Kapitalanlage-Immobilien in Baden-Württemberg: Städte, Zahlen und Regeln 2026
Moe Afonso · 2026-10-13
Sie denken über eine vermietete Wohnung in Baden-Württemberg nach. Vielleicht arbeiten Sie im Großraum Stuttgart, vielleicht kennen Sie Freiburg oder Karlsruhe aus dem Studium. Das Land hat einen guten Ruf bei Anlegern, und die amtlichen Zahlen geben dafür Gründe. Sie zeigen aber auch, dass sich gerade einiges ändert.
2025 ist die Einwohnerzahl zum ersten Mal seit Jahren leicht gesunken. Und die Mietpreisbremse läuft am 31.12.2026 aus, eine Neufassung ist erst im Entwurf. Diese Seite ordnet beides ein, vergleicht die wichtigsten Städte und zeigt, wo der Leerstand niedrig ist und wo nicht.
01Baden-Württemberg in Zahlen
Die wichtigsten Landesdaten auf einen Blick. Jede Zeile nennt Quelle und Stand.
| Kennzahl | Wert | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Einwohner | 11.238.800 | Statistisches Landesamt, 31.12.2025 |
| Veränderung zum Vorjahr | −7.100 | Statistisches Landesamt, 2025 |
| Einwohner aktuell | 11.226.852 | Statistisches Landesamt, 30.06.2026 |
| Prognose 2040 | 11,61 Mio. (Spanne 11,34 bis 11,88 Mio.) | Bevölkerungsvorausrechnung, Basis 31.12.2023 |
| Wohnungen in Wohngebäuden | 5.334.907 | Zensus, 15.05.2022 |
| Leerstandsquote | 4,2 % (236.214 Wohnungen) | Zensus, 15.05.2022 |
| davon seit 12 Monaten oder länger leer | 129.269 | Zensus, 15.05.2022 |
| Ø Nettokaltmiete | 8,13 €/m² (Bund 7,28 €) | Zensus, 15.05.2022 |
| Eigentümerquote | 51,6 % | Zensus, 15.05.2022 |
| Arbeitslosenquote | 4,7 % (Bund 6,4 %) | Regionaldirektion Baden-Württemberg der BA, September 2026 |
| Grunderwerbsteuer | 5,0 % | Landesgesetz, seit 05.11.2011 |
| Mietpreisbremse | 130 Gemeinden, bis 31.12.2026 | GBl. 2025 Nr. 144 |
| Umwandlungsverbot § 250 BauGB | keine Landesverordnung | DNotI-Übersicht, Stand 20.01.2026 |
Baden-Württemberg liegt bei der Miete auf Platz drei der Flächenländer hinter Bayern und Hessen, beim Leerstand knapp unter dem Bundesschnitt. Mehr als die Hälfte aller Wohnungen wird von den Eigentümern selbst bewohnt. Für Vermieter heißt das: Der Mietmarkt konzentriert sich stärker auf die Städte, als es die Landeszahl vermuten lässt.
02Bevölkerung und Nachfrage
Ende 2025 lebten in Baden-Württemberg 11.238.800 Menschen, 7.100 weniger als ein Jahr zuvor. Zugezogen sind 323.500 Menschen, weggezogen 305.700. Das Plus reichte nicht, um den Überschuss von rund 23.000 Sterbefällen gegenüber den Geburten auszugleichen. Laut Statistischem Landesamt war das zuletzt 2009 so.
Langfristig rechnet das Landesamt trotzdem mit Wachstum. In der Hauptvariante der Vorausrechnung leben 2040 rund 11,61 Millionen Menschen im Land. Bis 2045 sollen alle 44 Stadt- und Landkreise zulegen, am stärksten Stuttgart mit 5,5 % und Ulm mit 5,1 %. Diese Rechnung stammt allerdings aus einer Zeit mit hohem Zuzug. Wie stark sie trägt, zeigt sich erst in den nächsten Jahren.
Der Leerstand zeigt, wie unterschiedlich der Druck im Land ist. Am Zensus-Stichtag 15.05.2022 standen in Freiburg nur 2,4 % der Wohnungen leer, im Landkreis Konstanz 3,2 % und in Ulm ebenfalls 3,2 %. Am anderen Ende lagen der Main-Tauber-Kreis mit 6,1 %, der Landkreis Calw mit 6,0 % und Rottweil mit 5,8 %. Gut die Hälfte aller leeren Wohnungen im Land stand schon ein Jahr oder länger leer.
03Die wichtigsten Städte für Kapitalanleger in Baden-Württemberg
Die acht Stadtkreise des Landes sind die größten Mietmärkte. Leerstand und Miete stammen einheitlich aus dem Zensus 2022, damit die Städte vergleichbar sind. Die Miete ist der Durchschnitt aller bestehenden Mietverträge im Mai 2022, kein heutiger Angebotspreis.
| Stadt | Einwohner 30.06.2026 | Leerstand Zensus 2022 | Ø Miete Zensus 2022 | Mietpreisbremse heute | Städteseite |
|---|---|---|---|---|---|
| Stuttgart | 607.120 | 3,5 % | 10,39 €/m² | ja | Kapitalanlage Stuttgart |
| Mannheim | 319.147 | 4,5 % | 8,39 €/m² | nein, ab 2027 geplant | Kapitalanlage Mannheim |
| Karlsruhe | 308.382 | 3,2 % | 8,46 €/m² | ja | Kapitalanlage Karlsruhe |
| Freiburg im Breisgau | 237.724 | 2,4 % | 9,74 €/m² | ja | Kapitalanlage Freiburg |
| Heidelberg | 156.071 | 3,4 % | 10,02 €/m² | ja | – |
| Pforzheim | 134.302 | 3,7 % | 7,36 €/m² | ja | – |
| Heilbronn | 132.748 | 4,0 % | 8,49 €/m² | ja | – |
| Ulm | 129.989 | 3,2 % | 8,48 €/m² | ja | – |
Einwohner: Statistisches Landesamt, Stand 30.06.2026. Mietpreisbremse: Landesverordnung GBl. 2025 Nr. 144, gültig bis 31.12.2026.
Für Stuttgart nennt der Gutachterausschuss für 2025 im Schnitt 4.226 €/m² für gebrauchte und 8.236 €/m² für neu gebaute Wohnungen. In Karlsruhe kosteten gebrauchte Wohnungen 2025 im Schnitt 3.640 €/m², Neubauwohnungen im Erstverkauf 5.860 €/m². Für Mannheim und Freiburg tragen wir die Kaufpreise mit den Städteseiten nach. Einen landesweiten Durchschnittspreis der Gutachterausschüsse haben wir nicht gefunden.
Die Spanne zwischen Stuttgart und Pforzheim beträgt rund 3 € pro Quadratmeter. Das ist für Anleger der eigentliche Hebel: Bei 60 m² sind das über 2.000 € Jahresmiete Unterschied. Ob sich die höhere Miete lohnt, entscheidet der Kaufpreis. In teuren Städten wie Stuttgart, Heidelberg oder Freiburg zahlen Sie für die Wohnung meist so viel mehr, dass der Abstand bei der Rendite kleiner wird oder sich umkehrt.
04Regeln für Vermieter in Baden-Württemberg
Baden-Württemberg steht bei den Mietregeln an einer Schwelle. Die geltenden Verordnungen für Mietpreisbremse, Kappungsgrenze und Kündigungssperrfrist enden alle am 31.12.2026. Am 22.09.2026 hat die Landesregierung Neufassungen zur Anhörung freigegeben. Die Frist für Stellungnahmen endet am 13.10.2026, danach entscheidet das Kabinett erneut.
| Regel | Was gilt | Stand |
|---|---|---|
| Mietpreisbremse | In 130 Gemeinden: neue Miete höchstens ortsübliche Vergleichsmiete plus 10 %, Ausnahmen u. a. für Neubau | bis 31.12.2026 |
| Kappungsgrenze | In 130 Gemeinden 15 % in drei Jahren, sonst 20 % | bis 31.12.2026 |
| Kündigungssperrfrist nach Umwandlung | 5 Jahre in denselben Gemeinden | bis 31.12.2026 |
| Entwurf ab 2027 | 133 Gemeinden, neu Kehl, Konstanz und Mannheim | geplant 01.01.2027 bis 31.12.2029, nicht verkündet |
| Umwandlungsverbot (§ 250 BauGB) | keine Landesverordnung | Stand 20.01.2026 |
| Grunderwerbsteuer | 5,0 % | seit 05.11.2011 |
Eine Besonderheit hat Baden-Württemberg beim Umwandlungsschutz. Anders als Bayern, Berlin, Hamburg oder Niedersachsen hat das Land keine Verordnung nach § 250 BauGB erlassen. Die Aufteilung eines Mietshauses in Eigentumswohnungen braucht deshalb keine Genehmigung nach dieser Vorschrift. Für Käufer einzelner Wohnungen spielt das meist nur indirekt eine Rolle, etwa weil mehr Wohnungen aus aufgeteilten Häusern auf den Markt kommen können.
Eine Landesförderung für den Kauf einer einzelnen vermieteten Bestandswohnung gibt es nicht. Die L-Bank fördert mit der Mietwohnungsfinanzierung BW den Bau und Erwerb neuen Mietwohnraums, in der Regel gegen Miet- und Belegungsbindungen. Das richtet sich vor allem an Bauherren und Wohnungsunternehmen.
05Kaufnebenkosten in Baden-Württemberg
Die Grunderwerbsteuer beträgt in Baden-Württemberg seit November 2011 5,0 %. Das liegt im Mittelfeld der Länder: Bayern verlangt 3,5 %, Nordrhein-Westfalen 6,5 %. Alle Details, auch zu Sonderfällen, stehen auf der Seite Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg.
| Betrag | |
|---|---|
| Grunderwerbsteuer 5,0 % | 12.500 € |
| Notar und Grundbuch (rund 1,5 %, geschätzt) | 3.750 € |
| Makler 3,57 % Käuferanteil (falls beteiligt) | 8.925 € |
| Kaufnebenkosten mit Makler | 25.175 € |
| zum Vergleich: Grunderwerbsteuer in Bayern (3,5 %) | 8.750 € |
Rund 25.000 € Nebenkosten bei 250.000 € Kaufpreis bringen Sie in der Regel aus Eigenkapital auf. Ohne Makler sind es gut 16.000 €. Was Notar und Grundbuch im Einzelnen kosten, erklärt der Ratgeber Notarkosten beim Immobilienkauf. Ihren Fall rechnen Sie mit dem Kaufnebenkosten-Rechner.
06Chancen und Risiken einer Kapitalanlage in Baden-Württemberg
Der Arbeitsmarkt ist stark, steht aber unter Druck. Im September 2026 lag die Arbeitslosenquote bei 4,7 %, mit 306.127 Arbeitslosen. Die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit nennt den anhaltenden Stellenabbau als größte Belastung, viele Menschen melden sich direkt aus einer Beschäftigung arbeitslos. Für ein Land mit viel Industrie, vor allem Fahrzeug- und Maschinenbau, ist das ein Risiko, das Sie bei der Standortwahl kennen sollten.
Die Raumordnungsprognose des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) sieht Baden-Württemberg überwiegend auf der Wachstumsseite. Bundesweit sollen bis 2045 vor allem die alten Länder zulegen, und Städte stärker als ländliche Kreise. Freiburg im Breisgau kommt mit plus 14,0 % auf einen der höchsten Werte aller Kreise. Im Land selbst zeigen die Leerstände, wo die Nachfrage schwächer ist: in ländlichen Kreisen wie Main-Tauber, Calw und Rottweil.
| Was für Baden-Württemberg spricht | Was dagegen spricht |
|---|---|
| Prognose: alle Kreise wachsen bis 2045 | 2025 erstmals seit Jahren weniger Einwohner |
| Freiburg mit 2,4 % Leerstand, Großstädte unter 5 % | Leerstand bis 6 % in ländlichen Kreisen |
| Zensusmiete 8,13 €/m², 12 % über Bund | Hohe Kaufpreise in Stuttgart, Freiburg, Heidelberg |
| Arbeitslosenquote 4,7 % | Stellenabbau in der Industrie |
| Kein Umwandlungsverbot | Mietregeln ab 2027 noch offen |
Unabhängig vom Land gelten die Risiken jeder vermieteten Wohnung. Ein höherer Zins bei der Anschlussfinanzierung erhöht Ihre Belastung. Sonderumlagen für Dach, Heizung oder Fassade können das Hausgeld übersteigen, besonders in Häusern aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Ein Mieterwechsel kostet Zeit, und in ländlichen Kreisen mit hohem Leerstand dauert er länger.
- Sie eine Stadt mit niedrigem Leerstand und starker Hochschule oder Wirtschaft suchen.
- Sie Eigenkapital für rund 7 bis 10 % Nebenkosten haben.
- Sie zehn Jahre und länger halten wollen.
- Sie mit Mietregeln leben können, die sich 2027 ändern.
- Sie eine Wohnung suchen, die sich ab dem ersten Jahr selbst trägt, und nur in Stuttgart oder Freiburg kaufen wollen.
- Sie in ländlichen Kreisen nur wegen niedriger Preise kaufen würden.
- Ihr Einkommen eng an einen einzelnen Industriezweig gebunden ist und Sie keine Reserve haben.
- Ein Zinsanstieg Ihr Budget sprengen würde.
07Weitere Standorte
Städte in Baden-Württemberg: Freiburg im Breisgau · Heidelberg · Heilbronn · Karlsruhe · Konstanz · Mannheim · Pforzheim · Stuttgart · Tübingen · Ulm
Nachbarländer: Bayern · Hessen · Rheinland-Pfalz
Alle Standorte im Vergleich: Wo lohnt sich eine Kapitalanlage-Immobilie? Städte im Vergleich 2026 · Welches Bundesland eignet sich? Alle 16 im Vergleich
Weiterlesen
Quellen
Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.
- Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Bevölkerung in Baden-Württemberg 2025 rückläufig (PM 99/2026, 20.05.2026); Bevölkerung in den Stadt- und Landkreisen am 30. Juni 2026 (veröffentlicht über das Landratsamt Tübingen); Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung bis 2045 (06.05.2025); Statistisches Monatsheft 4/2025
- Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Zensus 2022, Regionaltabelle Gebäude und Wohnungen (Stichtag 15.05.2022)
- Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Baden-Württemberg, Arbeitsmarkt im September 2026
- Gutachterausschüsse Stuttgart und Karlsruhe, Kauffälle 2025: siehe Stuttgart und Karlsruhe; Stuttgart zusätzlich nach immoraum.de
- BBSR, Raumordnungsprognose 2045: Bevölkerungsprognose, BBSR-Analysen KOMPAKT 04/2024
- Mietpreisbegrenzungsverordnung GBl. 2025 Nr. 144; Kappungsgrenzenverordnung GBl. 2025 Nr. 145; Staatsministerium Baden-Württemberg, Land will Mietpreisbremse verlängern (22.09.2026); Beteiligungsportal Mietpreisbegrenzung
- Deutsches Notarinstitut, Übersicht zu Umwandlungsverordnungen nach § 250 BauGB, Stand 20.01.2026
- L-Bank, Mietwohnungsfinanzierung BW – Neubau
- § 556d BGB, § 558 BGB, § 250 BauGB
- Anteile, Vergleiche und Kaufnebenkosten: eigene Berechnung, Stand 13.10.2026
FAQHäufige Fragen
Lohnt sich eine Kapitalanlage-Immobilie in Baden-Württemberg?
Das entscheidet sich in der einzelnen Stadt. Das Land hat eine wachsende Prognose, niedrigen Leerstand in den Großstädten und Mieten über dem Bundesschnitt. In teuren Städten wie Stuttgart oder Freiburg deckt die Miete einer finanzierten Wohnung aber oft nicht die Zinsen. Vergleichen Sie deshalb Kaufpreis und Miete Stadt für Stadt.
Wo gilt in Baden-Württemberg die Mietpreisbremse?
In 130 Gemeinden, darunter Stuttgart, Karlsruhe, Freiburg, Heidelberg, Ulm, Heilbronn und Pforzheim. Die Verordnung gilt bis 31.12.2026. Ein Entwurf für die Zeit ab 01.01.2027 sieht 133 Gemeinden vor, neu sind Kehl, Konstanz und Mannheim. Stand 13.10.2026 ist er noch nicht beschlossen.
Was passiert, wenn die Mietpreisbremse ausläuft?
Ohne Anschlussverordnung gilt ab 01.01.2027 bei Neuvermietung keine Mietpreisbremse mehr, und Mieterhöhungen im laufenden Vertrag sind bis 20 % in drei Jahren möglich, immer begrenzt durch die ortsübliche Vergleichsmiete. Die Landesregierung will die Regeln aber verlängern.
Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Baden-Württemberg?
5,0 % des Kaufpreises, seit November 2011. Mit Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler kommen Sie auf rund 6,5 bis 10 % Kaufnebenkosten.
Wie hoch ist der Leerstand in Baden-Württemberg?
Laut Zensus 2022 standen 4,2 % der Wohnungen in Wohngebäuden leer. In Freiburg waren es 2,4 %, in Stuttgart 3,5 %, in Mannheim 4,5 %. In ländlichen Kreisen wie Main-Tauber oder Calw lag der Wert bei rund 6 %.
Welche Städte in Baden-Württemberg wachsen am stärksten?
Laut Vorausrechnung des Statistischen Landesamts wachsen bis 2045 alle Stadt- und Landkreise, am stärksten Stuttgart (+5,5 %), Ulm (+5,1 %) und Baden-Baden (+4,7 %). Das BBSR sieht Freiburg bis 2045 bei plus 14,0 %.
Gibt es in Baden-Württemberg ein Umwandlungsverbot?
Nein. Baden-Württemberg hat laut Übersicht des Deutschen Notarinstituts (Stand 20.01.2026) keine Verordnung nach § 250 BauGB erlassen. Die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen braucht deshalb keine Genehmigung nach dieser Vorschrift.