Ratgeber · Standorte & Objekte

    Bonn für Kapitalanleger: Alle 4 Stadtbezirke im Vergleich 2026

    Zwischen der Südstadt und Tannenbusch-West liegen bei gebrauchten Wohnungen über 2.300 € je Quadratmeter. Der Mietspiegel fragt dagegen nicht nach dem Stadtbezirk, sondern nach der Wohnlage. Wir vergleichen die vier Bonner Bezirke und 54 Lagen mit amtlichen Zahlen und rechnen dieselbe Wohnung in drei Lagen durch.


    Investmentberater bei InvestImmo.de
    15. Oktober 202613 Min. Lesezeit
    Bonns Bezirke auf einen Blick
    4
    Stadtbezirke mit 65 statistischen Bezirken
    Stadt Bonn
    4.350 €/m²
    Richtwert Südstadt, höchste Lage
    Gutachterausschuss, 01.01.2026
    2.030 €/m²
    Richtwert Tannenbusch-West, niedrigste Lage
    Gutachterausschuss, 01.01.2026
    +6,6 %
    mehr Einwohner seit 2015
    Stadt Bonn, 31.12.2025

    Sie haben sich für Bonn entschieden. Die nächste Frage ist, wo: Südstadt oder Beuel, Poppelsdorf oder Bad Godesberg, Duisdorf oder Tannenbusch? Bonn hat nur vier Stadtbezirke, aber innerhalb jedes Bezirks liegen sehr unterschiedliche Lagen nebeneinander. Der Stadtbezirk Bonn reicht von der Gründerzeit-Südstadt bis zu den Großsiedlungen im Norden, Bad Godesberg von den Villen am Rhein bis zu Pennenfeld.

    Für Vermieter kommt ein zweiter Punkt hinzu. Der Bonner Mietspiegel fragt nicht nach dem Bezirk. Er rechnet mit der Wohnlage, die der Gutachterausschuss für jede Adresse in Punkten bewertet. In Bonn gilt außerdem die Mietpreisbremse. Wer in einer teuren Lage kauft, bezahlt deshalb viel mehr für die Wohnung, darf aber nur wenig mehr Miete verlangen.

    Wir vergleichen die vier Stadtbezirke und alle 54 Richtwertlagen mit amtlichen Zahlen von Stadt und Gutachterausschuss. Ein Ranking gibt es nicht, und eine Wertung der Menschen, die dort leben, auch nicht. Am Ende rechnen wir dieselbe Wohnung in drei Lagen vor und nach Steuern durch.

    01Bonn in vier Bezirken: die große Vergleichstabelle

    Die Tabelle fasst die wichtigsten amtlichen Kennzahlen je Stadtbezirk zusammen. Einwohner, Haushalte, Arbeitsmarkt und Wohnungen stammen aus dem Strukturdatenatlas der Bonner Statistikstelle, die Kaufpreise aus den Immobilienrichtwerten des Gutachterausschusses.

    StadtbezirkEinwohner 2025Veränderung seit 2015Einpersonen-haushalteArbeitslosenquote 2025SGB II je 1.000 Einwohner (2024)Ø Richtwert WohnungSpanne der Lagen
    Bonn159.412+7,2 %58,0 %7,2 %853.247 €/m²2.030 bis 4.350 €/m²
    Beuel68.013+2,5 %51,0 %5,8 %583.196 €/m²2.720 bis 3.670 €/m²
    Bad Godesberg79.245+9,2 %49,6 %8,1 %962.948 €/m²2.480 bis 3.420 €/m²
    Hardtberg35.482+7,0 %48,6 %8,7 %1102.884 €/m²2.410 bis 3.280 €/m²
    Bonn gesamt342.152+6,6 %53,9 %7,3 %853.113 €/m²–

    Einwohner mit Hauptwohnsitz am 31.12.2025, ohne Personen in Sammelunterkünften für Geflüchtete, Veränderung gegenüber 31.12.2015. Arbeitslosenquote nach Berechnung der Statistikstelle zum 31.12.2025, nicht identisch mit der Quote der Agentur für Arbeit. SGB II: Personen in Bedarfsgemeinschaften je 1.000 Einwohner. Richtwerte: einfacher Mittelwert der Immobilienrichtwertzonen für Eigentumswohnungen zum 01.01.2026 (21 Zonen im Bezirk Bonn, 12 in Beuel, 16 in Bad Godesberg, 5 in Hardtberg), eigene Auswertung.

    Zwei Dinge fallen auf. Die Bezirksmittel liegen nur rund 360 € je Quadratmeter auseinander, die Lagen innerhalb des Stadtbezirks Bonn dagegen über 2.300 €. Und Bonn wächst fast überall: Bad Godesberg hat seit 2015 um 9,2 % zugelegt, der Stadtbezirk Bonn um 7,2 %, Hardtberg um 7,0 %. Nur Beuel ist mit 2,5 % langsamer gewachsen.

    02Kaufpreise je Bezirk und Lage: was die Richtwerte zeigen

    Der Gutachterausschuss leitet aus den notariellen Kaufverträgen Immobilienrichtwerte ab. Für Eigentumswohnungen gibt es in Bonn 54 Zonen. Alle beziehen sich auf dasselbe Normobjekt: eine vermietete Wohnung, 46 bis 100 Jahre alt, 61 bis 110 m², gute Ausstattung, einfache bis mittlere Wohnlage. Damit sind die Lagen direkt vergleichbar.

    Ø Immobilienrichtwert Eigentumswohnung je Stadtbezirk (€/m²)
    Bonn
    3.247 €
    Beuel
    3.196 €
    Bad Godesberg
    2.948 €
    Hardtberg
    2.884 €
    Immobilienrichtwerte Eigentumswohnungen des Gutachterausschusses Bonn zum 01.01.2026, BORIS-NRW. Einfacher Mittelwert der Zonen je Stadtbezirk. Eigene Berechnung, Stand 15.10.2026.

    Aussagekräftiger als die Bezirksmittel sind die einzelnen Lagen. Die höchsten Richtwerte haben die innenstadtnahen Viertel links des Rheins: Südstadt 4.350 €/m², Musikerviertel 3.860 €/m², Zentrum 3.830 €/m², Poppelsdorf 3.820 €/m² und das Bundesviertel 3.740 €/m². In Beuel liegen Beuel-Süd mit 3.670 €/m² und Vilich-Müldorf mit 3.550 €/m² vorn, in Bad Godesberg die Rheinlagen mit 3.390 bis 3.420 €/m².

    Ausgewählte Lagen: Immobilienrichtwert Eigentumswohnung (€/m²)
    Südstadt (Bonn)
    4.350 €
    Poppelsdorf (Bonn)
    3.820 €
    Beuel Süd (Beuel)
    3.670 €
    Kessenich/Dottendorf (Bonn)
    3.560 €
    Godesberg Rheinnähe (Bad Godesberg)
    3.420 €
    Lengsdorf (Hardtberg)
    3.280 €
    Duisdorf (Hardtberg)
    3.040 €
    Godesberg Zentrum (Bad Godesberg)
    2.630 €
    Tannenbusch (Bonn)
    2.440 €
    Tannenbusch West (Bonn)
    2.030 €
    Immobilienrichtwerte zum 01.01.2026, Normobjekt vermietet, 46–100 Jahre, 61–110 m², Wohnlage bis 11 Punkte. Gutachterausschuss Bonn, BORIS-NRW.

    Am unteren Ende stehen die Großsiedlungen im Bonner Norden und in Hardtberg: Tannenbusch-West 2.030 €/m², Medinghoven 2.410 €/m², Tannenbusch 2.440 €/m², Dransdorf 2.470 €/m². In Bad Godesberg liegt das Zentrum mit 2.630 €/m² unter den Rheinlagen, Pennenfeld mit 2.480 €/m² am niedrigsten.

    Zum Vergleich mit tatsächlichen Verkäufen: Wohnungen aus den Jahren 1960 bis 1969 in mittlerer und guter Lage wurden 2025 im Schnitt für 2.960 €/m² verkauft (50 Fälle). Vermietete Wohnungen, die älter als 35 Jahre sind, kosteten 3.347 €/m². Gehandelt wird vor allem im Stadtbezirk Bonn (655 Kaufverträge für Wohnungs- und Teileigentum 2025), dann in Bad Godesberg (450), Beuel (287) und Hardtberg (196).

    Wohngebäude mit gemeinsamem grünen Innenhof
    KI-generiertes Symbolbild

    03Mieten: Wohnlage statt Bezirk

    Bonn hat einen qualifizierten Mietspiegel, gültig seit 01.12.2024. Er arbeitet in Schritten: Basismiete nach Wohnfläche, Zuschlag nach Baujahr, Zuschlag nach Wohnlage, Zu- und Abschläge für Ausstattung. Für eine 55-m²-Wohnung beträgt die Basismiete 7,99 €/m², für Baujahre zwischen 1961 und 2004 gibt es keinen Baujahreszuschlag.

    Die Wohnlage misst der Gutachterausschuss für jede Adresse in Punkten, von 0 bis 17,5. Daraus ergibt sich ein Zuschlag zwischen 0 und 2,00 € je Quadratmeter. Eine einfache Lage mit 6 Punkten bringt 0,69 €, eine mittlere mit 9 Punkten 1,03 €, eine gute mit 13 Punkten 1,49 €. Den Punktwert Ihrer Adresse zeigt die Wohnlagenkarte der Stadt.

    Tatsächlich bezahlte Mieten liegen in Bonn oft über dem reinen Mietspiegelwert ohne Ausstattung. Der Gutachterausschuss nennt für vermietete Wohnungen, die älter als 35 Jahre sind und 2024/25 verkauft wurden, eine Miete von durchschnittlich 11,61 €/m² bei einem Kaufpreis von 3.347 €/m². Das sind rund 25 Jahresmieten oder gut 4 % Bruttomietrendite, stadtweit gerechnet. Laut Mietspiegel lag die durchschnittliche Nettokaltmiete im Oktober 2023 bei 9,94 €/m².

    Werkzeug
    Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung?

    Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

    04Bevölkerung, Haushalte und Arbeitsmarkt je Bezirk

    Für Vermieter zählt, wer in einem Bezirk wohnt und wie. Bonn wächst seit Jahren: von 320.820 Einwohnern Ende 2015 auf 342.152 Ende 2025, gezählt ohne Sammelunterkünfte.

    Die meisten Alleinlebenden wohnen im Stadtbezirk Bonn. Dort sind 58,0 % aller Haushalte Einpersonenhaushalte. In der Innenstadt selbst sind es noch viel mehr: im Rheinviertel 75,6 %, im Münsterviertel 73,0 %, in Poppelsdorf 68,7 %. In Beuel, Bad Godesberg und Hardtberg ist es rund jeder zweite Haushalt, in den Siedlungen am Stadtrand wie Ückesdorf oder Vilich-Müldorf nur rund jeder dritte.

    Zur Sozialstruktur nennen wir nur amtliche Zahlen. Die Arbeitslosenquote nach Berechnung der Stadt reichte Ende 2025 von 5,8 % in Beuel bis 8,7 % in Hardtberg. In Bedarfsgemeinschaften nach SGB II lebten 2024 in Beuel 58 von 1.000 Einwohnern, in Bad Godesberg 96 und in Hardtberg 110. Das beschreibt Unterschiede in der Mieterschaft, keine Qualität der Bezirke. Für Ihre Vermietung zählt der einzelne Haushalt, den Sie bei der Mieterauswahl prüfen.

    05Vier Lagetypen für Kapitalanleger

    Weil die Unterschiede in Bonn eher zwischen den Lagen als zwischen den Bezirken liegen, ordnen wir die 54 Richtwertlagen vier Typen zu. Jeder Typ passt zu anderen Anlegern.

    Typ 1: Innenstadt, Südstadt und Universitätsviertel

    Zentrum, Südstadt, Musikerviertel, Poppelsdorf, Kessenich, Endenich und das Bundesviertel liegen zwischen rund 3.400 und 4.350 €/m². Hier wohnen die meisten Alleinlebenden und viele der rund 30.000 Studierenden. Arbeitgeber wie Universität, Universitätsklinikum, Bundesministerien und UN-Einrichtungen sind nah. Der hohe Preis steht einem Mietspiegel gegenüber, der die Lage nur mit bis zu 2 € honoriert.

    Innenstadt und Uni-Viertel passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie kleine Wohnungen an Alleinlebende, Studierende und Berufstätige vermieten möchten.
    • Sie viel Eigenkapital einsetzen und lange halten wollen.
    • Ihnen breite Nachfrage wichtiger ist als laufende Rendite.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie einen Überschuss aus der Miete erwarten.
    • Sie mit Inseratsmieten statt dem Mietspiegel rechnen.

    Typ 2: Beuel rechts des Rheins

    Beuel liegt mit Richtwerten zwischen 2.720 €/m² in Neu-Vilich und 3.670 €/m² in Beuel-Süd im Mittel knapp unter dem Stadtbezirk Bonn. Beuel hat die niedrigste Arbeitslosenquote der vier Bezirke und ist seit 2015 am langsamsten gewachsen. Die Ortsteile sind gemischt aus altem Ortskern, Nachkriegssiedlung und Einfamilienhäusern, gut jeder zweite Haushalt ist ein Einpersonenhaushalt.

    Beuel passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie eine ruhigere Lage mit kurzem Weg in die Innenstadt suchen.
    • Sie an Paare, Berufstätige und Familien vermieten möchten.
    • Sie die Lage innerhalb von Beuel genau prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit starkem Bevölkerungswachstum im Bezirk rechnen.
    • Sie vor allem Studierende als Mieter suchen.

    Typ 3: Bad Godesberg mit zwei Gesichtern

    Bad Godesberg ist seit 2015 am stärksten gewachsen (+9,2 %). Die Lagen am Rhein, im Villenviertel und in Plittersdorf-West liegen bei 3.290 bis 3.420 €/m², das Zentrum bei 2.630 €/m², Pennenfeld bei 2.480 €/m². Die Arbeitslosenquote liegt über dem Stadtschnitt. Hier stehen sehr unterschiedliche Wohnlagen auf engem Raum.

    Bad Godesberg passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie zwischen Preis und Lage abwägen und die Straße genau kennen.
    • Sie an Familien und Berufstätige vermieten möchten.
    • Sie Hausgeld, Rücklage und Protokolle sorgfältig prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit dem Bezirksdurchschnitt statt dem Richtwert der Zone rechnen.
    • Sie ohne Besichtigung kaufen wollen.

    Typ 4: Bonner Norden und Hardtberg

    Tannenbusch, Dransdorf, Auerberg, Buschdorf und die Lagen in Hardtberg wie Duisdorf, Brüser Berg und Medinghoven liegen zwischen 2.030 und 3.280 €/m². Hier stehen viele Wohnungen aus den 1960er und 1970er Jahren, teils in Großsiedlungen. Hardtberg hat die höchste Quote an Arbeitslosen und SGB-II-Beziehern der vier Bezirke. Ein niedriger Kaufpreis bedeutet hier nicht automatisch mehr Ertrag.

    Norden und Hardtberg passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen niedrigeren Einstiegspreis suchen und Erfahrung als Vermieter haben.
    • Sie größere Wohnungen an Familien vermieten möchten.
    • Sie mit häufigeren Mieterwechseln und mehr Verwaltungsaufwand rechnen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie zum ersten Mal eine Wohnung kaufen.
    • Sie den niedrigen Preis mit Rendite gleichsetzen.
    Prüfung von Grundstücksplan und Wohngebäudemodell
    KI-generiertes Symbolbild

    06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Lagen

    Nehmen wir Jonas. Er ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 €. Er kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m² aus den 1960er Jahren und vergleicht drei Lagen: Poppelsdorf im Stadtbezirk Bonn, Duisdorf in Hardtberg und Tannenbusch im Bonner Norden. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Als Kaufpreis nehmen wir den Immobilienrichtwert der Lage. Als Miete setzen wir den Mietspiegel an: Basismiete 7,99 €/m² plus 1,03 € für eine mittlere Wohnlage mit 9 Punkten, also 9,02 €/m² in allen drei Lagen. Liegt die Adresse in einer besseren oder schlechteren Wohnlage, ändert sich die Miete um einige Cent bis gut einen Euro. Bei einer Neuvermietung wären bis zu 10 % mehr erlaubt.

    Jonas' Wohnung im ersten vollen Jahr
    PoppelsdorfDuisdorfTannenbusch
    Kaufpreis je m² (Richtwert)3.820 €3.040 €2.440 €
    Kaufpreis 55 m²210.100 €167.200 €134.200 €
    Grunderwerbsteuer 6,5 %13.656 €10.868 €8.723 €
    Notar und Grundbuch (rund 1,8 %)3.782 €3.010 €2.416 €
    Gesamtkosten227.538 €181.078 €145.339 €
    Kaltmiete je m² (Mietspiegel, 9 Punkte)9,02 €9,02 €9,02 €
    Kaltmiete im Jahr+5.953 €+5.953 €+5.953 €
    Hausgeld, nicht umlagefähig−924 €−924 €−924 €
    Zinsen (3,8 %)−7.984 €−6.354 €−5.100 €
    Tilgung (2 %)−4.202 €−3.344 €−2.684 €
    Cashflow vor Steuern−7.157 €−4.669 €−2.755 €
    Abschreibung 2 % auf 75 % der Gesamtkosten3.413 €2.716 €2.180 €
    Steuerliches Ergebnis der Vermietung−5.906 €−3.579 €−1.789 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026)+2.218 €+1.359 €+685 €
    Cashflow nach Steuern−4.939 €−3.310 €−2.070 €
    pro Monatrund −410 €rund −275 €rund −170 €
    Bruttomietrendite2,8 %3,6 %4,4 %
    Annahmen: Kaufpreis voll finanziert, Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, kein Makler, Hausgeld 1,40 €/m² im Monat, davon 0,70 € Erhaltungsrücklage (erst bei Verwendung abziehbar), Gebäudeanteil 75 %, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 14.233 € ohne Wohnung. Kaufpreise nach Immobilienrichtwerten zum 01.01.2026, Miete nach Bonner Mietspiegel 2024 ohne Ausstattungsmerkmale. Eigene Berechnung, Stand 15.10.2026.

    Jonas legt in allen drei Lagen jeden Monat Geld dazu. In Poppelsdorf sind es nach Steuern rund 410 €, davon sind rund 350 € Tilgung, die seine Restschuld senkt. In Tannenbusch sind es rund 170 € bei rund 225 € Tilgung.

    Warum ist Poppelsdorf so viel teurer im Unterhalt? Der Kaufpreis liegt dort rund 57 % über Tannenbusch, die Miete nach Mietspiegel ist bei gleicher Wohnlage gleich. Selbst wenn Poppelsdorf als gute Lage mit 13 Punkten gilt, steigt die Miete nur um 46 Cent je Quadratmeter, also um gut 300 € im Jahr.

    Cashflow nach Steuern im ersten Jahr
    Poppelsdorf
    −4.939 €
    Duisdorf
    −3.310 €
    Tannenbusch
    −2.070 €
    Aus der Rechnung oben. Darin enthalten ist die Tilgung von 4.202 €, 3.344 € und 2.684 €, die Vermögen aufbaut.

    Die Rechnung zeigt keine Empfehlung für eine Lage. Sie zeigt, wie stark der Kaufpreis das Ergebnis bestimmt, wenn der Mietspiegel die Miete eng begrenzt. Wohnungen mit einer höheren Bestandsmiete, wie sie der Gutachterausschuss im Schnitt beobachtet, rechnen sich besser. In Tannenbusch ist der Zuschuss am kleinsten, dafür tragen Sie mehr Vermietungsrisiko. Wie hoch die Steuerersparnis bei Ihrem Einkommen ausfällt, zeigt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

    07Risiken bei der Lagewahl in Bonn

    Jede Lage hat eigene Risiken. Einige gelten für alle.

    • Durchschnitt statt Einzelfall: Innerhalb des Stadtbezirks Bonn liegen Richtwertzonen über 2.300 €/m² auseinander. Der Bezirksdurchschnitt ist ein Startpunkt, kein Preis für Ihre Wohnung.
    • Mietpreisbremse und Mietspiegel: Die Verordnung gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren bis 28.02.2030. Die Wohnlage der Adresse bestimmt die Vergleichsmiete mit.
    • Arbeitsmarkt: Bonn hängt stark an Bund, Vereinten Nationen, Wissenschaft und wenigen großen Konzernen. Verlagerungen von Behörden nach Berlin würden die Nachfrage treffen. Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 7,5 %.
    • Bevölkerung: Das Land rechnet für Bonn bis 2050 mit 3,4 % mehr Einwohnern. Das ist eine Prognose, keine Zusage, und die Bezirke wachsen unterschiedlich schnell.
    • Zinsen: Bei Bruttorenditen zwischen 2,8 und 4,4 % trifft jeder Prozentpunkt Zinsänderung die Rechnung stark.
    • Alter Bestand: Viele Wohnungen der 1950er bis 1970er Jahre brauchen neue Fenster, Leitungen oder Heizungen. Das trifft Rücklage und Hausgeld.
    • Großsiedlungen: In großen Wohnanlagen hängen Kosten und Zustand stark von der Eigentümergemeinschaft ab. Prüfen Sie Protokolle und Wirtschaftsplan.

    08Weitere Standorte

    Die Zahlen zu ganz Bonn, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Bonn. Die Bezirke der Nachbarstadt vergleichen wir in Köln für Kapitalanleger: Alle 9 Bezirke im Vergleich. Weitere Städte in Nordrhein-Westfalen stehen im Überblick Nordrhein-Westfalen, alle Städte im Städtevergleich 2026.

    FAQHäufige Fragen

    Welcher Bonner Stadtteil ist am besten für Kapitalanleger?

    Einen besten Stadtteil gibt es nicht. Innenstadt, Südstadt und Uni-Viertel haben die meisten Alleinlebenden und die höchsten Preise. Im Norden und in Hardtberg ist der Einstieg günstiger, Mieterauswahl und Verwaltung brauchen dort mehr Sorgfalt. Entscheidend sind Ihr Budget, Ihre Haltedauer und die einzelne Wohnung.

    Wo sind Wohnungen in Bonn am günstigsten?

    Die niedrigsten Immobilienrichtwerte für vermietete Bestandswohnungen haben Tannenbusch-West (2.030 €/m²), Medinghoven (2.410 €/m²), Tannenbusch (2.440 €/m²) und Dransdorf (2.470 €/m²). Am teuersten sind Südstadt (4.350 €/m²), Musikerviertel (3.860 €/m²) und Zentrum (3.830 €/m²).

    Wie viele Stadtbezirke hat Bonn?

    Bonn hat vier Stadtbezirke: Bonn, Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg. Die Statistik teilt sie in 65 statistische Bezirke, der Gutachterausschuss in 54 Richtwertzonen für Eigentumswohnungen.

    Gibt es in Bonn eine Mietpreisbremse?

    Ja. Bonn steht in der Mieterschutzverordnung NRW. Die Mietpreisbremse gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren bis 28.02.2030.

    Wie hoch ist die Mietrendite in den Bonner Lagen?

    In unserer Beispielrechnung mit Mietspiegelmieten liegt die Bruttomietrendite zwischen 2,8 % in Poppelsdorf und 4,4 % in Tannenbusch. Vermietete Bestandswohnungen kosteten 2024/25 laut Gutachterausschuss stadtweit rund 25 Jahresmieten.

    Lohnt sich eine Wohnung in Beuel oder Bad Godesberg als Kapitalanlage?

    Beide Bezirke liegen beim Richtwert im Mittel unter dem Stadtbezirk Bonn, mit großen Unterschieden zwischen den Lagen. Beuel hat die niedrigste Arbeitslosenquote, Bad Godesberg das stärkste Wachstum seit 2015. Ob es passt, entscheiden Lage, Haus, Mietvertrag und Ihre Ziele.

    Welche Bonner Bezirke wachsen?

    Zwischen Ende 2015 und Ende 2025 wuchsen Bad Godesberg (+9,2 %), der Stadtbezirk Bonn (+7,2 %) und Hardtberg (+7,0 %) am stärksten. Beuel legte um 2,5 % zu.

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    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 15.10.2026.

    Geschrieben von
    Investmentberater bei InvestImmo.de

    Schreibt über Finanzierung und Steuern.

    Romolo bringt beinahe 17 Jahre Bank- und Finanzierungserfahrung sowie die Führung von rund 145 Vertriebsmitarbeitenden in seine Arbeit ein. Er schreibt über Finanzierung, Steuern und Immobilienentscheidungen, die langfristig zum Leben passen.

    Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind mit Quelle und Stand angegeben, die Beispielrechnung beruht auf offengelegten Annahmen und ist keine Prognose. Stand 15.10.2026.

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    Romolo Marini · 2026-10-15

    Bonns Bezirke auf einen Blick
    4
    Stadtbezirke mit 65 statistischen Bezirken
    Stadt Bonn
    4.350 €/m²
    Richtwert Südstadt, höchste Lage
    Gutachterausschuss, 01.01.2026
    2.030 €/m²
    Richtwert Tannenbusch-West, niedrigste Lage
    Gutachterausschuss, 01.01.2026
    +6,6 %
    mehr Einwohner seit 2015
    Stadt Bonn, 31.12.2025

    Sie haben sich für Bonn entschieden. Die nächste Frage ist, wo: Südstadt oder Beuel, Poppelsdorf oder Bad Godesberg, Duisdorf oder Tannenbusch? Bonn hat nur vier Stadtbezirke, aber innerhalb jedes Bezirks liegen sehr unterschiedliche Lagen nebeneinander. Der Stadtbezirk Bonn reicht von der Gründerzeit-Südstadt bis zu den Großsiedlungen im Norden, Bad Godesberg von den Villen am Rhein bis zu Pennenfeld.

    Für Vermieter kommt ein zweiter Punkt hinzu. Der Bonner Mietspiegel fragt nicht nach dem Bezirk. Er rechnet mit der Wohnlage, die der Gutachterausschuss für jede Adresse in Punkten bewertet. In Bonn gilt außerdem die Mietpreisbremse. Wer in einer teuren Lage kauft, bezahlt deshalb viel mehr für die Wohnung, darf aber nur wenig mehr Miete verlangen.

    Wir vergleichen die vier Stadtbezirke und alle 54 Richtwertlagen mit amtlichen Zahlen von Stadt und Gutachterausschuss. Ein Ranking gibt es nicht, und eine Wertung der Menschen, die dort leben, auch nicht. Am Ende rechnen wir dieselbe Wohnung in drei Lagen vor und nach Steuern durch.

    01Bonn in vier Bezirken: die große Vergleichstabelle

    Die Tabelle fasst die wichtigsten amtlichen Kennzahlen je Stadtbezirk zusammen. Einwohner, Haushalte, Arbeitsmarkt und Wohnungen stammen aus dem Strukturdatenatlas der Bonner Statistikstelle, die Kaufpreise aus den Immobilienrichtwerten des Gutachterausschusses.

    StadtbezirkEinwohner 2025Veränderung seit 2015Einpersonen-haushalteArbeitslosenquote 2025SGB II je 1.000 Einwohner (2024)Ø Richtwert WohnungSpanne der Lagen
    Bonn159.412+7,2 %58,0 %7,2 %853.247 €/m²2.030 bis 4.350 €/m²
    Beuel68.013+2,5 %51,0 %5,8 %583.196 €/m²2.720 bis 3.670 €/m²
    Bad Godesberg79.245+9,2 %49,6 %8,1 %962.948 €/m²2.480 bis 3.420 €/m²
    Hardtberg35.482+7,0 %48,6 %8,7 %1102.884 €/m²2.410 bis 3.280 €/m²
    Bonn gesamt342.152+6,6 %53,9 %7,3 %853.113 €/m²–

    Einwohner mit Hauptwohnsitz am 31.12.2025, ohne Personen in Sammelunterkünften für Geflüchtete, Veränderung gegenüber 31.12.2015. Arbeitslosenquote nach Berechnung der Statistikstelle zum 31.12.2025, nicht identisch mit der Quote der Agentur für Arbeit. SGB II: Personen in Bedarfsgemeinschaften je 1.000 Einwohner. Richtwerte: einfacher Mittelwert der Immobilienrichtwertzonen für Eigentumswohnungen zum 01.01.2026 (21 Zonen im Bezirk Bonn, 12 in Beuel, 16 in Bad Godesberg, 5 in Hardtberg), eigene Auswertung.

    Zwei Dinge fallen auf. Die Bezirksmittel liegen nur rund 360 € je Quadratmeter auseinander, die Lagen innerhalb des Stadtbezirks Bonn dagegen über 2.300 €. Und Bonn wächst fast überall: Bad Godesberg hat seit 2015 um 9,2 % zugelegt, der Stadtbezirk Bonn um 7,2 %, Hardtberg um 7,0 %. Nur Beuel ist mit 2,5 % langsamer gewachsen.

    02Kaufpreise je Bezirk und Lage: was die Richtwerte zeigen

    Der Gutachterausschuss leitet aus den notariellen Kaufverträgen Immobilienrichtwerte ab. Für Eigentumswohnungen gibt es in Bonn 54 Zonen. Alle beziehen sich auf dasselbe Normobjekt: eine vermietete Wohnung, 46 bis 100 Jahre alt, 61 bis 110 m², gute Ausstattung, einfache bis mittlere Wohnlage. Damit sind die Lagen direkt vergleichbar.

    Ø Immobilienrichtwert Eigentumswohnung je Stadtbezirk (€/m²)
    Bonn
    3.247 €
    Beuel
    3.196 €
    Bad Godesberg
    2.948 €
    Hardtberg
    2.884 €
    Immobilienrichtwerte Eigentumswohnungen des Gutachterausschusses Bonn zum 01.01.2026, BORIS-NRW. Einfacher Mittelwert der Zonen je Stadtbezirk. Eigene Berechnung, Stand 15.10.2026.

    Aussagekräftiger als die Bezirksmittel sind die einzelnen Lagen. Die höchsten Richtwerte haben die innenstadtnahen Viertel links des Rheins: Südstadt 4.350 €/m², Musikerviertel 3.860 €/m², Zentrum 3.830 €/m², Poppelsdorf 3.820 €/m² und das Bundesviertel 3.740 €/m². In Beuel liegen Beuel-Süd mit 3.670 €/m² und Vilich-Müldorf mit 3.550 €/m² vorn, in Bad Godesberg die Rheinlagen mit 3.390 bis 3.420 €/m².

    Ausgewählte Lagen: Immobilienrichtwert Eigentumswohnung (€/m²)
    Südstadt (Bonn)
    4.350 €
    Poppelsdorf (Bonn)
    3.820 €
    Beuel Süd (Beuel)
    3.670 €
    Kessenich/Dottendorf (Bonn)
    3.560 €
    Godesberg Rheinnähe (Bad Godesberg)
    3.420 €
    Lengsdorf (Hardtberg)
    3.280 €
    Duisdorf (Hardtberg)
    3.040 €
    Godesberg Zentrum (Bad Godesberg)
    2.630 €
    Tannenbusch (Bonn)
    2.440 €
    Tannenbusch West (Bonn)
    2.030 €
    Immobilienrichtwerte zum 01.01.2026, Normobjekt vermietet, 46–100 Jahre, 61–110 m², Wohnlage bis 11 Punkte. Gutachterausschuss Bonn, BORIS-NRW.

    Am unteren Ende stehen die Großsiedlungen im Bonner Norden und in Hardtberg: Tannenbusch-West 2.030 €/m², Medinghoven 2.410 €/m², Tannenbusch 2.440 €/m², Dransdorf 2.470 €/m². In Bad Godesberg liegt das Zentrum mit 2.630 €/m² unter den Rheinlagen, Pennenfeld mit 2.480 €/m² am niedrigsten.

    Zum Vergleich mit tatsächlichen Verkäufen: Wohnungen aus den Jahren 1960 bis 1969 in mittlerer und guter Lage wurden 2025 im Schnitt für 2.960 €/m² verkauft (50 Fälle). Vermietete Wohnungen, die älter als 35 Jahre sind, kosteten 3.347 €/m². Gehandelt wird vor allem im Stadtbezirk Bonn (655 Kaufverträge für Wohnungs- und Teileigentum 2025), dann in Bad Godesberg (450), Beuel (287) und Hardtberg (196).

    Wohngebäude mit gemeinsamem grünen Innenhof
    KI-generiertes Symbolbild

    03Mieten: Wohnlage statt Bezirk

    Bonn hat einen qualifizierten Mietspiegel, gültig seit 01.12.2024. Er arbeitet in Schritten: Basismiete nach Wohnfläche, Zuschlag nach Baujahr, Zuschlag nach Wohnlage, Zu- und Abschläge für Ausstattung. Für eine 55-m²-Wohnung beträgt die Basismiete 7,99 €/m², für Baujahre zwischen 1961 und 2004 gibt es keinen Baujahreszuschlag.

    Die Wohnlage misst der Gutachterausschuss für jede Adresse in Punkten, von 0 bis 17,5. Daraus ergibt sich ein Zuschlag zwischen 0 und 2,00 € je Quadratmeter. Eine einfache Lage mit 6 Punkten bringt 0,69 €, eine mittlere mit 9 Punkten 1,03 €, eine gute mit 13 Punkten 1,49 €. Den Punktwert Ihrer Adresse zeigt die Wohnlagenkarte der Stadt.

    Tatsächlich bezahlte Mieten liegen in Bonn oft über dem reinen Mietspiegelwert ohne Ausstattung. Der Gutachterausschuss nennt für vermietete Wohnungen, die älter als 35 Jahre sind und 2024/25 verkauft wurden, eine Miete von durchschnittlich 11,61 €/m² bei einem Kaufpreis von 3.347 €/m². Das sind rund 25 Jahresmieten oder gut 4 % Bruttomietrendite, stadtweit gerechnet. Laut Mietspiegel lag die durchschnittliche Nettokaltmiete im Oktober 2023 bei 9,94 €/m².

    Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

    04Bevölkerung, Haushalte und Arbeitsmarkt je Bezirk

    Für Vermieter zählt, wer in einem Bezirk wohnt und wie. Bonn wächst seit Jahren: von 320.820 Einwohnern Ende 2015 auf 342.152 Ende 2025, gezählt ohne Sammelunterkünfte.

    Die meisten Alleinlebenden wohnen im Stadtbezirk Bonn. Dort sind 58,0 % aller Haushalte Einpersonenhaushalte. In der Innenstadt selbst sind es noch viel mehr: im Rheinviertel 75,6 %, im Münsterviertel 73,0 %, in Poppelsdorf 68,7 %. In Beuel, Bad Godesberg und Hardtberg ist es rund jeder zweite Haushalt, in den Siedlungen am Stadtrand wie Ückesdorf oder Vilich-Müldorf nur rund jeder dritte.

    Zur Sozialstruktur nennen wir nur amtliche Zahlen. Die Arbeitslosenquote nach Berechnung der Stadt reichte Ende 2025 von 5,8 % in Beuel bis 8,7 % in Hardtberg. In Bedarfsgemeinschaften nach SGB II lebten 2024 in Beuel 58 von 1.000 Einwohnern, in Bad Godesberg 96 und in Hardtberg 110. Das beschreibt Unterschiede in der Mieterschaft, keine Qualität der Bezirke. Für Ihre Vermietung zählt der einzelne Haushalt, den Sie bei der Mieterauswahl prüfen.

    05Vier Lagetypen für Kapitalanleger

    Weil die Unterschiede in Bonn eher zwischen den Lagen als zwischen den Bezirken liegen, ordnen wir die 54 Richtwertlagen vier Typen zu. Jeder Typ passt zu anderen Anlegern.

    Typ 1: Innenstadt, Südstadt und Universitätsviertel

    Zentrum, Südstadt, Musikerviertel, Poppelsdorf, Kessenich, Endenich und das Bundesviertel liegen zwischen rund 3.400 und 4.350 €/m². Hier wohnen die meisten Alleinlebenden und viele der rund 30.000 Studierenden. Arbeitgeber wie Universität, Universitätsklinikum, Bundesministerien und UN-Einrichtungen sind nah. Der hohe Preis steht einem Mietspiegel gegenüber, der die Lage nur mit bis zu 2 € honoriert.

    Innenstadt und Uni-Viertel passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie kleine Wohnungen an Alleinlebende, Studierende und Berufstätige vermieten möchten.
    • Sie viel Eigenkapital einsetzen und lange halten wollen.
    • Ihnen breite Nachfrage wichtiger ist als laufende Rendite.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie einen Überschuss aus der Miete erwarten.
    • Sie mit Inseratsmieten statt dem Mietspiegel rechnen.

    Typ 2: Beuel rechts des Rheins

    Beuel liegt mit Richtwerten zwischen 2.720 €/m² in Neu-Vilich und 3.670 €/m² in Beuel-Süd im Mittel knapp unter dem Stadtbezirk Bonn. Beuel hat die niedrigste Arbeitslosenquote der vier Bezirke und ist seit 2015 am langsamsten gewachsen. Die Ortsteile sind gemischt aus altem Ortskern, Nachkriegssiedlung und Einfamilienhäusern, gut jeder zweite Haushalt ist ein Einpersonenhaushalt.

    Beuel passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie eine ruhigere Lage mit kurzem Weg in die Innenstadt suchen.
    • Sie an Paare, Berufstätige und Familien vermieten möchten.
    • Sie die Lage innerhalb von Beuel genau prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit starkem Bevölkerungswachstum im Bezirk rechnen.
    • Sie vor allem Studierende als Mieter suchen.

    Typ 3: Bad Godesberg mit zwei Gesichtern

    Bad Godesberg ist seit 2015 am stärksten gewachsen (+9,2 %). Die Lagen am Rhein, im Villenviertel und in Plittersdorf-West liegen bei 3.290 bis 3.420 €/m², das Zentrum bei 2.630 €/m², Pennenfeld bei 2.480 €/m². Die Arbeitslosenquote liegt über dem Stadtschnitt. Hier stehen sehr unterschiedliche Wohnlagen auf engem Raum.

    Bad Godesberg passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie zwischen Preis und Lage abwägen und die Straße genau kennen.
    • Sie an Familien und Berufstätige vermieten möchten.
    • Sie Hausgeld, Rücklage und Protokolle sorgfältig prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit dem Bezirksdurchschnitt statt dem Richtwert der Zone rechnen.
    • Sie ohne Besichtigung kaufen wollen.

    Typ 4: Bonner Norden und Hardtberg

    Tannenbusch, Dransdorf, Auerberg, Buschdorf und die Lagen in Hardtberg wie Duisdorf, Brüser Berg und Medinghoven liegen zwischen 2.030 und 3.280 €/m². Hier stehen viele Wohnungen aus den 1960er und 1970er Jahren, teils in Großsiedlungen. Hardtberg hat die höchste Quote an Arbeitslosen und SGB-II-Beziehern der vier Bezirke. Ein niedriger Kaufpreis bedeutet hier nicht automatisch mehr Ertrag.

    Norden und Hardtberg passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen niedrigeren Einstiegspreis suchen und Erfahrung als Vermieter haben.
    • Sie größere Wohnungen an Familien vermieten möchten.
    • Sie mit häufigeren Mieterwechseln und mehr Verwaltungsaufwand rechnen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie zum ersten Mal eine Wohnung kaufen.
    • Sie den niedrigen Preis mit Rendite gleichsetzen.
    Prüfung von Grundstücksplan und Wohngebäudemodell
    KI-generiertes Symbolbild

    06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Lagen

    Nehmen wir Jonas. Er ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 €. Er kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m² aus den 1960er Jahren und vergleicht drei Lagen: Poppelsdorf im Stadtbezirk Bonn, Duisdorf in Hardtberg und Tannenbusch im Bonner Norden. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Als Kaufpreis nehmen wir den Immobilienrichtwert der Lage. Als Miete setzen wir den Mietspiegel an: Basismiete 7,99 €/m² plus 1,03 € für eine mittlere Wohnlage mit 9 Punkten, also 9,02 €/m² in allen drei Lagen. Liegt die Adresse in einer besseren oder schlechteren Wohnlage, ändert sich die Miete um einige Cent bis gut einen Euro. Bei einer Neuvermietung wären bis zu 10 % mehr erlaubt.

    Jonas' Wohnung im ersten vollen Jahr
    PoppelsdorfDuisdorfTannenbusch
    Kaufpreis je m² (Richtwert)3.820 €3.040 €2.440 €
    Kaufpreis 55 m²210.100 €167.200 €134.200 €
    Grunderwerbsteuer 6,5 %13.656 €10.868 €8.723 €
    Notar und Grundbuch (rund 1,8 %)3.782 €3.010 €2.416 €
    Gesamtkosten227.538 €181.078 €145.339 €
    Kaltmiete je m² (Mietspiegel, 9 Punkte)9,02 €9,02 €9,02 €
    Kaltmiete im Jahr+5.953 €+5.953 €+5.953 €
    Hausgeld, nicht umlagefähig−924 €−924 €−924 €
    Zinsen (3,8 %)−7.984 €−6.354 €−5.100 €
    Tilgung (2 %)−4.202 €−3.344 €−2.684 €
    Cashflow vor Steuern−7.157 €−4.669 €−2.755 €
    Abschreibung 2 % auf 75 % der Gesamtkosten3.413 €2.716 €2.180 €
    Steuerliches Ergebnis der Vermietung−5.906 €−3.579 €−1.789 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026)+2.218 €+1.359 €+685 €
    Cashflow nach Steuern−4.939 €−3.310 €−2.070 €
    pro Monatrund −410 €rund −275 €rund −170 €
    Bruttomietrendite2,8 %3,6 %4,4 %
    Annahmen: Kaufpreis voll finanziert, Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, kein Makler, Hausgeld 1,40 €/m² im Monat, davon 0,70 € Erhaltungsrücklage (erst bei Verwendung abziehbar), Gebäudeanteil 75 %, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 14.233 € ohne Wohnung. Kaufpreise nach Immobilienrichtwerten zum 01.01.2026, Miete nach Bonner Mietspiegel 2024 ohne Ausstattungsmerkmale. Eigene Berechnung, Stand 15.10.2026.

    Jonas legt in allen drei Lagen jeden Monat Geld dazu. In Poppelsdorf sind es nach Steuern rund 410 €, davon sind rund 350 € Tilgung, die seine Restschuld senkt. In Tannenbusch sind es rund 170 € bei rund 225 € Tilgung.

    Warum ist Poppelsdorf so viel teurer im Unterhalt? Der Kaufpreis liegt dort rund 57 % über Tannenbusch, die Miete nach Mietspiegel ist bei gleicher Wohnlage gleich. Selbst wenn Poppelsdorf als gute Lage mit 13 Punkten gilt, steigt die Miete nur um 46 Cent je Quadratmeter, also um gut 300 € im Jahr.

    Cashflow nach Steuern im ersten Jahr
    Poppelsdorf
    −4.939 €
    Duisdorf
    −3.310 €
    Tannenbusch
    −2.070 €
    Aus der Rechnung oben. Darin enthalten ist die Tilgung von 4.202 €, 3.344 € und 2.684 €, die Vermögen aufbaut.

    Die Rechnung zeigt keine Empfehlung für eine Lage. Sie zeigt, wie stark der Kaufpreis das Ergebnis bestimmt, wenn der Mietspiegel die Miete eng begrenzt. Wohnungen mit einer höheren Bestandsmiete, wie sie der Gutachterausschuss im Schnitt beobachtet, rechnen sich besser. In Tannenbusch ist der Zuschuss am kleinsten, dafür tragen Sie mehr Vermietungsrisiko. Wie hoch die Steuerersparnis bei Ihrem Einkommen ausfällt, zeigt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

    07Risiken bei der Lagewahl in Bonn

    Jede Lage hat eigene Risiken. Einige gelten für alle.

    • Durchschnitt statt Einzelfall: Innerhalb des Stadtbezirks Bonn liegen Richtwertzonen über 2.300 €/m² auseinander. Der Bezirksdurchschnitt ist ein Startpunkt, kein Preis für Ihre Wohnung.
    • Mietpreisbremse und Mietspiegel: Die Verordnung gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren bis 28.02.2030. Die Wohnlage der Adresse bestimmt die Vergleichsmiete mit.
    • Arbeitsmarkt: Bonn hängt stark an Bund, Vereinten Nationen, Wissenschaft und wenigen großen Konzernen. Verlagerungen von Behörden nach Berlin würden die Nachfrage treffen. Die Arbeitslosenquote lag im September 2026 bei 7,5 %.
    • Bevölkerung: Das Land rechnet für Bonn bis 2050 mit 3,4 % mehr Einwohnern. Das ist eine Prognose, keine Zusage, und die Bezirke wachsen unterschiedlich schnell.
    • Zinsen: Bei Bruttorenditen zwischen 2,8 und 4,4 % trifft jeder Prozentpunkt Zinsänderung die Rechnung stark.
    • Alter Bestand: Viele Wohnungen der 1950er bis 1970er Jahre brauchen neue Fenster, Leitungen oder Heizungen. Das trifft Rücklage und Hausgeld.
    • Großsiedlungen: In großen Wohnanlagen hängen Kosten und Zustand stark von der Eigentümergemeinschaft ab. Prüfen Sie Protokolle und Wirtschaftsplan.

    08Weitere Standorte

    Die Zahlen zu ganz Bonn, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Bonn. Die Bezirke der Nachbarstadt vergleichen wir in Köln für Kapitalanleger: Alle 9 Bezirke im Vergleich. Weitere Städte in Nordrhein-Westfalen stehen im Überblick Nordrhein-Westfalen, alle Städte im Städtevergleich 2026.

    Weiterlesen

    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 15.10.2026.

    FAQHäufige Fragen

    Welcher Bonner Stadtteil ist am besten für Kapitalanleger?

    Einen besten Stadtteil gibt es nicht. Innenstadt, Südstadt und Uni-Viertel haben die meisten Alleinlebenden und die höchsten Preise. Im Norden und in Hardtberg ist der Einstieg günstiger, Mieterauswahl und Verwaltung brauchen dort mehr Sorgfalt. Entscheidend sind Ihr Budget, Ihre Haltedauer und die einzelne Wohnung.

    Wo sind Wohnungen in Bonn am günstigsten?

    Die niedrigsten Immobilienrichtwerte für vermietete Bestandswohnungen haben Tannenbusch-West (2.030 €/m²), Medinghoven (2.410 €/m²), Tannenbusch (2.440 €/m²) und Dransdorf (2.470 €/m²). Am teuersten sind Südstadt (4.350 €/m²), Musikerviertel (3.860 €/m²) und Zentrum (3.830 €/m²).

    Wie viele Stadtbezirke hat Bonn?

    Bonn hat vier Stadtbezirke: Bonn, Bad Godesberg, Beuel und Hardtberg. Die Statistik teilt sie in 65 statistische Bezirke, der Gutachterausschuss in 54 Richtwertzonen für Eigentumswohnungen.

    Gibt es in Bonn eine Mietpreisbremse?

    Ja. Bonn steht in der Mieterschutzverordnung NRW. Die Mietpreisbremse gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren bis 28.02.2030.

    Wie hoch ist die Mietrendite in den Bonner Lagen?

    In unserer Beispielrechnung mit Mietspiegelmieten liegt die Bruttomietrendite zwischen 2,8 % in Poppelsdorf und 4,4 % in Tannenbusch. Vermietete Bestandswohnungen kosteten 2024/25 laut Gutachterausschuss stadtweit rund 25 Jahresmieten.

    Lohnt sich eine Wohnung in Beuel oder Bad Godesberg als Kapitalanlage?

    Beide Bezirke liegen beim Richtwert im Mittel unter dem Stadtbezirk Bonn, mit großen Unterschieden zwischen den Lagen. Beuel hat die niedrigste Arbeitslosenquote, Bad Godesberg das stärkste Wachstum seit 2015. Ob es passt, entscheiden Lage, Haus, Mietvertrag und Ihre Ziele.

    Welche Bonner Bezirke wachsen?

    Zwischen Ende 2015 und Ende 2025 wuchsen Bad Godesberg (+9,2 %), der Stadtbezirk Bonn (+7,2 %) und Hardtberg (+7,0 %) am stärksten. Beuel legte um 2,5 % zu.