steuern zahlt Lena für die Neubauwohnung rund 858 € im Monat zu, nach Steuern rund 232 €, davon 474 € Tilgung. Die Abschreibung steigt im ersten Jahr von 3.452 € auf 13.126 €, weil 5 % statt 2 % gelten, und sinkt danach jedes Jahr, weil die 5 % immer vom Restwert berechnet werden. Für Instandhaltung setzen wir weniger an, dafür kostet der Quadratmeter mit 8.425 € mehr als doppelt so viel wie im Bestand, und die Bruttomietrendite liegt mit 2,64 % unter der Bestandswohnung (2,87 %), obwohl Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, dauerhaft von der Mietpreisbremse ausgenommen sind (§ 556f BGB).

08Chancen und Risiken einer Kapitalanlage in Hamburg

Hamburg hat Stärken, die in der Rechnung oben nicht auftauchen, und Risiken, die man leicht unterschätzt. Beides gehört auf den Tisch.

Was für Hamburg spricht: Der Leerstand ist mit 1,9 % niedrig. Die Bevölkerung wächst laut Prognose bis 2040 weiter. Mehr als die Hälfte der Haushalte sind Singles, kleine Wohnungen haben also viele mögliche Mieter. Beschäftigung und Studierendenzahlen liegen auf Rekordniveau. Mit der U5 baut die Stadt eine neue U-Bahn-Linie über rund 29 km und 24 Haltestellen von Bramfeld bis Osdorf, der erste Abschnitt verbindet Bramfeld mit der City Nord.

Was dagegen spricht: Die Kaufpreise sind im Verhältnis zur Miete hoch, Bruttomietrenditen liegen meist unter 3 %. Mietpreisbremse und Kappungsgrenze begrenzen Mieterhöhungen. Die Preise sind von 2022 bis 2023 deutlich gefallen, das zeigt, dass auch in Hamburg Wertverluste möglich sind. Dazu kommen die üblichen Risiken jeder vermieteten Wohnung: Zinsen nach Ende der Zinsbindung, Instandhaltung und Sonderumlagen, Mietausfall.

Passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie eine monatliche Zuzahlung von mehreren hundert Euro dauerhaft tragen können.
  • Sie langfristig, also 15 Jahre und mehr, planen.
  • Sie Eigenkapital für die Nebenkosten oder mehr einsetzen können.
  • Sie eine Stadt mit niedrigem Leerstand und großer Mieterschaft suchen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie eine Wohnung suchen, die sich von Anfang an selbst trägt.
  • Sie auf regelmäßige Mieterhöhungen angewiesen sind.
  • Sie die Wohnung nach dem Kauf umfassend umbauen wollen und sie in einem Erhaltungsgebiet liegt.
  • Ihre Rücklagen für Sonderumlagen oder einen Zinsanstieg knapp sind.

Einen allgemeinen Überblick über Vor- und Nachteile der vermieteten Eigentumswohnung finden Sie im Ratgeber Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Hamburg als Kapitalanlage?

Das hängt vom Kaufpreis und Ihren Zielen ab. Bei den aktuellen Preisen trägt sich eine finanzierte Wohnung in Hamburg in der Regel nicht selbst. In unserem Beispiel mit 249.000 € Kaufpreis zahlt die Käuferin nach Steuern rund 346 € im Monat zu. Für Hamburg sprechen der niedrige Leerstand und die stabile Nachfrage.

Wie hoch ist die Mietrendite in Hamburg?

Rechnet man den Durchschnittspreis von 6.345 €/m² (Gutachterausschuss, 2025) gegen den Mietenspiegel-Median von 9,94 €/m², liegt die Bruttomietrendite bei rund 1,9 %. Bei Wohnungen der Baujahre 1960 bis 1979 in mittlerer Lage sind es rund 2,9 %. Das ist eine eigene Rechnung, die tatsächliche Rendite hängt von Kaufpreis und Miete Ihrer Wohnung ab.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Hamburg?

2025 im Durchschnitt 6.345 €/m² oder rund 515.000 € pro Wohnung, so der Gutachterausschuss. Je nach Baujahr und Lage reicht die Spanne in mittlerer Lage von rund 4.150 €/m² für Wohnungen der 1960er- und 1970er-Jahre bis rund 8.400 €/m² für Neubauten mit Aufzug.

Welche Stadtteile in Hamburg eignen sich für Kapitalanleger?

Ein besseres Verhältnis von Kaufpreis zu Miete haben eher Stadtteile mit niedrigeren Preisen wie Wandsbek, Bergedorf, Wilhelmsburg oder Harburg, dort lagen Bestandswohnungen im Januar 2026 zwischen rund 3.850 und 4.650 €/m². Dort sind aber Arbeitslosigkeit und Wiederverkaufsmarkt genauer zu prüfen. In Winterhude, Ottensen oder Eimsbüttel zahlen Sie deutlich mehr pro Quadratmeter.

Gibt es eine Mietpreisbremse in Hamburg?

Ja, im ganzen Stadtgebiet, aktuell vom 01.01.2026 bis 31.12.2029. Bei Neuvermietung darf die Miete in der Regel höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Für Bestandsmieten gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Hamburg?

5,5 % des Kaufpreises, seit dem 01.01.2023. Mit Notar und Grundbuch kommen Sie ohne Makler auf rund 7 bis 7,3 % Kaufnebenkosten. Bei 249.000 € Kaufpreis sind das rund 17.900 €.

Darf ich in Hamburg eine Wohnung als Ferienwohnung vermieten?

Nur mit Genehmigung. Das Hamburgische Wohnraumschutzgesetz verlangt für eine Nutzung als Ferienwohnung eine Genehmigung, ebenso für längeren Leerstand. Für eine klassische Kapitalanlage mit dauerhafter Vermietung spielt das keine Rolle.

Sind die Immobilienpreise in Hamburg gefallen?

Ja, zwischenzeitlich. Der Durchschnittspreis für Eigentumswohnungen fiel nach Angaben des Gutachterausschusses von 7.035 €/m² (2022) auf 6.141 €/m² (2023). 2024 und 2025 stiegen die Preise wieder leicht, auf zuletzt 6.345 €/m². Eine Prognose für die kommenden Jahre geben wir nicht ab.