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Kapitalanlage-Immobilien in Berlin

Michael Pauker · 2026-10-13

Berlin auf einen Blick
3,70 Mio.
Einwohner
Ende 2025, amtliche Fortschreibung
1,97 %
Leerstand
Zensus, Stichtag 15.05.2022
7,71 €/m²
Mietspiegel 2026
Median nettokalt, seit 28.05.2026
5.511 €/m²
Kaufpreis Eigentumswohnung
Mittel, Gutachterausschuss, Verkäufe 2025

Sie überlegen, eine vermietete Wohnung zu kaufen, und Berlin steht auf Ihrer Liste. Das ist verständlich. Kaum eine deutsche Stadt hat so wenig Leerstand, so viele Zuzüge und so viele Menschen, die eine Wohnung suchen.

Gleichzeitig hat keine Stadt so viele Regeln für Vermieter. Mietpreisbremse, abgesenkte Kappungsgrenze, Umwandlungsverbot und 82 Milieuschutzgebiete gelten hier gleichzeitig. Dazu kommen Kaufpreise, die im Verhältnis zur erlaubten Miete hoch sind.

Wir gehen deshalb nüchtern vor. Sie sehen die amtlichen Zahlen mit Stand, die Preise je Bezirk und eine Wohnung, die wir vor und nach Steuern durchgerechnet haben.

01Berlin in Zahlen

Die wichtigsten Daten auf einen Blick, jeweils mit Quelle und Stand. Zur Einwohnerzahl gibt es zwei amtliche Werte. Die Fortschreibung auf Basis des Zensus 2022 nennt 3,70 Mio. Das Einwohnerregister zählt alle gemeldeten Personen und kommt auf 3,91 Mio. Wir nutzen die Fortschreibung als Hauptzahl und das Register dort, wo es um Entwicklungen und Bezirke geht.

KennzahlWertQuelle, Stand
Einwohner (Fortschreibung)3.700.577Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 31.12.2025
Einwohner (Register)3.917.196Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 30.06.2026
Entwicklung 10 Jahre (Register)+303.488 (+8,4 %)31.12.2015 bis 31.12.2025
Prognose 2040rund 4,0 Mio. (+2,8 % ggü. 2024)Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Prognose 2024–2040, mittlere Variante
Haushalte1,95 Mio., davon 50 % EinpersonenhaushalteMikrozensus 2025
Wohnungen2.069.432Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, 31.12.2025
Leerstandsquote1,97 % (40.681 Wohnungen)Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
Arbeitslosenquote10,4 % (223.826 Personen)Bundesagentur für Arbeit, September 2026
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte1.682.946Arbeitsort Berlin, 30.06.2025
Pendlersaldo+178.145407.843 Ein-, 229.698 Auspendler, 30.06.2025
Studierende206.458 an 49 HochschulenWintersemester 2025/26, vorläufig
Mietspiegel 20267,71 €/m² nettokalt (Median)qualifiziert, gültig seit 28.05.2026
Angebotsmiete15,78 €/m² (Median)IBB Wohnungsmarktbericht 2025, Inserate 2025
Kaufpreis Eigentumswohnung5.511 €/m² (Mittel)Gutachterausschuss Berlin, Verkäufe 2025
Grunderwerbsteuer6,0 %seit 01.01.2014

02Bevölkerung & Nachfrage

Berlin wächst, aber langsamer als früher. Im Jahr 2025 kamen laut Fortschreibung 15.312 Menschen hinzu, ein Plus von 0,4 %. Das Wachstum kommt allein aus Zuzügen. Seit vier Jahren sterben in Berlin mehr Menschen, als geboren werden.

Über zehn Jahre ist die Zahl der gemeldeten Einwohner um gut 300.000 gestiegen. Für die Zukunft rechnet der Senat in seiner mittleren Variante mit rund 4,0 Mio. Einwohnern im Jahr 2040. Das ist ein Plus von 2,8 % gegenüber 2024, also deutlich flacher als im letzten Jahrzehnt. Eine Prognose ist keine Zusage. Sie hängt vor allem an der Zuwanderung aus dem Ausland.

Für Vermieter zählt neben der Zahl der Menschen die Zahl der Haushalte. Jeder zweite Berliner Haushalt besteht aus einer Person, in Friedrichshain-Kreuzberg sind es 59,2 %. Kleine Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern sind deshalb besonders gefragt. Beim Verkauf von Eigentumswohnungen machen sie 54 % aller Kauffälle aus.

Der Wohnungsbau hält mit der Nachfrage kaum Schritt. 2025 kamen netto 10.766 Wohnungen hinzu, ein Plus von 0,5 %. Die Baugenehmigungen erreichten 2024 mit 9.772 Wohnungen einen Tiefstand und stiegen 2025 wieder auf 14.079. Für Sie heißt das: Das Risiko, dass eine normale Mietwohnung lange leer steht, ist in Berlin nach heutiger Datenlage gering. Null ist es nie.

03Wirtschaft & Arbeitsmarkt

Hier zeigt Berlin zwei Gesichter. Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 10,4 % und damit deutlich über dem Bundesschnitt. Gegenüber dem Vorjahr ist sie leicht gestiegen. Zwischen den Bezirken sind die Unterschiede groß: Im Oktober 2025 meldete Neukölln 15,1 %, Mitte 12,3 %.

Gleichzeitig arbeiten 1,68 Mio. sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Berlin, 2025 allerdings 0,2 % weniger als im Vorjahr. Jeden Tag pendeln rund 178.000 Menschen mehr in die Stadt hinein als hinaus. Viele davon kommen aus Brandenburg.

Die größten Arbeitgeber sind öffentlich oder halböffentlich. Ende 2025 beschäftigten die Deutsche Bahn 26.894, die Charité 25.256, Vivantes 20.649 und die BVG 16.800 Menschen in Berlin. Gesundheit, Verkehr, Verwaltung und Wissenschaft tragen die Stadt. Diese Branchen schwanken weniger mit der Konjunktur als Industrie, sind aber auch keine Wachstumsmotoren.

An den 49 Hochschulen waren im Wintersemester 2025/26 rund 206.500 Studierende eingeschrieben, 2,8 % mehr als ein Jahr zuvor. Für kleine Wohnungen ist das eine zusätzliche Nachfragegruppe. Zahlungsfähig ist sie oft nur mit Hilfe der Eltern.

Aus unseren Gesprächen
„Wo liegen überhaupt die Immobilien, in die ich investieren soll?“

Diese Frage hören wir in Beratungsgesprächen sehr oft. Bei Berlin lautet die ehrliche Antwort: Die Stadt allein sagt wenig. Zwischen Neukölln mit 15,1 % Arbeitslosen und dem Altbezirk Mitte mit über 9.000 €/m² liegen Welten. Entscheidend sind Bezirk, Straße, Haus und Mietvertrag.

04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

In Berlin gibt es nicht die eine Miete. Es gibt drei sehr unterschiedliche Zahlen, und für Ihre Rechnung ist entscheidend, welche davon für Ihre Wohnung gilt.

MieteWertWas sie bedeutet
Mietspiegel 2026, Median7,71 €/m²ortsübliche Vergleichsmiete, Maßstab für Mieterhöhungen und Mietpreisbremse
Bestandsmiete BBU-Unternehmen7,10 €/m²was laufende Mieter im Schnitt zahlen (30.06.2025)
Neuvertragsmiete BBU-Unternehmen9,54 €/m²neue Verträge bei Verbandsunternehmen (07/2024 bis 06/2025)
Angebotsmiete Bestand14,48 €/m²Inserate 2025, Median
Angebotsmiete Neubau19,97 €/m²Inserate 2025, Wohnungen ab Fertigstellung 2024

Die Angebotsmiete ist mehr als doppelt so hoch wie der Mietspiegel. Das liegt unter anderem an möblierten Wohnungen auf Zeit, Neubauten und Ausnahmen von der Mietpreisbremse. Kaufen Sie eine Wohnung mit laufendem Mietvertrag, gilt für Sie meist die niedrige Zahl.

Bei den Kaufpreisen hat der Gutachterausschuss alle notariellen Verkäufe 2025 ausgewertet. Eine Eigentumswohnung kostete im Mittel 5.511 €/m², ein Neubau im Erstverkauf 8.108 €/m². Umgewandelte ehemalige Mietwohnungen lagen bei 4.928 €/m².

Ein Detail ist für Anleger besonders wichtig. Altbauwohnungen bis Baujahr 1919 wurden 2025 vermietet für durchschnittlich 4.017 €/m² verkauft, bezugsfrei für 5.833 €/m². Der Abschlag für den laufenden Mietvertrag beträgt also rund 31 %. Er ist der Preis dafür, dass Sie die Miete nur in engen Grenzen anpassen können.

Aus Kaufpreis und Miete ergeben sich zwei Kennzahlen. Der Kaufpreisfaktor sagt, wie viele Jahresmieten Sie für die Wohnung zahlen. Die Bruttomietrendite ist die Jahresmiete geteilt durch den Kaufpreis, ohne Kosten und Steuern. Die folgenden Werte sind unsere eigene Rechnung aus den amtlichen Zahlen.

Bruttomietrendite in Berlin je nach Segment (eigene Rechnung)
Bestand, Inserate: 5.483 €/m² Kauf, 14,48 €/m² Miete
3,17 % (Faktor 31,6)
Neubau: 8.108 €/m² Kauf, 19,97 €/m² Miete
2,96 % (Faktor 33,8)
Vermietet, Baujahr 1950–1964: 4.031 €/m² Kauf, 7,08 €/m² Miete
2,11 % (Faktor 47,5)
Mittelwert aller Verkäufe zu Mietspiegel-Median
1,68 % (Faktor 59,6)
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026. Kaufpreise: Gutachterausschuss Berlin 2025 und IBB/VALUE 2025, Mieten: IBB/VALUE 2025 und Mietspiegel 2026. Die Kombinationen sind Näherungen, keine Objektwerte.

Zum Vergleich: In unserer Beispielrechnung nehmen wir für einen Kredit mit zehn Jahren Zinsbindung 3,8 % an. In keinem Segment erreicht die Bruttomietrendite diesen Zins. Wer in Berlin kauft, setzt deshalb weniger auf laufenden Überschuss und mehr auf Tilgung, steuerliche Wirkung und langfristige Mietentwicklung. Ob sich die Werte so entwickeln, kann niemand zusagen. Ihre eigene Wohnung können Sie mit dem Mietrendite-Rechner prüfen.

Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis, Nebenkosten und Miete eingeben, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

05Bezirke im Überblick

Berlin hat zwölf Bezirke mit jeweils rund 260.000 bis 430.000 Einwohnern, jeder so groß wie eine eigene Großstadt. Wir zeigen acht davon mit amtlichen Zahlen. Die Kaufpreise stammen aus dem Gutachterausschuss und gelten für die alten Bezirke vor der Reform 2001, deshalb stehen pro Bezirk teils mehrere Werte.

BezirkEinwohnerAngebotsmiete 2025Kaufpreis Wohnung 2025Einordnung
Mitte397.87920,00 €/m²Mitte 9.374 · Tiergarten 5.486 · Wedding 4.197 €/m²Größte Spanne der Stadt. Zentrum und Regierungsviertel neben Wedding mit niedrigeren Preisen. Arbeitslosenquote 12,3 %.
Friedrichshain-Kreuzberg292.78919,40 €/m²Friedrichshain 5.887 · Kreuzberg 5.647 €/m²Jüngster Bezirk (Durchschnitt 39,5 Jahre), 59,2 % Einpersonenhaushalte. Viele Milieuschutzgebiete.
Pankow428.90017,00 €/m²Prenzlauer Berg 6.300 · Weißensee 5.563 · Pankow 5.194 €/m²Einwohnerstärkster Bezirk mit den meisten Wohnungen. Hohe Haushaltseinkommen.
Charlottenburg-Wilmersdorf343.62519,17 €/m²Charlottenburg 5.201 · Wilmersdorf 5.547 €/m²Etablierter Westen. Viele Baugenehmigungen 2024 (1.614 Wohnungen).
Neukölln331.62313,61 €/m²Neukölln 4.425 €/m²Höchste Arbeitslosenquote (15,1 %), niedrige Einkommen. Wenig Neubau (222 Genehmigungen 2024).
Lichtenberg318.26113,33 €/m²Lichtenberg 4.990 · Hohenschönhausen 3.494 €/m²Viel geförderter Neubau. Niedrige Einkommen, gemischte Lagen.
Spandau261.26612,50 €/m²Spandau 3.235 €/m²Viele Baugenehmigungen (1.807 im Jahr 2024), Siemensstadt Square. Stärkstes Wachstum im 1. Halbjahr 2026 (+0,9 %).
Marzahn-Hellersdorf296.68711,56 €/m²Marzahn 3.372 · Hellersdorf 3.356 €/m²Niedrigstes Preis- und Mietniveau. Starker Zuzug aus der Innenstadt (Binnenwanderung 2015 bis 2024).

Einwohner: Register, 31.12.2025. Angebotsmiete: IBB/VALUE, Median der Inserate. Kaufpreis: Gutachterausschuss, Mittelwert nach Bereinigung um 10 % Ausreißer. Arbeitslosenquoten: Oktober 2025.

Welche Lage zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Ziel ab. In den Innenstadtbezirken zahlen Sie hohe Preise für hohe Inseratsmieten, die Sie bei einer vermieteten Wohnung aber oft gar nicht erreichen. In Spandau oder Marzahn-Hellersdorf sind die Preise niedriger, die Mieten auch. Eine Lage ist nicht automatisch besser, weil sie bekannter ist.

06Regeln für Vermieter in Berlin

Berlin nutzt fast jedes Instrument, das das Bundesrecht den Ländern erlaubt. Für Ihre Kalkulation sind diese Regeln wichtiger als die Lage.

RegelWas sie bedeutetGilt bis
MietpreisbremseBei Neuvermietung höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Ausnahmen u. a. für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und nach umfassender Modernisierung. Gilt im ganzen Stadtgebiet.31.12.2029
KappungsgrenzeMieterhöhungen bis zur Vergleichsmiete höchstens 15 % in drei Jahren statt 20 %. Gilt im ganzen Stadtgebiet.10.05.2028
Umwandlungsverbot (§ 250 BauGB)Mietwohnungen in Eigentumswohnungen aufzuteilen, braucht eine Genehmigung. Sie wird u. a. erteilt, wenn an mindestens zwei Drittel der Mieter verkauft wird.31.12.2030
Milieuschutz (soziale Erhaltungsgebiete)In 82 Gebieten brauchen Modernisierungen, Grundrissänderungen und seit 18.04.2026 auch Wohnen auf Zeit eine Genehmigung. Aufteilung ist dort zusätzlich beschränkt.je Gebiet
ZweckentfremdungsverbotFerienwohnung, gewerbliche Nutzung und Leerstand über drei Monate brauchen eine Genehmigung. Bußgeld bis 500.000 €.unbefristet

Was heißt das konkret? Ihre Miete orientiert sich am Mietspiegel. Bei einer Wohnung im Mietspiegelfeld mit 7,08 €/m² dürfen Sie bei Neuvermietung höchstens rund 7,79 €/m² verlangen, solange keine Ausnahme greift. Möbliert und auf Zeit vermieten ist in Milieuschutzgebieten nur noch mit Genehmigung möglich.

Das Umwandlungsverbot wirkt auf den Markt. 2021 wurden noch 28.783 Wohnungen umgewandelt, 2024 nur 1.552 und 2025 laut Gutachterausschuss 966. Es entstehen also kaum neue Eigentumswohnungen im Bestand. Das begrenzt das Angebot an Wohnungen, die Anleger kaufen können.

Beim Kauf zahlen Sie in Berlin 6,0 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch mit rund 1,5 bis 1,8 % (Notarkosten im Detail) und gegebenenfalls ein Makler. Mit Makler liegen Ihre Kaufnebenkosten schnell bei rund 11 % des Kaufpreises. Ihre eigene Zahl zeigt der Kaufnebenkosten-Rechner.

07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Berlin

Nehmen wir Lena. Sie kauft eine vermietete Wohnung mit 60 m² in einem Haus aus den 1960er-Jahren, mittlere Wohnlage, innerer Stadtbereich. Der Kaufpreis entspricht dem Mittelwert, den der Gutachterausschuss für solche Wohnungen 2025 ermittelt hat: 4.031 €/m², also rund 242.000 €. Der Mieter zahlt genau den Mietspiegel-Mittelwert für dieses Feld, 7,08 €/m² oder 424,80 € im Monat. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

Die Nebenkosten von rund 27.400 € zahlt Lena aus Erspartem: 14.520 € Grunderwerbsteuer, rund 4.200 € für Notar und Grundbuch und 8.639 € Maklerprovision (Annahme 3,57 %). Den Kaufpreis finanziert sie voll über die Bank, zu 3,8 % Zins und 1,5 % Tilgung (Annahme). Ob eine Bank so finanziert, hängt von ihrer Bonität ab.

Lenas erstes volles Jahr
pro Jahrpro Monat
Kaltmiete (7,08 €/m²)5.098 €425 €
Mietausfall, Annahme 3 %−153 €−13 €
Hausgeld, nicht umlagefähiger Teil (Annahme)−960 €−80 €
Zinsen (3,8 %)−9.132 €−761 €
Tilgung (1,5 %)−3.694 €−308 €
Ergebnis vor Steuern−8.841 €−737 €
Steuerwirkung bei 80.000 € zu versteuerndem Einkommen+3.738 €+311 €
Ergebnis nach Steuern−5.104 €−425 €
davon Tilgung, also Vermögensaufbau3.694 €308 €
Steuer: Einkünfte aus Vermietung −8.300 € (Miete abzüglich Ausfall, 360 € Verwaltung, Zinsen und 3.752 € Abschreibung: 2 % auf 70 % Gebäudeanteil der Anschaffungskosten). Tarif 2026 mit Solidaritätszuschlag, ledig, ohne Kirchensteuer. Einmalige Grundschuldkosten von rund 1.330 € nicht eingerechnet. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Lena zahlt also im ersten Jahr rund 737 € im Monat zu, bevor das Finanzamt etwas erstattet. Nach Steuern sind es rund 425 €. Bei 60.000 € zu versteuerndem Einkommen wären es 480 €, bei 100.000 € rund 412 €. Wie Mieteinnahmen steuerlich behandelt werden, erklärt unser Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

Rechnet man die Tilgung heraus, bleiben nach Steuern immer noch rund 117 € im Monat, die Lena aus ihrem Einkommen zuschießt. Die Wohnung trägt sich in diesem Beispiel also auch ohne Tilgung nicht. Das ist in Berlin bei vermieteten Bestandswohnungen mit Mietspiegelmiete die Regel, nicht die Ausnahme.

Wo Lenas Geld im ersten Jahr hingeht
Miete nach Ausfall
+4.945 €
Steuerwirkung
+3.738 €
Hausgeld
−960 €
Zinsen
−9.132 €
Tilgung
−3.694 €
Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026, Annahmen wie oben.

Was würde das Bild ändern? Ein höherer Eigenkapitaleinsatz senkt die Zinsen. Eine Mieterhöhung ist höchstens bis zur oberen Spanne des Mietspiegelfelds möglich, hier 9,25 €/m², und nur mit Begründung und Kappungsgrenze. Ein Mieterwechsel bringt wegen der Mietpreisbremse höchstens rund 7,79 €/m². Den großen Hebel hat der Kaufpreis.

Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Berlin

Wie sähe Lenas Rechnung mit einer neu gebauten Wohnung aus? Wir nehmen dieselbe Person mit demselben Einkommen, demselben Zins und derselben Tilgung. Die Wohnung hat 45 m² und kostet so viel, wie der Gutachterausschuss 2025 im Mittel für Erstverkäufe in neu errichteten Wohnanlagen ermittelt hat: 8.108 €/m², also 364.860 €. Als Miete setzen wir den Median der Inserate für Neubauwohnungen an, 19,97 €/m² oder 898,65 € im Monat. Ob eine konkrete Wohnung diese Miete erzielt, hängt von Lage und Ausstattung ab.

Lenas erstes volles Jahr mit einer Neubauwohnung
pro Jahrpro Monat
Kaltmiete (19,97 €/m²)10.784 €899 €
Mietausfall, Annahme 3 %−324 €−27 €
Hausgeld, nicht umlagefähiger Teil (Annahme)−576 €−48 €
Zinsen (3,8 %)−13.768 €−1.147 €
Tilgung (1,5 %)−5.569 €−464 €
Ergebnis vor Steuern−9.453 €−788 €
Steuerwirkung bei 80.000 € zu versteuerndem Einkommen+7.446 €+620 €
Ergebnis nach Steuern−2.008 €−167 €
davon Tilgung, also Vermögensaufbau5.569 €464 €
Annahmen: Kaufpreis nach Gutachterausschuss Berlin (Erstverkauf in neu errichteten Wohnanlagen, Verkäufe 2025), ohne Stellplatz. Miete: Median der Angebotsmieten 2025 für Wohnungen ab Fertigstellungsjahr 2024 (IBB Wohnungsmarktbericht 2025). Nebenkosten rund 27.600 € aus Erspartem: 21.892 € Grunderwerbsteuer (6,0 %) sowie Notar und Grundbuch, ohne Makler, weil Bauträger meist ohne Käuferprovision verkaufen (Annahme). Hausgeld-Anteil 48 € im Monat (30 € Verwaltung, 18 € Rücklage, Annahme). Steuer: Einkünfte aus Vermietung −17.341 € mit 13.673 € Abschreibung (5 % degressiv nach § 7 Abs. 5a EStG auf 70 % Gebäudeanteil der Anschaffungskosten, Annahme wie oben). Die degressive Abschreibung setzt bei einem Kauf voraus, dass der Kaufvertrag zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 geschlossen und die Wohnung bis Ende des Fertigstellungsjahres erworben wird. Tarif 2026 mit Solidaritätszuschlag, ledig, ohne Kirchensteuer. Grundschuldkosten von rund 1.790 € nicht eingerechnet. Eigene Berechnung, Stand 13.10.2026.

Vor Steuern zahlt Lena für die Neubauwohnung rund 788 € im Monat zu, nach Steuern rund 167 €, davon sind 464 € Tilgung. Der Hauptunterschied liegt in der Abschreibung: Sie ist im ersten Jahr mit 13.673 € mehr als dreimal so hoch wie bei der Bestandswohnung, sinkt aber jedes Jahr, weil die 5 % immer vom Restwert berechnet werden. Für Instandhaltung setzen wir weniger an, dafür kostet der Quadratmeter rund doppelt so viel wie im Bestand. Die Bruttomietrendite liegt mit 2,96 % über Lenas Bestandswohnung zum Mietspiegel (2,11 %), aber unter Bestandswohnungen zur Angebotsmiete (3,17 %), und die höhere Miete ist nur möglich, weil Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, dauerhaft von der Mietpreisbremse ausgenommen sind (§ 556f BGB).

08Chancen und Risiken

Berlin ist ein Markt mit klaren Stärken und klaren Grenzen. Beides gehört in Ihre Entscheidung.

Was für Berlin spricht:

  • Nachfrage: Leerstand von 1,97 % beim Zensus 2022, mehr als die Hälfte davon innerhalb von drei Monaten beziehbar. Wachstum durch Zuzug, Prognose bis 2040 leicht steigend.
  • Großer Markt: 18.303 Verkäufe von Wohnungs- und Teileigentum im Jahr 2025. Der Markt ist groß. Ob und zu welchem Preis ein Verkauf gelingt, hängt trotzdem von Zeitpunkt, Zustand und Mietvertrag ab.
  • Begrenztes neues Angebot: Kaum Umwandlungen, wenig Neubau im Verhältnis zur Nachfrage.
  • Vermietet-Abschlag: Wer vermietet kauft, zahlt deutlich weniger pro Quadratmeter als für bezugsfreie Wohnungen.

Was dagegen spricht:

  • Niedrige Rendite: Brutto rund 1,7 bis 3,2 % je nach Segment, unter dem aktuellen Kreditzins.
  • Regulierung: Mietpreisbremse, Kappungsgrenze 15 %, Milieuschutz und Zweckentfremdungsverbot begrenzen Miete und Nutzung.
  • Politisches Risiko: Mietendeckel 2020, Vergesellschaftungsgesetz 2026, neue Regierung nach der Wahl 2026. Weitere Regeln sind möglich.
  • Zins und Instandhaltung: Steigt der Zins bei der Anschlussfinanzierung, wächst die Zuzahlung. Ältere Häuser brauchen Rücklagen, Sonderumlagen sind möglich.
  • Arbeitsmarkt: 10,4 % Arbeitslosenquote, in einzelnen Bezirken deutlich höher. Mietausfälle sind nie ausgeschlossen.
Passt zu Ihnen, wenn …
  • Sie monatlich mehrere Hundert Euro zuzahlen können und das auch bei steigenden Zinsen tragen.
  • Sie 15 Jahre und länger halten wollen und nicht auf laufenden Überschuss angewiesen sind.
  • Sie eine große, liquide Stadt mit sehr geringem Leerstand bevorzugen.
  • Sie bereit sind, Mietvertrag, Mietspiegelfeld und Milieuschutz vor dem Kauf genau zu prüfen.
Eher nicht, wenn …
  • Ihre Wohnung sich von Anfang an selbst tragen soll.
  • Sie die Miete regelmäßig an den Markt anpassen möchten.
  • Sie möbliert oder auf Zeit vermieten wollen.
  • Sie politische Änderungen am Mietrecht nicht aushalten können oder wollen.

Mehr zu den allgemeinen Vor- und Nachteilen lesen Sie im Ratgeber Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

09Weitere Standorte

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Quellen

Alle Quellen abgerufen am 13.10.2026.

FAQHäufige Fragen

Lohnt sich eine Wohnung in Berlin als Kapitalanlage?

Das hängt vom Kaufpreis, vom Mietvertrag und von Ihrer Finanzierung ab. Die Nachfrage ist hoch und der Leerstand gering. Die Bruttomietrendite vermieteter Bestandswohnungen liegt aber oft nur bei 2 bis 3 % und damit unter dem Kreditzins. In unserem Beispiel zahlt die Käuferin nach Steuern rund 425 € im Monat zu, davon 308 € Tilgung.

Wie hoch ist die Mietrendite in Berlin?

Nach unserer Rechnung aus amtlichen Zahlen brutto rund 1,7 bis 3,2 %, je nach Segment. Inserate im Bestand kommen auf 3,17 %, Neubauten auf 2,96 %, eine vermietete Wohnung aus den 1950er- oder 1960er-Jahren zum Mietspiegel auf 2,11 %. Nach Kosten und Mietausfall ist die Nettomietrendite niedriger.

Was kostet eine Eigentumswohnung in Berlin?

Laut Gutachterausschuss im Mittel 5.511 €/m² (Verkäufe 2025), im Neubau 8.108 €/m². Die Spanne zwischen den Bezirken ist groß: von rund 3.200 €/m² im Altbezirk Spandau bis 9.374 €/m² im Altbezirk Mitte. Vermietete Wohnungen kosten deutlich weniger als bezugsfreie.

Gibt es in Berlin eine Mietpreisbremse?

Ja, im ganzen Stadtgebiet bis zum 31.12.2029. Bei einer Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausnahmen gelten unter anderem für Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, und nach einer umfassenden Modernisierung.

Welche Bezirke eignen sich für Kapitalanleger in Berlin?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Innenstadtbezirke wie Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow haben hohe Preise und viele Milieuschutzgebiete. Spandau und Marzahn-Hellersdorf sind deutlich günstiger, mit niedrigeren Mieten. Entscheidend sind Straße, Haus, Mietvertrag und Kaufpreis im Verhältnis zur erlaubten Miete.

Was bedeutet Milieuschutz für Vermieter?

In den 82 sozialen Erhaltungsgebieten brauchen Modernisierungen, Grundrissänderungen und seit April 2026 auch Wohnen auf Zeit eine Genehmigung des Bezirks. Die Aufteilung in Eigentumswohnungen ist zusätzlich beschränkt. Ob eine Wohnung in einem solchen Gebiet liegt, zeigt der Bezirk oder das Geoportal Berlin.

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Berlin?

6,0 % des Kaufpreises, seit 01.01.2014. Bei 242.000 € sind das 14.520 €. Mit Notar, Grundbuch und Makler liegen die Kaufnebenkosten bei rund 11 %.

Darf ich meine Berliner Wohnung als Ferienwohnung vermieten?

Nur mit Genehmigung des Bezirksamts nach dem Zweckentfremdungsverbot, und Inserate brauchen eine Registriernummer. Verstöße können mit bis zu 500.000 € Bußgeld geahndet werden. Als Geschäftsmodell für eine Kapitalanlage ist das in Berlin kaum umsetzbar.