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Kapitalanlage-Immobilien in Köln: was die Zahlen 2026 sagen

Moe Afonso · 2026-10-13

Köln auf einen Blick
1.100.076
Einwohner
Stand 31.12.2025, Stadt Köln
2,5 %
Leerstand
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
14,70 €
Angebotsmiete je m²
Median 2025, nettokalt
rund 4.320 €/m²
gebrauchte Eigentumswohnung
Grundstücksmarktbericht 2026, Berichtsjahr 2025

Sie überlegen, eine vermietete Wohnung in Köln zu kaufen. Der Gedanke liegt nahe: eine Millionenstadt, Universität, Dom, Medien, Versicherungen. Und kaum eine Wohnung steht leer.

Die andere Seite sehen Sie, sobald Sie Kaufpreise und Mieten nebeneinanderlegen. Eine vermietete Bestandswohnung kostete 2025 im Schnitt das gut 28-Fache ihrer Jahresmiete. Dazu kommen 6,5 % Grunderwerbsteuer, eine Mietpreisbremse und eine Kappungsgrenze von 15 %.

Hier finden Sie die amtlichen Zahlen mit Quelle, acht Stadtteile im Vergleich, die Regeln für Vermieter und eine ehrliche Beispielrechnung.

01Köln in Zahlen

Die folgende Tabelle fasst die Daten zusammen, auf die sich diese Seite stützt. Jede Zeile nennt ihre Quelle und den Stand.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (Haupt- und Nebenwohnsitz)1.100.076Stadt Köln, 31.12.2025
Einwohner mit Hauptwohnsitz1.092.607Stadt Köln, 31.12.2025
Entwicklung seit 2016+18.375 (+1,7 %)Stadt Köln, 31.12.2016 bis 31.12.2025
Private Haushalte575.992Stadt Köln, 31.12.2025
Anteil Einpersonenhaushalte51,9 %eigene Rechnung aus 298.905 Einpersonenhaushalten, Stadt Köln, 31.12.2025
Wohnungsbestand577.459Stadt Köln, Ende 2025
Leerstandsquote gesamt / marktaktiv2,5 % / 1,2 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Fertiggestellte Wohnungen4.623Stadt Köln, 2025
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort631.907Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Pendlersaldo+182.221eigene Rechnung aus 322.224 Ein- und 140.003 Auspendlern, 30.06.2025
Arbeitslosenquote9,0 %Agentur für Arbeit Köln, September 2026
Studierendeetwa 100.000Stadt Köln (ohne Stichtag)
Mittlere Angebotsmiete (nettokalt)14,70 €/m²Stadt Köln, Median 2025
Tatsächliche Miete vermieteter EigentumswohnungenØ 12,40 €/m²Gutachterausschuss Köln, 259 Kauffälle 2025
Kaufpreis gebrauchte Eigentumswohnungrund 4.320 €/m²eigene Rechnung aus dem Grundstücksmarktbericht 2026, Berichtsjahr 2025
Kaufpreisfaktor vermietete Bestandswohnung28,5eigene Rechnung, Gutachterausschuss Köln, 2025
Mietpreisbremsegilt bis 31.12.2029Mieterschutzverordnung NRW
Kappungsgrenze15 % in drei Jahren, bis 28.02.2030Mieterschutzverordnung NRW
Grunderwerbsteuer6,5 %Land Nordrhein-Westfalen, seit 01.01.2015

02Bevölkerung und Nachfrage

Köln ist die größte Stadt in Nordrhein-Westfalen und die viertgrößte in Deutschland. Ende 2025 lebten hier 1.100.076 Menschen, 2.557 mehr als ein Jahr zuvor. Das Wachstum kommt aus Zuzug: 2025 zogen 3.041 Menschen mehr nach Köln als weg, bei den 18- bis 29-Jährigen waren es sogar 9.449. Gleichzeitig starben 1.064 Menschen mehr, als geboren wurden.

Für Vermieter ist die Haushaltsstruktur fast wichtiger als die Einwohnerzahl. Von 575.992 Kölner Haushalten bestehen 298.905 aus einer Person, das sind 51,9 %. Diese Haushalte suchen vor allem kleine und mittlere Wohnungen. Die Zahl der Einpersonenhaushalte ist seit 2021 jedes Jahr gestiegen.

Beim Neubau ist das Bild gemischt. 2025 wurden 4.623 Wohnungen fertiggestellt, so viele wie seit zehn Jahren nicht. Die Baugenehmigungen sanken dagegen um 21 % auf 2.323 Wohnungen, der Bauüberhang schrumpfte auf 7.821. Das spricht dafür, dass in den nächsten Jahren wieder weniger fertig wird.

Langfristig plant die Stadt mehrere neue Quartiere. Am Deutzer Hafen sollen mehr als 3.000 Wohnungen und rund 6.000 Arbeitsplätze entstehen, das Planungsrecht für den ersten Teil (A) gilt laut Projektseite seit Ende August 2026. In Kreuzfeld im Kölner Norden sind auf 80 Hektar mehr als 3.500 Wohnungen geplant, die Parkstadt Süd umfasst 115 Hektar. Diese Projekte erweitern das Angebot über Jahre und können die Konkurrenz für Bestandswohnungen erhöhen.

Eine Einschränkung gehört dazu. Die städtische Bevölkerungsprognose stammt aus dem Jahr 2018 und erwartete für 2030 rund 1.120.400 Einwohner mit Hauptwohnsitz. Ende 2025 waren es 1.092.607. Köln wächst also, aber langsamer als damals angenommen. Seit 2016 sind es 1,7 %, mit einem Knick in der Pandemie.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Am Arbeitsort Köln waren Mitte 2025 genau 631.907 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, so viele wie nie zuvor in einem Juni. 88 % arbeiten im Dienstleistungssektor. Die größten Bereiche sind das Gesundheits- und Sozialwesen mit 86.982 Beschäftigten, Information und Kommunikation mit 56.706, Verkehr und Logistik mit 47.059 sowie Banken und Versicherungen mit 39.858.

Köln ist zugleich Arbeitsort für das Umland. 322.224 Menschen pendelten Mitte 2025 nach Köln ein, 140.003 hinaus. Rund die Hälfte der Beschäftigten wohnt also außerhalb der Stadt.

Das Gegenargument steht in denselben Zahlen. Im Verarbeitenden Gewerbe fielen bis Mitte 2025 rund 1.900 Arbeitsplätze weg (−3,8 %). Ende September 2025 lag die Beschäftigung erstmals seit 2020 unter dem Vorjahr. Die Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung erwartet für 2026 ein Minus von 1,0 %. Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 9,0 %, ein Jahr zuvor bei 9,1 %.

Köln ist ein großer Hochschulstandort. Die Stadt nennt etwa 100.000 Studierende an 30 Hochschulen. Allein die Universität zu Köln hatte im Wintersemester 2025/26 rund 43.250 Studierende, die TH Köln nennt über 21.000. Studierende und Berufseinsteiger fragen vor allem kleine Wohnungen nach. Genau dort sind die Mieten je Quadratmeter am höchsten.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Für Kapitalanleger gibt es in Köln drei Mietzahlen, und sie unterscheiden sich deutlich. Wer sie verwechselt, rechnet sich die Rendite schön.

MietzahlWert je m² nettokaltWas sie zeigt
Kölner Mietspiegel, Baujahre 1961–1975, 50–70 m², mittlere Lage7,00–10,00 €Orientierung für die ortsübliche Vergleichsmiete, Stand April 2025
Tatsächliche Miete vermieteter Eigentumswohnungen12,40 €Durchschnitt aus 259 Verkäufen 2025, Gutachterausschuss
Mittlere Angebotsmiete14,70 €Median aus 11.659 Inseraten 2025, Stadt Köln

Der Mietspiegel in Köln ist ein einfacher Mietspiegel nach § 558c BGB, kein qualifizierter. Er wird von der Rheinischen Immobilienbörse mit Mieter- und Eigentümerverbänden erstellt und liegt deutlich unter den Inseraten. Die Angebotsmiete ist 2025 um rund 5 % gestiegen, kleine Wohnungen unter 30 m² wurden für 23,60 € je m² angeboten, Wohnungen mit 60 bis 79 m² für 13,30 €.

Bei den Kaufpreisen ist der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses die beste Quelle, weil er alle notariellen Kaufverträge auswertet. Über alle Eigentumswohnungen lag der Mittelwert 2025 bei 4.709 €/m², ein Plus von 4,2 % zum Vorjahr. Neubauwohnungen kosteten im Mittel rund 7.100 €/m², gebrauchte Wohnungen rund 4.320 €/m². Die letzten beiden Werte haben wir aus den Stadtteiltabellen des Berichts nach Zahl der Verkäufe gewichtet.

Daraus lassen sich zwei Kennzahlen ableiten. Der Kaufpreisfaktor gibt an, wie viele Jahresmieten der Kaufpreis entspricht. Die Bruttomietrendite ist der Kehrwert in Prozent, also Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis, noch ohne Kosten.

Bruttomietrendite in Köln: eigene Rechnung aus amtlichen Daten 2025
Neuehrenfeld (Angebotsmiete)
5,7 %
Stadt gesamt, Bestand zur Angebotsmiete
4,1 %
Neustadt/Nord (Angebotsmiete)
4,0 %
Neustadt/Süd (Angebotsmiete)
3,9 %
Stadt gesamt, vermietete Wohnungen (tatsächliche Miete)
3,5 %
Chorweiler (Angebotsmiete)
3,1 %
Kaufpreise: Weiterverkauf, Grundstücksmarktbericht Köln 2026; Mieten: Angebotsmieten 2025 (Stadt Köln, KSN 9/2026) bzw. tatsächliche Mieten (Gutachterausschuss). Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Die Zahl, auf die es ankommt, ist die vorletzte. Wer eine bereits vermietete Wohnung kauft, bekommt die Miete, die im Vertrag steht, nicht die aus dem Inserat. Bei 12,40 € Miete und 4.239 €/m² Kaufpreis ergibt sich ein Kaufpreisfaktor von 28,5 und eine Bruttomietrendite von 3,5 %. Der hohe Wert in Neuehrenfeld ist mit Vorsicht zu lesen, denn dort prägen kleine und möblierte Wohnungen die Inserate.

Wie hoch ist die Mietrendite bei Ihrer Wohnung? Kaufpreis, Miete und Kosten eingeben: Der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

Dass Käufer in Köln so niedrige Renditen akzeptieren, zeigt auch der Liegenschaftszinssatz. Der Gutachterausschuss hat ihn für vermietete Eigentumswohnungen 2025 mit 1,9 % ermittelt. Anleger zahlen in Köln also vor allem für Lage und Nachfrage, weniger für die laufende Rendite. Ob sich der Wert einer Wohnung hält, ist damit nicht gesagt.

05Stadtteile im Überblick

Köln hat 86 Stadtteile in neun Stadtbezirken, und die Preise unterscheiden sich um mehr als das Doppelte. Die Tabelle zeigt acht Stadtteile mit vielen Verkäufen. Die Kaufpreise sind Durchschnittswerte für gebrauchte Eigentumswohnungen aus dem Grundstücksmarktbericht, über alle Baujahre und Größen. Ein einzelnes Objekt kann deutlich abweichen.

Stadtteil (Bezirk)Ø Kaufpreis Bestand 2025VerkäufeWas den Stadtteil prägtFür wen eher
Neustadt/Süd (Innenstadt)5.766 €/m²216innenstadtnah, Angebotsmiete 18,95 €/m², viele InserateAnleger mit viel Eigenkapital, die eine sehr niedrige Anfangsrendite akzeptieren
Sülz (Lindenthal)5.055 €/m²121Wohnviertel nahe der UniversitätAnleger mit Blick auf kleine Wohnungen für Studierende und Berufstätige
Ehrenfeld (Ehrenfeld)5.078 €/m²112dicht bebaut, mit 648 Inseraten der Stadtteil mit dem größten Mietangebot 2025Anleger, die einen großen Mietmarkt höher gewichten als die Rendite
Nippes (Nippes)4.590 €/m²141dicht bebautes Wohnviertel nördlich der InnenstadtAnleger, die zwischen Innenstadtpreis und Rendite abwägen
Mülheim (Mülheim)3.747 €/m²118rechtsrheinisch, deutlich günstiger als linksrheinische InnenstadtlagenAnleger, die mehr Miete je eingesetztem Euro suchen und den Zustand genau prüfen
Kalk (Kalk)3.447 €/m²38rechtsrheinisch, früherer Industriestandortrenditeorientierte Anleger mit Erfahrung bei der Mieterauswahl
Porz (Porz)3.140 €/m²72Bezirk im Südosten; laut Zensus durchweg niedriger LeerstandAnleger, die abseits der Innenstadt auf niedrigen Leerstand achten
Chorweiler (Chorweiler)2.697 €/m²11Großwohnsiedlung, niedrigste Angebotsmiete (7,00 €/m²) und höchster Leerstand (4,9 %) der Stadteher nicht für Einsteiger, trotz niedrigem Preis

Die Tabelle zeigt ein Muster. Günstige Stadtteile haben in Köln nicht automatisch die höhere Rendite. In Chorweiler ist die Wohnung billig, die Miete aber so niedrig, dass der Kaufpreisfaktor bei rund 32 liegt. In Neustadt/Süd ist die Wohnung teuer, die Miete aber auch.

06Regeln für Vermieter in Köln

Köln gehört zu den 57 Gemeinden, die Nordrhein-Westfalen als Gebiete mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft hat. Für Sie als Vermieter hat das vier Folgen.

  • Mietpreisbremse: Bei einer neuen Vermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Verordnung gilt bis 31.12.2029. Ausgenommen sind Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und die erste Vermietung nach umfassender Modernisierung. Eine höhere Vormiete dürfen Sie weiter verlangen.
  • Kappungsgrenze: In laufenden Mietverhältnissen darf die Miete innerhalb von drei Jahren um höchstens 15 % steigen, nicht um 20 %. Gilt bis 28.02.2030.
  • Kündigungssperrfrist: Wurde eine Mietwohnung nach Überlassung an den Mieter in Eigentum umgewandelt, kann der Käufer erst nach acht Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen. Gilt bis 28.02.2030.
  • Wohnraumschutz: Die Kölner Wohnraumschutzsatzung gilt in der Fassung ab 01.07.2026. Kurzzeitvermietung ist bis 90 Tage im Jahr ohne Genehmigung erlaubt, aber nur mit Wohnraum-Identitätsnummer. Leerstand über sechs Monate müssen Sie der Stadt anzeigen. Verstöße können mit bis zu 500.000 € Bußgeld geahndet werden.

Beim Kauf zahlen Sie in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer, gemeinsam mit drei anderen Ländern der höchste Satz in Deutschland. Hinzu kommen rund 1,5 bis 1,8 % für Notar und Grundbuch und, falls ein Makler beteiligt ist, in der Regel 3,57 % Käuferprovision. Zusammen sind das bei einer Wohnung für 260.000 € schnell über 30.000 €. Die Einzelheiten finden Sie auf unserer Seite zur Grunderwerbsteuer in Nordrhein-Westfalen und im Kaufnebenkosten-Rechner.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Köln

Nehmen wir Lena. Sie ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 70.000 €. Sie kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 62 m², Baujahr 1972, für 260.000 €, das sind rund 4.190 €/m² und damit nahe am Kölner Durchschnitt für vermietete Wohnungen. Der Mieter zahlt 12,40 €/m², also 768,80 € im Monat. Die Nebenkosten zahlt Lena aus Eigenkapital, den Kaufpreis finanziert die Bank. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Kaufnebenkosten
Betrag
Grunderwerbsteuer NRW 6,5 %16.900 €
Maklerprovision 3,57 % (Annahme)9.282 €
Notar und Grundbuch, Kaufvertrag und Eigentum2.871 €
Notar und Grundbuch, Grundschuld 260.000 €1.329 €
Kaufnebenkosten gesamt30.382 €
Anteil am Kaufpreis11,7 %
Notar und Grundbuch nach GNotKG, Auslagen geschätzt. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Gut 30.000 € fließen also in Kosten, die Sie beim Verkauf nicht zurückbekommen. Jetzt die laufende Rechnung für ein volles Jahr.

Das erste volle Jahr
Betrag
Mieteinnahmen (768,80 € × 12)+9.226 €
Zinsen 3,8 % auf 260.000 € (Annahme)−9.880 €
Nicht umlegbares Hausgeld und Rücklage, 1,30 €/m² (Annahme)−967 €
Puffer für Mietausfall, 2 % der Miete−185 €
Tilgung 1,5 %−3.900 €
Cashflow vor Steuern−5.706 €
pro Monat−476 €
Abschreibung 2 % auf 75 % der Anschaffungskosten von 289.053 €4.336 €
Steuerlicher Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Hausgeld − Abschreibung)−5.957 €
Steuerersparnis nach Tarif 2026+2.444 €
Cashflow nach Steuern−3.262 €
pro Monat−272 €
Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026, ohne Kirchensteuer, kein Solidaritätszuschlag in diesem Einkommensbereich. Abschreibung nach § 7 Abs. 4 EStG für Baujahre 1925–2022. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Lena zahlt also jeden Monat rund 272 € aus ihrem Gehalt dazu, nach Steuern. Davon sind 325 € Tilgung, die ihren Kredit senken. Rein rechnerisch baut sie damit Vermögen auf, solange Miete, Zins und Kosten so bleiben. Ein Gewinn im engeren Sinn ist das nicht.

Woraus sich Lenas Jahresergebnis zusammensetzt
Mieteinnahmen
+9.226 €
Steuerersparnis
+2.444 €
Zinsen
−9.880 €
Tilgung
−3.900 €
Hausgeld, Rücklage, Mietausfall
−1.152 €
Rechenbeispiel aus der Tabelle oben, keine Prognose.

Warum fällt die Rechnung so knapp aus? Der Kaufpreisfaktor von gut 28 lässt bei 3,8 % Zins keinen Spielraum. Drei Stellschrauben verändern das Bild: mehr Eigenkapital, ein niedrigerer Kaufpreis oder eine höhere Miete. Die Miete ist wegen Mietpreisbremse und Kappungsgrenze die schwächste der drei. Wie die Mieteinnahmen genau versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber zu Mieteinnahmen versteuern.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Köln

Wie sähe Lenas Rechnung mit einer neu gebauten Wohnung aus? Nehmen wir eine Wohnung mit 45 m² im Erstbezug für 319.680 €, also 7.104 €/m² ohne Stellplatz. Das ist der Mittelwert der Neubau-Erstverkäufe 2025 aus dem Grundstücksmarktbericht 2026, von uns nach Zahl der Verkäufe aus den Stadtteiltabellen gewichtet. Als Miete setzen wir 18,00 €/m² an, den Median der Angebotsmieten für Neubauwohnungen in Köln im Jahr 2024 laut NRW.BANK. Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch kosten zusammen rund 25.740 €, eine Maklerprovision setzen wir beim Kauf vom Bauträger nicht an. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.

Neubauwohnung: das erste volle Jahr
Betrag
Mieteinnahmen (45 m² × 18,00 € × 12)+9.720 €
Zinsen 3,8 % auf 319.680 € (Annahme)−12.148 €
Nicht umlegbares Hausgeld und Rücklage, 0,90 €/m² (Annahme)−486 €
Puffer für Mietausfall, 2 % der Miete−194 €
Tilgung 1,5 %−4.795 €
Cashflow vor Steuern−7.903 €
pro Monat−659 €
Abschreibung degressiv 5 % auf 80 % der Anschaffungskosten von 343.849 €13.754 €
Steuerlicher Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Hausgeld − Abschreibung)−16.668 €
Steuerersparnis nach Tarif 2026+6.527 €
Cashflow nach Steuern−1.376 €
pro Monat−115 €
Annahmen: Zins, Tilgung, Hausgeld und Gebäudeanteil (80 %) frei gewählt, keine Maklerprovision. Die degressive Abschreibung nach § 7 Abs. 5a EStG gilt nur bei Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 und beim Kauf bis zum Ende des Fertigstellungsjahres; sie sinkt jedes Jahr, weil die 5 % vom Restwert gerechnet werden. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 18.264 € ohne und 11.737 € mit Wohnung, ohne Kirchensteuer, kein Solidaritätszuschlag. Grundschuldkosten nicht eingerechnet. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Was sich ändert: Die Abschreibung ist mit 13.754 € gut dreimal so hoch wie bei der Bestandswohnung, und für Instandhaltung fällt in den ersten Jahren meist weniger an. Dafür kostet jeder Quadratmeter rund 70 % mehr, die Bruttomietrendite liegt mit 3,0 % unter den 3,5 % der Bestandswohnung, und die Steuerersparnis hängt stark vom eigenen Steuersatz ab. Bei der ersten Vermietung gilt die Mietpreisbremse nicht (§ 556f BGB), spätere Mieterhöhungen begrenzt aber auch hier die Kappungsgrenze.

08Chancen und Risiken einer Kapitalanlage in Köln

Köln hat Eigenschaften, die für eine Vermietung sprechen. Jede davon hat aber eine Kehrseite, die Sie kennen sollten.

Spricht dafürBelegGegenargument
Nachfrage2,5 % Leerstand, marktaktiv 1,2 % (Zensus 2022)Die Daten sind über vier Jahre alt; 2025 wurden so viele Wohnungen fertig wie seit zehn Jahren nicht
Wachstum+2.557 Einwohner 2025Wachstum langsamer als in der städtischen Prognose von 2018
Arbeitsplätze631.907 Beschäftigte, Pendlersaldo +182.221Industrie verliert Stellen, Prognose 2026 −1,0 %
Steigende MietenAngebotsmiete +5 % im Jahr 2025Mietpreisbremse und Kappungsgrenze bremsen Erhöhungen bei Bestandsmietern
Viele Einpersonenhaushalte51,9 % aller HaushalteKleine Wohnungen haben laut Zensus auch den höchsten Leerstand (4 % unter 40 m²)

Dazu kommen Risiken, die nicht von Köln abhängen: höhere Zinsen bei der Anschlussfinanzierung, Sonderumlagen in älteren Gebäuden und Mietausfall bis zur nächsten Vermietung. Wie stark der Wert einer Kölner Wohnung sich entwickelt, kann niemand vorhersagen. Zwischen 2022 und 2023 sanken die Preise für gebrauchte Wohnungen laut Gutachterausschuss um rund 8 %.

Passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie eine monatliche Zuzahlung von einigen hundert Euro dauerhaft tragen können.
  • Sie Eigenkapital für die Nebenkosten und eine Reserve haben.
  • Sie langfristig denken und Vermögen über die Tilgung aufbauen wollen.
  • Sie Lage und Nachfrage höher gewichten als die laufende Rendite.
Eher nicht, wenn …
  • Sie einen positiven Cashflow ab dem ersten Monat erwarten.
  • Ihre Finanzierung nur mit der Angebotsmiete aufgeht, nicht mit der Vertragsmiete.
  • Sie keine Reserve für Sonderumlagen oder Mietausfall haben.
  • Sie die Wohnung innerhalb weniger Jahre wieder verkaufen müssen.

Mehr zu den allgemeinen Vor- und Nachteilen einer vermieteten Wohnung lesen Sie im Ratgeber Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Köln als Kapitalanlage?

Das hängt vom Kaufpreis und Ihrer Finanzierung ab. Die Nachfrage ist hoch, der Leerstand lag laut Zensus 2022 bei 2,5 %. Eine vermietete Bestandswohnung kostete 2025 aber im Schnitt das 28,5-Fache der Jahresmiete. Wer finanziert, zahlt deshalb meist monatlich zu. Für langfristige Anleger mit Eigenkapital kann Köln passen, für Anleger, die sofort Überschuss erwarten, eher nicht.

Wie hoch ist die Mietrendite in Köln?

Nach unserer Rechnung aus amtlichen Daten liegt die Bruttomietrendite für vermietete Eigentumswohnungen bei rund 3,5 %. Rechnet man mit der Angebotsmiete von 14,70 €/m², sind es rund 4,1 %. Nach Hausgeld, Rücklagen und Mietausfall bleibt netto weniger. In einzelnen Stadtteilen weicht der Wert deutlich ab.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Köln?

Laut Grundstücksmarktbericht 2026 lag der Mittelwert aller verkauften Eigentumswohnungen 2025 bei 4.709 €/m². Gebrauchte Wohnungen kosteten im Mittel rund 4.320 €/m², Neubauwohnungen rund 7.100 €/m². Je nach Stadtteil reichen die Durchschnitte bei gebrauchten Wohnungen von rund 2.100 €/m² bis knapp 8.000 €/m².

Welche Stadtteile eignen sich in Köln für Kapitalanleger?

Das hängt von Ihrem Ziel ab. Innenstadtnahe Stadtteile wie Neustadt/Süd oder Sülz sind teuer, haben aber hohe Mieten. Rechtsrheinische Stadtteile wie Mülheim, Kalk oder Porz sind deutlich günstiger. Ein niedriger Kaufpreis bedeutet aber nicht automatisch eine höhere Rendite, wie das Beispiel Chorweiler zeigt.

Gibt es eine Mietpreisbremse in Köln?

Ja. Köln gehört zu den 57 Gemeinden der Mieterschutzverordnung NRW. Die Mietpreisbremse gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % und die achtjährige Kündigungssperrfrist nach Umwandlung bis 28.02.2030. Neubauwohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, sind von der Mietpreisbremse ausgenommen.

Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Köln?

Mit 6,5 % Grunderwerbsteuer, rund 1,5 bis 1,8 % für Notar und Grundbuch und meist 3,57 % Maklerprovision kommen Sie auf rund 11 bis 12 % des Kaufpreises. Ihren Fall rechnen Sie im Kaufnebenkosten-Rechner durch.

Darf ich meine Kölner Wohnung als Ferienwohnung vermieten?

Nur eingeschränkt. Nach der Kölner Wohnraumschutzsatzung ist Kurzzeitvermietung bis 90 Tage im Kalenderjahr ohne Genehmigung erlaubt, aber nur mit Wohnraum-Identitätsnummer. Für mehr Tage brauchen Sie eine Genehmigung, die die Stadt nur in Ausnahmefällen erteilt. Verstöße können bis zu 500.000 € kosten.