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Kapitalanlage-Immobilien in Nürnberg: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

Michael Pauker · 2026-10-13

Nürnberg auf einen Blick
547.913
Einwohner
31.12.2025, Stadt Nürnberg
554.700
Einwohner 2033
Vorausberechnung der Stadt
3,1 %
Leerstand
Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
10,33 €/m²
Mietspiegel-Durchschnitt
Mietenspiegel 2026

Sie suchen eine Wohnung zum Vermieten und schauen nach Franken. Nürnberg ist in zehn Jahren um fast 30.000 Einwohner gewachsen, der neue Mietspiegel liegt so hoch wie nie, und Bayern verlangt beim Kauf nur 3,5 % Grunderwerbsteuer. In Nordrhein-Westfalen sind es fast doppelt so viel.

Ein Selbstläufer ist Nürnberg trotzdem nicht. Die Mietpreisbremse gilt bis Ende 2029, die Kaufpreise sind nach dem Einbruch 2023 wieder gestiegen, und der Arbeitsmarkt ist seit zwei Jahren schwächer als zuvor. Wer mit Inseratsmieten rechnet, rechnet sich die Wohnung schön.

Wir arbeiten deshalb mit den Zahlen der Stadt: Melderegister, Wohnungsbericht, Mietspiegel, dazu Zensus und Agentur für Arbeit. Am Ende rechnen wir eine vermietete Wohnung vor und nach Steuern durch und vergleichen sie mit einer Neubauwohnung.

01Nürnberg in Zahlen

Die Tabelle bündelt die wichtigsten Daten. Jede Zeile hat ihre Quelle und ihren Stand, die Links stehen unten unter Quellen.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (Hauptwohnung, Melderegister)547.913Stadt Nürnberg, 31.12.2025
Veränderung 2025+1.516Stadt Nürnberg
Veränderung 2014 bis 2024+29.627Stadt Nürnberg
Vorausberechnung 2033554.700Amt für Stadtforschung und Statistik, 2025
Haushalte293.039Stadt Nürnberg, 31.12.2025
Anteil Einpersonenhaushalte51,3 %Zensus 2022, eigene Rechnung
Wohnungen298.563Stadt Nürnberg, 31.12.2025
Leerstandsquote3,11 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
davon innerhalb von drei Monaten beziehbarrund 1,5 % des BestandsZensus 2022, eigene Rechnung
Eigentümerquote28,3 %Zensus 2022
Arbeitslosenquote7,4 %Agentur für Arbeit Nürnberg, September 2026
Beschäftigte am Arbeitsort320.595Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Pendlersaldo+86.656Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
Mietspiegel (Durchschnitt, nettokalt)10,33 €/m²Mietenspiegel 2026, qualifiziert
Kaufpreise Bestandswohnungen1.800 bis 6.800 €/m²Gutachterausschuss über Wohnungsbericht, 2025
Kaufpreise Neubauwohnungen4.600 bis 9.500 €/m²Gutachterausschuss über Wohnungsbericht, 2025
Angebotspreis Eigentumswohnungen (Ø)3.916 €/m²Engel & Völkers, September 2026 (Marktquelle)
Fertiggestellte Wohnungen1.831Stadt Nürnberg, 2025
Grunderwerbsteuer Bayern3,5 %Stand 10/2026
Mietpreisbremse und Kappungsgrenze 15 %jabis 31.12.2029

Gut zwei Drittel der bewohnten Wohnungen in Nürnberg sind vermietet. Wer hier eine Wohnung kauft, vermietet in einen großen Mietmarkt.

02Bevölkerung und Nachfrage

Nürnberg wächst seit Jahren, nur unterbrochen von den Coronajahren 2020 und 2021. Ende 2014 lebten laut Melderegister rund 516.800 Menschen in der Stadt, Ende 2024 waren es 546.397. Große Sprünge gab es 2015 und 2022 durch den Zuzug Geflüchteter. Ende 2025 waren 547.913 Menschen gemeldet, 1.516 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Stadt rechnet bis 2033 mit 554.700 Einwohnern. Das entspricht einem Plus von rund 1.300 Menschen im Jahr. Getragen wird es vor allem vom Neubau: In der Südlichen und Westlichen Außenstadt soll bis 2033 Wohnraum für jeweils rund 11.000 bis 12.000 Menschen entstehen. Eine Vorausberechnung ist kein Versprechen. Sie hängt hier stark daran, ob diese Projekte gebaut werden.

Die Zahl der Haushalte steigt schneller als die der Einwohner, auf 293.039 Ende 2025. Gut die Hälfte sind Einpersonenhaushalte. Nach kleinen Wohnungen ist die Nachfrage besonders groß. Der Mietspiegel zeigt das: Wohnungen um 30 m² sind seit 2024 um rund 8 % teurer geworden, auf rund 13,90 €/m².

03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

Nürnberg ist das wirtschaftliche Zentrum Frankens. Am 30.06.2025 hatten 320.595 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte ihren Arbeitsplatz in der Stadt, 233.798 wohnten hier. Täglich pendeln rund 168.000 Menschen ein und rund 82.000 aus. Der Saldo liegt bei rund 86.700 Menschen.

Geprägt wird der Arbeitsmarkt von Industrie, Dienstleistung und Verwaltung. Dazu gehören etwa Siemens, MAN, der Software-Dienstleister Datev, die Messe Nürnberg und viele Behörden, darunter die Zentrale der Bundesagentur für Arbeit. Mit der Friedrich-Alexander-Universität, der Technischen Hochschule und der Technischen Universität Nürnberg ist die Stadt auch Hochschulstandort.

Der Arbeitsmarkt ist allerdings schwächer als vor zwei Jahren. Im September 2026 lag die Arbeitslosenquote der Stadt bei 7,4 %, ein Jahr zuvor bei 7,5 %. Die Agentur für Arbeit beschreibt den Arbeitsmarkt als eingetrübt und verweist auf spürbare wirtschaftliche Herausforderungen. Die Zahl der Arbeitslosen liegt höher als in den Jahren nach der Coronazeit.

Für Ihre Wohnung heißt das: Die Nachfrage kommt aus vielen Branchen, von Studierenden bis zu Verwaltungsangestellten. Eine kleine Wohnung mit guter Anbindung an U-Bahn oder Straßenbahn spricht die meisten dieser Gruppen an.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

Seit 01.08.2026 gilt der Mietenspiegel 2026. Er ist ein qualifizierter Mietspiegel, erstellt von der Stadt gemeinsam mit Vermieter- und Mieterverbänden. Der Durchschnitt aller Wohnungen in der Stichprobe liegt bei 10,33 €/m², 2024 waren es 9,65 €/m². Der Mietspiegel rechnet für jede Wohnung einen eigenen Wert aus Größe, Baujahr, Ausstattung und Lage. Kleine Wohnungen haben die höchsten Quadratmetermieten.

Basis-Nettokaltmiete laut Mietenspiegel 2026 nach Wohnfläche, €/m²
30 m²
13,93 €
40 m²
11,55 €
45 m²
10,91 €
50 m²
10,48 €
60 m²
10,03 €
75 m²
9,85 €
100 m²
9,98 €
Mietenspiegel 2026 der Stadt Nürnberg, Tabelle 1. Dazu kommen Zu- und Abschläge für Baujahr, Ausstattung und Lage, zum Beispiel −6 % für Baujahre 1949 bis 1976 und +23 % für Baujahre ab 2017.

Bei den Kaufpreisen ist die Datenlage dünner. Der Grundstücksmarktbericht des Gutachterausschusses ist kostenpflichtig. Der Wohnungsbericht der Stadt nennt daraus für 2025 Spannen: Bestandswohnungen kosteten zwischen 1.800 und 6.800 €/m², neue Wohnungen zwischen 4.600 und 9.500 €/m². Bestandswohnungen wurden rund 4 % teurer, Neubauwohnungen rund 2 %. Einen Durchschnitt liefert der Angebotspreis auf Immobilienportalen: laut Engel & Völkers im September 2026 rund 3.916 €/m². Angebotspreise sind Wunschpreise der Verkäufer, gezahlt wird oft weniger.

Kaufpreisfaktor und Bruttomietrendite einer Bestandswohnung
Mietspiegel 1949–1976, 60 m²Mietspiegel-Durchschnitt
Kaufpreis je m² (Angebotspreis 09/2026)3.916 €3.916 €
Nettokaltmiete je m² und Monat9,43 €10,33 €
Jahresmiete je m²113,16 €123,96 €
Kaufpreisfaktor34,631,6
Bruttomietrendite2,9 %3,2 %
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Kaufpreis: Angebotspreis laut Engel & Völkers (Marktquelle). Miete: Mietenspiegel 2026, Basis 60 m² 10,03 € abzüglich 6 % für Baujahre 1949 bis 1976, sowie Durchschnitt der Stichprobe. Bruttomietrendite = Jahresmiete geteilt durch Kaufpreis, ohne Nebenkosten.

Der Kaufpreisfaktor sagt, wie viele Jahresmieten der Kaufpreis kostet. Mit Mietspiegelmieten liegt er in Nürnberg bei 32 bis 35. Eine höhere Bruttomietrendite erreichen Sie über einen niedrigeren Kaufpreis, nicht über eine höhere Miete. Denn bei Neuvermietung erlaubt die Mietpreisbremse höchstens die ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 %.

Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis, Miete und Nebenkosten eingeben, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

05Stadtteile im Überblick

Nürnberg ist in zehn statistische Stadtteile gegliedert. Kaufpreise je Stadtteil liegen uns aus amtlicher Quelle nicht vor. Belegt sind zwei Dinge: Der Mietspiegel gibt für die Altstadt und engere Innenstadt einen Zuschlag von 6 %, und die Stadt plant in drei Außenstadtteilen besonders viel Neubau.

Stadtteil (Beispiele)PrägungBelegter HinweisFür wen eher geeignet
Altstadt, St. Sebald, St. Lorenzhistorische Innenstadt, kleine WohnungenMietspiegel-Zuschlag 6 %Apartments für Berufstätige und Studierende
St. Johannis, Gärten hinter der Vestegefragte Wohnlagen nördlich der AltstadtZuschlag nur innerhalb der engeren InnenstadtAnleger, die Lage über Rendite stellen
Gostenhof, Galgenhof, Steinbühldicht bebaute Gründerzeit- und NachkriegsquartiereInnenstadtgürtelkleine Wohnungen, gute Anbindung
Südstadt, GibitzenhofArbeiterviertel, viele Altbauten–günstiger Einstieg, Haus und Mieter genau prüfen
Südliche Außenstadt (u. a. Lichtenreuth)neue Quartiere auf früheren BahnflächenNeubau für rund 11.350 Menschen bis 2033Neubau-Anleger, mehr Konkurrenz durch neue Wohnungen
Westliche AußenstadtSiedlungen, große NeubauflächenNeubau für rund 12.280 Menschen bis 2033Familien- und Paarwohnungen
LangwasserGroßsiedlung der 1960er und 1970er Jahre–günstige Wohnungen, Rücklage und Sanierungsstand prüfen
Erlenstegen, Mögeldorfruhige Lagen im Osten an der Pegnitz–größere Wohnungen, solvente Mieter

Viel Neubau in einem Stadtteil heißt zweierlei. Die Gegend wird belebter und besser versorgt. Gleichzeitig kommen viele neue Mietwohnungen auf den Markt, die mit Ihrer Wohnung um Mieter konkurrieren.

06Regeln für Vermieter in Nürnberg

Nürnberg steht in der Bayerischen Mieterschutzverordnung. Für Vermieter folgen daraus diese Regeln.

  • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Verordnung gilt bis 31.12.2029. Ausgenommen sind Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und die erste Vermietung nach umfassender Modernisierung. Eine höhere Vormiete dürfen Sie weiter verlangen.
  • Kappungsgrenze: Im laufenden Mietverhältnis darf die Miete in drei Jahren um höchstens 15 % steigen. Eine Erhöhung ist erst möglich, wenn die Miete 15 Monate unverändert war.
  • Kündigungssperrfrist: Wird eine vermietete Wohnung in Eigentum umgewandelt, kann der Käufer erst nach zehn Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen. Gilt bis 31.12.2029.
  • Zweckentfremdungsverbot: Wer Wohnraum gewerblich nutzt, als Ferienwohnung vermietet, länger leer stehen lässt oder abreißt, braucht eine Genehmigung der Stadt. Für Kurzzeitvermietung hat die Stadt eine Registrierungspflicht angekündigt, das Verfahren war am 01.10.2026 noch in Vorbereitung.

Beim Kauf zahlen Sie in Bayern 3,5 % Grunderwerbsteuer, den niedrigsten Satz in Deutschland. Dazu kommen rund 1,3 bis 1,8 % für Notar und Grundbuch und gegebenenfalls ein Makler. Ihre eigenen Zahlen rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Nürnberg

Nehmen wir Tobias. Er ist angestellt, ledig, hat ein zu versteuerndes Einkommen von 65.000 € und kauft eine vermietete Zweizimmerwohnung mit 60 m² in einem Haus von 1965. Er zahlt 3.900 €/m², etwa den aktuellen Angebotspreis. Der Mieter zahlt 9,43 €/m² kalt, genau die Vergleichsmiete laut Mietspiegel 2026. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Tobias' Wohnung im ersten vollen Jahr
Betrag
Kaufpreis (60 m² × 3.900 €)234.000 €
Grunderwerbsteuer 3,5 %8.190 €
Notar und Grundbuch (geschätzt, rund 1,6 %)3.750 €
Gesamtkosten245.940 €
Kaltmiete im Jahr (9,43 €/m²)+6.790 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (85 € im Monat)−1.020 €
Zinsen (3,8 % auf 234.000 €)−8.892 €
Tilgung (2 %)−4.680 €
Cashflow vor Steuern−7.802 €
Steuerersparnis (Tarif 2026)+2.483 €
Cashflow nach Steuern−5.319 €
davon Tilgung, die die Restschuld senkt4.680 €
Annahmen: Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, Kaufpreis voll finanziert, Zins 3,8 %, kein Makler, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Kaufpreis nach Angebotspreisen (Engel & Völkers, Marktquelle), Miete nach Mietenspiegel 2026. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Tobias legt nach Steuern rund 440 € im Monat drauf. Davon fließen 390 € in die Tilgung und senken seine Restschuld. Ohne Tilgung bliebe ein Minus von gut 50 € im Monat. Die niedrige Grunderwerbsteuer hilft beim Eigenkapital, die Rechnung selbst trägt sie nicht.

Wie entsteht die Steuerersparnis? Tobias darf Zinsen, Abschreibung und den Verwaltungsanteil des Hausgelds von der Miete abziehen. Für ein Haus von 1965 gilt eine Abschreibung von 2 % im Jahr. Als Gebäudeanteil setzen wir 75 % an, im Einzelfall ergibt er sich aus der Kaufpreisaufteilung.

Woraus sich Tobias' steuerliches Ergebnis zusammensetzt
Mieteinnahmen
+6.790 €
Zinsen
−8.892 €
Abschreibung (2 % auf 184.455 €)
−3.689 €
Abziehbarer Teil des Hausgelds
−540 €
Ergebnis Vermietung
−6.331 €
Die Erhaltungsrücklage (40 € im Monat) ist erst abziehbar, wenn die Eigentümergemeinschaft sie ausgibt. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 16.205 € ohne, 13.722 € mit der Wohnung.

Ehrlich gerechnet ist Nürnberg ein Standort, an dem Sie mit rund 34 Jahresmieten kaufen, wenn die Miete auf Mietspiegelniveau liegt. Mit einem günstigeren Kaufpreis als dem Angebotspreis wird die Rechnung besser, und genau dort sollten Sie verhandeln. Wie Mieteinnahmen versteuert werden, lesen Sie im Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Nürnberg

Angenommen, Tobias kauft stattdessen eine neu gebaute Wohnung mit 45 m² vom Bauträger und vermietet sie als Erster. Neubauwohnungen kosteten 2025 laut Gutachterausschuss zwischen 4.600 und 9.500 €/m², einen Durchschnitt nennt der frei verfügbare Bericht nicht. Wir rechnen mit 6.500 €/m², das ist eine Annahme im unteren Teil dieser Spanne. Als Miete setzen wir 15,27 €/m² an, die Vergleichsmiete laut Mietspiegel 2026 für eine 45-m²-Neubauwohnung mit Einbauküche, Fußbodenheizung, Wärmepumpe und hochwertigem Boden. Einkommen, Zins und Tilgung bleiben wie oben.

Tobias' Neubauwohnung im ersten vollen Jahr
Betrag
Kaufpreis (45 m² × 6.500 €, Annahme)292.500 €
Grunderwerbsteuer 3,5 %10.238 €
Notar und Grundbuch (geschätzt, rund 1,6 %)4.600 €
Gesamtkosten307.338 €
Kaltmiete im Jahr (15,27 €/m²)+8.246 €
Hausgeld, nicht umlagefähig (55 € im Monat)−660 €
Zinsen (3,8 % auf 292.500 €)−11.115 €
Tilgung (2 %)−5.850 €
Cashflow vor Steuern−9.379 €
Abschreibung degressiv 5 % auf 245.870 €, steuerliches Ergebnis −15.523 €12.294 €
Steuerersparnis (Tarif 2026)+5.840 €
Cashflow nach Steuern−3.539 €
davon Tilgung, die die Restschuld senkt5.850 €
Annahmen wie oben. Dazu: Kaufpreis 6.500 €/m² als Annahme innerhalb der Spanne des Gutachterausschusses, Gebäudeanteil 80 % (Annahme), Abschreibung 5 % vom Restwert nach § 7 Abs. 5a EStG (Baubeginn oder Kaufvertrag zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029, Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres), Hausgeld 55 € im Monat mit 25 € Rücklage (Annahme), keine Sonderabschreibung. Miete: Mietenspiegel 2026, Basis 45 m² 10,91 € plus 40 % Zuschläge. Einkommensteuer 10.365 € statt 16.205 €. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Nach Steuern legt Tobias beim Neubau rund 295 € im Monat drauf statt rund 440 €, und er tilgt rund 490 € statt 390 €. Die Abschreibung ist im ersten Jahr mehr als dreimal so hoch wie beim Bestand, und ein neues Haus braucht in den ersten Jahren meist weniger Instandhaltung. Dafür kostet der Quadratmeter deutlich mehr, und die Bruttomietrendite liegt mit rund 2,8 % leicht unter den 2,9 % der Bestandswohnung. Weil Neubauten nach § 556f BGB von der Mietpreisbremse ausgenommen sind, kann die erste Miete über dem Mietspiegel liegen. Die Kappungsgrenze gilt bei späteren Erhöhungen trotzdem. Den Verlauf der sinkenden Abschreibung zeigt der AfA-Rechner.

08Chancen und Risiken

Was für Nürnberg spricht, lässt sich belegen. Ebenso, was dagegen spricht.

Chancen

  • Wachsende Einwohnerzahl, plus rund 30.000 in zehn Jahren, und eine Vorausberechnung mit weiterem Wachstum bis 2033.
  • Mehr Haushalte als Einwohnerzuwachs, gut die Hälfte Einpersonenhaushalte.
  • Geringer Leerstand: nur rund 1,5 % des Bestands war 2022 kurzfristig beziehbar.
  • Grunderwerbsteuer von 3,5 %, das spart Eigenkapital beim Kauf.
  • Qualifizierter Mietspiegel, mit dem sich die zulässige Miete genau berechnen lässt.

Risiken

  • Kaufpreise des Gutachterausschusses sind nicht frei verfügbar, Angebotspreise liegen oft über den tatsächlichen Preisen.
  • Mietpreisbremse und Kappungsgrenze begrenzen Mietsteigerungen bis mindestens Ende 2029.
  • Arbeitslosenquote von 7,4 % und ein Arbeitsmarkt, der laut Agentur für Arbeit eingetrübt ist.
  • Bruttomietrenditen um 3 % lassen wenig Puffer für steigende Zinsen oder Instandhaltung.
  • Viel geplanter Neubau in einzelnen Stadtteilen bringt neue Konkurrenz um Mieter.
  • Viele Häuser stammen aus der Nachkriegszeit. Dämmung, Heizung und Leitungen stehen dort oft an.
Nürnberg passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie langfristig vermieten und über Tilgung Vermögen aufbauen wollen.
  • Sie einen monatlichen Zuschuss von einigen hundert Euro tragen können.
  • Sie die Miete mit dem Mietspiegel nachrechnen statt mit Inseraten.
  • Sie beim Kaufpreis verhandeln und Unterlagen genau prüfen.
Eher nicht, wenn …
  • Sie ab dem ersten Monat einen Überschuss erwarten.
  • Sie mit stark steigenden Mieten rechnen.
  • Sie eine Wohnung ohne Besichtigung oder Einsicht in Protokolle kaufen wollen.
  • Sie kurzfristig verkaufen müssten.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Nürnberg als Kapitalanlage?

Das hängt vor allem vom Kaufpreis ab. Mit Mietspiegelmieten und Angebotspreisen um 3.900 €/m² liegt die Bruttomietrendite bei knapp 3 bis gut 3 %. Mit voller Finanzierung zahlen Sie in unserem Beispiel monatlich drauf, bauen aber über die Tilgung Vermögen auf. Rechnen Sie jede Wohnung einzeln.

Wie hoch ist die Mietrendite in Nürnberg?

Mit Mietspiegelmieten kommt eine durchschnittlich angebotene Wohnung auf rund 2,9 bis 3,2 % Bruttomietrendite, das entspricht 32 bis 35 Jahresmieten. Bei einem Kaufpreis unter dem Angebotspreis steigt die Rendite entsprechend.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Nürnberg?

Laut Gutachterausschuss kosteten Bestandswohnungen 2025 zwischen 1.800 und 6.800 €/m², neue Wohnungen zwischen 4.600 und 9.500 €/m². Bestandswohnungen wurden rund 4 % teurer, Neubauwohnungen rund 2 %. Der durchschnittliche Angebotspreis lag im September 2026 bei rund 3.916 €/m².

Wie hoch ist der Mietspiegel in Nürnberg?

Der qualifizierte Mietenspiegel 2026 gilt seit 01.08.2026. Der Durchschnitt aller erfassten Wohnungen liegt bei 10,33 €/m², 2024 waren es 9,65 €/m². Kleine Wohnungen um 30 m² kosten rund 13,90 €/m², Wohnungen mit 60 bis 80 m² rund 10 €/m².

Gibt es eine Mietpreisbremse in Nürnberg?

Ja. Die Bayerische Mieterschutzverordnung gilt für Nürnberg bis 31.12.2029. Bei Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Dazu gilt eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

Welche Stadtteile in Nürnberg eignen sich für Kapitalanleger?

Für die Altstadt und engere Innenstadt gibt der Mietspiegel einen Zuschlag von 6 %. Viel Neubau plant die Stadt in der Südlichen, Westlichen und Nordwestlichen Außenstadt. Welcher Stadtteil passt, hängt von Ihrem Ziel ab, entscheidend sind Haus, Mietvertrag und Rücklage.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Nürnberg?

In Bayern beträgt die Grunderwerbsteuer 3,5 %, der niedrigste Satz in Deutschland. Bei einer Wohnung für 234.000 € sind das 8.190 €.

Wie hoch ist der Leerstand in Nürnberg?

Laut Zensus standen am 15.05.2022 3,11 % der Wohnungen leer. Innerhalb von drei Monaten beziehbar waren nur rund 1,5 % des Bestands.