Kapitalanlage-Immobilien in München: was die Zahlen 2026 wirklich sagen
Andriy Bezborodko · 2026-10-13
Sie überlegen, eine Wohnung in München als Kapitalanlage zu kaufen. Die Stadt wächst, Wohnungen sind knapp, und wer hier einmal vermietet hat, findet in der Regel schnell neue Mieter. Gleichzeitig kostet eine gebrauchte Zwei-Zimmer-Wohnung mit 60 m² aus den 1990er-Jahren im Schnitt rund 444.000 €.
Genau dieser Widerspruch entscheidet über Ihre Rechnung. Die Nachfrage ist stabil, die Miete im Verhältnis zum Kaufpreis aber niedrig. Wir haben die amtlichen Zahlen zusammengetragen, die Mietrendite selbst nachgerechnet und eine typische Wohnung bis zum Cashflow nach Steuern durchgerechnet.
01München in Zahlen
Die wichtigsten Daten für Anleger in einer Tabelle. Wo zwei Quellen unterschiedliche Werte liefern, erklären wir das in den folgenden Kapiteln.
| Kennzahl | Wert | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Einwohner (Melderegister) | 1.612.429 | Statistisches Amt München, Ende 2025 |
| Einwohner (amtlich, Zensusbasis) | 1.505.005 | Bayerisches Landesamt für Statistik, 31.12.2024 |
| Entwicklung 2014–2024 (amtlich) | +5,3 % | Landesamt für Statistik, eigene Rechnung |
| Prognose 2045 | 1,83 Mio. (+14 %) | Bevölkerungsprognose der Stadt, Basis Ende 2024 |
| Privathaushalte | 790.040 | Zensus, 15.05.2022 |
| Anteil Einpersonenhaushalte | 55,2 % | Zensus, 15.05.2022, eigene Rechnung |
| Wohnungsbestand | 842.898 | Landesamt für Statistik, 31.12.2024 |
| Leerstandsquote | 2,4 % (22.403 Wohnungen) | Zensus, 15.05.2022, laut Sozialreferat |
| Fertiggestellte Wohnungen | 6.503 | Landesamt für Statistik, 2024 |
| Beschäftigte am Arbeitsort | 970.646 | Landesamt für Statistik, 30.06.2024 |
| Arbeitslosenquote | 5,7 % | Agentur für Arbeit München, 09/2026 |
| Studierende TUM und LMU | 104.029 | Landesamt für Statistik, WS 2025/26 |
| Ø-Miete Mietspiegel | 15,38 €/m² | Mietspiegel 2025 |
| Gebrauchte Wohnungen | 6.500–9.150 €/m² | Gutachterausschuss, Jahresbericht 2025 |
| Neubauwohnungen | 9.800–10.550 €/m² | Gutachterausschuss, 1. Halbjahr 2026 |
| Grunderwerbsteuer | 3,5 % | Bayern, Stand 10/2026 |
02Bevölkerung und Nachfrage
Für München kursieren zwei Einwohnerzahlen, und beide stimmen. Das Statistische Amt der Stadt zählt alle Menschen mit Hauptwohnsitz im Melderegister, Ende 2025 waren das 1.612.429. Das Bayerische Landesamt für Statistik schreibt dagegen die Zahl des Zensus 2022 fort und kommt für Ende 2024 auf 1.505.005. Der Zensus hat in vielen Großstädten weniger Menschen gefunden, als gemeldet waren.
Für Ihre Entscheidung zählt die Richtung, und die ist eindeutig. Die Stadt erwartet in ihrer Bevölkerungsprognose bis 2045 rund 226.000 Einwohner mehr, ein Plus von 14 %. Den größten Teil sollen junge Erwachsene ausmachen, die für Ausbildung oder Beruf zuziehen. Eine Prognose ist allerdings keine Zusage, und sie sagt nichts über Preise.
Wichtiger als die Einwohnerzahl ist für Vermieter der Leerstand. Am Zensus-Stichtag 15.05.2022 standen in München 22.403 Wohnungen leer, das sind 2,4 % des Bestands. Gut die Hälfte davon war innerhalb von drei Monaten beziehbar, also normaler Mieterwechsel. Das Institut der deutschen Wirtschaft nennt 2,5 % als Mindestwert, damit Umzüge reibungslos möglich sind. München liegt darunter.
Dazu kommt die Haushaltsstruktur. 55 % der Münchner Haushalte bestehen aus einer Person. Ein- und Zwei-Zimmer-Wohnungen werden deshalb stark nachgefragt. Gebaut wird zu wenig, um das auszugleichen: 2024 wurden 6.503 Wohnungen fertig. Allein 2025 kamen laut Melderegister rund 8.600 Einwohner hinzu.
03Wirtschaft und Arbeitsmarkt
München ist vor allem ein Dienstleistungsstandort. Von den 970.646 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (30.06.2024) arbeiteten 413.510 bei Unternehmensdienstleistern, also etwa in IT, Beratung, Finanzen und Versicherungen. Dazu kommen 247.469 bei öffentlichen und privaten Dienstleistern und 146.917 im produzierenden Gewerbe. In der Stadt sitzen Konzerne wie BMW, Siemens, Allianz und Munich Re.
Mehr Menschen arbeiten in München, als hier wohnen. Am Wohnort München waren zum selben Stichtag 718.992 Menschen beschäftigt. Nach unserer Rechnung pendeln damit unterm Strich rund 250.000 Beschäftigte mehr in die Stadt als hinaus. Ein Teil davon würde gern näher am Arbeitsplatz wohnen.
Ganz ohne Schatten ist der Arbeitsmarkt nicht. Die Arbeitslosenquote in der Stadt lag im September 2026 bei 5,7 %, ein Jahr zuvor bei 5,6 %. Die Agentur für Arbeit beschreibt die Herbstbelebung als schwächer als in wirtschaftlich starken Jahren. Für Vermieter heißt das: Die Nachfrage ist breit verteilt, aber auch Münchner Mieter spüren Konjunktur und Stellenabbau in der Industrie.
Ein eigener Nachfragemarkt sind die Hochschulen. Allein an der Technischen Universität (52.292) und der Ludwig-Maximilians-Universität (51.737) waren im Wintersemester 2025/26 über 104.000 Menschen eingeschrieben. Dazu kommen die Hochschule München und weitere Hochschulen.
04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite
Jetzt wird es konkret. Der qualifizierte Mietspiegel 2025 weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 15,38 €/m² aus, 5,5 % mehr als im Mietspiegel 2023. Neu abgeschlossene Mietverträge lagen im Erhebungszeitraum im Schnitt bei rund 17,06 €/m², laufende Verträge bei rund 14,47 €/m².
Die Kaufpreise kommen vom Gutachterausschuss, der alle Kaufverträge der Stadt auswertet. Gebrauchte Wohnungen in durchschnittlichen und guten Lagen kosteten 2025 je nach Baujahr zwischen rund 6.500 und 9.150 €/m². Neubauwohnungen lagen im ersten Halbjahr 2026 bei rund 9.800 €/m² in durchschnittlicher und 10.550 €/m² in guter Lage.
Aus beiden Werten lässt sich die Bruttomietrendite berechnen: Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis. Der Kehrwert ist der Kaufpreisfaktor, also wie viele Jahresmieten Sie für die Wohnung bezahlen.
| Baujahr der Wohnung | Kaufpreis 2025 | Kaufpreisfaktor | Bruttomietrendite |
|---|---|---|---|
| 1950–1959 | 7.700 €/m² | 41,7 | 2,40 % |
| 1960–1969 | 6.500 €/m² | 35,2 | 2,84 % |
| 1970–1979 | 6.500 €/m² | 35,2 | 2,84 % |
| 1980–1989 | 6.950 €/m² | 37,7 | 2,66 % |
| 1990–1999 | 7.400 €/m² | 40,1 | 2,49 % |
| 2000–2009 | 8.250 €/m² | 44,7 | 2,24 % |
| 2010–2023 | 9.150 €/m² | 49,6 | 2,02 % |
| Neubau, durchschnittliche Lage (2026) | 9.800 €/m² | 53,1 | 1,88 % |
Wir rechnen hier vereinfacht mit der Durchschnittsmiete des Mietspiegels für alle Baujahre. Neuere Wohnungen erzielen höhere Mieten, ältere oft niedrigere. Die Größenordnung ändert sich dadurch kaum.
Zum Vergleich: Ganze Mietwohnhäuser wurden im ersten Halbjahr 2026 laut Gutachterausschuss im Schnitt zum rund 30-fachen der Jahresmiete verkauft, was etwa 3,3 % Bruttorendite entspricht. Bei den Preisen hat sich der Markt nach den Rückgängen 2022 und 2023 beruhigt. 2025 lagen Eigentumswohnungen im Mittel 2 % unter dem Vorjahr, im ersten Halbjahr 2026 gebrauchte Wohnungen 1 % darüber. Wie es weitergeht, sagen diese Zahlen nicht.
Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis, Miete und Kosten eingeben und brutto wie netto vergleichen.
05Stadtteile im Überblick
Für einzelne Stadtteile veröffentlicht der Gutachterausschuss keine frei zugänglichen Durchschnittspreise. Wir ordnen die Lagen deshalb ohne eigene Preisangaben ein und stützen uns auf die Bevölkerungsprognose der Stadt, die Erhaltungssatzungen und die Hochschulstandorte.
| Stadtteil | Charakter | Für wen eher geeignet |
|---|---|---|
| Maxvorstadt | Universitätsviertel rund um LMU und TU-Stammgelände, dichte Altbauten, Teile lagen 2017 in einem Erhaltungssatzungsgebiet | Kleine Wohnungen für Studierende und junge Berufstätige; hohe Preise, niedrige Rendite |
| Schwabing | Gefragte Wohnlage im Norden der Innenstadt, Preise am oberen Ende des Münchner Marktes | Anleger, denen Vermietbarkeit wichtiger ist als laufender Ertrag |
| Haidhausen, Au, Untergiesing | Innenstadtnah, viel Altbau; Haidhausen und Untere Au/Untergiesing gehörten 2017 zu den größten Erhaltungssatzungsgebieten | Langfristig orientierte Anleger, die mit Vorkaufsrecht und Auflagen umgehen können |
| Aubing-Lochhausen-Langwied mit Freiham | Neues Stadtviertel Freiham, laut Prognose das stärkste Einwohnerwachstum aller Bezirke | Käufer von Neubauwohnungen, die auf neue Infrastruktur setzen |
| Trudering-Riem | Messestadt, Neubau, laut Prognose deutliches Wachstum | Familienwohnungen, längere Mietdauer |
| Bogenhausen | Gemischt von gehobener Villenlage bis Neubaugebieten im Nordosten, laut Prognose Wachstum | Breites Spektrum, Preise je nach Teilgebiet sehr unterschiedlich |
| Feldmoching-Hasenbergl | Stadtrand im Norden, laut Prognose deutliches Wachstum durch Neubau | Anleger, die auf einen niedrigeren Einstieg achten; Lage und Haus genau prüfen |
| Pasing | Bahnknoten im Westen mit S-Bahn und Regionalverkehr | Pendler-Mieter, die schnell in die Innenstadt oder ins Umland wollen |
Innerstädtische Bezirke wachsen laut Prognose unterdurchschnittlich oder verlieren sogar Einwohner. Das liegt an fehlenden Bauflächen, nicht an fehlender Nachfrage. Für Anleger heißt das: In der Innenstadt zahlen Sie für Knappheit, am Stadtrand für Entwicklung, die erst kommen muss.
06Regeln für Vermieter in München
In München gelten so ziemlich alle mietrechtlichen Instrumente, die Deutschland kennt. Wer hier kauft, sollte sie vor dem Notartermin kennen.
| Regel | Was gilt in München | Stand |
|---|---|---|
| Mietpreisbremse | Neue Miete höchstens ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 %, Ausnahmen u. a. für Neubau | gilt bis 31.12.2029 (Bayerische Mieterschutzverordnung) |
| Kappungsgrenze | Mieterhöhung im laufenden Vertrag höchstens 15 % in drei Jahren | gilt bis 31.12.2029 |
| Kündigungssperrfrist nach Umwandlung | 10 Jahre kein Eigenbedarf nach Umwandlung in Eigentum | gilt bis 31.12.2029 |
| Umwandlungsverbot (§ 250 BauGB) | Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen in Häusern ab 11 Wohnungen genehmigungspflichtig | verlängert bis 31.12.2026 |
| Erhaltungssatzungen | 36 Gebiete mit rund 204.000 Wohnungen; Genehmigung für Umbau, Abriss, Umwandlung; Vorkaufsrecht der Stadt | Februar 2026 |
| Zweckentfremdung | Wohnraum darf nicht ohne Genehmigung länger leer stehen oder als Ferienwohnung dienen | städtische Satzung |
| Grunderwerbsteuer | 3,5 %, der niedrigste Satz in Deutschland | Stand 10/2026 |
Die Mietpreisbremse begrenzt vor allem Ihre Kalkulation. Rechnen Sie bei einer Neuvermietung mit dem Mietspiegelwert plus höchstens 10 %, nicht mit Inseraten aus Portalen. Bei einer Durchschnittsmiete von 15,38 €/m² wären das rund 16,90 €/m².
Die Erhaltungssatzungen betreffen rund ein Fünftel der Münchner Wohnungen. Kaufen Sie dort eine Wohnung oder ein Haus, kann die Stadt ein Vorkaufsrecht prüfen. Größere Modernisierungen brauchen eine Genehmigung. Seit Februar 2026 genehmigt die Stadt den Abriss von Wohnhäusern in diesen Gebieten grundsätzlich nicht mehr.
Bei den Kaufnebenkosten hat Bayern einen Vorteil. Die Grunderwerbsteuer in Bayern beträgt 3,5 %, in Nordrhein-Westfalen sind es 6,5 %. Dazu kommen rund 1,3 bis 1,8 % für Notar und Grundbuch und gegebenenfalls ein Makler. Ihre Summe rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus.
07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in München
Nehmen wir Markus. Er ist ledig, verdient gut und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 100.000 € im Jahr. Er kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 60 m², Baujahr 1995, in durchschnittlicher Lage. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.
Die Annahmen legen wir offen. Kaufpreis 7.400 €/m² laut Gutachterausschuss, also 444.000 €. Miete 16,00 €/m², zwischen Mietspiegel-Durchschnitt und Mietpreisbremse-Grenze. Die Bank finanziert den Kaufpreis zu 3,6 % Zins und 1,5 % Tilgung, die Nebenkosten bringt Markus selbst auf. Das nicht umlagefähige Hausgeld setzen wir mit 3,00 €/m² im Monat an, die Hälfte davon fließt in die Rücklage.
| Betrag | |
|---|---|
| Kaufpreis 60 m² × 7.400 € | 444.000 € |
| Grunderwerbsteuer 3,5 % | 15.540 € |
| Notar und Grundbuch (geschätzt) | 6.400 € |
| Makler 3,57 % (Käuferanteil, falls beteiligt) | 15.851 € |
| Eigenkapital für Nebenkosten | 37.791 € |
| Mieteinnahmen 60 m² × 16,00 € × 12 | 11.520 € |
| Verwaltung und Instandhaltung (nicht umlagefähig) | −1.080 € |
| Zuführung Instandhaltungsrücklage | −1.080 € |
| Mietausfallwagnis 2 % | −230 € |
| Zinsen 3,6 % | −15.984 € |
| Tilgung 1,5 % | −6.660 € |
| Cashflow vor Steuern | −13.514 € |
| Steuerersparnis (Verlust aus Vermietung −11.325 €) | +5.323 € |
| Cashflow nach Steuern | −8.191 € |
| pro Monat | −683 € |
| davon Tilgung (Vermögensaufbau) | 555 € pro Monat |
Markus zahlt also im ersten Jahr rund 683 € im Monat aus eigener Tasche zu. Davon fließen 555 € in die Tilgung, sein Kredit wird also kleiner. Der echte Verlust nach Steuern liegt bei rund 128 € im Monat. Dafür besitzt er eine Wohnung, deren Miete im Lauf der Jahre im Rahmen von Mietspiegel und Kappungsgrenze steigen kann, aber nicht muss.
Warum fällt die Rechnung so aus? Bei einem Kaufpreisfaktor von 38,5 deckt die Miete nicht einmal die Zinsen. Mehr Eigenkapital senkt die Zinslast, bindet aber Geld, das anderswo arbeiten könnte. Und die Steuerersparnis ist hoch, weil Markus einen Grenzsteuersatz von rund 47 % hat. Bei geringerem Einkommen wäre der monatliche Zuschuss größer. Wie Mieteinnahmen im Detail versteuert werden, erklären wir im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.
Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in München
Wie sähe die Rechnung aus, wenn Markus statt der gebrauchten Wohnung eine neu gebaute kauft? Für Neubauwohnungen in durchschnittlicher Lage nennt der Gutachterausschuss für das erste Halbjahr 2026 vorläufig rund 9.800 €/m². Für 45 m² sind das 441.000 €, fast so viel wie oben für 60 m². Als Miete setzen wir 26,35 €/m² an: Das ist laut Wohnungsmarktbarometer der Stadt die durchschnittliche Angebotsmiete 2025 für unmöblierte Erstbezugswohnungen mit 40 bis 60 m², ausgewertet aus Inseraten. Was im Mietvertrag tatsächlich vereinbart wird, kann darunter liegen. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.
| Betrag | |
|---|---|
| Kaufpreis 45 m² × 9.800 € | 441.000 € |
| Grunderwerbsteuer 3,5 % | 15.435 € |
| Notar und Grundbuch (geschätzt) | 6.400 € |
| Eigenkapital für Nebenkosten | 21.835 € |
| Mieteinnahmen 45 m² × 26,35 € × 12 | 14.229 € |
| Verwaltung und Instandhaltung (nicht umlagefähig) | −540 € |
| Zuführung Instandhaltungsrücklage | −540 € |
| Mietausfallwagnis 2 % | −285 € |
| Zinsen 3,6 % | −15.876 € |
| Tilgung 1,5 % | −6.615 € |
| Cashflow vor Steuern | −9.627 € |
| Steuerersparnis (Verlust aus Vermietung −16.072 €) | +7.553 € |
| Cashflow nach Steuern | −2.074 € |
| pro Monat | −173 € |
| davon Tilgung (Vermögensaufbau) | 551 € pro Monat |
Im ersten Jahr sinkt der Zuschuss nach Steuern damit von rund 683 € auf rund 173 € im Monat. Das liegt vor allem an der degressiven Abschreibung, die mit 13.885 € mehr als doppelt so hoch ist wie die lineare oben, aber jedes Jahr kleiner wird, an den in den ersten Jahren meist geringeren Instandhaltungskosten und an der höheren Neubaumiete: Für eine Wohnung, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wird, gilt die Mietpreisbremse nicht (§ 556f BGB), die Kappungsgrenze für spätere Erhöhungen dagegen schon. Dafür zahlt Markus je m² rund 2.400 € mehr, und die Bruttomietrendite von 3,23 % hängt an der Angebotsmiete: Mit dem Mietspiegel-Durchschnitt von 15,38 €/m² läge sie bei 1,88 %, und beim Kauf vom Bauträger kommt das Risiko hinzu, dass sich die Fertigstellung verzögert.
08Chancen und Risiken einer Kapitalanlage in München
München ist kein Markt für schnelle laufende Erträge. Die Stadt bietet eine Nachfrage, die seit Jahren stabil ist, verlangt dafür aber einen hohen Einstieg und langen Atem.
| Was für München spricht | Was dagegen spricht |
|---|---|
| Leerstand 2,4 % (Zensus 2022), schnelle Wiedervermietung üblich | Bruttomietrendite meist 2 bis 3 %, laufender Zuschuss bei Finanzierung |
| Prognose der Stadt: +14 % Einwohner bis 2045 | Prognosen können sich ändern, innerstädtische Bezirke wachsen kaum |
| Breiter Arbeitsmarkt mit rund 970.000 Beschäftigten | Arbeitslosenquote 2026 leicht gestiegen, Industrie unter Druck |
| Grunderwerbsteuer 3,5 % | Mietpreisbremse und Kappungsgrenze 15 % begrenzen Mieterhöhungen |
| Mietspiegel 2025 lag 5,5 % über dem von 2023 | Erhaltungssatzungen, Vorkaufsrecht und Umwandlungsverbot schränken ein |
Die größten Risiken liegen beim Zins und bei den Kosten. Steigt der Zins bei der Anschlussfinanzierung um einen Prozentpunkt, kostet das Markus bei rund 365.000 € Restschuld nach zehn Jahren etwa 3.650 € mehr im Jahr. Sonderumlagen für Dach, Fassade oder Heizung treffen Eigentümer in älteren Häusern, und die Rücklage reicht dafür nicht immer. Ein Mieterwechsel kostet auch in München Zeit und Geld.
- Sie ein hohes, stabiles Einkommen haben und einen monatlichen Zuschuss über Jahre tragen können.
- Ihnen Vermietbarkeit und Nachfrage wichtiger sind als laufender Ertrag.
- Sie 10 Jahre und länger halten wollen.
- Sie Eigenkapital für die Nebenkosten und eine Reserve haben.
- Die Wohnung sich von Anfang an selbst tragen soll.
- Sie mit steigenden Kaufpreisen rechnen, damit die Rechnung aufgeht.
- Ein Zinsanstieg Ihr Budget sprengen würde.
- Sie nach wenigen Jahren wieder verkaufen müssen.
09Weitere Standorte
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Quellen
Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.
- Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München: Halbjahresreport 2026 (August 2026), Frühjahrsticker 2026, Herbstanalyse 2025; Preise gebrauchter Wohnungen 2025 nach Baujahr aus dem Jahresbericht 2025, zitiert nach lehmannhueber.de und abgeglichen mit der Grafik im Halbjahresreport 2026
- Landeshauptstadt München: Mietspiegel für München 2025; Bevölkerungsprognose 2025 bis 2045; Statistisches Amt, Meldung zum Statistischen Jahrbuch 2025; Zweite Stammstrecke
- Neuvermietungs- und Bestandsmieten im Mietspiegel 2025 nach kwag.de
- Sozialreferat München, Antwort zur Stadtratsanfrage „Klarheit zum Leerstand von Wohnungen in München“, 20.01.2025 (Zensus 2022)
- Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Broschüre „Perspektive München – 30 Jahre Erhaltungssatzung“ (Gebietsstand 31.08.2017)
- Rathaus Umschau 26/2026, Vollzug der Erhaltungssatzungen wird verschärft, 09.02.2026
- Bayerisches Landesamt für Statistik: Statistik kommunal 2025, Kreisfreie Stadt München (Bevölkerung, Zensus 2022, Beschäftigte, Wohnungsbestand, Baufertigstellungen); Pressemitteilung 155/2026 (Studierende WS 2025/26)
- Agentur für Arbeit München, Arbeitsmarkt im September 2026
- Bayerische Mieterschutzverordnung, GVBl. 2025 S. 718, geändert durch GVBl. 2026 S. 334; GVBl. 2025 S. 717 (Verlängerung Gebietsbestimmungsverordnung Bau); Bayerische Staatsregierung, Umwandlungsverbot für Mietwohnungen, 29.05.2023
- § 556d BGB, § 558 BGB, § 250 BauGB, § 7 Abs. 4 EStG, § 32a EStG
- Landeshauptstadt München, Referat für Stadtplanung und Bauordnung: Wohnungsmarktbarometer 2025, Tabelle 1 (Erstbezugsmieten unmöblierter Wohnungen nach Größenklassen, Datenbasis Immobilien Scout GmbH); Rathaus Umschau 82/2026, 30.04.2026
- § 7 Abs. 5a EStG (degressive Abschreibung), § 7b EStG (Sonderabschreibung), § 556f BGB (Ausnahme Neubau von der Mietpreisbremse)
- Kaufpreisfaktor, Bruttomietrendite, Pendlersaldo und Beispielrechnung: eigene Berechnung, Stand 13.10.2026
FAQHäufige Fragen
Lohnt sich eine Wohnung in München als Kapitalanlage?
Das hängt davon ab, was Sie erwarten. Die Nachfrage ist hoch und der Leerstand niedrig. Die Bruttomietrendite liegt nach unserer Rechnung aber meist nur zwischen 2 und 3 %. Bei Finanzierung zahlen Sie in der Regel monatlich zu. Für Anleger mit hohem Einkommen, langem Horizont und Reserve kann das passen, für Anleger, die laufenden Ertrag suchen, eher nicht.
Wie hoch ist die Mietrendite in München?
Mit der Durchschnittsmiete des Mietspiegels 2025 (15,38 €/m²) und den Kaufpreisen des Gutachterausschusses ergibt sich für gebrauchte Wohnungen eine Bruttomietrendite von rund 2,0 bis 2,8 %. Neubauwohnungen liegen darunter. Nach Kosten, also netto, bleibt noch weniger.
Was kostet eine Eigentumswohnung in München pro Quadratmeter?
Gebrauchte Wohnungen in durchschnittlichen und guten Lagen kosteten 2025 laut Gutachterausschuss je nach Baujahr rund 6.500 bis 9.150 €/m². Neubauwohnungen lagen im ersten Halbjahr 2026 bei rund 9.800 €/m² in durchschnittlicher und 10.550 €/m² in guter Lage. In zentralen Toplagen liegen die Preise deutlich höher.
Gibt es eine Mietpreisbremse in München?
Ja. München steht in der Bayerischen Mieterschutzverordnung, die bis 31.12.2029 gilt. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten unter anderem für Neubauten und nach umfassender Modernisierung. Im laufenden Mietverhältnis gilt die Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.
Welche Stadtteile eignen sich für eine Kapitalanlage in München?
Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Innenstadtlagen wie Maxvorstadt oder Schwabing sind sehr gefragt, aber teuer. Laut Prognose der Stadt wachsen Aubing-Lochhausen-Langwied mit Freiham, Trudering-Riem, Bogenhausen und Feldmoching-Hasenbergl am stärksten. Entscheidend sind am Ende das einzelne Haus, die Eigentümergemeinschaft und der Preis.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in München?
3,5 % des Kaufpreises, so viel wie überall in Bayern und der niedrigste Satz in Deutschland. Mit Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler liegen die Kaufnebenkosten bei rund 5 bis 9 %.
Was ist eine Erhaltungssatzung und betrifft sie meine Wohnung?
Mit einer Erhaltungssatzung schützt die Stadt die Bewohnerstruktur eines Viertels. In München gibt es 36 solcher Gebiete mit rund 204.000 Wohnungen. Dort brauchen Umbauten, Abriss und Umwandlungen eine Genehmigung, und die Stadt kann beim Verkauf ein Vorkaufsrecht prüfen. Ob eine Adresse betroffen ist, erfahren Sie beim Referat für Stadtplanung und Bauordnung; rechtsverbindlich sind die Bekanntmachungen im Amtsblatt der Stadt.