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Kapitalanlage-Immobilien in Osnabrück: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Moe Afonso · 2026-10-13

Osnabrück auf einen Blick
166.257
Einwohner
31.12.2025, amtliche Fortschreibung
3,1 %
Leerstand
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
2.440 €/m²
gebrauchte Eigentumswohnung
Median 2025, Gutachterausschüsse Niedersachsen
50,3 %
Einpersonenhaushalte
Zensus 2022

Osnabrück taucht selten auf den bekannten Listen der Anlegerstädte auf. Wer die Stadt trotzdem prüft, findet Zahlen, die für Vermieter interessant sind. Nur gut 3 % der Wohnungen standen beim Zensus 2022 leer, und eine gebrauchte Eigentumswohnung kostete 2025 im Mittel 2.440 € pro Quadratmeter.

Es gibt auch die andere Seite. In Osnabrück gilt die Mietpreisbremse, die Neubautätigkeit ist schwach, und das VW-Werk am Stadtrand sucht noch eine Zukunft. Wer nur auf den Leerstand schaut, übersieht diese Punkte.

Wir haben deshalb die amtlichen Daten zusammengetragen: Zensus, Stadtstatistik, Mietspiegel und die Kaufpreise der Gutachterausschüsse. Am Ende rechnen wir eine Bestandswohnung und eine Neubauwohnung vor und nach Steuern durch.

01Osnabrück in Zahlen

Die Tabelle bündelt die wichtigsten Daten. Wo zwei amtliche Stellen unterschiedlich zählen, steht das dabei.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (amtliche Fortschreibung)166.257Statistische Ämter, 31.12.2025
Einwohner laut Melderegister der Stadt171.582Stadt Osnabrück, 30.06.2025
Einwohner Zensus 2011 / Zensus 2022153.699 / 164.898Zensus
Prognose 2040 (Basisszenario der Stadt)176.857Bevölkerungsprognose 2023–2040, Basis Melderegister
Prognose 2040 / 2045 des Landesamts (mittlere Variante)−7,2 % / −9,1 %LSN, 5. regionalisierte Vorausberechnung, Basis 31.12.2024
Prognose 2045 des Bundes (BBSR)±0 %BBSR-Raumordnungsprognose 2045, Basis 2022
Haushalte86.529Zensus 2022
Anteil Einpersonenhaushalte50,3 %Zensus 2022
Wohnungen91.260Zensus 2022
Leerstandsquote3,1 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Eigentümerquote31,2 %Zensus 2022
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort101.934Stadt Osnabrück, 31.12.2024
Arbeitslosenquote Stadt7,9 %Stadt Osnabrück, Ende 2024
Arbeitslosenquote Agenturbezirk (Stadt und Landkreis)5,3 %Agentur für Arbeit, September 2026
Studierende Universität / Hochschule13.271 / 10.905Angaben der Hochschulen, WS 2025/26
Ø Nettokaltmiete im Bestand7,30 €/m²Zensus 2022
Mietspiegel, 41–60 m², Baujahr 1972–19797,89 €/m²Mietspiegel 2025/2026
Kaufpreis gebrauchte Eigentumswohnung (Median)2.440 €/m²Gutachterausschüsse Niedersachsen, Berichtsjahr 2025
Kaufpreis Wohnung ab Baujahr 2023 (Median)5.400 €/m²Gutachterausschüsse Niedersachsen, Berichtsjahr 2025
Grunderwerbsteuer Niedersachsen5,0 %seit 01.01.2014
Mietpreisbremse und Kappungsgrenze 15 %jabis 31.12.2029

Gut zwei Drittel der Wohnungen in Osnabrück sind vermietet. Die Stadt ist damit ein Mietermarkt, auch wenn der Eigentümeranteil höher liegt als in Großstädten wie Leipzig oder Hannover.

02Bevölkerung und Nachfrage

Für Osnabrück gibt es zwei Einwohnerzahlen, und beide sind richtig. Die amtliche Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022 kommt Ende 2025 auf 166.257 Menschen. Das Melderegister der Stadt zählt Mitte 2025 rund 171.600. Die Differenz entsteht, weil der Zensus Karteileichen herausrechnet, das Melderegister nicht.

Wichtiger als die genaue Zahl ist die Richtung. Zwischen den beiden Volkszählungen 2011 und 2022 wuchs die Stadt um gut 11.000 Einwohner. Getragen wird das allein vom Zuzug, denn seit 2022 sterben in Osnabrück jedes Jahr mehr Menschen, als geboren werden. 2024 lag der Wanderungsgewinn bei 568 Personen, im ersten Halbjahr 2025 war er ausgeglichen.

Bei der Zukunft widersprechen sich zwei amtliche Rechnungen. Die Statistikstelle der Stadt rechnet im Basisszenario bis 2040 mit 176.857 Einwohnern, also rund 3 % mehr als 2022, und selbst im ungünstigsten Fall mit gleichbleibender Zahl. Das Landesamt für Statistik kommt in seiner Vorausberechnung vom Februar 2026 zu einem anderen Ergebnis. In der mittleren Variante verliert Osnabrück bis 2040 rund 7 % und bis 2045 rund 9 % seiner Einwohner, weil weniger Menschen zuziehen und mehr sterben als geboren werden.

Die Raumordnungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung liegt dazwischen und erwartet bis 2045 eine gleichbleibende Einwohnerzahl. Welche Rechnung recht behält, weiß heute niemand. Die Stadt rechnet mit ihrem Melderegister und kennt die geplanten Neubaugebiete, das Land rechnet einheitlich für alle Kreise. Für Ihre Kalkulation heißt das, vorsichtig zu sein und nicht mit Bevölkerungswachstum zu rechnen. In beiden Rechnungen wächst die Zahl der Älteren.

Für Vermieter zählt die Zahl der Haushalte. Laut Zensus 2022 lebte in jedem zweiten Haushalt nur eine Person. Studierende, Berufseinsteiger und ältere Alleinstehende fragen kleine Wohnungen nach, und dieses Segment wächst laut Stadt seit Jahren.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Osnabrück ist Arbeitsort für ein großes Umland. Ende 2024 hatten 101.934 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in der Stadt, bei rund 166.000 Einwohnern. Einen amtlichen Pendlersaldo haben wir nicht gefunden.

Die größten Arbeitgeber der Region kommen aus dem Gesundheitswesen. Die Niels-Stensen-Kliniken beschäftigen laut IHK rund 7.000 Menschen, das Klinikum Osnabrück gut 3.500. Dazu kommen Universität und Hochschule, Verwaltung und ein breiter Mittelstand aus Maschinenbau, Logistik und Handel.

Ein offenes Risiko ist das Volkswagen-Werk mit rund 2.300 Beschäftigten. Die Produktion des T-Roc Cabrio soll Mitte 2027 enden. Im März 2026 hat Rheinmetall eine Übernahme abgesagt, VW will bis Ende 2026 über die Zukunft entscheiden. Für den Mietmarkt einer Stadt mit 100.000 Arbeitsplätzen ist das kein Untergang, für einzelne Stadtteile im Westen aber ein Faktor.

Die Arbeitslosenquote der Stadt lag Ende 2024 bei 7,9 %. Für den Agenturbezirk aus Stadt und Landkreis meldete die Arbeitsagentur im September 2026 eine Quote von 5,3 %, leicht über dem Vorjahr. Im verarbeitenden Gewerbe gingen binnen eines Jahres rund 1.150 Stellen in der Region verloren, im Sozial- und Gesundheitswesen kamen welche hinzu.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

In Osnabrück liegen Bestands- und Angebotsmieten weit auseinander. Der Zensus ermittelte 2022 eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 7,30 €/m². Eine Inserate-Analyse des Bundesbauministeriums kam laut Stadt auf 10,01 €/m² bei Neu- und Wiedervermietung. Portale wie miet-check.de zeigen für die letzten zwölf Monate sogar 11,77 €/m².

Für Ihre Rechnung zählt vor allem der Mietspiegel. Osnabrück hat einen einfachen Mietspiegel, ausgewertet aus Mieten der Jahre 2019 bis 2024. Eine Wohnung mit 41 bis 60 m² aus den 1970er Jahren liegt dort bei 7,89 €/m², eine aus den Jahren 2010 bis 2014 bei 10,53 €/m². Ein qualifizierter Mietspiegel soll Anfang 2027 erscheinen.

Bei den Kaufpreisen stützen wir uns auf die Gutachterausschüsse in Niedersachsen. Sie werten alle notariellen Kaufverträge aus. Im Berichtsjahr 2025 kostete eine gebrauchte Eigentumswohnung in der Stadt Osnabrück im Mittel 2.440 €/m². Im Landkreis waren es 1.960 €/m², in Hannover 2.950 €/m².

Kaufpreisfaktor und Bruttomietrendite einer gebrauchten Wohnung
Mit MietspiegelmieteMit Angebotsmiete
Kaufpreis je m² (Median 2025)2.440 €2.440 €
Nettokaltmiete je m² und Monat7,89 €10,01 €
Jahresmiete je m²94,68 €120,12 €
Kaufpreisfaktor25,820,3
Bruttomietrendite3,9 %4,9 %
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Kaufpreis: Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen, gebrauchte Eigentumswohnungen, Berichtsjahr 2025. Mietspiegelmiete: 41–60 m², Baujahr 1972–1979. Angebotsmiete: Inserate-Analyse des Bundesbauministeriums, zitiert von der Stadt Osnabrück. Bruttomietrendite = Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis, ohne Nebenkosten.

Der Kaufpreisfaktor sagt, wie viele Jahresmieten der Kaufpreis kostet. Mit Mietspiegelmiete sind es rund 26. Die Bruttomietrendite von fast 5 % mit Angebotsmiete erreichen Sie nur bei Neuvermietung, und nur wenn die Mietpreisbremse diese Miete zulässt. Bei einer Wohnung aus den 1970er Jahren erlaubt sie höchstens rund 8,70 €/m², also 10 % über der Vergleichsmiete.

Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis, Miete und Nebenkosten eingeben, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

05Stadtteile im Überblick

Osnabrück hat 23 Stadtteile. Amtliche Kaufpreise je Stadtteil veröffentlichen die Gutachterausschüsse nicht. Die Mietangaben in der Tabelle sind Angebotsmieten aus Inseraten der letzten zwölf Monate (miet-check.de) und liegen über dem, was Bestandsmieter zahlen. Die Entwicklung stammt aus der Bevölkerungsprognose der Stadt.

StadtteilPrägungAngebotsmiete (Portal)Entwicklung laut StadtFür wen eher geeignet
WesterbergUniversitätsstandort, Villen und Altbau, Hochschulcampus12,63 €/m²wächst bis 2030Anleger, die Lage über Rendite stellen
Weststadtgemischte Wohnlage nahe Innenstadt und Uni12,43 €/m²stabilkleine Wohnungen für Studierende und Berufseinsteiger
InnenstadtAltstadt, Wohnungen über Geschäften, viele Singles11,90 €/m²wächst bis 2030Mikro- und Zweizimmerwohnungen, hohe Fluktuation
Wüstedicht bebautes Wohnviertel, über 5.000 Einpersonenhaushalte11,16 €/m²stabilkleine Wohnungen mit breiter Nachfrage
Schinkel und Schinkel-Ostfrüheres Arbeiterviertel östlich der Bahn, Nachverdichtung10,58 €/m²Schinkel-Ost wächstAnleger mit Blick auf Kaufpreis, genaue Objektprüfung
FledderGewerbe und neues Lok-Viertel am Güterbahnhof10,58 €/m²stärkstes Wachstum (+132 % bis 2030)Neubau-Interessenten, mehr Angebot und Wettbewerb
Dodesheide und SonnenhügelNordosten, Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit10,54 €/m²leicht rückläufigFamilienwohnungen, niedrigere Mieten
Eversburg und HafenNordwesten, Wohnen und Gewerbe, Nähe VW-Werk12,35 €/m²rückläufig in mehreren äußeren Stadtteilennur mit Blick auf die Entwicklung des VW-Standorts

Die Unterschiede bei den Angebotsmieten sind kleiner als in größeren Städten. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Stadtteil liegen rund 2 €/m². Für eine Kapitalanlage entscheidet in Osnabrück deshalb eher das einzelne Haus als die Adresse.

06Regeln für Vermieter in Osnabrück

Osnabrück gehört zu den 57 Gemeinden, die Niedersachsen als angespannten Wohnungsmarkt bestimmt hat. Daraus folgen mehrere Regeln.

  • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Niedersächsische Mieterschutzverordnung gilt bis 31.12.2029. Ausnahmen gelten unter anderem für eine höhere Vormiete, für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und nach umfassender Modernisierung.
  • Kappungsgrenze: Im laufenden Mietverhältnis darf die Miete in drei Jahren um höchstens 15 % steigen, nicht um 20 %.
  • Umwandlungsschutz: Wer ein Mietshaus in Eigentumswohnungen aufteilen will, braucht bis 31.12.2029 eine Genehmigung nach § 250 BauGB. Für den Kauf einzelner, schon bestehender Eigentumswohnungen gilt das nicht.
  • Kündigungssperrfrist: Wird eine vermietete Wohnung nach der Umwandlung verkauft, kann der Käufer erst nach fünf Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen.
  • Zweckentfremdung: Eine Satzung gegen Zweckentfremdung von Wohnraum gibt es in Osnabrück nach unserem Stand nicht.

Beim Kauf zahlen Sie in Niedersachsen 5,0 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 2 % und gegebenenfalls ein Makler. Wie sich die Notarkosten zusammensetzen, lesen Sie im Ratgeber zu den Notarkosten. Ihre eigenen Kaufnebenkosten rechnen Sie mit dem Kaufnebenkosten-Rechner aus.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Osnabrück

Nehmen wir Katrin. Sie ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 65.000 €. Sie kauft eine vermietete Zweizimmerwohnung mit 55 m² in einem Mehrfamilienhaus aus den 1970er Jahren. Sie zahlt 2.440 €/m², den Median für gebrauchte Wohnungen 2025. Der Mieter zahlt 8,00 €/m² kalt, knapp über dem Mietspiegelwert von 7,89 €/m². Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Katrins Wohnung im ersten vollen Jahr
Betrag
Kaufpreis (55 m² × 2.440 €)134.200 €
Grunderwerbsteuer 5,0 %6.710 €
Notar und Grundbuch (geschätzt, rund 1,8 %)2.416 €
Gesamtkosten143.326 €
Kaltmiete im Jahr (8,00 €/m²)+5.280 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (85 € im Monat)−1.020 €
Zinsen (3,8 % auf 134.200 €)−5.100 €
Tilgung (2 %)−2.684 €
Cashflow vor Steuern−3.524 €
Steuerersparnis (Tarif 2026)+1.001 €
Cashflow nach Steuern−2.523 €
davon Tilgung, die Ihre Restschuld senkt2.684 €
Annahmen: Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, Kaufpreis voll finanziert, Zins 3,8 %, kein Makler, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Kaufpreis nach Gutachterausschüssen Niedersachsen (Berichtsjahr 2025), Miete nach Mietspiegel 2025/2026. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Katrin legt nach Steuern rund 210 € im Monat drauf. Gleichzeitig tilgt sie rund 224 € im Monat, dieses Geld senkt ihre Restschuld. Ohne Tilgung bliebe nach Steuern ein kleiner Überschuss von rund 160 € im Jahr.

Woher kommt die Steuerersparnis? Katrin zieht Zinsen, Abschreibung und den Verwaltungsteil des Hausgelds von der Miete ab. Für ein Haus aus den 1970er Jahren gilt eine Abschreibung von 2 % im Jahr. Als Gebäudeanteil setzen wir 75 % der Anschaffungskosten an, der Rest entfällt auf den Grund und Boden.

Woraus sich Katrins steuerliches Ergebnis zusammensetzt
Mieteinnahmen
+5.280 €
Zinsen
−5.100 €
Abschreibung (2 % auf 107.495 €)
−2.150 €
Abziehbarer Teil des Hausgelds
−540 €
Ergebnis Vermietung
−2.510 €
Die Erhaltungsrücklage (40 € im Monat) ist erst abziehbar, wenn die Eigentümergemeinschaft sie ausgibt. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 16.205 € ohne, 15.204 € mit der Wohnung.

Das Beispiel zeigt Osnabrück, wie es ist. Der Kaufpreisfaktor ist niedriger als in vielen Großstädten, die Miete ist aber durch Mietspiegel und Mietpreisbremse begrenzt. Ein Überschuss ab dem ersten Monat entsteht so nicht. Wie Mieteinnahmen genau versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Osnabrück

Angenommen, Katrin kauft stattdessen eine neu gebaute Wohnung mit 45 m² vom Bauträger und vermietet sie als Erste. Wohnungen der Baujahre ab 2023 kosteten laut Gutachterausschüssen im Berichtsjahr 2025 im Mittel 5.400 €/m². Als Miete setzen wir 16,99 €/m² an, die Angebotsmiete für Wohnungen ab Baujahr 2021 auf miet-check.de. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.

Katrins Neubauwohnung im ersten vollen Jahr
Betrag
Kaufpreis (45 m² × 5.400 €)243.000 €
Grunderwerbsteuer 5,0 %12.150 €
Notar und Grundbuch (geschätzt, rund 1,8 %)4.374 €
Gesamtkosten259.524 €
Kaltmiete im Jahr (16,99 €/m²)+9.175 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (50 € im Monat)−600 €
Zinsen (3,8 % auf 243.000 €)−9.234 €
Tilgung (2 %)−4.860 €
Cashflow vor Steuern−5.519 €
Abschreibung degressiv 5 % auf 207.619 €, steuerliches Ergebnis −10.800 €10.381 €
Steuerersparnis (Tarif 2026)+4.152 €
Cashflow nach Steuern−1.367 €
davon Tilgung, die Ihre Restschuld senkt4.860 €
Annahmen wie oben. Dazu: Gebäudeanteil 80 % (Annahme, im Einzelfall aus der Kaufpreisaufteilung), Abschreibung 5 % vom Restwert nach § 7 Abs. 5a EStG (Baubeginn oder Kaufvertrag zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029, Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres), Hausgeld 50 € im Monat mit 20 € Erhaltungsrücklage (Annahme), keine Sonderabschreibung. Miete ist eine Angebotsmiete aus Inseraten, nicht amtlich. Einkommensteuer 12.053 € statt 16.205 €. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Mit dieser Miete legt Katrin nach Steuern rund 114 € im Monat drauf statt rund 210 €, und sie tilgt rund 405 € statt 224 €. Die Abschreibung ist fast fünfmal so hoch wie beim Bestand, und in einem neuen Haus fällt in den ersten Jahren meist weniger Instandhaltung an. Dafür kostet der Quadratmeter mehr als doppelt so viel, und die Bruttomietrendite liegt mit rund 3,8 % knapp unter der Bestandswohnung (3,9 %).

Die Rechnung hängt stark an der Miete. Inseratsmieten liegen oft über dem, was am Ende vereinbart wird. Setzt man den Mietspiegelwert für Wohnungen ab 2015 an (11,41 €/m²), sinkt die Bruttomietrendite auf rund 2,5 %, und Katrin legt nach Steuern rund 275 € im Monat drauf. Die Mietpreisbremse gilt für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, nicht (§ 556f BGB), die Kappungsgrenze bei späteren Erhöhungen schon. Weil die degressive Abschreibung vom Restwert rechnet, wird sie jedes Jahr kleiner, den Verlauf zeigt der AfA-Rechner.

08Chancen und Risiken

Was für Osnabrück spricht, lässt sich mit Zahlen belegen. Was dagegen spricht, ebenso.

Chancen

  • Niedriger Leerstand: Nur rund 1,4 % des Bestands waren beim Zensus kurzfristig beziehbar.
  • Viele kleine Haushalte und zwei große Hochschulen sorgen für Nachfrage nach kleinen Wohnungen.
  • Die Stadt selbst rechnet bis 2040 nicht mit einem Rückgang der Einwohnerzahl.
  • Gebrauchte Wohnungen kosten deutlich weniger als in Hannover, bei ähnlich niedrigem Leerstand.
  • Bestandsmieter wohnen im Schnitt fast zehn Jahre in ihrer Wohnung, das spricht für stabile Mietverhältnisse.

Risiken

  • Mietpreisbremse und Kappungsgrenze von 15 % begrenzen Mieterhöhungen bis mindestens Ende 2029.
  • Ein qualifizierter Mietspiegel ab 2027 kann die Vergleichsmiete neu festlegen.
  • Die Zukunft des VW-Werks mit rund 2.300 Beschäftigten ist offen, im verarbeitenden Gewerbe der Region gehen Stellen verloren.
  • Das Bevölkerungswachstum hängt vollständig am Zuzug, und das Landesamt erwartet bis 2045 einen Rückgang um rund 9 %.
  • Über zwei Drittel der Gebäude stammen aus der Zeit vor 1980, energetische Sanierungen können die Rücklage belasten.
  • Neue Quartiere wie das Lok-Viertel mit bis zu 1.900 Wohnungen bringen zusätzliches Angebot.
Osnabrück passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie eine mittelgroße Stadt mit engem Wohnungsmarkt suchen.
  • Sie langfristig vermieten und über Tilgung Vermögen aufbauen wollen.
  • Sie einen monatlichen Zuschuss von 100 bis 300 € tragen können.
  • Sie Mietvertrag, Mietspiegel und Protokolle der Eigentümerversammlung genau prüfen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie ab dem ersten Monat einen Überschuss erwarten.
  • Sie mit stark steigenden Mieten im Bestand rechnen.
  • Sie eine Wohnung im Umfeld des VW-Werks ohne Blick auf dessen Zukunft kaufen würden.
  • Sie kurzfristig verkaufen müssten.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Osnabrück als Kapitalanlage?

Das hängt vom Kaufpreis, der Miete und Ihrem Einkommen ab. Gebrauchte Wohnungen kosteten 2025 im Mittel 2.440 €/m² und bringen mit Mietspiegelmiete brutto rund 3,9 % im Jahr. Mit Vollfinanzierung legen Sie in unserem Beispiel monatlich rund 210 € drauf und tilgen rund 224 €. Rechnen Sie jede Wohnung einzeln.

Wie hoch ist die Mietrendite in Osnabrück?

Mit der Vergleichsmiete aus dem Mietspiegel ergibt sich für eine gebrauchte Wohnung eine Bruttomietrendite von rund 3,9 %. Mit der Angebotsmiete von 10,01 €/m² wären es rund 4,9 %, sofern die Mietpreisbremse diese Miete bei Neuvermietung zulässt.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Osnabrück?

Laut Gutachterausschüssen kostete eine gebrauchte Eigentumswohnung in der Stadt Osnabrück im Berichtsjahr 2025 im Mittel 2.440 €/m². Wohnungen der Baujahre ab 2023 lagen bei 5.400 €/m². Im Landkreis Osnabrück waren gebrauchte Wohnungen mit 1.960 €/m² deutlich günstiger.

Welche Stadtteile in Osnabrück eignen sich für Kapitalanleger?

Die höchsten Angebotsmieten haben Westerberg, Weststadt und Innenstadt, die niedrigsten Dodesheide, Sonnenhügel, Schinkel und Fledder. Der Abstand beträgt nur rund 2 €/m². Wichtiger als der Stadtteil sind Baujahr, Zustand des Hauses und die Miete im Verhältnis zum Mietspiegel.

Gibt es eine Mietpreisbremse in Osnabrück?

Ja. Osnabrück steht in der Niedersächsischen Mieterschutzverordnung, die bis 31.12.2029 gilt. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Dazu gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

Wächst Osnabrück noch?

Zwischen den Volkszählungen 2011 und 2022 kamen gut 11.000 Einwohner hinzu. Für die Zukunft gibt es zwei Rechnungen: Die Stadt erwartet bis 2040 rund 3 % mehr Einwohner als 2022, das Landesamt für Statistik in seiner mittleren Variante rund 7 % weniger als Ende 2024.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Osnabrück?

In Niedersachsen beträgt die Grunderwerbsteuer seit 01.01.2014 5,0 %. Bei einer Wohnung für 134.200 € sind das 6.710 €.

Wie hoch ist der Leerstand in Osnabrück?

Laut Zensus standen am 15.05.2022 rund 3,1 % der Wohnungen leer. Innerhalb von drei Monaten beziehbar waren nur rund 1,4 % des Bestands.