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Kapitalanlage-Immobilien in Potsdam: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Michael Pauker · 2026-10-13

Potsdam auf einen Blick
185.137
Einwohner
31.12.2025, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
2,7 %
Wohnungen leer
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
3.865 €
pro m² im Wiederverkauf
Median 2025, Baujahr 1991–2022, mittlere Lage
53,1 %
Einpersonenhaushalte
31.12.2025, Melderegister der Stadt

Potsdam hat in zehn Jahren gut 17.000 Einwohner gewonnen. Die Stadt liegt eine halbe Stunde von Berlin entfernt, hat eine Universität, Forschungsinstitute und Schlösser, die jedes Jahr Hunderttausende Gäste anziehen. Für Kapitalanleger klingt das nach einem Selbstläufer. Ganz so einfach ist es nicht.

Denn der Ruf hat die Preise längst erreicht. Eine gebrauchte Wohnung in mittlerer Lage kostete 2025 im Mittel 3.865 € pro Quadratmeter, eine neue rund 7.600 €. Dazu kommen in Brandenburg 6,5 % Grunderwerbsteuer, fast doppelt so viel wie in Bayern. Der Gutachterausschuss hat für vermietete Wohnungen einen durchschnittlichen Kaufpreisfaktor von 30,9 ermittelt.

Wir haben die amtlichen Zahlen zusammengetragen und eine Wohnung durchgerechnet, gebraucht und neu gebaut.

01Potsdam in Zahlen

Die Tabelle zeigt die wichtigsten Daten mit Quelle und Stand. Wo die Stadt und das Statistikamt unterschiedlich zählen, steht das dabei.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (amtlich)185.137Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 31.12.2025
Einwohner zehn Jahre zuvor167.745Amt für Statistik, 31.12.2015
Einwohner laut Melderegister188.288Landeshauptstadt Potsdam, 31.12.2025
Prognose 2040gut 200.000 (plus 6,6 %)Bevölkerungsprognose der Stadt 2025–2040, März 2026
Haushalte / davon Einpersonenhaushalte106.029 / 56.250 (53,1 %)Stadt Potsdam, Melderegister, 31.12.2025
Wohnungen101.544Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Leerstand2.706 Wohnungen, 2,7 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Eigentümerquote17,6 %Zensus 2022
Ø Nettokaltmiete Bestand7,85 € pro m²Zensus 2022
Fertiggestellte Wohnungen933Stadt Potsdam, 2025
Arbeitslosenquote6,2 % (Vorjahr 6,1 %)Agentur für Arbeit Potsdam, September 2026
Beschäftigte am Arbeitsort89.474Stadt Potsdam, 30.06.2025
StudierendeUniversität 19.652, FH 3.578, Filmuniversität 965Stadt Potsdam, WS 2025/26
Verkaufte Eigentumswohnungen746 (plus 30 %)Gutachterausschuss Potsdam, 2025
Kaufpreis gebraucht, Baujahr 1991–2022, mittlere LageMedian 3.865 € pro m², 77 VerkäufeGutachterausschuss Potsdam, 2025
Kaufpreis Neubau ab Baujahr 2023, mittlere LageMedian 7.580 € pro m², 28 VerkäufeGutachterausschuss Potsdam, 2025
Rohertragsfaktor vermieteter Wohnungen30,9Gutachterausschuss Potsdam, Kauffälle 2024–2025
Mietspiegelqualifiziert, in Kraft seit 25.06.2026Stadt Potsdam
MietpreisbremsegiltLandesverordnung Brandenburg, bis 31.12.2029
Kappungsgrenze15 % in drei JahrenLandesverordnung Brandenburg, bis 31.12.2030
Grunderwerbsteuer6,5 %Brandenburg, seit 01.07.2015

Die Rohertragsfaktor-Zeile ist für Anleger die wichtigste. Sie zeigt, dass vermietete Wohnungen in Potsdam im Schnitt für knapp 31 Jahresmieten verkauft wurden. Das entspricht einer Bruttomietrendite von rund 3,2 %, noch vor allen Kosten.

02Bevölkerung und Nachfrage

Ende 2015 zählte das Statistikamt 167.745 Potsdamer, Ende 2025 waren es 185.137. Das sind gut 10 % mehr in zehn Jahren. Das Wachstum hat sich aber deutlich verlangsamt: 2025 kamen nur noch 383 Einwohner hinzu. Seit 2020 sterben in Potsdam mehr Menschen, als geboren werden, 2025 waren es 478 mehr. Die Stadt wächst nur noch durch Zuzug.

Die neue Bevölkerungsprognose der Stadt vom März 2026 rechnet bis Ende 2040 mit rund 12.300 zusätzlichen Einwohnern, auf gut 200.000. Die Vorgängerprognose von 2020 hatte noch fast 218.000 erwartet. Das Durchschnittsalter soll von 43,3 auf 45,2 Jahre steigen, die Zahl der Menschen ab 65 um gut ein Fünftel.

Wer in Potsdam eine Wohnung sucht

Laut Melderegister gab es Ende 2025 106.029 Haushalte, davon 56.250 Einpersonenhaushalte. Das sind 53,1 %. Dahinter stehen Studierende, Berufseinsteiger und zunehmend ältere Alleinstehende. An der Universität waren im Wintersemester 2025/26 19.652 Studierende eingeschrieben, an der Fachhochschule 3.578 und an der Filmuniversität Babelsberg 965.

Wie knapp der Markt ist, zeigt eine Zahl der Stadt: Ende 2025 waren 2.369 Wohnberechtigungsscheine offen, 1.673 davon als dringend eingestuft. Gemeint sind Haushalte, die Anspruch auf eine geförderte Wohnung haben und keine finden.

Kaum Leerstand

Am Zensus-Stichtag 15.05.2022 standen nur 2.706 von 101.544 Wohnungen leer, 2,7 %. Bundesweit waren es 4,3 %. 2025 wurden 933 Wohnungen fertig, für 1.119 weitere gab es Baugenehmigungen. Neue Quartiere entstehen vor allem im Bornstedter Feld und im Entwicklungsbereich Krampnitz im Norden der Stadt.

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Potsdam ist eine Stadt der Verwaltung, der Wissenschaft und der Medien. Als Landeshauptstadt beherbergt sie Landtag, Ministerien und viele Landesbehörden. Dazu kommen die Universität, das Hasso-Plattner-Institut, mehrere große Forschungsinstitute, etwa auf dem Telegrafenberg, und die Medienstadt Babelsberg mit Filmstudio und Filmuniversität. Am 30.06.2025 arbeiteten 89.474 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt.

Dazu kommt Berlin als Arbeitsmarkt vor der Haustür. Mit der Regionalbahn sind es vom Hauptbahnhof bis Berlin-Mitte rund 25 Minuten. Diese Nähe stützt die Nachfrage. Sie hat aber auch eine Kehrseite: Wer in Berlin eine bezahlbare Wohnung findet, zieht nicht zwingend nach Potsdam.

Arbeitslosigkeit

Im September 2026 waren in Potsdam 6.413 Menschen arbeitslos gemeldet, die Quote lag bei 6,2 %. Ein Jahr zuvor waren es 6,1 %. Das entspricht etwa dem Bundesschnitt von 6,4 %. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Quote ebenfalls bei 6,1 %. Für eine wohlhabende Landeshauptstadt ist das kein niedriger Wert, und er zeigt, dass nicht jeder Potsdamer Haushalt hohe Mieten tragen kann.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Landeshauptstadt Potsdam wertet alle Kaufverträge aus und veröffentlicht die Ergebnisse kostenlos. 2025 wurden 746 Eigentumswohnungen verkauft, 30 % mehr als im Vorjahr. Die Preise blieben laut Gutachterausschuss im Bestand weitgehend stabil.

Eigentumswohnungen in Potsdam 2025VerkäufeMedian pro m²
Weiterverkauf, Baujahr 1991–2022, einfache Lage222.875 €
Weiterverkauf, Baujahr 1991–2022, mittlere Lage773.865 €
Weiterverkauf, Baujahr 1991–2022, gute bis sehr gute Lage485.340 €
Weiterverkauf, Baujahr 1960–1990, saniert343.395 €
Weiterverkauf, Baujahr vor 1960, saniert1704.650 €
Erstverkauf, Baujahr ab 2023, mittlere Lage287.580 €

Die Lage macht in Potsdam einen großen Unterschied. Bei Wohnungen gleichen Baualters liegen zwischen einfacher und guter Lage fast 2.500 € pro Quadratmeter. Bei den Baujahren 1960 bis 1990 handelt es sich überwiegend um Plattenbauten aus der DDR-Zeit.

Was die Mieten hergeben

Seit 25.06.2026 gilt der neue qualifizierte Mietspiegel, ausgewertet aus 35.882 Wohnungen. Er unterscheidet erstmals nach Energieeffizienzklasse und nennt je nach Baualter sehr unterschiedliche Mittelwerte. Für eine Wohnung mit 45 bis 60 m² sind es zum Beispiel 6,30 € bei Baujahr 1971 bis 1990, 9,48 € bei Baujahr 1991 bis 2008 mit guter Energieklasse und 16,58 € bei Baujahr ab 2021. In der Stichprobe des Gutachterausschusses lag die Nettokaltmiete vermieteter Eigentumswohnungen im Schnitt bei 9,90 €.

Kaufpreisfaktor und Bruttomietrendite: unsere Rechnung

Der Kaufpreisfaktor zeigt, wie viele Jahresnettokaltmieten Sie für eine Wohnung bezahlen, die Bruttomietrendite ist der Kehrwert. Wir rechnen mit dem Median von 3.865 € pro m² für gebrauchte Wohnungen der Baujahre 1991 bis 2022 in mittlerer Lage.

Bruttomietrendite einer gebrauchten Wohnung (3.865 € pro m²)
Miete 9,48 € (Mietspiegel-Mittelwert)
2,9 % (Faktor 34,0)
Miete 9,90 € (Ø Stichprobe Gutachterausschuss)
3,1 % (Faktor 32,5)
Miete 10,40 € (Annahme Neuvermietung)
3,2 % (Faktor 31,0)
Eigene Berechnung ohne Kaufnebenkosten, Stand 13.10.2026. Kaufpreis: Gutachterausschuss Potsdam, Median 2025. Zum Vergleich: amtlicher Rohertragsfaktor 30,9.

Unsere Rechnung landet fast genau beim Wert des Gutachterausschusses. Eine Bruttomietrendite um 3 % heißt: Bei Zinsen von 3,8 % kann die Miete die Zinsen eines voll finanzierten Kaufs nicht decken. Wer in Potsdam kauft, setzt auf eine verlässliche Vermietung in einem knappen Markt und nicht auf laufende Überschüsse. Ihre Zahlen rechnen Sie mit dem Mietrendite-Rechner durch.

05Stadtteile im Überblick

Potsdam ist in 32 Stadtteile gegliedert, von der Innenstadt bis zu den eingemeindeten Dörfern im Norden. Laut Gutachterausschuss entfielen 2025 rund 71 % aller Wohnungsverkäufe auf die Stadtteile Potsdam, Babelsberg und Drewitz. Preise je Stadtteil veröffentlicht er nach Wohnlagen, nicht nach Stadtteilen. Die Tabelle zeigt deshalb Einwohner und eine qualitative Einordnung.

StadtteilEinwohner (31.12.2025)CharakterFür wen eher geeignet
Stern17.254großes Wohngebiet im Südosten, viel Plattenbaugünstiger Einstieg, Hausgeld und Sanierungsstand genau prüfen
Bornstedt16.317wächst mit dem Neubaugebiet Bornstedter FeldFamilien, jüngere Haushalte, Neubauwohnungen
Babelsberg Süd / Nord13.935 / 11.188Altbau, Villen, Medienstadt, S-Bahn nach BerlinBerufstätige und Pendler nach Berlin, gefragte Altbauwohnungen
Historische Innenstadt13.720Zentrum mit Barockvierteln und Neubautenkleine Wohnungen für Berufstätige und Studierende
Brandenburger Vorstadt11.454westlich der Innenstadt nahe Park Sanssouci, viele NeubauprojekteAnleger, die gute Lage suchen und höhere Preise akzeptieren
Waldstadt II10.363Wohngebiet im Süden mit Bauten aus der DDR-Zeitsolide Nachfrage, Gebäudezustand prüfen
Drewitz7.655Plattenbaugebiet, in den letzten Jahren stark umgebautgünstiger Einstieg, Mieter mit kleinerem Budget
Golm4.412Wissenschaftspark und UniversitätsstandortApartments für Studierende und Forschende

Die Einwohnerzahlen stammen aus dem Melderegister der Stadt. Der Entwicklungsbereich Krampnitz im Norden ist ein neues Quartier auf einem ehemaligen Kasernengelände, in dem 2025 erste sanierte Wohnungen verkauft wurden.

06Regeln für Vermieter in Potsdam

Potsdam gehört zu den 36 Brandenburger Gemeinden mit angespanntem Wohnungsmarkt. Die meisten anderen liegen im Berliner Umland.

RegelWas in Potsdam giltStand
MietpreisbremseNeue Miete höchstens ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 %, Ausnahmen u. a. für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurdenbis 31.12.2029
KappungsgrenzeMieterhöhung im laufenden Vertrag höchstens 15 % in drei Jahren, nur bis zur Vergleichsmiete01.01.2026 bis 31.12.2030
Grunderwerbsteuer6,5 %, gemeinsam mit drei anderen Ländern der höchste Satzseit 01.07.2015

Für Ihre Kalkulation heißt das: Bei einer Wohnung mit Baujahr 1991 bis 2008, 45 bis 60 m² und guter Energieklasse liegt der Mietspiegel-Mittelwert bei 9,48 € pro m². Bei einer Neuvermietung dürfen Sie damit höchstens rund 10,43 € verlangen, sofern keine Ausnahme greift.

Kaufnebenkosten in Brandenburg

Die Grunderwerbsteuer in Brandenburg beträgt 6,5 % des Kaufpreises. Bei einer Wohnung für 231.900 € sind das 15.074 €, in Bayern wären es 8.117 €. Mit Notar und Grundbuch kommen Sie ohne Makler auf gut 8 % Nebenkosten. Wie sich die Gebühren zusammensetzen, erklärt der Ratgeber zu den Notarkosten. Einen Überblick über das Land gibt die Seite Kapitalanlage-Immobilien in Brandenburg.

Was kostet Ihr Kauf in Brandenburg zusätzlich? Kaufpreis eingeben, Brandenburg wählen: Der Rechner zeigt Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch einzeln.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Potsdam

Nehmen wir Nadine, angestellt, ledig, mit einem zu versteuernden Einkommen von 68.000 €. Sie kauft eine gebrauchte, vermietete Wohnung mit 60 m², Baujahr 2000, in mittlerer Lage zum Median-Preis des Gutachterausschusses von 3.865 € pro m². Das ergibt 231.900 €. Die Bank finanziert den Kaufpreis, die Nebenkosten von 19.274 € zahlt Nadine aus Eigenkapital. Als Miete setzen wir 10,40 € pro m² an, knapp unter der Grenze der Mietpreisbremse. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Nadines Wohnung im ersten vollen Jahr
AnnahmeBetrag pro Jahr
Kaltmiete60 m² × 10,40 € × 127.488 €
Mietausfall2 % der Miete−150 €
Nicht umlegbares Hausgeld (Verwaltung, Rücklage)1,30 € pro m² und Monat−936 €
Zinsen231.900 € Kredit zu 3,8 %−8.812 €
Tilgung1,5 % anfänglich−3.479 €
Cashflow vor Steuern−5.888 €
Abschreibung (läuft nur über die Steuer)2 % von 80 % der Anschaffungskosten3.998 €
Einkünfte aus Vermietung (Miete minus Ausfall, Zinsen, Hausgeld, Abschreibung)−6.407 €
SteuerersparnisTarif 2026, ledig, ohne Kirchensteuer+2.579 €
Cashflow nach Steuern−3.309 €
Pro Monatrund −276 €
Kaufnebenkosten 19.274 € (Grunderwerbsteuer 15.074 €, Notar und Grundbuch 4.200 €) als Eigenkapital. Kaufpreis: Gutachterausschuss Potsdam, Median Weiterverkauf Baujahr 1991–2022, mittlere Lage, 2025. Miete: Mietspiegel 2026 plus knapp 10 %. Zins, Hausgeld und Gebäudeanteil sind Annahmen. Beträge auf volle Euro gerundet. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Nadine zahlt im ersten Jahr rund 491 € im Monat zu, nach der Steuer rund 276 €. Davon fließen 290 € in die Tilgung. Rechnet man die Tilgung heraus, bleibt nach Steuern ein kleines Plus von rund 170 € im Jahr. Das zeigt, wie knapp die Rechnung ist. Im Kaufjahr kann sie zusätzlich die Grundschuldkosten von rund 1.330 € als Werbungskosten absetzen.

Was, wenn es schlechter läuft? Steht die Wohnung drei Monate leer, fehlen 1.872 € Miete, und das Hausgeld läuft weiter. Steigt der Zins bei der Anschlussfinanzierung um einen Prozentpunkt, kostet das bei einer Restschuld von 195.000 € rund 1.950 € mehr im Jahr. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, zeigt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Woraus Nadines Ergebnis vor Steuern besteht
Kaltmiete
+7.488 €
Zinsen
−8.812 €
Tilgung
−3.479 €
Nicht umlegbares Hausgeld
−936 €
Mietausfall
−150 €
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Die Zinsen allein sind höher als die Miete.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Potsdam

Wie sähe Nadines Rechnung mit einer neu gebauten Wohnung aus? Der Gutachterausschuss nennt für Erstverkäufe ab Baujahr 2023 in mittlerer Lage einen Median von 7.580 € pro m² aus 28 Verkäufen. Für 45 m² ergibt das 341.100 €. Grunderwerbsteuer (22.172 €) sowie Notar und Grundbuch (5.328 €) zahlt sie aus Eigenkapital, zusammen 27.500 €. Als Miete nehmen wir den Mietspiegel-Mittelwert für Baujahre ab 2021 und 45 bis 60 m² von 16,58 € pro m². Die Mietpreisbremse gilt dafür nicht, denn Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, sind dauerhaft ausgenommen (§ 556f BGB).

Neubauwohnung im ersten vollen Jahr
AnnahmeBetrag pro Jahr
Kaltmiete45 m² × 16,58 € × 128.953 €
Mietausfall2 % der Miete−179 €
Nicht umlegbares Hausgeld (Verwaltung, Rücklage)1,20 € pro m² und Monat−648 €
Zinsen341.100 € Kredit zu 3,8 %−12.962 €
Tilgung1,5 % anfänglich−5.117 €
Cashflow vor Steuern−9.952 €
Abschreibung degressiv (läuft nur über die Steuer)5 % von 80 % der Anschaffungskosten14.677 €
Einkünfte aus Vermietung (Miete minus Ausfall, Zinsen, Hausgeld, Abschreibung)−19.513 €
SteuerersparnisTarif 2026, ledig, ohne Kirchensteuer+7.410 €
Cashflow nach Steuern−2.542 €
Pro Monatrund −212 €
Annahmen: zvE 68.000 €, ledig, Zins 3,8 %, Tilgung 1,5 %, Kaufnebenkosten Brandenburg ohne Makler. Kaufpreis: Gutachterausschuss Potsdam, Median Erstverkauf ab Baujahr 2023, mittlere Lage, 2025 (28 Verkäufe, Ø 78 m²). Miete: Mietspiegel 2026, Mittelwert Baujahr ab 2021, 45–60 m². Gebäudeanteil und Hausgeld sind Annahmen. Degressive Abschreibung (§ 7 Abs. 5a EStG) nur bei Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 und Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres. Grundschuldkosten von rund 1.680 € im Kaufjahr zusätzlich absetzbar. Beträge auf volle Euro gerundet. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Die Abschreibung ist im ersten Jahr fast viermal so hoch wie bei der gebrauchten Wohnung (14.677 € statt 3.998 €), und in einem neuen Haus fällt anfangs meist weniger Instandhaltung an. Dafür kostet der Quadratmeter fast doppelt so viel, und allein die Grunderwerbsteuer liegt bei über 22.000 €. Die Bruttomietrendite sinkt auf 2,6 % statt 3,2 %. Vor Steuern zahlt Nadine hier rund 829 € im Monat zu statt 491 €, nach Steuern rund 212 € statt 276 €. Die degressive Abschreibung wird jedes Jahr vom kleineren Restwert berechnet, die Steuerersparnis sinkt also in den Folgejahren. Und je höher der Kredit, desto stärker trifft sie ein Zinsanstieg bei der Anschlussfinanzierung.

08Chancen und Risiken in Potsdam

Potsdam verbindet einen sehr knappen Wohnungsmarkt mit hohen Einstiegskosten. Beides gehört in Ihre Entscheidung.

Was für Potsdam spricht: Die Einwohnerzahl ist in zehn Jahren um gut 10 % gestiegen, und die Stadt rechnet bis 2040 mit weiterem Wachstum. Der Leerstand liegt bei 2,7 %, Tausende Haushalte warten auf eine geförderte Wohnung. Universität, Forschung, Verwaltung und die Nähe zu Berlin sorgen für Nachfrage. Der Gutachterausschuss veröffentlicht detaillierte Kaufpreise, Sie können also gut vergleichen.

Was dagegen spricht: Die Bruttomietrendite liegt laut Gutachterausschuss bei rund 3,2 %, im Neubau noch darunter. Die Grunderwerbsteuer von 6,5 % kostet Sie bei jedem Kauf viel Eigenkapital. Mietpreisbremse und Kappungsgrenze von 15 % begrenzen die Miete. Das Wachstum hat sich verlangsamt, die Bevölkerung altert. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,2 %. Und auch hier gilt: Bei der Anschlussfinanzierung tragen Sie das Zinsrisiko, und eine Wohnung kann an Wert verlieren.

Potsdam kann zu Ihnen passen, wenn …
  • Sie ein gutes Einkommen haben und die Steuerersparnis nutzen.
  • Sie Eigenkapital für gut 8 % Kaufnebenkosten mitbringen.
  • Sie eine monatliche Zuzahlung von 200 bis 300 € dauerhaft tragen können.
  • Sie auf einen knappen Mietmarkt setzen und langfristig planen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie eine Wohnung suchen, deren Miete Zinsen und Tilgung deckt.
  • Sie die Kaufnebenkosten mitfinanzieren müssten.
  • Sie keine Reserve für Leerstand, Sonderumlage oder höhere Zinsen haben.
  • Sie eine Plattenbauwohnung ohne Blick auf Energieklasse und Rücklage kaufen würden.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Potsdam als Kapitalanlage?

Das hängt vor allem von Ihrem Einkommen und Eigenkapital ab. Die Nachfrage ist stabil und der Leerstand niedrig, aber vermietete Wohnungen werden für knapp 31 Jahresmieten verkauft. In unserer Beispielrechnung zahlt eine Käuferin mit 68.000 € zu versteuerndem Einkommen nach Steuern rund 276 € im Monat zu.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Potsdam?

Laut Gutachterausschuss kosteten gebrauchte Wohnungen mit Baujahr 1991 bis 2022 im Jahr 2025 im Median 2.875 € pro m² in einfacher, 3.865 € in mittlerer und 5.340 € in guter Lage. Neubauwohnungen ab Baujahr 2023 lagen in mittlerer Lage bei 7.580 € pro m².

Wie hoch ist die Mietrendite in Potsdam?

Der Gutachterausschuss hat für vermietete Eigentumswohnungen einen durchschnittlichen Rohertragsfaktor von 30,9 ermittelt. Das entspricht einer Bruttomietrendite von rund 3,2 % vor Kosten und Steuern. Neubauwohnungen kommen in unserer Rechnung auf rund 2,6 %.

Welche Stadtteile in Potsdam eignen sich für Kapitalanleger?

Die meisten Wohnungen werden in der Innenstadt, in Babelsberg und in Drewitz verkauft. Babelsberg und die Brandenburger Vorstadt sind gefragte, teurere Lagen. In Stern, Drewitz und der Waldstadt steigen Sie günstiger ein, sollten aber Gebäudezustand, Energieklasse und Rücklage genau prüfen.

Gibt es in Potsdam eine Mietpreisbremse?

Ja. Potsdam gehört zu den 36 Brandenburger Gemeinden, in denen die Mietpreisbremse bis 31.12.2029 gilt. Neubauten mit Erstvermietung nach dem 01.10.2014 sind ausgenommen. Im laufenden Mietverhältnis gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren, festgelegt bis 31.12.2030.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Potsdam?

Brandenburg erhebt seit 01.07.2015 eine Grunderwerbsteuer von 6,5 %. Mit Notar und Grundbuch kommen Sie ohne Makler auf gut 8 % Kaufnebenkosten, bei 230.000 € also auf rund 19.000 €.

Wächst Potsdam weiter?

Ja, aber langsamer als früher. 2025 kamen laut Statistikamt nur 383 Einwohner hinzu. Die Stadt rechnet bis Ende 2040 mit rund 12.300 zusätzlichen Einwohnern, deutlich weniger als in der Prognose von 2020.

Was gilt beim Potsdamer Mietspiegel 2026?

Der qualifizierte Mietspiegel gilt seit 25.06.2026 und beruht auf 35.882 Wohnungen. Neu ist, dass die Energieeffizienzklasse des Gebäudes die Vergleichsmiete mitbestimmt. Die Mittelwerte reichen je nach Baualter und Größe von 5,55 € bis 16,73 € pro m².