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Kapitalanlage-Immobilien in Niedersachsen: Städte, Zahlen und Regeln 2026

Michael Pauker · 2026-10-13

Niedersachsen auf einen Blick
8,00 Mio.
Einwohner
Statistisches Bundesamt, 31.12.2025
7,77 Mio.
Einwohner 2040 laut Prognose
16. Vorausberechnung, Variante 2
4,1 %
Leerstand
Zensus, Stichtag 15.05.2022
2.130 €
Ø gebrauchte Wohnung pro m²
Oberer Gutachterausschuss, 2025

Sie überlegen, eine vermietete Wohnung in Niedersachsen zu kaufen. Vielleicht, weil die Preise hier niedriger sind als in Hamburg oder im Süden. Vielleicht, weil Sie Hannover, Oldenburg oder Göttingen kennen. Im Landesschnitt kostete eine gebrauchte Eigentumswohnung 2025 rund 2.130 €/m². Das ist weniger als die Hälfte dessen, was in München bezahlt wird.

Ein niedriger Preis allein sagt aber wenig. Niedersachsen ist ein Flächenland mit großen Unterschieden: Im Oldenburger Münsterland stand 2022 kaum eine Wohnung leer, im Harz fast jede elfte. Diese Seite zeigt die amtlichen Zahlen, vergleicht die wichtigsten Städte und ordnet die Regeln für Vermieter ein.

01Niedersachsen in Zahlen

Die wichtigsten Landesdaten in einer Tabelle, jede Zeile mit Quelle und Stand.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner8.000.826Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis 31.12.2025
Veränderung zum Vorjahr−3.663Gemeindeverzeichnis 31.12.2024 und 2025, eigene Rechnung
Prognose 20407,77 Mio. (−2,9 % ggü. 2024)16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, Variante 2
Wohnungen in Wohngebäuden4.022.580Zensus, 15.05.2022
Leerstandsquote4,1 % (172.711 Wohnungen)Zensus, 15.05.2022
davon seit 12 Monaten oder länger leer86.954Zensus, 15.05.2022
Ø Nettokaltmiete6,56 €/m² (Bund 7,28 €)Zensus, 15.05.2022
Eigentümerquote51,1 %Zensus, 15.05.2022
Arbeitslosenquote6,1 % (Bund 6,4 %)Bundesagentur für Arbeit, September 2026
Gebrauchte EigentumswohnungØ 2.130 €/m²Oberer Gutachterausschuss, Kauffälle 2025
Neubau-Eigentumswohnung (Erstbezug)Ø rund 4.150 €/m²Oberer Gutachterausschuss, Kauffälle 2025
Grunderwerbsteuer5,0 %Landesgesetz, seit 01.01.2014
Mietpreisbremse und Umwandlungsschutz57 Gemeinden, bis 31.12.2029Landesverordnungen, Nds. GVBl. 2025

Niedersachsen liegt bei Leerstand und Miete nahe am Bundesschnitt, die Miete etwas darunter. Gut die Hälfte der Wohnungen bewohnen ihre Eigentümer selbst. Das typische Mietpublikum findet sich also vor allem in den Städten, und genau dort liegen auch die niedrigsten Leerstände.

02Bevölkerung: knappe Märkte im Westen, Leerstand im Süden

Ende 2025 lebten nach dem Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts 8.000.826 Menschen in Niedersachsen, 3.663 weniger als ein Jahr zuvor. Das ist ein kleiner Rückgang. Die 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung von Bund und Ländern erwartet in ihrer mittleren Variante bis 2040 rund 7,77 Millionen Einwohner, 2,9 % weniger als 2024. Bei hoher Zuwanderung wären es nur 0,8 % weniger, bei niedriger 5,1 %.

Wie unterschiedlich die Lage im Land ist, zeigt der Leerstand. Am Zensus-Stichtag 15.05.2022 standen im Landkreis Vechta nur 2,1 % der Wohnungen leer, in der Grafschaft Bentheim 2,4 % und im Landkreis Cloppenburg ebenfalls 2,4 %. Am anderen Ende stehen der Landkreis Goslar mit 8,8 %, Holzminden mit 7,9 % und die Stadt Salzgitter mit 7,1 %. Die Hälfte aller leeren Wohnungen im Land stand ein Jahr oder länger leer.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) bestätigt das Muster in seiner Raumordnungsprognose bis 2045. Goslar ist einer von nur drei westdeutschen Kreisen, in denen alle Altersgruppen schrumpfen. Wolfsburg dagegen soll trotz schwieriger Lage mit plus 5,7 % wachsen, mehr als jeder andere Kreis seines Typs.

03Die wichtigsten Städte für Kapitalanleger in Niedersachsen

Die Tabelle zeigt die acht größten Städte des Landes. Leerstand und Miete stammen einheitlich aus dem Zensus 2022. Die Miete ist der Durchschnitt aller bestehenden Mietverträge im Mai 2022, kein heutiger Angebotspreis.

StadtEinwohner 31.12.2025Leerstand Zensus 2022Ø Miete Zensus 2022MietpreisbremseStädteseite
Hannover522.8033,3 %7,61 €/m²jaKapitalanlage Hannover
Braunschweig252.8113,6 %7,27 €/m²jaKapitalanlage Braunschweig
Oldenburg177.0552,8 %7,79 €/m²jaKapitalanlage Oldenburg
Osnabrück166.2573,1 %7,30 €/m²jaKapitalanlage Osnabrück
Göttingen130.5213,8 %8,38 €/m²jaKapitalanlage Göttingen
Wolfsburg129.8135,6 %7,21 €/m²ja–
Salzgitter104.4337,1 %5,60 €/m²neinKapitalanlage Salzgitter
Hildesheim98.2074,1 %6,34 €/m²ja–

Einwohner: Gemeindeverzeichnis des Statistischen Bundesamts, 31.12.2025. Mietpreisbremse laut Niedersächsischer Mieterschutzverordnung, Stand 13.10.2026.

Für Hannover nennt der Obere Gutachterausschuss rund 3.000 €/m² für gebrauchte und 6.710 €/m² für neu gebaute Eigentumswohnungen (2025). Hannover und der Landkreis Lüneburg sind damit die teuersten Bestandsmärkte auf dem Festland. Auf den Ostfriesischen Inseln liegen die Preise mit rund 10.000 €/m² auf Norderney weit darüber, im Landkreis Helmstedt kosten selbst Neubauwohnungen unter 3.000 €/m².

Leerstand in den größten Städten Niedersachsens (Zensus 2022)
Salzgitter
7,1 %
Wolfsburg
5,6 %
Hildesheim
4,1 %
Göttingen
3,8 %
Braunschweig
3,6 %
Hannover
3,3 %
Osnabrück
3,1 %
Oldenburg
2,8 %
Leerstehende Wohnungen in Wohngebäuden (ohne Wohnheime) am 15.05.2022, Zensus 2022, Regionaltabelle Gebäude und Wohnungen. Niedersachsen gesamt 4,1 %.

Oldenburg, Osnabrück und Hannover bilden die Gruppe mit dem niedrigsten Leerstand. Göttingen hat die höchste Miete, getragen von der Universität. Wolfsburg und Salzgitter hängen stark an der Autoindustrie und hatten 2022 überdurchschnittlich viele leere Wohnungen. Salzgitter ist die einzige der acht Städte ohne Mietpreisbremse. Das erlaubt freiere Mieten bei Neuvermietung, zeigt aber auch, dass das Land dort keinen angespannten Markt sieht.

04Regeln für Vermieter in Niedersachsen

Niedersachsen hat im November 2025 seine Regeln für angespannte Wohnungsmärkte bis Ende 2029 verlängert. Sie gelten in 57 Gemeinden, darunter Hannover, Braunschweig, Göttingen, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg und Lüneburg, dazu Inseln wie Norderney, Borkum und Juist.

RegelWas in Niedersachsen giltStand
MietpreisbremseIn 57 Gemeinden: neue Miete höchstens ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 %, Ausnahmen u. a. für Neubaubis 31.12.2029
KappungsgrenzeIn 57 Gemeinden 15 % in drei Jahren, sonst 20 %bis 31.12.2029
Umwandlungsschutz (§ 250 BauGB)Umwandlung in Eigentum in Häusern mit mehr als fünf Wohnungen genehmigungspflichtig, in denselben 57 Gemeindenbis 31.12.2029
Kündigungssperrfrist nach Umwandlung5 Jahre kein Eigenbedarf nach Umwandlungbis 31.12.2031
Grunderwerbsteuer5,0 %seit 01.01.2014

Für den Kauf einer einzelnen vermieteten Bestandswohnung gibt es keine Landesförderung. Die Wohnraumförderung über die NBank richtet sich an Bauherren und Eigentümer, die Mietwohnungen schaffen oder modernisieren und dafür Miet- und Belegungsbindungen eingehen.

05Kaufnebenkosten in Niedersachsen

Die Grunderwerbsteuer beträgt in Niedersachsen 5,0 %, seit 2014 unverändert. Das liegt im Mittelfeld: Bayern verlangt 3,5 %, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein 6,5 %. Details stehen auf der Seite Grunderwerbsteuer in Niedersachsen.

Kaufnebenkosten einer Wohnung für 250.000 € in Niedersachsen
Betrag
Grunderwerbsteuer 5,0 %12.500 €
Notar und Grundbuch (rund 1,5 %, geschätzt)3.750 €
Makler 3,57 % Käuferanteil (falls beteiligt)8.925 €
Kaufnebenkosten mit Makler25.175 €
ohne Makler16.250 €
Notar und Grundbuch liegen je nach Kaufpreis und Finanzierung bei rund 1,3 bis 1,8 %. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Bei einer gebrauchten 60-m²-Wohnung zum Landesdurchschnitt von 2.130 €/m² läge der Kaufpreis bei rund 128.000 €, die Nebenkosten ohne Makler bei gut 8.000 €. Diese Summe zahlen Sie in der Regel aus Eigenkapital. Was Notar und Grundbuch im Einzelnen kosten, erklärt der Ratgeber Notarkosten beim Immobilienkauf, Ihren Fall rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner.

06Chancen und Risiken einer Kapitalanlage in Niedersachsen

Der Arbeitsmarkt liegt leicht besser als im Bund. Im September 2026 betrug die Arbeitslosenquote 6,1 %, bundesweit 6,4 %. Ein Teil der Beschäftigung hängt allerdings an wenigen großen Arbeitgebern, vor allem in der Autoindustrie rund um Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Emden. Gerät eine Branche unter Druck, trifft das die Mietnachfrage in ganzen Städten.

Die Prognose ist der zweite Punkt. Bundesweit sollen bis 2045 laut BBSR vor allem Städte und zentral gelegene Kreise wachsen, ländliche und periphere Kreise verlieren. In Niedersachsen trifft das besonders den Süden mit Harz und Weserbergland sowie Teile der Küste: In Cuxhaven soll die Zahl der 20- bis 66-Jährigen bis 2045 um 6,5 % sinken.

Was für Niedersachsen sprichtWas dagegen spricht
Moderate Kaufpreise, Ø 2.130 €/m² gebrauchtPrognose −2,9 % Einwohner bis 2040
Oldenburg, Osnabrück, Hannover mit niedrigem LeerstandGoslar 8,8 %, Holzminden 7,9 %, Salzgitter 7,1 % Leerstand
Arbeitslosenquote 6,1 %, unter BundesschnittAbhängigkeit von der Autoindustrie in mehreren Städten
Grunderwerbsteuer 5,0 %, MittelfeldZensusmiete 6,56 €/m², unter Bundesschnitt
Regeln bis 2029 verlängert, planbarMietpreisbremse und Umwandlungsschutz in 57 Gemeinden

Hinzu kommen die Risiken jeder vermieteten Wohnung. Ein höherer Zins bei der Anschlussfinanzierung erhöht Ihre Belastung. Sonderumlagen für Dach, Heizung oder Fassade belasten vor allem ältere Häuser. Und in Städten mit hohem Leerstand dauert ein Mieterwechsel länger, und Sie haben weniger Spielraum bei der Miete.

Niedersachsen passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie mit moderatem Kaufpreis einsteigen und gezielt Städte mit niedrigem Leerstand auswählen.
  • Sie Eigenkapital für Nebenkosten und eine Reserve haben.
  • Sie zehn Jahre und länger halten wollen.
  • Sie die Abhängigkeit einer Stadt von einzelnen Arbeitgebern prüfen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie nur wegen des niedrigen Preises in einem schrumpfenden Kreis kaufen würden.
  • Sie mit steigenden Kaufpreisen rechnen, damit die Rechnung aufgeht.
  • Sie keine Reserve für Mietausfall oder Sonderumlagen haben.
  • Ein Zinsanstieg Ihr Budget sprengen würde.

07Weitere Standorte

Städte in Niedersachsen: Braunschweig · Göttingen · Hannover · Hildesheim · Oldenburg · Osnabrück · Salzgitter · Wolfsburg

Nachbarländer: Bremen · Hamburg · Schleswig-Holstein · Mecklenburg-Vorpommern · Brandenburg · Sachsen-Anhalt · Thüringen · Hessen · Nordrhein-Westfalen

Alle Standorte im Vergleich: Wo lohnt sich eine Kapitalanlage-Immobilie? Städte im Vergleich 2026 · Welches Bundesland eignet sich? Alle 16 im Vergleich

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Kapitalanlage-Immobilie in Niedersachsen?

Das hängt von der Stadt ab. Die Kaufpreise liegen im Landesschnitt bei rund 2.130 €/m² für gebrauchte Wohnungen und damit deutlich unter Süddeutschland. Oldenburg, Osnabrück und Hannover haben niedrigen Leerstand. In Kreisen wie Goslar oder Holzminden stehen dagegen viele Wohnungen leer, und die Bevölkerung schrumpft.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Niedersachsen?

Laut Oberem Gutachterausschuss kosteten gebrauchte Eigentumswohnungen 2025 im Landesschnitt rund 2.130 €/m², Neubauwohnungen im Erstbezug rund 4.150 €/m². In Hannover waren es rund 3.000 und 6.710 €/m², auf Norderney rund 10.000 €/m² im Wiederverkauf.

Wo gilt in Niedersachsen die Mietpreisbremse?

In 57 Gemeinden, darunter Hannover, Braunschweig, Göttingen, Hildesheim, Oldenburg, Osnabrück, Wolfsburg und Lüneburg. Die Regeln gelten bis 31.12.2029. Salzgitter gehört nicht dazu.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Niedersachsen?

5,0 % des Kaufpreises. Mit Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler kommen Sie auf rund 6,5 bis 10 % Kaufnebenkosten.

Wie hoch ist der Leerstand in Niedersachsen?

Laut Zensus 2022 standen 4,1 % der Wohnungen in Wohngebäuden leer. Im Landkreis Vechta waren es 2,1 %, in Oldenburg 2,8 %, im Landkreis Goslar 8,8 %.

Gibt es in Niedersachsen ein Umwandlungsverbot?

Ja, in denselben 57 Gemeinden wie die Mietpreisbremse. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Häusern mit mehr als fünf Wohnungen braucht dort bis Ende 2029 eine Genehmigung. Für den Kauf einer bereits bestehenden Eigentumswohnung ändert das nichts.

Wie entwickelt sich die Bevölkerung in Niedersachsen?

Die 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung erwartet in ihrer mittleren Variante bis 2040 rund 7,77 Millionen Einwohner, 2,9 % weniger als 2024. Wachstum ist eher in Städten und im Westen des Landes zu erwarten, Rückgänge im Süden.