Ratgeber · Standorte & Objekte

    Kapitalanlage-Immobilien in Bergisch Gladbach: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

    Eine Wohnstadt vor den Toren Kölns mit wenig Leerstand, Mietpreisbremse und Kaufpreisen, die je nach Stadtteil stark auseinandergehen. Wir legen die Zahlen des Gutachterausschusses offen und rechnen eine gebrauchte Wohnung und einen Neubau durch.


    Investmentberater bei InvestImmo.de
    16. Oktober 202613 Min. Lesezeit
    Bergisch Gladbach auf einen Blick
    111.174
    Einwohner
    amtlich, Stand 31.12.2025
    2.960 €/m²
    vermietete Wohnung
    Ø Kaufpreis 2025
    10,40 €/m²
    Miete vermieteter Wohnungen
    Kauffälle 2025
    2,8 %
    Leerstand
    Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022

    Bergisch Gladbach grenzt direkt an Köln und ist für viele, die dort arbeiten, der Wohnort mit mehr Grün und mehr Platz. Das merkt man an den Zahlen: wenig Leerstand, große Wohnungen, viele Eigentümer und eine Mietpreisbremse, die das Land hier für nötig hält.

    Für Anleger heißt das: Die Nachfrage ist da, aber sie hat ihren Preis. Gebrauchte Wohnungen kosten je nach Stadtteil zwischen rund 2.000 und über 3.500 €/m², Neubauten über 5.500 €/m². Wir legen die Zahlen des Gutachterausschusses offen und rechnen eine gebrauchte Wohnung und einen Neubau durch.

    01Bergisch Gladbach in Zahlen

    Alle Werte, die wir für die Einordnung verwenden, mit Quelle und Stand. Werte, die es nur für den Rheinisch-Bergischen Kreis gibt, sind als Kreiswert gekennzeichnet.

    KennzahlWertQuelle, Stand
    Einwohner (amtlich)111.174Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, 31.12.2025
    Einwohner 2015 (Basis Zensus 2011)111.366Statistisches Bundesamt, 31.12.2015
    Prognose 2023–2050, Rheinisch-Bergischer Kreis−4,5 %IT.NRW, Vorausberechnung 2024 bis 2050/2070 (Kreiswert)
    Haushalte53.607Zensus 2022
    Anteil Einpersonenhaushalte41,5 %Zensus 2022
    Wohnungsbestand56.565Zensus 2022
    Leerstandsquote2,8 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
    Anteil vermieteter Wohnungen51,4 %Zensus 2022, eigene Rechnung
    Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort35.124Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Einpendler / Auspendler21.697 / 29.702Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Arbeitslosenquote, Rheinisch-Bergischer Kreis6,2 %Bundesagentur für Arbeit über Deutschlandatlas, Jahresdurchschnitt 2025 (Kreiswert)
    Ø Miete laufender Verträge8,12 €/m²Zensus 2022
    Mietspiegel, Baujahr 1961–1976, mittlere Lage, um 100 m²6,80–8,40 €/m²Mietspiegel Stand 01.01.2024
    Ø Miete vermieteter Wohnungen10,40 €/m²Gutachterausschuss, Kauffälle 2025
    Angebotsmiete, Rheinisch-Bergischer Kreis10,69 €/m²BBSR über Deutschlandatlas, 2025 (Kreiswert)
    Kaufpreis vermietete Wohnung2.960 €/m²Gutachterausschuss Bergisch Gladbach, 2025
    Kaufpreis Neubauwohnung (Erstverkauf)5.620 €/m²Gutachterausschuss Bergisch Gladbach, 2025
    MietpreisbremsejaMietSchVO NRW, bis 31.12.2029
    Kappungsgrenze15 %MietSchVO NRW, bis 28.02.2030
    Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen6,5 %Landesgesetz NRW

    02Bevölkerung und Nachfrage

    Bergisch Gladbach hatte Ende 2025 amtlich 111.174 Einwohner, fast genau so viele wie 2015 (111.366). Die Stadt ist in den letzten Jahren leicht gewachsen, laut Deutschlandatlas zwischen 2019 und 2024 im Mittel um 0,14 % pro Jahr. Der Rheinisch-Bergische Kreis gewinnt deutlich Einwohner durch Umzüge innerhalb Deutschlands, vor allem aus Köln.

    Für die Stadt selbst liegt uns keine eigene Prognose vor. Für den Kreis rechnet IT.NRW bis 2030 mit fast gleichbleibender und bis 2050 mit einer um 4,5 % sinkenden Einwohnerzahl, weil die Bevölkerung älter wird. Wachstum ist hier also kein Selbstläufer, auch wenn der Zuzug aus Köln anhält.

    Bergisch Gladbach ist eine Stadt der Eigentümer. 47 % der Wohnungen wurden beim Zensus 2022 von ihren Eigentümern bewohnt, nur 51 % waren vermietet. Die Wohnungen sind im Schnitt fast 99 m² groß. Das Angebot an kleinen Mietwohnungen ist entsprechend begrenzt, und das stützt die Mieten.

    Der Bestand stammt zu einem großen Teil aus den 1960er- und 1970er-Jahren, zusammen über 23.000 Wohnungen. Neubau gibt es, aber nicht viel: 2025 wurden 85 neu gebaute Eigentumswohnungen erstmals verkauft.

    Gepflegte Wohngebäude in einem deutschen Wohnquartier
    KI-generiertes Symbolbild

    03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

    Bergisch Gladbach ist vor allem Wohnort. Am 30.06.2025 wohnten 43.129 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt, aber nur 35.124 arbeiteten dort. Es pendeln 29.702 Menschen aus und 21.697 ein, ein Saldo von rund 8.000. Die meisten Auspendler dürften nach Köln fahren, eine genaue Aufteilung nach Zielorten haben wir nicht ausgewertet.

    Arbeitsmarkt Bergisch Gladbach
    35.124
    Arbeitsplätze
    sozialversicherungspflichtig, 30.06.2025
    −8.005
    Pendlersaldo
    Einpendler minus Auspendler
    6,2 %
    Arbeitslosenquote Kreis
    Jahresdurchschnitt 2025
    32.920 €
    verfügbares Einkommen je Einwohner
    Kreis, 2023

    Im Rheinisch-Bergischen Kreis lag die Arbeitslosenquote 2025 im Jahresdurchschnitt bei 6,2 %, eine eigene Quote für die Stadt liegt uns nicht vor. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte lag 2023 bei rund 32.900 € je Einwohner. Zum Vergleich: In Hagen waren es rund 23.900 €.

    Für Vermieter bedeutet das eine zahlungskräftige Mieterschaft, aber auch hohe Erwartungen an Zustand und Ausstattung. Wer hier vermietet, konkurriert mit gepflegten Eigentumswohnungen und Häusern im Grünen.

    04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

    Bergisch Gladbach hat einen Mietspiegel, den Haus und Grund, der Mieterverein und die Rheinische Immobilienbörse herausgeben, Stand 01.01.2024. Der Gutachterausschuss druckt einen Auszug für Wohnungen um 100 m² ab: Baujahr 1961 bis 1976 in mittlerer Lage 6,80 bis 8,40 €/m², Baujahr 1977 bis 1989 in mittlerer Lage 7,60 bis 9,00 €/m², Baujahr 2005 bis 2017 in mittlerer Lage 9,10 bis 10,00 €/m². Kleinere Wohnungen liegen in der Regel darüber.

    Was tatsächlich gezahlt wird, zeigt eine zweite Auswertung des Gutachterausschusses. In 66 Wohnungen, die 2025 vermietet verkauft wurden, lag die Nettokaltmiete im Schnitt bei 10,40 €/m², bei einem Kaufpreis von 2.960 €/m². Bei 80 neu gebauten Wohnungen lag der Mietansatz bei 11,90 €/m² und der Kaufpreis bei 5.620 €/m². Inserate im Kreis lagen 2025 laut BBSR im Schnitt bei 10,69 €/m².

    Die Kaufpreise für gebrauchte Wohnungen stiegen 2025 deutlich, in kleinen und mittleren Wohnanlagen um rund 13 %. Neue Wohnungen wurden um rund 7 % teurer. Die Zahl der Verkäufe von Eigentumswohnungen stieg um 40 %.

    Aus Kaufpreis und Miete ergibt sich der Kaufpreisfaktor, sein Kehrwert ist die Bruttomietrendite.

    Bruttomietrendite in Bergisch Gladbach (eigene Rechnung)
    Baujahr 1960–1977, Gladbach, 2.820 €/m², 10,40 €/m² (Faktor 22,6)
    4,4 %
    Vermietete Wohnung, 2.960 €/m² und 10,40 €/m² (Faktor 23,7)
    4,2 %
    Baujahr 1960–1977, Gladbach, 2.820 €/m², Mietspiegel-Obergrenze 8,40 €/m² (Faktor 28,0)
    3,6 %
    Eigengenutzte Wohnung, 3.380 €/m², 9,90 €/m² (Faktor 28,5)
    3,5 %
    Neubau, 5.620 €/m², 11,90 €/m² (Faktor 39,4)
    2,5 %
    Eigene Rechnung, Stand 16.10.2026: Kaufpreise und Mieten Gutachterausschuss Bergisch Gladbach 2025, Mietspiegel Stand 01.01.2024. Vor Kosten und Steuern.

    Mit den tatsächlich gezahlten Mieten kommt eine gebrauchte Wohnung auf gut 4 %. Muss die Miete bei einem Mieterwechsel auf das Mietspiegelniveau sinken, sind es eher 3,5 %. Ihre eigene Zahl prüfen Sie mit dem Mietrendite-Rechner.

    05Stadtteile im Überblick

    Für Bergisch Gladbach veröffentlicht der Gutachterausschuss ungewöhnlich genaue Zahlen je Stadtteil. Die Tabelle zeigt die Bodenwerte für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke als Maß für die Lage und, wo vorhanden, Kaufpreise für Eigentumswohnungen 2025.

    StadtteilBodenwert EFH-GrundstückEigentumswohnung 2025Charakter
    Refrath790–970 €/m²gebraucht, Baujahr 1960–1975: 2.960 €/m²; neu: 5.870 €/m² (mit Frankenforst)an der Grenze zu Köln, viele Verkäufe, gefragt bei Familien
    Bensberg570–930 €/m²gebraucht, Baujahr 1965–1985, mittlere Lage: 3.100 €/m²; neu: 5.420 €/m² (mit Moitzfeld)eigener Ortskern, gemischte Bebauung
    Gladbach480–720 €/m²gebraucht, Baujahr 1960–1977, mittlere Lage: 2.820 €/m²; neu: 5.610 €/m² (mit Schildgen, Paffrath, Hand)Stadtzentrum mit Busbahnhof und S-Bahn, viel Geschosswohnungsbau
    Paffrath, Hand, Schildgen490–720 €/m²wie Gladbach ausgewertetWohngebiete im Norden und Westen
    Moitzfeld, Herkenrath430–630 €/m²gebraucht, Baujahr 1970–1985: 2.490 €/m²östliche, ländlichere Stadtteile
    Katterbachkeine AngabeGroßwohnanlage Baujahr 1970: 1.950 €/m²Stadtteil mit großen Wohnanlagen

    Der Unterschied zwischen den Stadtteilen ist groß. Für ein Einfamilienhausgrundstück zahlen Sie in Refrath rund doppelt so viel wie in Herkenrath. Bei Eigentumswohnungen in großen Anlagen mit über 60 Wohnungen lagen die Preise 2025 zum Teil unter 2.000 €/m².

    06Regeln für Vermieter in Bergisch Gladbach

    Bergisch Gladbach steht in der Mieterschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Daraus folgen drei Regeln:

    • Mietpreisbremse bis 31.12.2029: Bei einer Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausgenommen sind unter anderem Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, die erste Vermietung nach umfassender Modernisierung und eine höhere Vormiete.
    • Kappungsgrenze 15 % bis 28.02.2030: Im laufenden Mietvertrag darf die Miete in drei Jahren um höchstens 15 % steigen, und nur bis zur Vergleichsmiete.
    • Kündigungssperrfrist acht Jahre: Wird eine vermietete Wohnung in Eigentum umgewandelt und verkauft, kann der Käufer erst nach acht Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen.

    Beim Kauf zahlen Sie in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch und je nach Objekt ein Makler. Bei 192.400 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 8,3 % Nebenkosten. Ihre eigenen Kosten rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus, die Notarpositionen erklärt unser Beitrag zu den Notarkosten.

    Prüfung von Grundriss, Kaufpreis und laufenden Kosten einer Wohnung
    KI-generiertes Symbolbild

    07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Bergisch Gladbach

    Nehmen wir Julia, 42, ledig, Projektleiterin mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 €. Sie kauft eine vermietete Wohnung mit 65 m² für 192.400 €. Preis und Miete entsprechen dem Durchschnitt der vermieteten Wohnungen, die 2025 in Bergisch Gladbach verkauft wurden: 2.960 €/m² und 10,40 €/m². Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Kauf und Finanzierung
    Kaufpreis (65 m² × 2.960 €/m²)192.400 €
    Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen 6,5 %12.506 €
    Notar und Grundbuch (mit Grundschuld 192.400 €)3.438 €
    Kaufnebenkosten aus Eigenkapital15.944 €
    Darlehen (Kaufpreis)192.400 €
    Zins 3,8 % und Tilgung 1,5 % (Annahme)10.197 € im Jahr
    Notar und Grundbuch nach GNotKG Tabelle B berechnet, Stand 16.10.2026. Ohne Makler.
    Das erste volle Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (10,40 €/m², Kauffälle 2025)8.112 €676 €
    Zinsen−7.311 €−609 €
    Tilgung−2.886 €−241 €
    Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Rücklage, Annahme)−1.320 €−110 €
    Cashflow vor Steuern−3.405 €−284 €
    Abschreibung 2 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)3.316 €276 €
    Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Kosten − Abschreibung)−3.835 €−320 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+1.455 €+121 €
    Cashflow nach Steuern−1.950 €−163 €
    Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026. Die Grundschuldkosten von rund 1.090 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar.

    Julia zahlt nach Steuern rund 163 € im Monat zu. In die Tilgung fließen 241 € im Monat, ohne sie bliebe ein kleines Plus von rund 78 €. Die Miete deckt Zinsen und Bewirtschaftung, solange sie auf dem heutigen Niveau bleibt.

    Genau das ist die offene Frage. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, erklärt unser Beitrag Mieteinnahmen versteuern.

    Was die Rechnung im Monat am stärksten bewegt
    Zins 1 Prozentpunkt niedriger
    +160 €
    Miete an der Mietpreisbremsen-Grenze (9,90 €/m²)
    −33 €
    Miete auf Mietspiegel-Obergrenze (9,00 €/m²)
    −91 €
    Zwei Monate Leerstand im Jahr
    −113 €
    Zins 1 Prozentpunkt höher
    −160 €
    Eigene Rechnung, Wirkung vor Steuern im Monatsmittel, Stand 16.10.2026.

    Der Zins bewegt die Rechnung am stärksten. Gleich danach folgt die Frage, ob die heutige Miete nach einem Mieterwechsel wieder erzielbar ist. Wer hier kauft, sollte beides prüfen: die Zinsbindung und die Herleitung der Miete.

    Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Bergisch Gladbach

    Was ändert sich, wenn Julia stattdessen eine neu gebaute Wohnung mit 45 m² kauft? Der Gutachterausschuss hat für 80 erstverkaufte Wohnungen 2025 einen Durchschnitt von 5.620 €/m² und einen Mietansatz von 11,90 €/m² ermittelt. Für 45 m² ergibt das 252.900 €. Grunderwerbsteuer (16.439 €) sowie Notar und Grundbuch (4.200 €) zahlt sie aus Eigenkapital.

    Neubauwohnung: das erste volle Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (45 m² × 11,90 €/m², Gutachterausschuss 2025)6.426 €536 €
    Zinsen (3,8 % auf 252.900 €)−9.610 €−801 €
    Tilgung (1,5 %)−3.794 €−316 €
    Nicht umlagefähiges Hausgeld (1,20 €/m², Annahme)−648 €−54 €
    Cashflow vor Steuern−7.626 €−635 €
    Abschreibung degressiv 5 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)10.888 €907 €
    Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Hausgeld − Abschreibung)−14.721 €−1.227 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+5.305 €+442 €
    Cashflow nach Steuern−2.321 €−193 €
    Annahmen: zvE 60.000 €, ledig, Zins 3,8 %, Tilgung 1,5 %, Kaufnebenkosten Nordrhein-Westfalen ohne Makler. Kaufpreis und Miete: Gutachterausschuss Bergisch Gladbach, Erstverkäufe 2025 (80 Kauffälle). Degressive Abschreibung (§ 7 Abs. 5a EStG) nur bei Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 und Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres. Grundschuldkosten von rund 1.330 € im ersten Jahr zusätzlich absetzbar. Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026.

    Die Abschreibung ist im ersten Jahr mehr als dreimal so hoch wie bei der gebrauchten Wohnung (10.888 € statt 3.316 €), und Instandhaltung fällt in den ersten Jahren meist kaum an. Der Quadratmeter kostet aber fast doppelt so viel, und die Bruttomietrendite liegt mit 2,5 % deutlich unter der gebrauchten Wohnung. Nach Steuern zahlt Julia rund 193 € im Monat zu, etwa 30 € mehr als beim Bestand. Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, sind dauerhaft von der Mietpreisbremse ausgenommen (§ 556f BGB), das ist in Bergisch Gladbach ein echter Unterschied. Die Steuerersparnis wird in den Folgejahren kleiner, weil die degressive Abschreibung vom Restwert gerechnet wird.

    08Chancen und Risiken in Bergisch Gladbach

    Für Bergisch Gladbach sprechen belegbare Punkte. Der Leerstand ist mit 2,8 % niedrig, die Wohnungen sind gefragt, und die Stadt liegt direkt an Köln. Der Kreis hat hohe Haushaltseinkommen und gewinnt Einwohner durch Zuzug. Der Gutachterausschuss veröffentlicht genaue Preise je Stadtteil, was die Prüfung eines Angebots erleichtert.

    Dagegen stehen ebenso klare Punkte:

    • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung im Bestand höchstens 10 % über der Vergleichsmiete.
    • Kappungsgrenze 15 %: Laufende Mieten steigen nur langsam.
    • Kündigungssperrfrist acht Jahre bei umgewandelten Wohnungen.
    • Steigende Kaufpreise: 2025 bis zu 13 % mehr, die Mieten können dem nicht in gleichem Tempo folgen.
    • Sinkende Prognose für den Kreis: minus 4,5 % bis 2050.
    • Zinsrisiko: Ein Prozentpunkt mehr beim Anschlusszins kostet bei 192.400 € Darlehen rund 160 € im Monat.
    Passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen gefragten Wohnstandort mit wenig Leerstand suchen.
    • Sie eine monatliche Zuzahlung von 150 bis 200 € tragen können.
    • Sie die Miete im Exposé mit dem Mietspiegel abgleichen.
    • Sie die Wohnung langfristig halten wollen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit Mieten über dem Mietspiegel dauerhaft kalkulieren.
    • Sie ab dem ersten Monat einen positiven Cashflow erwarten.
    • Sie keine Reserve für Leerstand oder eine Sonderumlage haben.
    • Sie auf eine bestimmte Wertentwicklung angewiesen sind.

    Welche Vor- und Nachteile eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage allgemein hat, steht in unserem Beitrag Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

    09Weitere Standorte

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    FAQHäufige Fragen

    Lohnt sich eine Wohnung in Bergisch Gladbach als Kapitalanlage?

    Mit Finanzierung zahlen Sie in der Regel monatlich zu. In unserem Beispiel sind es nach Steuern rund 163 € im Monat, davon fließen 241 € in die Tilgung. Für die Stadt sprechen niedriger Leerstand und die Nähe zu Köln, gegen sie Mietpreisbremse und steigende Kaufpreise.

    Wie hoch ist die Mietrendite in Bergisch Gladbach?

    Brutto rund 4,2 bis 4,4 % bei gebrauchten Wohnungen mit den tatsächlich gezahlten Mieten. Rechnen Sie mit dem Mietspiegel, sind es eher 3,5 %. Neubauwohnungen kommen auf rund 2,5 %.

    Was kostet eine Eigentumswohnung in Bergisch Gladbach?

    Laut Gutachterausschuss kosteten gebrauchte Wohnungen 2025 je nach Stadtteil und Baujahr meist zwischen 2.500 und 3.700 €/m², in großen Wohnanlagen auch unter 2.000 €/m². Neue Wohnungen kosteten im Schnitt 5.400 bis 5.900 €/m².

    Gibt es eine Mietpreisbremse in Bergisch Gladbach?

    Ja. Bergisch Gladbach steht in der Mieterschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Mietpreisbremse gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % bis 28.02.2030. Neubauten, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, sind von der Mietpreisbremse ausgenommen.

    Gibt es einen Mietspiegel in Bergisch Gladbach?

    Ja, mit Stand 01.01.2024, herausgegeben von Haus und Grund, dem Mieterverein und der Rheinischen Immobilienbörse. Für eine 100-m²-Wohnung aus den Jahren 1961 bis 1976 in mittlerer Lage nennt er 6,80 bis 8,40 €/m².

    Welche Stadtteile sind in Bergisch Gladbach für Kapitalanleger interessant?

    Refrath und Bensberg sind die teuersten und gefragtesten Stadtteile, Gladbach bietet viele Wohnungen nahe Zentrum und S-Bahn. In Moitzfeld, Herkenrath und in großen Wohnanlagen wie in Katterbach sind die Preise niedriger, die Bruttorendite dafür meist höher.

    Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Bergisch Gladbach?

    In Nordrhein-Westfalen fallen 6,5 % Grunderwerbsteuer an. Notar und Grundbuch kosten mit Finanzierung rund 1,8 %. Bei 192.400 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 15.940 €, also 8,3 %.

    Weiterlesen

    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 16.10.2026.

    Geschrieben von
    Investmentberater bei InvestImmo.de

    Schreibt über Steuern, AfA, Bestandsimmobilien und Portfolioaufbau.

    Eduard hat seit 2020 sieben eigene Immobilien gekauft und mehr als 150 Mandanten begleitet. Er schreibt über Steuerhebel, Objektunterlagen und Portfolioaufbau – mit ehrlichen Zahlen statt Schönrechnerei.

    Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind Beispielrechnungen mit offengelegten Annahmen oder amtliche Werte mit genanntem Stand, Stand 16.10.2026.

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    Eduard Winter · 2026-10-16

    Bergisch Gladbach auf einen Blick
    111.174
    Einwohner
    amtlich, Stand 31.12.2025
    2.960 €/m²
    vermietete Wohnung
    Ø Kaufpreis 2025
    10,40 €/m²
    Miete vermieteter Wohnungen
    Kauffälle 2025
    2,8 %
    Leerstand
    Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022

    Bergisch Gladbach grenzt direkt an Köln und ist für viele, die dort arbeiten, der Wohnort mit mehr Grün und mehr Platz. Das merkt man an den Zahlen: wenig Leerstand, große Wohnungen, viele Eigentümer und eine Mietpreisbremse, die das Land hier für nötig hält.

    Für Anleger heißt das: Die Nachfrage ist da, aber sie hat ihren Preis. Gebrauchte Wohnungen kosten je nach Stadtteil zwischen rund 2.000 und über 3.500 €/m², Neubauten über 5.500 €/m². Wir legen die Zahlen des Gutachterausschusses offen und rechnen eine gebrauchte Wohnung und einen Neubau durch.

    01Bergisch Gladbach in Zahlen

    Alle Werte, die wir für die Einordnung verwenden, mit Quelle und Stand. Werte, die es nur für den Rheinisch-Bergischen Kreis gibt, sind als Kreiswert gekennzeichnet.

    KennzahlWertQuelle, Stand
    Einwohner (amtlich)111.174Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, 31.12.2025
    Einwohner 2015 (Basis Zensus 2011)111.366Statistisches Bundesamt, 31.12.2015
    Prognose 2023–2050, Rheinisch-Bergischer Kreis−4,5 %IT.NRW, Vorausberechnung 2024 bis 2050/2070 (Kreiswert)
    Haushalte53.607Zensus 2022
    Anteil Einpersonenhaushalte41,5 %Zensus 2022
    Wohnungsbestand56.565Zensus 2022
    Leerstandsquote2,8 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
    Anteil vermieteter Wohnungen51,4 %Zensus 2022, eigene Rechnung
    Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort35.124Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Einpendler / Auspendler21.697 / 29.702Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Arbeitslosenquote, Rheinisch-Bergischer Kreis6,2 %Bundesagentur für Arbeit über Deutschlandatlas, Jahresdurchschnitt 2025 (Kreiswert)
    Ø Miete laufender Verträge8,12 €/m²Zensus 2022
    Mietspiegel, Baujahr 1961–1976, mittlere Lage, um 100 m²6,80–8,40 €/m²Mietspiegel Stand 01.01.2024
    Ø Miete vermieteter Wohnungen10,40 €/m²Gutachterausschuss, Kauffälle 2025
    Angebotsmiete, Rheinisch-Bergischer Kreis10,69 €/m²BBSR über Deutschlandatlas, 2025 (Kreiswert)
    Kaufpreis vermietete Wohnung2.960 €/m²Gutachterausschuss Bergisch Gladbach, 2025
    Kaufpreis Neubauwohnung (Erstverkauf)5.620 €/m²Gutachterausschuss Bergisch Gladbach, 2025
    MietpreisbremsejaMietSchVO NRW, bis 31.12.2029
    Kappungsgrenze15 %MietSchVO NRW, bis 28.02.2030
    Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen6,5 %Landesgesetz NRW

    02Bevölkerung und Nachfrage

    Bergisch Gladbach hatte Ende 2025 amtlich 111.174 Einwohner, fast genau so viele wie 2015 (111.366). Die Stadt ist in den letzten Jahren leicht gewachsen, laut Deutschlandatlas zwischen 2019 und 2024 im Mittel um 0,14 % pro Jahr. Der Rheinisch-Bergische Kreis gewinnt deutlich Einwohner durch Umzüge innerhalb Deutschlands, vor allem aus Köln.

    Für die Stadt selbst liegt uns keine eigene Prognose vor. Für den Kreis rechnet IT.NRW bis 2030 mit fast gleichbleibender und bis 2050 mit einer um 4,5 % sinkenden Einwohnerzahl, weil die Bevölkerung älter wird. Wachstum ist hier also kein Selbstläufer, auch wenn der Zuzug aus Köln anhält.

    Bergisch Gladbach ist eine Stadt der Eigentümer. 47 % der Wohnungen wurden beim Zensus 2022 von ihren Eigentümern bewohnt, nur 51 % waren vermietet. Die Wohnungen sind im Schnitt fast 99 m² groß. Das Angebot an kleinen Mietwohnungen ist entsprechend begrenzt, und das stützt die Mieten.

    Der Bestand stammt zu einem großen Teil aus den 1960er- und 1970er-Jahren, zusammen über 23.000 Wohnungen. Neubau gibt es, aber nicht viel: 2025 wurden 85 neu gebaute Eigentumswohnungen erstmals verkauft.

    03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

    Bergisch Gladbach ist vor allem Wohnort. Am 30.06.2025 wohnten 43.129 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt, aber nur 35.124 arbeiteten dort. Es pendeln 29.702 Menschen aus und 21.697 ein, ein Saldo von rund 8.000. Die meisten Auspendler dürften nach Köln fahren, eine genaue Aufteilung nach Zielorten haben wir nicht ausgewertet.

    Arbeitsmarkt Bergisch Gladbach
    35.124
    Arbeitsplätze
    sozialversicherungspflichtig, 30.06.2025
    −8.005
    Pendlersaldo
    Einpendler minus Auspendler
    6,2 %
    Arbeitslosenquote Kreis
    Jahresdurchschnitt 2025
    32.920 €
    verfügbares Einkommen je Einwohner
    Kreis, 2023

    Im Rheinisch-Bergischen Kreis lag die Arbeitslosenquote 2025 im Jahresdurchschnitt bei 6,2 %, eine eigene Quote für die Stadt liegt uns nicht vor. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte lag 2023 bei rund 32.900 € je Einwohner. Zum Vergleich: In Hagen waren es rund 23.900 €.

    Für Vermieter bedeutet das eine zahlungskräftige Mieterschaft, aber auch hohe Erwartungen an Zustand und Ausstattung. Wer hier vermietet, konkurriert mit gepflegten Eigentumswohnungen und Häusern im Grünen.

    04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

    Bergisch Gladbach hat einen Mietspiegel, den Haus und Grund, der Mieterverein und die Rheinische Immobilienbörse herausgeben, Stand 01.01.2024. Der Gutachterausschuss druckt einen Auszug für Wohnungen um 100 m² ab: Baujahr 1961 bis 1976 in mittlerer Lage 6,80 bis 8,40 €/m², Baujahr 1977 bis 1989 in mittlerer Lage 7,60 bis 9,00 €/m², Baujahr 2005 bis 2017 in mittlerer Lage 9,10 bis 10,00 €/m². Kleinere Wohnungen liegen in der Regel darüber.

    Was tatsächlich gezahlt wird, zeigt eine zweite Auswertung des Gutachterausschusses. In 66 Wohnungen, die 2025 vermietet verkauft wurden, lag die Nettokaltmiete im Schnitt bei 10,40 €/m², bei einem Kaufpreis von 2.960 €/m². Bei 80 neu gebauten Wohnungen lag der Mietansatz bei 11,90 €/m² und der Kaufpreis bei 5.620 €/m². Inserate im Kreis lagen 2025 laut BBSR im Schnitt bei 10,69 €/m².

    Die Kaufpreise für gebrauchte Wohnungen stiegen 2025 deutlich, in kleinen und mittleren Wohnanlagen um rund 13 %. Neue Wohnungen wurden um rund 7 % teurer. Die Zahl der Verkäufe von Eigentumswohnungen stieg um 40 %.

    Aus Kaufpreis und Miete ergibt sich der Kaufpreisfaktor, sein Kehrwert ist die Bruttomietrendite.

    Bruttomietrendite in Bergisch Gladbach (eigene Rechnung)
    Baujahr 1960–1977, Gladbach, 2.820 €/m², 10,40 €/m² (Faktor 22,6)
    4,4 %
    Vermietete Wohnung, 2.960 €/m² und 10,40 €/m² (Faktor 23,7)
    4,2 %
    Baujahr 1960–1977, Gladbach, 2.820 €/m², Mietspiegel-Obergrenze 8,40 €/m² (Faktor 28,0)
    3,6 %
    Eigengenutzte Wohnung, 3.380 €/m², 9,90 €/m² (Faktor 28,5)
    3,5 %
    Neubau, 5.620 €/m², 11,90 €/m² (Faktor 39,4)
    2,5 %
    Eigene Rechnung, Stand 16.10.2026: Kaufpreise und Mieten Gutachterausschuss Bergisch Gladbach 2025, Mietspiegel Stand 01.01.2024. Vor Kosten und Steuern.

    Mit den tatsächlich gezahlten Mieten kommt eine gebrauchte Wohnung auf gut 4 %. Muss die Miete bei einem Mieterwechsel auf das Mietspiegelniveau sinken, sind es eher 3,5 %. Ihre eigene Zahl prüfen Sie mit dem Mietrendite-Rechner.

    05Stadtteile im Überblick

    Für Bergisch Gladbach veröffentlicht der Gutachterausschuss ungewöhnlich genaue Zahlen je Stadtteil. Die Tabelle zeigt die Bodenwerte für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke als Maß für die Lage und, wo vorhanden, Kaufpreise für Eigentumswohnungen 2025.

    StadtteilBodenwert EFH-GrundstückEigentumswohnung 2025Charakter
    Refrath790–970 €/m²gebraucht, Baujahr 1960–1975: 2.960 €/m²; neu: 5.870 €/m² (mit Frankenforst)an der Grenze zu Köln, viele Verkäufe, gefragt bei Familien
    Bensberg570–930 €/m²gebraucht, Baujahr 1965–1985, mittlere Lage: 3.100 €/m²; neu: 5.420 €/m² (mit Moitzfeld)eigener Ortskern, gemischte Bebauung
    Gladbach480–720 €/m²gebraucht, Baujahr 1960–1977, mittlere Lage: 2.820 €/m²; neu: 5.610 €/m² (mit Schildgen, Paffrath, Hand)Stadtzentrum mit Busbahnhof und S-Bahn, viel Geschosswohnungsbau
    Paffrath, Hand, Schildgen490–720 €/m²wie Gladbach ausgewertetWohngebiete im Norden und Westen
    Moitzfeld, Herkenrath430–630 €/m²gebraucht, Baujahr 1970–1985: 2.490 €/m²östliche, ländlichere Stadtteile
    Katterbachkeine AngabeGroßwohnanlage Baujahr 1970: 1.950 €/m²Stadtteil mit großen Wohnanlagen

    Der Unterschied zwischen den Stadtteilen ist groß. Für ein Einfamilienhausgrundstück zahlen Sie in Refrath rund doppelt so viel wie in Herkenrath. Bei Eigentumswohnungen in großen Anlagen mit über 60 Wohnungen lagen die Preise 2025 zum Teil unter 2.000 €/m².

    06Regeln für Vermieter in Bergisch Gladbach

    Bergisch Gladbach steht in der Mieterschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Daraus folgen drei Regeln:

    • Mietpreisbremse bis 31.12.2029: Bei einer Neuvermietung darf die Miete höchstens 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausgenommen sind unter anderem Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals genutzt und vermietet wurden, die erste Vermietung nach umfassender Modernisierung und eine höhere Vormiete.
    • Kappungsgrenze 15 % bis 28.02.2030: Im laufenden Mietvertrag darf die Miete in drei Jahren um höchstens 15 % steigen, und nur bis zur Vergleichsmiete.
    • Kündigungssperrfrist acht Jahre: Wird eine vermietete Wohnung in Eigentum umgewandelt und verkauft, kann der Käufer erst nach acht Jahren wegen Eigenbedarfs kündigen.

    Beim Kauf zahlen Sie in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch und je nach Objekt ein Makler. Bei 192.400 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 8,3 % Nebenkosten. Ihre eigenen Kosten rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus, die Notarpositionen erklärt unser Beitrag zu den Notarkosten.

    07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Bergisch Gladbach

    Nehmen wir Julia, 42, ledig, Projektleiterin mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 €. Sie kauft eine vermietete Wohnung mit 65 m² für 192.400 €. Preis und Miete entsprechen dem Durchschnitt der vermieteten Wohnungen, die 2025 in Bergisch Gladbach verkauft wurden: 2.960 €/m² und 10,40 €/m². Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Kauf und Finanzierung
    Kaufpreis (65 m² × 2.960 €/m²)192.400 €
    Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen 6,5 %12.506 €
    Notar und Grundbuch (mit Grundschuld 192.400 €)3.438 €
    Kaufnebenkosten aus Eigenkapital15.944 €
    Darlehen (Kaufpreis)192.400 €
    Zins 3,8 % und Tilgung 1,5 % (Annahme)10.197 € im Jahr
    Notar und Grundbuch nach GNotKG Tabelle B berechnet, Stand 16.10.2026. Ohne Makler.
    Das erste volle Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (10,40 €/m², Kauffälle 2025)8.112 €676 €
    Zinsen−7.311 €−609 €
    Tilgung−2.886 €−241 €
    Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Rücklage, Annahme)−1.320 €−110 €
    Cashflow vor Steuern−3.405 €−284 €
    Abschreibung 2 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)3.316 €276 €
    Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Kosten − Abschreibung)−3.835 €−320 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+1.455 €+121 €
    Cashflow nach Steuern−1.950 €−163 €
    Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026. Die Grundschuldkosten von rund 1.090 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar.

    Julia zahlt nach Steuern rund 163 € im Monat zu. In die Tilgung fließen 241 € im Monat, ohne sie bliebe ein kleines Plus von rund 78 €. Die Miete deckt Zinsen und Bewirtschaftung, solange sie auf dem heutigen Niveau bleibt.

    Genau das ist die offene Frage. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, erklärt unser Beitrag Mieteinnahmen versteuern.

    Was die Rechnung im Monat am stärksten bewegt
    Zins 1 Prozentpunkt niedriger
    +160 €
    Miete an der Mietpreisbremsen-Grenze (9,90 €/m²)
    −33 €
    Miete auf Mietspiegel-Obergrenze (9,00 €/m²)
    −91 €
    Zwei Monate Leerstand im Jahr
    −113 €
    Zins 1 Prozentpunkt höher
    −160 €
    Eigene Rechnung, Wirkung vor Steuern im Monatsmittel, Stand 16.10.2026.

    Der Zins bewegt die Rechnung am stärksten. Gleich danach folgt die Frage, ob die heutige Miete nach einem Mieterwechsel wieder erzielbar ist. Wer hier kauft, sollte beides prüfen: die Zinsbindung und die Herleitung der Miete.

    Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Bergisch Gladbach

    Was ändert sich, wenn Julia stattdessen eine neu gebaute Wohnung mit 45 m² kauft? Der Gutachterausschuss hat für 80 erstverkaufte Wohnungen 2025 einen Durchschnitt von 5.620 €/m² und einen Mietansatz von 11,90 €/m² ermittelt. Für 45 m² ergibt das 252.900 €. Grunderwerbsteuer (16.439 €) sowie Notar und Grundbuch (4.200 €) zahlt sie aus Eigenkapital.

    Neubauwohnung: das erste volle Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (45 m² × 11,90 €/m², Gutachterausschuss 2025)6.426 €536 €
    Zinsen (3,8 % auf 252.900 €)−9.610 €−801 €
    Tilgung (1,5 %)−3.794 €−316 €
    Nicht umlagefähiges Hausgeld (1,20 €/m², Annahme)−648 €−54 €
    Cashflow vor Steuern−7.626 €−635 €
    Abschreibung degressiv 5 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)10.888 €907 €
    Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Hausgeld − Abschreibung)−14.721 €−1.227 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+5.305 €+442 €
    Cashflow nach Steuern−2.321 €−193 €
    Annahmen: zvE 60.000 €, ledig, Zins 3,8 %, Tilgung 1,5 %, Kaufnebenkosten Nordrhein-Westfalen ohne Makler. Kaufpreis und Miete: Gutachterausschuss Bergisch Gladbach, Erstverkäufe 2025 (80 Kauffälle). Degressive Abschreibung (§ 7 Abs. 5a EStG) nur bei Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029 und Kauf bis Ende des Fertigstellungsjahres. Grundschuldkosten von rund 1.330 € im ersten Jahr zusätzlich absetzbar. Eigene Berechnung, Stand 16.10.2026.

    Die Abschreibung ist im ersten Jahr mehr als dreimal so hoch wie bei der gebrauchten Wohnung (10.888 € statt 3.316 €), und Instandhaltung fällt in den ersten Jahren meist kaum an. Der Quadratmeter kostet aber fast doppelt so viel, und die Bruttomietrendite liegt mit 2,5 % deutlich unter der gebrauchten Wohnung. Nach Steuern zahlt Julia rund 193 € im Monat zu, etwa 30 € mehr als beim Bestand. Wohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, sind dauerhaft von der Mietpreisbremse ausgenommen (§ 556f BGB), das ist in Bergisch Gladbach ein echter Unterschied. Die Steuerersparnis wird in den Folgejahren kleiner, weil die degressive Abschreibung vom Restwert gerechnet wird.

    08Chancen und Risiken in Bergisch Gladbach

    Für Bergisch Gladbach sprechen belegbare Punkte. Der Leerstand ist mit 2,8 % niedrig, die Wohnungen sind gefragt, und die Stadt liegt direkt an Köln. Der Kreis hat hohe Haushaltseinkommen und gewinnt Einwohner durch Zuzug. Der Gutachterausschuss veröffentlicht genaue Preise je Stadtteil, was die Prüfung eines Angebots erleichtert.

    Dagegen stehen ebenso klare Punkte:

    • Mietpreisbremse: Bei Neuvermietung im Bestand höchstens 10 % über der Vergleichsmiete.
    • Kappungsgrenze 15 %: Laufende Mieten steigen nur langsam.
    • Kündigungssperrfrist acht Jahre bei umgewandelten Wohnungen.
    • Steigende Kaufpreise: 2025 bis zu 13 % mehr, die Mieten können dem nicht in gleichem Tempo folgen.
    • Sinkende Prognose für den Kreis: minus 4,5 % bis 2050.
    • Zinsrisiko: Ein Prozentpunkt mehr beim Anschlusszins kostet bei 192.400 € Darlehen rund 160 € im Monat.
    Passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen gefragten Wohnstandort mit wenig Leerstand suchen.
    • Sie eine monatliche Zuzahlung von 150 bis 200 € tragen können.
    • Sie die Miete im Exposé mit dem Mietspiegel abgleichen.
    • Sie die Wohnung langfristig halten wollen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie mit Mieten über dem Mietspiegel dauerhaft kalkulieren.
    • Sie ab dem ersten Monat einen positiven Cashflow erwarten.
    • Sie keine Reserve für Leerstand oder eine Sonderumlage haben.
    • Sie auf eine bestimmte Wertentwicklung angewiesen sind.

    Welche Vor- und Nachteile eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage allgemein hat, steht in unserem Beitrag Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

    09Weitere Standorte

    Weitere Städte in Nordrhein-Westfalen: Überblick Nordrhein-Westfalen · Aachen · Bielefeld · Bochum · Bonn · Bottrop · Dortmund · Duisburg · Düsseldorf · Essen · Gelsenkirchen · Gütersloh · Hagen · Hamm · Krefeld · Köln · Leverkusen · Moers · Mönchengladbach · Mülheim an der Ruhr · Münster · Neuss · Oberhausen · Paderborn · Recklinghausen · Remscheid · Siegen · Solingen · Troisdorf · Witten · Wuppertal

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    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 16.10.2026.

    FAQHäufige Fragen

    Lohnt sich eine Wohnung in Bergisch Gladbach als Kapitalanlage?

    Mit Finanzierung zahlen Sie in der Regel monatlich zu. In unserem Beispiel sind es nach Steuern rund 163 € im Monat, davon fließen 241 € in die Tilgung. Für die Stadt sprechen niedriger Leerstand und die Nähe zu Köln, gegen sie Mietpreisbremse und steigende Kaufpreise.

    Wie hoch ist die Mietrendite in Bergisch Gladbach?

    Brutto rund 4,2 bis 4,4 % bei gebrauchten Wohnungen mit den tatsächlich gezahlten Mieten. Rechnen Sie mit dem Mietspiegel, sind es eher 3,5 %. Neubauwohnungen kommen auf rund 2,5 %.

    Was kostet eine Eigentumswohnung in Bergisch Gladbach?

    Laut Gutachterausschuss kosteten gebrauchte Wohnungen 2025 je nach Stadtteil und Baujahr meist zwischen 2.500 und 3.700 €/m², in großen Wohnanlagen auch unter 2.000 €/m². Neue Wohnungen kosteten im Schnitt 5.400 bis 5.900 €/m².

    Gibt es eine Mietpreisbremse in Bergisch Gladbach?

    Ja. Bergisch Gladbach steht in der Mieterschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Mietpreisbremse gilt bis 31.12.2029, die Kappungsgrenze von 15 % bis 28.02.2030. Neubauten, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, sind von der Mietpreisbremse ausgenommen.

    Gibt es einen Mietspiegel in Bergisch Gladbach?

    Ja, mit Stand 01.01.2024, herausgegeben von Haus und Grund, dem Mieterverein und der Rheinischen Immobilienbörse. Für eine 100-m²-Wohnung aus den Jahren 1961 bis 1976 in mittlerer Lage nennt er 6,80 bis 8,40 €/m².

    Welche Stadtteile sind in Bergisch Gladbach für Kapitalanleger interessant?

    Refrath und Bensberg sind die teuersten und gefragtesten Stadtteile, Gladbach bietet viele Wohnungen nahe Zentrum und S-Bahn. In Moitzfeld, Herkenrath und in großen Wohnanlagen wie in Katterbach sind die Preise niedriger, die Bruttorendite dafür meist höher.

    Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Bergisch Gladbach?

    In Nordrhein-Westfalen fallen 6,5 % Grunderwerbsteuer an. Notar und Grundbuch kosten mit Finanzierung rund 1,8 %. Bei 192.400 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 15.940 €, also 8,3 %.