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Kapitalanlage-Immobilien in Dortmund: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Romolo Marini · 2026-10-13

Dortmund auf einen Blick
612.165
Einwohner
31.12.2025, Stadt Dortmund
3,3 %
Leerstand
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
2.090 €/m²
Wohnung Baujahr 1946–1975
Median 2025, Gutachterausschuss
6,30 €/m²
Mietspiegel, Baujahr 1960–1969
Mittelwert, Mietspiegel 2025/2026

Sie suchen eine Wohnung zum Vermieten, bei der Kaufpreis und Miete näher beieinanderliegen als in München oder Stuttgart. Dortmund fällt dabei schnell auf. Eine Wohnung aus der Nachkriegszeit kostet hier im Median rund 2.100 € pro Quadratmeter, und die Universität und die Fachhochschule haben zusammen über 40.000 Studierende.

Die andere Seite gehört genauso dazu. Die Arbeitslosenquote liegt über 12 %, das Landesamt rechnet bis 2050 mit weniger Einwohnern, und der Mietspiegel liegt deutlich unter den Mieten in Inseraten. Dazu kommen 6,5 % Grunderwerbsteuer.

Wir arbeiten deshalb mit amtlichen Zahlen: Stadtstatistik, Zensus, Gutachterausschuss, qualifizierter Mietspiegel. Am Ende rechnen wir eine vermietete Wohnung vor und nach Steuern durch und vergleichen sie mit einer Neubauwohnung.

01Dortmund in Zahlen

Die Tabelle bündelt die wichtigsten Daten. Jede Zeile hat ihre Quelle und ihren Stand, die Links stehen unten unter Quellen.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (Hauptwohnsitz, Melderegister)612.165Stadt Dortmund, 31.12.2025
Einwohner 2021602.715Dortmunder Statistik
Prognose 2050−3,7 % gegenüber 2023IT.NRW, Vorausberechnung 2024–2050
Haushalte305.634Zensus 2022
Anteil Einpersonenhaushalte48,6 %Zensus 2022, eigene Rechnung
Wohnungen323.444IT.NRW über NRW.BANK, Stand 2024
Leerstandsquote3,30 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
davon innerhalb von drei Monaten beziehbarrund 1,8 % des BestandsZensus 2022, eigene Rechnung
Eigentümerquote27,0 %Zensus 2022
Arbeitslosenquote12,3 %Agentur für Arbeit Dortmund, September 2026
Beschäftigte am Arbeitsort266.398Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Pendlersaldo+35.677Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Studierende TU Dortmund und FH Dortmund29.693 und 13.147Dortmunder Statistik, Wintersemester 2025
Mietspiegel Baujahr 1960–1969 (Mittelwert)6,30 €/m²Mietspiegel 2025/2026
Angebotsmiete Wiedervermietung (Median)8,98 €/m²NRW.BANK, Stand 2024
Kaufpreis Wohnung Baujahr 1946–1975 (Median)2.090 €/m²Gutachterausschuss, Kauffälle 2025
Kaufpreis Neubauwohnung (Median)4.550 €/m²Gutachterausschuss, Kauffälle 2025
Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen6,5 %seit 01.01.2015
Mietpreisbremse und Kappungsgrenze 15 %jabis 31.12.2029 bzw. 28.02.2030

Knapp drei Viertel der bewohnten Wohnungen in Dortmund sind vermietet. Für Vermieter ist das ein großer Markt, für Käufer aber auch ein Markt mit viel Auswahl.

02Bevölkerung und Nachfrage

Dortmund ist bis 2024 gewachsen. Ende 2024 zählte die Stadt 614.495 Einwohner, so viele wie lange nicht. Ende 2025 waren es 612.165. Den Rückgang erklärt die Stadt mit einer Bereinigung des Melderegisters, also mit Karteileichen, nicht mit Wegzug. Zu- und Fortzüge hielten sich 2025 fast die Waage, es starben aber gut 2.200 Menschen mehr, als geboren wurden.

Das Landesamt IT.NRW rechnet langfristig mit einem Rückgang. Bis 2040 soll die Einwohnerzahl um knapp 2 % sinken, bis 2050 um 3,7 % gegenüber 2023. Eine Prognose ist kein Versprechen. Sie zeigt aber, dass Wachstum in Dortmund keine Selbstverständlichkeit ist und die Wohnung im Wettbewerb um Mieter bestehen muss.

Auf der Nachfrageseite helfen die Hochschulen. Die Technische Universität hat fast 30.000 Studierende, die Fachhochschule gut 13.000. Dazu kommt ein hoher Anteil an Einpersonenhaushalten von 48,6 %. Kleine Wohnungen in der Nähe von Hochschulen und Bahnstrecken sind deshalb gefragt.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Am 30.06.2025 hatten 266.398 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in Dortmund, 230.596 wohnten in der Stadt. Täglich pendeln rund 123.500 Menschen ein und 87.800 aus. Der Saldo von rund 35.700 ist deutlich kleiner als in Düsseldorf oder Stuttgart.

Dortmund hat sich nach dem Ende von Kohle und Stahl zu einem Standort für Dienstleistung, Logistik, Informationstechnik und Wissenschaft entwickelt. Mit TU Dortmund, Fachhochschule und Forschungsinstituten ist die Stadt ein großer Hochschulstandort.

Der Arbeitsmarkt bleibt trotzdem die größte Schwäche. Im September 2026 waren 40.858 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 12,3 %, ein Jahr zuvor bei 11,9 %. Mehr als die Hälfte der Arbeitslosen ist laut Jobcenter seit mindestens einem Jahr ohne Arbeit. Neu gemeldete Stellen liegen laut Arbeitsagentur auf sehr niedrigem Niveau.

Für Ihre Wohnung bedeutet das: Mieterauswahl und Lage sind in Dortmund wichtiger als in Städten mit niedriger Arbeitslosigkeit. Eine Wohnung, die für Studierende, Auszubildende und Berufstätige passt, ist breiter gefragt als eine Wohnung in einem Viertel mit vielen leeren Läden.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Dortmund hat einen qualifizierten Mietspiegel. Die Ausgabe 2025/2026 gilt bis 31.12.2026 und schreibt die Werte von 2023/2024 um 5,01 % fort. Für Wohnungen aus den Jahren 1960 bis 1969 liegt der Mittelwert bei 6,30 €/m², die Spanne reicht von 5,43 bis 7,18 €/m². Je nach Stadtgebiet kommen bis zu 0,91 €/m² hinzu. Inserate liegen deutlich höher: Laut NRW.BANK lag die Angebotsmiete bei Wiedervermietung 2024 im Median bei 8,98 €/m².

Mietspiegel Dortmund 2025/2026: Mittelwert nach Baujahr, €/m² nettokalt
bis 1909
5,90 €
1910–1934
5,73 €
1935–1959
6,29 €
1960–1969
6,30 €
1970–1981
6,00 €
1982–1994
6,50 €
1995–2009
6,83 €
2010–2014
7,37 €
2015–2019
10,19 €
Mietspiegel Dortmund 2025/2026, Amtsblatt vom 20.12.2024, ohne Zu- und Abschläge. Für Baujahre ab 2020 weist der Mietspiegel keine Werte aus.

Die Kaufpreise stammen aus dem Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses. 2025 wurden 1.725 Eigentumswohnungen verkauft, rund 10 % mehr als im Vorjahr. Die meisten kosteten zwischen 125.000 und 200.000 €. Der Gutachterausschuss weist Medianpreise je Baujahr aus: Wohnungen aus den Jahren 1946 bis 1975 mit 40 bis 110 m² kosteten 2.090 €/m², Wohnungen von 2010 bis 2023 3.670 €/m². Neubauwohnungen im Erstverkauf lagen bei 4.550 €/m². Bestandswohnungen wurden 2025 rund 5 % teurer.

Kaufpreisfaktor und Bruttomietrendite einer Wohnung von 1946–1975
Mit Mietspiegel 1960–1969Mit Angebotsmiete
Kaufpreis je m² (Median 2025)2.090 €2.090 €
Nettokaltmiete je m² und Monat6,30 €8,98 €
Jahresmiete je m²75,60 €107,76 €
Kaufpreisfaktor27,619,4
Bruttomietrendite3,6 %5,2 %
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Kaufpreis aus dem Grundstücksmarktbericht 2026 (Wiederverkäufe 40 bis 110 m²), Mietspiegel-Mittelwert ohne Zuschläge, Angebotsmiete Wiedervermietung 2024 laut NRW.BANK. Bruttomietrendite = Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis, ohne Nebenkosten.

Der Kaufpreisfaktor liegt in Dortmund deutlich unter dem von Düsseldorf oder Stuttgart. Die Bruttomietrendite von über 5 % mit Angebotsmiete erreichen Sie aber nur, wenn die Mietpreisbremse diese Miete zulässt. Bei einer Wohnung von 1965 wären bei Neuvermietung höchstens rund 7 bis 8 €/m² erlaubt, je nach Gebiet und Ausstattung. Realistisch sind damit 3,6 bis gut 4 %.

Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis, Miete und Nebenkosten eingeben, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

05Stadtgebiete im Überblick

Der Mietspiegel teilt Dortmund in sieben Gebiete ein und gibt für jedes einen eigenen Zuschlag auf die Vergleichsmiete. Das ist die belastbarste amtliche Einordnung der Lagen, die es für Dortmund gibt.

Gebiet laut MietspiegelZuschlag je m²PrägungFür wen eher geeignet
Innenstadt-Mitte (1)+0,91 €Innenstadt mit AltbauquartierenAnleger, die Lage über Rendite stellen
Süd (6)+0,65 €gefragte Wohnlagen im SüdenPaare und Familien, solvente Mieter
Hörde (7)+0,64 €Stadtbezirk am Phoenix-SeeAnleger mit Fokus auf Vermietbarkeit
Ost (5)+0,28 €gemischt, Siedlungen und Altbauausgewogene Mitte aus Preis und Nachfrage
Innenstadt-Nord (2)+0,09 €Nordstadt, dicht, sehr gemischtniedriger Einstieg, höheres Vermietungsrisiko
Nord (4)+0,04 €nördliche Stadtbezirke, viele Siedlungennur mit genauer Objektprüfung
West (3)0,00 €westliche Stadtbezirkegünstiger Einstieg, Mieterstruktur prüfen

Die Zuschläge sind klein, verglichen mit den Preisunterschieden beim Kauf. In der Innenstadt und im Süden zahlen Sie deutlich mehr pro Quadratmeter, die Miete steigt dort aber nur um rund 0,60 bis 0,90 €/m². In der Nordstadt wurden die Preise 2025 laut Gutachterausschuss etwas stärker teurer, ausgehend von einem niedrigen Niveau.

06Regeln für Vermieter in Dortmund

Dortmund gehört zu den 57 Gemeinden, die Nordrhein-Westfalen als angespannten Wohnungsmarkt eingestuft hat.

  • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Verordnung gilt bis 31.12.2029. Ausgenommen sind Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und die erste Vermietung nach umfassender Modernisierung. Eine höhere Vormiete dürfen Sie weiter verlangen.
  • Kappungsgrenze: Im laufenden Mietverhältnis darf die Miete in drei Jahren um höchstens 15 % steigen. Gilt bis 28.02.2030.
  • Kündigungssperrfrist: Wird eine vermietete Wohnung in Eigentum umgewandelt, kann der Käufer erst nach acht Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen. Gilt bis 28.02.2030.
  • Mietspiegel: Der qualifizierte Mietspiegel 2025/2026 ist Maßstab für Mieterhöhungen und für die Mietpreisbremse. Er gilt bis 31.12.2026, danach folgt eine Neuauflage.

Beim Kauf zahlen Sie in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen rund 1,3 bis 1,8 % für Notar und Grundbuch, bei kleinen Kaufpreisen eher mehr, und gegebenenfalls ein Makler. Bei einer Wohnung für 126.000 € sind das ohne Makler gut 10.000 €. Ihre eigenen Zahlen rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Dortmund

Nehmen wir Anna. Sie ist angestellt, ledig, hat ein zu versteuerndes Einkommen von 55.000 € und kauft eine vermietete Zweizimmerwohnung mit 60 m² in einem Haus von 1965 im Dortmunder Süden. Sie zahlt 2.100 €/m², etwa den Median für Wohnungen dieser Baujahre. Der Mieter zahlt 6,95 €/m² kalt, den Mietspiegel-Mittelwert plus Gebietszuschlag Süd. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Annas Wohnung im ersten vollen Jahr
Betrag
Kaufpreis (60 m² × 2.100 €)126.000 €
Grunderwerbsteuer 6,5 %8.190 €
Notar und Grundbuch (geschätzt, rund 1,8 %)2.260 €
Gesamtkosten136.450 €
Kaltmiete im Jahr (6,95 €/m²)+5.004 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (80 € im Monat)−960 €
Zinsen (3,8 % auf 126.000 €)−4.788 €
Tilgung (2 %)−2.520 €
Cashflow vor Steuern−3.264 €
Steuerersparnis (Tarif 2026)+842 €
Cashflow nach Steuern−2.422 €
davon Tilgung, die die Restschuld senkt2.520 €
Annahmen: Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, Kaufpreis voll finanziert, Zins 3,8 %, kein Makler, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Kaufpreis nach Grundstücksmarktbericht 2026, Miete nach Mietspiegel 2025/2026. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Anna legt nach Steuern rund 200 € im Monat drauf. Gleichzeitig tilgt sie 210 € im Monat. Ohne Tilgung wäre die Wohnung nach Steuern ungefähr kostendeckend, mit einem kleinen Überschuss von rund 100 € im Jahr. Das ist deutlich weniger Zuzahlung als in den teuren Großstädten, aber auch weniger Vermögensaufbau, weil die Kreditsumme kleiner ist.

Wie entsteht die Steuerersparnis? Anna darf Zinsen, Abschreibung und den Verwaltungsanteil des Hausgelds von der Miete abziehen. Für ein Haus von 1965 gilt eine Abschreibung von 2 % im Jahr. Als Gebäudeanteil setzen wir 75 % an, im Einzelfall ergibt er sich aus der Kaufpreisaufteilung.

Woraus sich Annas steuerliches Ergebnis zusammensetzt
Mieteinnahmen
+5.004 €
Zinsen
−4.788 €
Abschreibung (2 % auf 102.338 €)
−2.047 €
Abziehbarer Teil des Hausgelds
−480 €
Ergebnis Vermietung
−2.311 €
Die Erhaltungsrücklage (40 € im Monat) ist erst abziehbar, wenn die Eigentümergemeinschaft sie ausgibt. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 12.347 € ohne, 11.505 € mit der Wohnung.

Ehrlich gerechnet zeigt das Beispiel, warum Dortmund für viele Anleger interessant ist und wo die Grenzen liegen. Die Miete deckt hier die Zinsen, das ist in Stuttgart oder Düsseldorf nicht so. Dafür tragen Sie ein höheres Risiko bei Mieterwechsel, Mietausfall und Sanierung, das in der Rechnung nicht enthalten ist. Wie Mieteinnahmen versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Dortmund

Angenommen, Anna kauft stattdessen eine neu gebaute Wohnung mit 45 m² vom Bauträger und vermietet sie als Erste. Neubauwohnungen kosteten 2025 laut Gutachterausschuss im Median 4.550 €/m². Als Miete setzen wir 13,26 €/m² an, den Median der Neubau-Angebotsmieten 2024 laut NRW.BANK. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.

Annas Neubauwohnung im ersten vollen Jahr
Betrag
Kaufpreis (45 m² × 4.550 €)204.750 €
Grunderwerbsteuer 6,5 %13.309 €
Notar und Grundbuch (geschätzt, rund 1,6 %)3.370 €
Gesamtkosten221.429 €
Kaltmiete im Jahr (13,26 €/m²)+7.160 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (55 € im Monat)−660 €
Zinsen (3,8 % auf 204.750 €)−7.780 €
Tilgung (2 %)−4.095 €
Cashflow vor Steuern−5.375 €
Abschreibung degressiv 5 % auf 177.143 €, steuerliches Ergebnis −9.837 €8.857 €
Steuerersparnis (Tarif 2026)+3.457 €
Cashflow nach Steuern−1.918 €
davon Tilgung, die die Restschuld senkt4.095 €
Annahmen wie oben. Dazu: Gebäudeanteil 80 % (Annahme), Abschreibung 5 % vom Restwert nach § 7 Abs. 5a EStG (Baubeginn oder Kaufvertrag zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029, Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres), Hausgeld 55 € im Monat mit 25 € Rücklage (Annahme), keine Sonderabschreibung. Kaufpreis nach Grundstücksmarktbericht 2026, Miete nach NRW.BANK-Wohnungsmarktprofil 2025 (Stand 2024). Einkommensteuer 8.890 € statt 12.347 €. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Nach Steuern legt Anna beim Neubau rund 160 € im Monat drauf statt rund 200 €, und sie tilgt rund 340 € statt 210 € im Monat. Die Abschreibung ist im ersten Jahr mehr als viermal so hoch wie beim Bestand, und ein neues Haus braucht in den ersten Jahren meist weniger Instandhaltung. Dafür kostet der Quadratmeter mehr als doppelt so viel, und die Bruttomietrendite liegt mit rund 3,5 % unter den rund 4,0 % der Bestandswohnung. Für die Neubauwohnung gilt die Mietpreisbremse nicht (§ 556f BGB), die Kappungsgrenze bei späteren Erhöhungen schon. Die degressive Abschreibung sinkt jedes Jahr, den Verlauf zeigt der AfA-Rechner.

08Chancen und Risiken

Was für Dortmund spricht, lässt sich belegen. Ebenso, was dagegen spricht.

Chancen

  • Niedrige Kaufpreise, mit Mietspiegelmieten Kaufpreisfaktoren um 25 bis 28.
  • In unserem Beispiel deckt die Miete die Zinsen, die Zuzahlung bleibt klein.
  • Große Hochschulen mit über 40.000 Studierenden an TU und FH.
  • Qualifizierter Mietspiegel mit klaren Gebietszuschlägen.
  • Bestandspreise 2025 rund 5 % höher, die Zahl der Verkäufe stieg um rund 10 %.

Risiken

  • Arbeitslosenquote von 12,3 %, gestiegen gegenüber dem Vorjahr, viele Langzeitarbeitslose.
  • IT.NRW rechnet bis 2050 mit 3,7 % weniger Einwohnern.
  • Mietspiegelwerte älterer Wohnungen um 6 bis 7 €/m², die Mietpreisbremse begrenzt Neuvermietungen.
  • 6,5 % Grunderwerbsteuer und bei kleinen Kaufpreisen anteilig höhere Notarkosten.
  • Große Unterschiede zwischen den Stadtteilen, höheres Risiko von Mietausfall und Mieterwechsel in schwächeren Lagen.
  • Viele Häuser aus den 1950er und 1960er Jahren mit Sanierungsbedarf bei Dach, Fassade und Heizung.
Dortmund passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie eine Wohnung suchen, bei der die Miete die Zinsen deckt.
  • Sie Lage, Haus und Eigentümergemeinschaft genau prüfen.
  • Sie mit Mietspiegelmieten rechnen und Leerstand einplanen.
  • Sie langfristig vermieten wollen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie auf steigende Einwohnerzahlen setzen.
  • Sie keine Zeit für Mieterauswahl und Verwaltung haben und keine Verwaltung bezahlen wollen.
  • Ihnen eine hohe Arbeitslosigkeit im Umfeld zu riskant ist.
  • Sie kurzfristig verkaufen müssten.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Dortmund als Kapitalanlage?

Das hängt vor allem von Lage und Zustand ab. Wohnungen der Baujahre 1946 bis 1975 kosteten 2025 im Median 2.090 €/m², mit Mietspiegelmieten ergibt das rund 3,6 bis 4 % Bruttomietrendite. In unserem Beispiel deckt die Miete die Zinsen, nach Steuern bleibt eine kleine Zuzahlung. Das höhere Vermietungsrisiko gehört in die Rechnung.

Wie hoch ist die Mietrendite in Dortmund?

Mit Mietspiegelmieten liegt die Bruttomietrendite einer Wohnung aus den 1960er Jahren bei rund 3,6 bis 4 %. Mit der Angebotsmiete wären es über 5 %, sofern die Mietpreisbremse diese Miete zulässt. Neubauwohnungen kommen auf rund 3,5 %.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Dortmund?

Laut Gutachterausschuss kosteten Wohnungen mit 40 bis 110 m² im Wiederverkauf 2025 im Median zwischen 1.720 €/m² (vor 1945) und 3.670 €/m² (Baujahre 2010 bis 2023). Neubauwohnungen im Erstverkauf lagen bei 4.550 €/m².

Welche Stadtteile in Dortmund eignen sich für Kapitalanleger?

Laut Mietspiegel sind die Mieten in Innenstadt-Mitte, im Süden und in Hörde am höchsten. In der Nordstadt und im Westen ist der Einstieg günstiger, das Vermietungsrisiko aber höher. Entscheidend sind Haus, Mietvertrag und Rücklage.

Gibt es eine Mietpreisbremse in Dortmund?

Ja. Die Mieterschutzverordnung NRW gilt für Dortmund bis 31.12.2029. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Dazu gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

Wächst Dortmund noch?

Bis 2024 ist die Stadt gewachsen, auf 614.495 Einwohner. Ende 2025 waren es nach einer Bereinigung des Melderegisters 612.165. IT.NRW rechnet bis 2050 mit 3,7 % weniger Einwohnern als 2023.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Dortmund?

In Nordrhein-Westfalen beträgt die Grunderwerbsteuer 6,5 %. Bei einer Wohnung für 126.000 € sind das 8.190 €.

Wie hoch ist der Leerstand in Dortmund?

Laut Zensus standen am 15.05.2022 3,30 % der Wohnungen leer. Innerhalb von drei Monaten beziehbar waren rund 1,8 % des Bestands.