Ratgeber · Standorte & Objekte

    Bielefeld für Kapitalanleger: Alle 10 Stadtbezirke im Vergleich 2026

    In Bielefeld liegen die Angebotsmieten der zehn Stadtbezirke nur gut einen Euro auseinander, die Haushalte dafür sehr weit. Wir vergleichen alle Bezirke mit amtlichen Zahlen und rechnen dieselbe Wohnung in drei Bezirken durch.


    Investmentberater bei InvestImmo.de
    15. Oktober 202612 Min. Lesezeit
    Bielefelds Bezirke auf einen Blick
    10
    Stadtbezirke, je mit eigenem Immobilienrichtwert
    Gutachterausschuss
    8,99 bis 10,08 €
    Angebotsmiete je m² nach Bezirk
    Stadt Bielefeld, 2025
    59,8 %
    Einpersonenhaushalte in Mitte
    Stadt Bielefeld, 31.12.2025
    1.900 bis 3.060 €
    Richtwert je m² nach Bezirk
    Gutachterausschuss, 01.01.2026

    Bielefeld steht als Standort fest. Jetzt geht es um den Stadtbezirk: Mitte oder Schildesche, Brackwede oder Sennestadt, Heepen oder Dornberg? Bielefeld ist in zehn Stadtbezirke gegliedert, und für jeden setzt der Gutachterausschuss genau einen Immobilienrichtwert für Eigentumswohnungen fest. Das ist eine gute Grundlage, aber mit einem Haken, den wir unten erklären.

    Bei den Mieten ist Bielefeld erstaunlich einheitlich. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezirk liegt die Angebotsmiete nur gut einen Euro je Quadratmeter auseinander. Groß sind die Unterschiede dafür bei Haushalten und Mieterschaft: In Mitte lebt in sechs von zehn Haushalten nur eine Person, in Jöllenbeck in knapp vier.

    Wir vergleichen alle zehn Stadtbezirke mit amtlichen Zahlen von Stadt und Gutachterausschuss. Ein Ranking gibt es nicht, und eine Wertung der Menschen, die dort leben, auch nicht. Am Ende rechnen wir dieselbe Wohnung in drei Bezirken vor und nach Steuern durch.

    01Bielefeld in zehn Bezirken: die große Vergleichstabelle

    Die Tabelle fasst die wichtigsten amtlichen Kennzahlen je Bezirk zusammen. Einwohner, Haushalte und Arbeitsmarkt stammen von der Statistikstelle der Stadt, die Angebotsmieten aus der Mietpreisbeobachtung der Stadt, die Richtwerte vom Gutachterausschuss.

    StadtbezirkEinwohner Ende 2025Einpersonen­haushalteØ AlterArbeitslosen­anteilSGB-II-QuoteAngebotsmiete 2025Richtwert Wohnung (Normobjekt)
    Mitte80.44159,8 %41,18,5 %13,5 %10,08 €2.440 € (1987, mittel)
    Schildesche42.48252,9 %43,06,2 %9,5 %10,00 €2.790 € (1991, gut)
    Gadderbaum10.07854,5 %45,35,0 %7,1 %10,04 €2.670 € (1987, gut)
    Brackwede41.02245,5 %43,77,6 %11,5 %9,00 €2.380 € (1988, mittel)
    Dornberg20.56546,3 %44,64,7 %5,6 %9,81 €2.930 € (1997, gut)
    Jöllenbeck23.29038,0 %45,45,7 %9,0 %9,33 €3.060 € (2006, gut)
    Heepen48.47638,2 %43,17,7 %13,9 %9,62 €2.270 € (1986, mittel)
    Stieghorst33.16741,3 %43,17,7 %13,8 %9,23 €2.330 € (1985, mittel)
    Sennestadt22.70741,9 %43,08,6 %14,4 %9,00 €1.900 € (1969, mittel)
    Senne21.27938,7 %44,35,8 %8,9 %8,99 €2.250 € (1989, mittel)
    Bielefeld343.50748,3 %43,17,3 %11,7 %9,70 €–

    Einwohner und Haushalte am Ort der Hauptwohnung, 31.12.2025. Arbeitslosenanteil: Arbeitslose in % der Einwohner von 15 Jahren bis zur Regelaltersgrenze (Betroffenheitsquote I), 31.12.2025, nicht mit der Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit vergleichbar. SGB-II-Quote: Leistungsberechtigte in % der Einwohner unter der Regelaltersgrenze. Angebotsmiete: Median der Inserate 2025. Richtwert: Immobilienrichtwert für gebrauchte Eigentumswohnungen zum 01.01.2026, in Klammern Baujahr und Wohnlage des Normobjekts. Stand 15.10.2026.

    Zwei Muster fallen auf. Die Bezirke rund um die Innenstadt, Mitte, Gadderbaum und Schildesche, haben die meisten kleinen Haushalte und die höchsten Angebotsmieten, alle drei liegen bei 10 €/m². Und die Bezirke im Osten und Süden, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Brackwede, haben mehr Familien und höhere SGB-II-Quoten.

    02Kaufpreise je Bezirk: was die Richtwerte zeigen

    Der Gutachterausschuss leitet aus den notariellen Kaufverträgen jedes Jahr Immobilienrichtwerte ab. Bielefeld macht es anders als Essen oder Duisburg: Es gibt genau einen Richtwert je Stadtbezirk, und jeder bezieht sich auf eine eigene Normwohnung, die den typischen Wohnungen im Bezirk entspricht.

    Immobilienrichtwert gebrauchte Eigentumswohnung je Bezirk (€/m², 01.01.2026)
    Jöllenbeck (Normobjekt 2006, gute Lage)
    3.060 €
    Dornberg (1997, gut)
    2.930 €
    Schildesche (1991, gut)
    2.790 €
    Gadderbaum (1987, gut)
    2.670 €
    Mitte (1987, mittel)
    2.440 €
    Brackwede (1988, mittel)
    2.380 €
    Stieghorst (1985, mittel)
    2.330 €
    Heepen (1986, mittel)
    2.270 €
    Senne (1989, mittel)
    2.250 €
    Sennestadt (1969, mittel)
    1.900 €
    Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Bielefeld, Immobilienrichtwerte Eigentumswohnungen zum 01.01.2026, BORIS-NRW. Je Bezirk ein Richtwert mit eigenem Normobjekt. Stand 15.10.2026.

    Der Haken: Die Werte lassen sich nicht eins zu eins vergleichen. Jöllenbeck liegt auch deshalb vorn, weil seine Normwohnung von 2006 stammt und in guter Lage liegt. Sennestadt liegt hinten, auch weil seine Normwohnung von 1969 ist. Das passt zur Geschichte des Bezirks: Sennestadt wurde in den 1950er und 1960er Jahren als neue Stadt geplant und gebaut.

    Ein Teil des Abstands lässt sich herausrechnen. Für eine Wohnung in mittlerer statt guter Lage nennt der Gutachterausschuss den Faktor 0,892. In mittlerer Lage läge Schildesche damit bei rund 2.490 €/m², Gadderbaum bei rund 2.380 €/m², Dornberg bei rund 2.610 €/m². Der Rest des Unterschieds geht vor allem auf das Baujahr zurück: Je Jahr jüngeres Baujahr steigt der Wert laut Gutachterausschuss um knapp 1 %.

    Für die ganze Stadt nennt der Grundstücksmarktbericht Durchschnittspreise nach Baujahr: 2.030 €/m² für Wohnungen von 1950 bis 1974, 2.220 €/m² für 1975 bis 1994, 2.640 €/m² für 1995 bis 2009 und 4.410 €/m² für Neubau im Erstverkauf. Vermietete Wohnungen kosten laut Gutachterausschuss im Schnitt rund 160 €/m² weniger als leere.

    Wohngebäude mit gemeinsamem grünen Innenhof
    KI-generiertes Symbolbild

    03Mieten: was belegt ist und was die Mietpreisbremse erlaubt

    Bielefeld wertet jedes Jahr die Mietinserate aus. 2025 lag die Angebotsmiete für Bestandswohnungen im Median bei 9,70 €/m². Mitte, Gadderbaum und Schildesche erreichten erstmals 10 €/m², Brackwede, Sennestadt und Senne lagen bei 9 €/m². Den stärksten Anstieg hatte Senne mit 12,4 % gegenüber dem Vorjahr.

    Was vermietete Wohnungen tatsächlich einbringen, zeigt der Gutachterausschuss. Bei 98 Verkäufen vermieteter Eigentumswohnungen 2025 lag die Nettokaltmiete im Schnitt bei 9,30 €/m², der Kaufpreis bei 2.594 €/m².

    Für Anleger heißt das: Eine Wohnung mit einer Miete um 9 €/m² ist in Bielefeld nichts Ungewöhnliches. Bei einem Mieterwechsel dürfen Sie aber oft nicht so viel verlangen, wie die Inserate nahelegen. Rechnen Sie mit dem laufenden Mietvertrag, nicht mit der Hoffnung auf den nächsten Mieter.

    Werkzeug
    Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung?

    Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

    04Bevölkerung, Haushalte und Sozialstruktur

    Für Vermieter zählt, wer in einem Bezirk wohnt und wie. Die Zahlen zeigen zwei Bielefelds.

    In Mitte leben gut 80.000 Menschen, fast ein Viertel der Stadt. 59,8 % der Haushalte bestehen aus einer Person, das Durchschnittsalter ist mit 41,1 Jahren das niedrigste. Schildesche mit der Nähe zu Universität und Hochschule und Gadderbaum mit den Einrichtungen von Bethel kommen auf 53 bis 55 %. Hier ist die Nachfrage nach kleinen Wohnungen am größten.

    Am Rand sieht es anders aus. In Jöllenbeck, Heepen und Senne sind nur 38 bis 39 % der Haushalte Einpersonenhaushalte, im Schnitt leben dort 2,2 Personen in einem Haushalt. Dornberg im Westen ist ruhig, älter und hat die niedrigsten Arbeitslosen- und SGB-II-Anteile der Stadt.

    Für Ihre Vermietung zählt am Ende der einzelne Haushalt, den Sie bei der Mieterauswahl prüfen. Laut Zensus 2022 standen in Bielefeld 3,2 % der Wohnungen leer, Werte je Bezirk gibt es nicht.

    05Vier Bezirkstypen für Kapitalanleger

    Statt eines Rankings ordnen wir die zehn Bezirke vier Typen zu. Jeder Typ passt zu anderen Anlegern.

    Typ 1: Mitte, Schildesche und Gadderbaum

    Die innenstadtnahen Bezirke mit den meisten Alleinlebenden und Angebotsmieten um 10 €/m². Mitte ist der größte Markt der Stadt mit einer gemischten Mieterschaft, Schildesche liegt nah an Universität und Hochschule, Gadderbaum ist klein und von Bethel geprägt.

    Die Innenstadtbezirke passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie kleine Wohnungen an Studierende, Auszubildende und Berufstätige vermieten möchten.
    • Sie häufigere Mieterwechsel einplanen.
    • Sie die Lage im Mietspiegel und mögliche Zuschläge prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie bei Neuvermietung mit der Inseratsmiete rechnen.
    • Sie ein ruhiges Umfeld für Familien suchen.

    Typ 2: Dornberg und Jöllenbeck

    Die Bezirke im Nordwesten und Norden mit den höchsten Richtwerten, guten Wohnlagen und neueren Normwohnungen. Die Arbeitslosen- und SGB-II-Anteile sind niedrig, viele Familien wohnen im eigenen Haus.

    Dornberg und Jöllenbeck passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie eine stabile Mieterschaft höher gewichten als die laufende Rendite.
    • Sie neuere Häuser mit weniger Sanierungsbedarf suchen.
    • Sie größere Wohnungen an Paare und Familien vermieten möchten.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie eine große Auswahl an Eigentumswohnungen erwarten.
    • Sie kleine Wohnungen für Studierende suchen.

    Typ 3: der Osten mit Heepen und Stieghorst

    Zusammen rund 82.000 Einwohner, viele Familien, Angebotsmieten zwischen 9,23 und 9,62 €/m² und Richtwerte unter dem der Innenstadt. Die SGB-II-Quoten liegen bei knapp 14 %.

    Der Osten passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen mittleren Einstiegspreis suchen.
    • Sie größere Wohnungen an Familien vermieten möchten.
    • Sie Hausgeld, Rücklage und Mieterschaft genau prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie ohne Besichtigung und Unterlagen kaufen wollen.
    • Sie zum ersten Mal vermieten und wenig Puffer haben.

    Typ 4: der Süden mit Brackwede, Senne und Sennestadt

    Brackwede mit eigenem Zentrum und Gewerbe, Senne als ruhiger Wohnbezirk mit dem stärksten Mietanstieg 2025 und Sennestadt als Planstadt der Nachkriegszeit. Hier liegen die Angebotsmieten bei rund 9 €/m² und der niedrigste Richtwert der Stadt.

    Der Süden passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie mehr Miete je Euro Kaufpreis suchen und den Aufwand dafür tragen.
    • Sie ältere Wohnanlagen beurteilen können.
    • Sie Sanierungsstand, Rücklage und Beschlüsse der Eigentümer prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie den niedrigen Preis mit Rendite gleichsetzen.
    • Sie mit wenig Instandhaltung rechnen.
    Prüfung von Grundstücksplan und Wohngebäudemodell
    KI-generiertes Symbolbild

    06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Bezirken

    Nehmen wir Anna. Sie ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 €. Sie kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m² und vergleicht drei Bezirke: Schildesche, Mitte und Sennestadt. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Als Kaufpreis nehmen wir den Richtwert des Bezirks. Dabei gilt der Vorbehalt von oben: In Schildesche bezieht er sich auf eine Wohnung von 1991 in guter Lage, in Mitte auf eine von 1987, in Sennestadt auf eine von 1969. Bei der Miete setzen wir in allen drei Bezirken 9,30 €/m² an, die Durchschnittsmiete vermieteter Wohnungen laut Gutachterausschuss. Wir rechnen bewusst mit derselben Zahl, damit der Unterschied beim Kaufpreis sichtbar wird.

    Annas Wohnung im ersten vollen Jahr
    SchildescheMitteSennestadt
    Kaufpreis je m² (Richtwert)2.790 €2.440 €1.900 €
    Kaufpreis 55 m²153.450 €134.200 €104.500 €
    Grunderwerbsteuer 6,5 %9.974 €8.723 €6.792 €
    Notar und Grundbuch (rund 1,8 %)2.762 €2.416 €1.881 €
    Gesamtkosten166.186 €145.339 €113.173 €
    Kaltmiete je m²9,30 €9,30 €9,30 €
    Kaltmiete im Jahr+6.138 €+6.138 €+6.138 €
    Hausgeld, nicht umlagefähig−924 €−924 €−924 €
    Zinsen (3,8 %)−5.831 €−5.100 €−3.971 €
    Tilgung (2 %)−3.069 €−2.684 €−2.090 €
    Cashflow vor Steuern−3.686 €−2.570 €−847 €
    Abschreibung 2 % auf 75 % der Gesamtkosten2.493 €2.180 €1.698 €
    Steuerliches Ergebnis der Vermietung−2.648 €−1.604 €+7 €
    Steuerwirkung (Tarif 2026)+1.010 €+615 €−2 €
    Cashflow nach Steuern−2.676 €−1.955 €−849 €
    pro Monatrund −225 €rund −165 €rund −70 €
    Bruttomietrendite4,0 %4,6 %5,9 %
    Annahmen: Kaufpreis voll finanziert, Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, kein Makler, Hausgeld 1,40 €/m² im Monat, davon 0,70 € Erhaltungsrücklage (erst bei Verwendung abziehbar), Gebäudeanteil 75 %, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 14.233 € ohne Wohnung. Kaufpreise: Immobilienrichtwerte zum 01.01.2026, Miete: Grundstücksmarktbericht 2026. Eigene Berechnung, Stand 15.10.2026.

    Anna legt in allen drei Bezirken jeden Monat Geld dazu. In Schildesche sind es nach Steuern rund 225 €. Darin steckt aber eine Tilgung von 256 € im Monat, die ihre Restschuld senkt. Ohne Tilgung gerechnet läge sie in allen drei Bezirken im Plus, in Sennestadt mit rund 100 € im Monat. Dort ist das steuerliche Ergebnis schon leicht positiv, Anna zahlt also ein paar Euro mehr Steuern statt weniger.

    Die Rechnung hängt stark an der Miete. Mit der Höchstmiete nach Mietspiegel und Mietpreisbremse, also 7,93 €/m² für eine Wohnung aus den 1980er Jahren, läge der Zuschuss in Mitte bei rund 210 € im Monat statt 165 €. In Sennestadt wären es mit 7,39 €/m² für eine Wohnung aus den 1960er Jahren rund 135 € statt 70 €.

    Cashflow nach Steuern im ersten Jahr
    Schildesche
    −2.676 €
    Mitte
    −1.955 €
    Sennestadt
    −849 €
    Aus der Rechnung oben. Darin enthalten ist die Tilgung von 3.069 €, 2.684 € und 2.090 €, die Vermögen aufbaut.

    Die Rechnung zeigt keine Empfehlung für einen Bezirk. In Sennestadt ist der Zuschuss am kleinsten, dafür ist das Haus älter, Instandhaltung wahrscheinlicher und die SGB-II-Quote am höchsten. In Schildesche bezahlen Sie die Nähe zur Universität und eine gute Lage. Eine Rechnung mit einer Neubauwohnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Bielefeld. Wie hoch die Steuerersparnis bei Ihrem Einkommen ausfällt, zeigt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

    07Risiken bei der Bezirkswahl in Bielefeld

    Jeder Bezirk hat eigene Risiken. Einige gelten für alle.

    • Richtwert ist nicht Ihr Preis: Jeder Bezirk hat nur einen Richtwert mit eigener Normwohnung. Baujahr, Lage, Größe und Zustand Ihrer Wohnung verschieben den Wert deutlich.
    • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung liegt die zulässige Miete für ältere Baujahre deutlich unter den Inseraten. Ein Mieterwechsel kann die Miete senken statt erhöhen.
    • Alter Bestand: In Sennestadt und Teilen von Brackwede und Stieghorst stehen viele Häuser aus den 1960er und 1970er Jahren. Dach, Fenster, Leitungen und Heizung treffen Rücklage und Hausgeld.
    • Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote der Stadt lag im September 2026 bei 9,2 %, der höchste Wert in Ostwestfalen-Lippe. Mietausfälle sind in Bezirken mit vielen Transferhaushalten wahrscheinlicher, aber nicht auf sie beschränkt.
    • Wenig Wachstum: Das Land erwartet für Bielefeld bis 2050 kaum Veränderung bei der Einwohnerzahl. Rückenwind durch Zuzug gibt es nicht.
    • Zinsen: Bei Bruttorenditen zwischen 4,0 und 5,9 % trifft jeder Prozentpunkt Zinsänderung die Rechnung spürbar, bei 134.000 € Darlehen mit rund 1.340 € im Jahr.

    08Weitere Standorte

    Die Zahlen zu ganz Bielefeld, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Bielefeld. Die Bezirke anderer Großstädte in Nordrhein-Westfalen vergleichen wir in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Duisburg. Weitere Städte stehen im Überblick Nordrhein-Westfalen, alle Städte im Städtevergleich 2026.

    FAQHäufige Fragen

    Welcher Bielefelder Stadtbezirk ist am besten für Kapitalanleger?

    Einen besten Bezirk gibt es nicht. Mitte, Schildesche und Gadderbaum haben die meisten kleinen Haushalte und die höchsten Angebotsmieten. Dornberg und Jöllenbeck haben eine stabile Mieterschaft, aber hohe Preise und wenig Angebot. Im Süden und Osten ist der Einstieg günstiger, der Aufwand oft höher.

    Wie viele Stadtbezirke hat Bielefeld?

    Bielefeld hat zehn Stadtbezirke: Mitte, Schildesche, Gadderbaum, Brackwede, Dornberg, Jöllenbeck, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Senne. Der größte ist Mitte mit rund 80.000 Einwohnern, der kleinste Gadderbaum mit rund 10.000.

    Wo sind Wohnungen in Bielefeld am günstigsten?

    Den niedrigsten Immobilienrichtwert hat Sennestadt mit 1.900 €/m², bezogen auf eine Wohnung von 1969. Danach folgen Senne (2.250 €/m²) und Heepen (2.270 €/m²). Den höchsten hat Jöllenbeck mit 3.060 €/m² für eine Wohnung von 2006 in guter Lage.

    Wo sind die Mieten in Bielefeld am höchsten?

    Bei den Angebotsmieten 2025 lagen Mitte (10,08 €/m²), Gadderbaum (10,04 €/m²) und Schildesche (10,00 €/m²) vorn, Brackwede, Sennestadt und Senne bei rund 9 €/m². Der Abstand ist mit gut einem Euro klein.

    Gibt es in Bielefeld eine Mietpreisbremse?

    Ja. Bielefeld steht in der Mieterschutzverordnung NRW, gültig bis 31.12.2029. Bei Neuvermietung gilt höchstens die Vergleichsmiete plus 10 %, im laufenden Vertrag eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

    Wie hoch ist die Mietrendite in den Bielefelder Bezirken?

    In unserer Beispielrechnung mit 9,30 €/m² Miete liegt die Bruttomietrendite zwischen 4,0 % in Schildesche und 5,9 % in Sennestadt. Mit der Höchstmiete nach Mietspiegel sind es rund 0,6 bis 1,2 Prozentpunkte weniger.

    Wo wohnen in Bielefeld viele Studierende?

    Die Universität liegt im Nordwesten der Stadt, nahe Schildesche und Dornberg. Die meisten Einpersonenhaushalte haben Mitte (59,8 %), Gadderbaum (54,5 %) und Schildesche (52,9 %).

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    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 15.10.2026.

    Geschrieben von
    Investmentberater bei InvestImmo.de

    Schreibt über Kaufprozess, Notar und Grundbuch und Vermietung.

    Kevin verbindet zwölf Jahre Vertriebserfahrung mit neun Jahren Spezialisierung auf Immobilien und mehr als 500 Beratungen. Er schreibt über Objektqualität, Standortrisiken und einen sicheren Weg vom ersten Vergleich bis zum Kauf.

    Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind mit Quelle und Stand angegeben, die Beispielrechnung beruht auf offengelegten Annahmen und ist keine Prognose. Stand 15.10.2026.

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    10
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    8,99 bis 10,08 €
    Angebotsmiete je m² nach Bezirk
    Stadt Bielefeld, 2025
    59,8 %
    Einpersonenhaushalte in Mitte
    Stadt Bielefeld, 31.12.2025
    1.900 bis 3.060 €
    Richtwert je m² nach Bezirk
    Gutachterausschuss, 01.01.2026

    Bielefeld steht als Standort fest. Jetzt geht es um den Stadtbezirk: Mitte oder Schildesche, Brackwede oder Sennestadt, Heepen oder Dornberg? Bielefeld ist in zehn Stadtbezirke gegliedert, und für jeden setzt der Gutachterausschuss genau einen Immobilienrichtwert für Eigentumswohnungen fest. Das ist eine gute Grundlage, aber mit einem Haken, den wir unten erklären.

    Bei den Mieten ist Bielefeld erstaunlich einheitlich. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bezirk liegt die Angebotsmiete nur gut einen Euro je Quadratmeter auseinander. Groß sind die Unterschiede dafür bei Haushalten und Mieterschaft: In Mitte lebt in sechs von zehn Haushalten nur eine Person, in Jöllenbeck in knapp vier.

    Wir vergleichen alle zehn Stadtbezirke mit amtlichen Zahlen von Stadt und Gutachterausschuss. Ein Ranking gibt es nicht, und eine Wertung der Menschen, die dort leben, auch nicht. Am Ende rechnen wir dieselbe Wohnung in drei Bezirken vor und nach Steuern durch.

    01Bielefeld in zehn Bezirken: die große Vergleichstabelle

    Die Tabelle fasst die wichtigsten amtlichen Kennzahlen je Bezirk zusammen. Einwohner, Haushalte und Arbeitsmarkt stammen von der Statistikstelle der Stadt, die Angebotsmieten aus der Mietpreisbeobachtung der Stadt, die Richtwerte vom Gutachterausschuss.

    StadtbezirkEinwohner Ende 2025Einpersonen­haushalteØ AlterArbeitslosen­anteilSGB-II-QuoteAngebotsmiete 2025Richtwert Wohnung (Normobjekt)
    Mitte80.44159,8 %41,18,5 %13,5 %10,08 €2.440 € (1987, mittel)
    Schildesche42.48252,9 %43,06,2 %9,5 %10,00 €2.790 € (1991, gut)
    Gadderbaum10.07854,5 %45,35,0 %7,1 %10,04 €2.670 € (1987, gut)
    Brackwede41.02245,5 %43,77,6 %11,5 %9,00 €2.380 € (1988, mittel)
    Dornberg20.56546,3 %44,64,7 %5,6 %9,81 €2.930 € (1997, gut)
    Jöllenbeck23.29038,0 %45,45,7 %9,0 %9,33 €3.060 € (2006, gut)
    Heepen48.47638,2 %43,17,7 %13,9 %9,62 €2.270 € (1986, mittel)
    Stieghorst33.16741,3 %43,17,7 %13,8 %9,23 €2.330 € (1985, mittel)
    Sennestadt22.70741,9 %43,08,6 %14,4 %9,00 €1.900 € (1969, mittel)
    Senne21.27938,7 %44,35,8 %8,9 %8,99 €2.250 € (1989, mittel)
    Bielefeld343.50748,3 %43,17,3 %11,7 %9,70 €–

    Einwohner und Haushalte am Ort der Hauptwohnung, 31.12.2025. Arbeitslosenanteil: Arbeitslose in % der Einwohner von 15 Jahren bis zur Regelaltersgrenze (Betroffenheitsquote I), 31.12.2025, nicht mit der Arbeitslosenquote der Agentur für Arbeit vergleichbar. SGB-II-Quote: Leistungsberechtigte in % der Einwohner unter der Regelaltersgrenze. Angebotsmiete: Median der Inserate 2025. Richtwert: Immobilienrichtwert für gebrauchte Eigentumswohnungen zum 01.01.2026, in Klammern Baujahr und Wohnlage des Normobjekts. Stand 15.10.2026.

    Zwei Muster fallen auf. Die Bezirke rund um die Innenstadt, Mitte, Gadderbaum und Schildesche, haben die meisten kleinen Haushalte und die höchsten Angebotsmieten, alle drei liegen bei 10 €/m². Und die Bezirke im Osten und Süden, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Brackwede, haben mehr Familien und höhere SGB-II-Quoten.

    02Kaufpreise je Bezirk: was die Richtwerte zeigen

    Der Gutachterausschuss leitet aus den notariellen Kaufverträgen jedes Jahr Immobilienrichtwerte ab. Bielefeld macht es anders als Essen oder Duisburg: Es gibt genau einen Richtwert je Stadtbezirk, und jeder bezieht sich auf eine eigene Normwohnung, die den typischen Wohnungen im Bezirk entspricht.

    Immobilienrichtwert gebrauchte Eigentumswohnung je Bezirk (€/m², 01.01.2026)
    Jöllenbeck (Normobjekt 2006, gute Lage)
    3.060 €
    Dornberg (1997, gut)
    2.930 €
    Schildesche (1991, gut)
    2.790 €
    Gadderbaum (1987, gut)
    2.670 €
    Mitte (1987, mittel)
    2.440 €
    Brackwede (1988, mittel)
    2.380 €
    Stieghorst (1985, mittel)
    2.330 €
    Heepen (1986, mittel)
    2.270 €
    Senne (1989, mittel)
    2.250 €
    Sennestadt (1969, mittel)
    1.900 €
    Gutachterausschuss für Grundstückswerte in der Stadt Bielefeld, Immobilienrichtwerte Eigentumswohnungen zum 01.01.2026, BORIS-NRW. Je Bezirk ein Richtwert mit eigenem Normobjekt. Stand 15.10.2026.

    Der Haken: Die Werte lassen sich nicht eins zu eins vergleichen. Jöllenbeck liegt auch deshalb vorn, weil seine Normwohnung von 2006 stammt und in guter Lage liegt. Sennestadt liegt hinten, auch weil seine Normwohnung von 1969 ist. Das passt zur Geschichte des Bezirks: Sennestadt wurde in den 1950er und 1960er Jahren als neue Stadt geplant und gebaut.

    Ein Teil des Abstands lässt sich herausrechnen. Für eine Wohnung in mittlerer statt guter Lage nennt der Gutachterausschuss den Faktor 0,892. In mittlerer Lage läge Schildesche damit bei rund 2.490 €/m², Gadderbaum bei rund 2.380 €/m², Dornberg bei rund 2.610 €/m². Der Rest des Unterschieds geht vor allem auf das Baujahr zurück: Je Jahr jüngeres Baujahr steigt der Wert laut Gutachterausschuss um knapp 1 %.

    Für die ganze Stadt nennt der Grundstücksmarktbericht Durchschnittspreise nach Baujahr: 2.030 €/m² für Wohnungen von 1950 bis 1974, 2.220 €/m² für 1975 bis 1994, 2.640 €/m² für 1995 bis 2009 und 4.410 €/m² für Neubau im Erstverkauf. Vermietete Wohnungen kosten laut Gutachterausschuss im Schnitt rund 160 €/m² weniger als leere.

    Wohngebäude mit gemeinsamem grünen Innenhof
    KI-generiertes Symbolbild

    03Mieten: was belegt ist und was die Mietpreisbremse erlaubt

    Bielefeld wertet jedes Jahr die Mietinserate aus. 2025 lag die Angebotsmiete für Bestandswohnungen im Median bei 9,70 €/m². Mitte, Gadderbaum und Schildesche erreichten erstmals 10 €/m², Brackwede, Sennestadt und Senne lagen bei 9 €/m². Den stärksten Anstieg hatte Senne mit 12,4 % gegenüber dem Vorjahr.

    Was vermietete Wohnungen tatsächlich einbringen, zeigt der Gutachterausschuss. Bei 98 Verkäufen vermieteter Eigentumswohnungen 2025 lag die Nettokaltmiete im Schnitt bei 9,30 €/m², der Kaufpreis bei 2.594 €/m².

    Für Anleger heißt das: Eine Wohnung mit einer Miete um 9 €/m² ist in Bielefeld nichts Ungewöhnliches. Bei einem Mieterwechsel dürfen Sie aber oft nicht so viel verlangen, wie die Inserate nahelegen. Rechnen Sie mit dem laufenden Mietvertrag, nicht mit der Hoffnung auf den nächsten Mieter.

    Wie hoch ist die Mietrendite Ihrer Wohnung? Kaufpreis und tatsächliche Miete eintragen, der Rechner zeigt Brutto- und Nettomietrendite.

    04Bevölkerung, Haushalte und Sozialstruktur

    Für Vermieter zählt, wer in einem Bezirk wohnt und wie. Die Zahlen zeigen zwei Bielefelds.

    In Mitte leben gut 80.000 Menschen, fast ein Viertel der Stadt. 59,8 % der Haushalte bestehen aus einer Person, das Durchschnittsalter ist mit 41,1 Jahren das niedrigste. Schildesche mit der Nähe zu Universität und Hochschule und Gadderbaum mit den Einrichtungen von Bethel kommen auf 53 bis 55 %. Hier ist die Nachfrage nach kleinen Wohnungen am größten.

    Am Rand sieht es anders aus. In Jöllenbeck, Heepen und Senne sind nur 38 bis 39 % der Haushalte Einpersonenhaushalte, im Schnitt leben dort 2,2 Personen in einem Haushalt. Dornberg im Westen ist ruhig, älter und hat die niedrigsten Arbeitslosen- und SGB-II-Anteile der Stadt.

    Für Ihre Vermietung zählt am Ende der einzelne Haushalt, den Sie bei der Mieterauswahl prüfen. Laut Zensus 2022 standen in Bielefeld 3,2 % der Wohnungen leer, Werte je Bezirk gibt es nicht.

    05Vier Bezirkstypen für Kapitalanleger

    Statt eines Rankings ordnen wir die zehn Bezirke vier Typen zu. Jeder Typ passt zu anderen Anlegern.

    Typ 1: Mitte, Schildesche und Gadderbaum

    Die innenstadtnahen Bezirke mit den meisten Alleinlebenden und Angebotsmieten um 10 €/m². Mitte ist der größte Markt der Stadt mit einer gemischten Mieterschaft, Schildesche liegt nah an Universität und Hochschule, Gadderbaum ist klein und von Bethel geprägt.

    Die Innenstadtbezirke passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie kleine Wohnungen an Studierende, Auszubildende und Berufstätige vermieten möchten.
    • Sie häufigere Mieterwechsel einplanen.
    • Sie die Lage im Mietspiegel und mögliche Zuschläge prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie bei Neuvermietung mit der Inseratsmiete rechnen.
    • Sie ein ruhiges Umfeld für Familien suchen.

    Typ 2: Dornberg und Jöllenbeck

    Die Bezirke im Nordwesten und Norden mit den höchsten Richtwerten, guten Wohnlagen und neueren Normwohnungen. Die Arbeitslosen- und SGB-II-Anteile sind niedrig, viele Familien wohnen im eigenen Haus.

    Dornberg und Jöllenbeck passen zu Ihnen, wenn …
    • Sie eine stabile Mieterschaft höher gewichten als die laufende Rendite.
    • Sie neuere Häuser mit weniger Sanierungsbedarf suchen.
    • Sie größere Wohnungen an Paare und Familien vermieten möchten.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie eine große Auswahl an Eigentumswohnungen erwarten.
    • Sie kleine Wohnungen für Studierende suchen.

    Typ 3: der Osten mit Heepen und Stieghorst

    Zusammen rund 82.000 Einwohner, viele Familien, Angebotsmieten zwischen 9,23 und 9,62 €/m² und Richtwerte unter dem der Innenstadt. Die SGB-II-Quoten liegen bei knapp 14 %.

    Der Osten passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen mittleren Einstiegspreis suchen.
    • Sie größere Wohnungen an Familien vermieten möchten.
    • Sie Hausgeld, Rücklage und Mieterschaft genau prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie ohne Besichtigung und Unterlagen kaufen wollen.
    • Sie zum ersten Mal vermieten und wenig Puffer haben.

    Typ 4: der Süden mit Brackwede, Senne und Sennestadt

    Brackwede mit eigenem Zentrum und Gewerbe, Senne als ruhiger Wohnbezirk mit dem stärksten Mietanstieg 2025 und Sennestadt als Planstadt der Nachkriegszeit. Hier liegen die Angebotsmieten bei rund 9 €/m² und der niedrigste Richtwert der Stadt.

    Der Süden passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie mehr Miete je Euro Kaufpreis suchen und den Aufwand dafür tragen.
    • Sie ältere Wohnanlagen beurteilen können.
    • Sie Sanierungsstand, Rücklage und Beschlüsse der Eigentümer prüfen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie den niedrigen Preis mit Rendite gleichsetzen.
    • Sie mit wenig Instandhaltung rechnen.
    Prüfung von Grundstücksplan und Wohngebäudemodell
    KI-generiertes Symbolbild

    06Beispielrechnung: dieselbe Wohnung in drei Bezirken

    Nehmen wir Anna. Sie ist angestellt, ledig und hat ein zu versteuerndes Einkommen von 60.000 €. Sie kauft eine vermietete Zwei-Zimmer-Wohnung mit 55 m² und vergleicht drei Bezirke: Schildesche, Mitte und Sennestadt. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Als Kaufpreis nehmen wir den Richtwert des Bezirks. Dabei gilt der Vorbehalt von oben: In Schildesche bezieht er sich auf eine Wohnung von 1991 in guter Lage, in Mitte auf eine von 1987, in Sennestadt auf eine von 1969. Bei der Miete setzen wir in allen drei Bezirken 9,30 €/m² an, die Durchschnittsmiete vermieteter Wohnungen laut Gutachterausschuss. Wir rechnen bewusst mit derselben Zahl, damit der Unterschied beim Kaufpreis sichtbar wird.

    Annas Wohnung im ersten vollen Jahr
    SchildescheMitteSennestadt
    Kaufpreis je m² (Richtwert)2.790 €2.440 €1.900 €
    Kaufpreis 55 m²153.450 €134.200 €104.500 €
    Grunderwerbsteuer 6,5 %9.974 €8.723 €6.792 €
    Notar und Grundbuch (rund 1,8 %)2.762 €2.416 €1.881 €
    Gesamtkosten166.186 €145.339 €113.173 €
    Kaltmiete je m²9,30 €9,30 €9,30 €
    Kaltmiete im Jahr+6.138 €+6.138 €+6.138 €
    Hausgeld, nicht umlagefähig−924 €−924 €−924 €
    Zinsen (3,8 %)−5.831 €−5.100 €−3.971 €
    Tilgung (2 %)−3.069 €−2.684 €−2.090 €
    Cashflow vor Steuern−3.686 €−2.570 €−847 €
    Abschreibung 2 % auf 75 % der Gesamtkosten2.493 €2.180 €1.698 €
    Steuerliches Ergebnis der Vermietung−2.648 €−1.604 €+7 €
    Steuerwirkung (Tarif 2026)+1.010 €+615 €−2 €
    Cashflow nach Steuern−2.676 €−1.955 €−849 €
    pro Monatrund −225 €rund −165 €rund −70 €
    Bruttomietrendite4,0 %4,6 %5,9 %
    Annahmen: Kaufpreis voll finanziert, Kaufnebenkosten aus Eigenkapital, kein Makler, Hausgeld 1,40 €/m² im Monat, davon 0,70 € Erhaltungsrücklage (erst bei Verwendung abziehbar), Gebäudeanteil 75 %, keine Mietausfälle, keine Kirchensteuer. Einkommensteuer nach § 32a EStG 2026: 14.233 € ohne Wohnung. Kaufpreise: Immobilienrichtwerte zum 01.01.2026, Miete: Grundstücksmarktbericht 2026. Eigene Berechnung, Stand 15.10.2026.

    Anna legt in allen drei Bezirken jeden Monat Geld dazu. In Schildesche sind es nach Steuern rund 225 €. Darin steckt aber eine Tilgung von 256 € im Monat, die ihre Restschuld senkt. Ohne Tilgung gerechnet läge sie in allen drei Bezirken im Plus, in Sennestadt mit rund 100 € im Monat. Dort ist das steuerliche Ergebnis schon leicht positiv, Anna zahlt also ein paar Euro mehr Steuern statt weniger.

    Die Rechnung hängt stark an der Miete. Mit der Höchstmiete nach Mietspiegel und Mietpreisbremse, also 7,93 €/m² für eine Wohnung aus den 1980er Jahren, läge der Zuschuss in Mitte bei rund 210 € im Monat statt 165 €. In Sennestadt wären es mit 7,39 €/m² für eine Wohnung aus den 1960er Jahren rund 135 € statt 70 €.

    Cashflow nach Steuern im ersten Jahr
    Schildesche
    −2.676 €
    Mitte
    −1.955 €
    Sennestadt
    −849 €
    Aus der Rechnung oben. Darin enthalten ist die Tilgung von 3.069 €, 2.684 € und 2.090 €, die Vermögen aufbaut.

    Die Rechnung zeigt keine Empfehlung für einen Bezirk. In Sennestadt ist der Zuschuss am kleinsten, dafür ist das Haus älter, Instandhaltung wahrscheinlicher und die SGB-II-Quote am höchsten. In Schildesche bezahlen Sie die Nähe zur Universität und eine gute Lage. Eine Rechnung mit einer Neubauwohnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Bielefeld. Wie hoch die Steuerersparnis bei Ihrem Einkommen ausfällt, zeigt der Ratgeber Mieteinnahmen versteuern.

    07Risiken bei der Bezirkswahl in Bielefeld

    Jeder Bezirk hat eigene Risiken. Einige gelten für alle.

    • Richtwert ist nicht Ihr Preis: Jeder Bezirk hat nur einen Richtwert mit eigener Normwohnung. Baujahr, Lage, Größe und Zustand Ihrer Wohnung verschieben den Wert deutlich.
    • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung liegt die zulässige Miete für ältere Baujahre deutlich unter den Inseraten. Ein Mieterwechsel kann die Miete senken statt erhöhen.
    • Alter Bestand: In Sennestadt und Teilen von Brackwede und Stieghorst stehen viele Häuser aus den 1960er und 1970er Jahren. Dach, Fenster, Leitungen und Heizung treffen Rücklage und Hausgeld.
    • Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote der Stadt lag im September 2026 bei 9,2 %, der höchste Wert in Ostwestfalen-Lippe. Mietausfälle sind in Bezirken mit vielen Transferhaushalten wahrscheinlicher, aber nicht auf sie beschränkt.
    • Wenig Wachstum: Das Land erwartet für Bielefeld bis 2050 kaum Veränderung bei der Einwohnerzahl. Rückenwind durch Zuzug gibt es nicht.
    • Zinsen: Bei Bruttorenditen zwischen 4,0 und 5,9 % trifft jeder Prozentpunkt Zinsänderung die Rechnung spürbar, bei 134.000 € Darlehen mit rund 1.340 € im Jahr.

    08Weitere Standorte

    Die Zahlen zu ganz Bielefeld, die Vermieterregeln und eine Neubau-Rechnung finden Sie auf unserer Seite Kapitalanlage-Immobilien in Bielefeld. Die Bezirke anderer Großstädte in Nordrhein-Westfalen vergleichen wir in Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen und Duisburg. Weitere Städte stehen im Überblick Nordrhein-Westfalen, alle Städte im Städtevergleich 2026.

    Weiterlesen

    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 15.10.2026.

    FAQHäufige Fragen

    Welcher Bielefelder Stadtbezirk ist am besten für Kapitalanleger?

    Einen besten Bezirk gibt es nicht. Mitte, Schildesche und Gadderbaum haben die meisten kleinen Haushalte und die höchsten Angebotsmieten. Dornberg und Jöllenbeck haben eine stabile Mieterschaft, aber hohe Preise und wenig Angebot. Im Süden und Osten ist der Einstieg günstiger, der Aufwand oft höher.

    Wie viele Stadtbezirke hat Bielefeld?

    Bielefeld hat zehn Stadtbezirke: Mitte, Schildesche, Gadderbaum, Brackwede, Dornberg, Jöllenbeck, Heepen, Stieghorst, Sennestadt und Senne. Der größte ist Mitte mit rund 80.000 Einwohnern, der kleinste Gadderbaum mit rund 10.000.

    Wo sind Wohnungen in Bielefeld am günstigsten?

    Den niedrigsten Immobilienrichtwert hat Sennestadt mit 1.900 €/m², bezogen auf eine Wohnung von 1969. Danach folgen Senne (2.250 €/m²) und Heepen (2.270 €/m²). Den höchsten hat Jöllenbeck mit 3.060 €/m² für eine Wohnung von 2006 in guter Lage.

    Wo sind die Mieten in Bielefeld am höchsten?

    Bei den Angebotsmieten 2025 lagen Mitte (10,08 €/m²), Gadderbaum (10,04 €/m²) und Schildesche (10,00 €/m²) vorn, Brackwede, Sennestadt und Senne bei rund 9 €/m². Der Abstand ist mit gut einem Euro klein.

    Gibt es in Bielefeld eine Mietpreisbremse?

    Ja. Bielefeld steht in der Mieterschutzverordnung NRW, gültig bis 31.12.2029. Bei Neuvermietung gilt höchstens die Vergleichsmiete plus 10 %, im laufenden Vertrag eine Kappungsgrenze von 15 % in drei Jahren.

    Wie hoch ist die Mietrendite in den Bielefelder Bezirken?

    In unserer Beispielrechnung mit 9,30 €/m² Miete liegt die Bruttomietrendite zwischen 4,0 % in Schildesche und 5,9 % in Sennestadt. Mit der Höchstmiete nach Mietspiegel sind es rund 0,6 bis 1,2 Prozentpunkte weniger.

    Wo wohnen in Bielefeld viele Studierende?

    Die Universität liegt im Nordwesten der Stadt, nahe Schildesche und Dornberg. Die meisten Einpersonenhaushalte haben Mitte (59,8 %), Gadderbaum (54,5 %) und Schildesche (52,9 %).