Ratgeber · Standorte & Objekte

    Kapitalanlage-Immobilien in Bocholt: Zahlen, Lagen und eine ehrliche Rechnung

    Wenig Leerstand, mehr Arbeitsplätze als Beschäftigte und ein neuer Mietspiegel, aber Kaufpreise, die der Miete davongelaufen sind. Wir legen die amtlichen Zahlen offen und rechnen eine vermietete Wohnung durch.


    Investmentberater bei InvestImmo.de
    26. Oktober 202613 Min. Lesezeit
    Bocholt auf einen Blick
    73.048
    Einwohner
    amtlich, Stand 31.12.2025
    2.250 €/m²
    gebrauchte Wohnung
    Baujahr 1950–1974, Ø 2025
    6,44 €/m²
    Mietspiegel 2026
    Baujahr bis 1979, Mittelwert
    2,7 %
    Leerstand
    Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022

    Bocholt ist die größte Stadt im Kreis Borken und liegt direkt an der niederländischen Grenze. Mit gut 73.000 Einwohnern ist sie kleiner als die Ruhrgebietsstädte, aber wirtschaftlich eigenständig: Hier arbeiten mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, als hier wohnen. Die Einwohnerzahl ist in zehn Jahren gewachsen, und beim Zensus 2022 standen nur wenige Wohnungen leer.

    Für Kapitalanleger klingt das nach einem soliden Markt. Die Zahlen des Gutachterausschusses zeigen aber auch die Kehrseite: Gebrauchte Wohnungen sind 2025 deutlich teurer geworden, die Mieten laut Mietspiegel sind dagegen moderat. Die Bruttomietrendite liegt deshalb eher bei 3,5 als bei 5 %. Wir legen alle Werte offen und rechnen eine Bestands- und eine Neubauwohnung durch.

    01Bocholt in Zahlen

    Alle Werte, die wir für die Einordnung verwenden, mit Quelle und Stand.

    KennzahlWertQuelle, Stand
    Einwohner (amtlich)73.048Statistisches Bundesamt, Gemeindeverzeichnis, 31.12.2025
    Einwohner 2015 (Basis Zensus 2011)71.443Statistisches Bundesamt, 31.12.2015
    Prognose 2023–2050, Kreis Borken−0,7 %IT.NRW, Vorausberechnung 2024 bis 2050/2070 (Kreiswert)
    Haushalte32.971Zensus 2022
    Anteil Einpersonenhaushalte37,8 %Zensus 2022
    Wohnungsbestand34.935Zensus 2022
    Leerstandsquote2,7 %Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022
    Eigentümerquote51,9 %Zensus 2022
    Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort32.871Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Einpendler / Auspendler14.147 / 11.767Bundesagentur für Arbeit, 30.06.2025
    Arbeitslosenquote, Kreis Borken4,6 %Bundesagentur für Arbeit über Deutschlandatlas, Jahresdurchschnitt 2025 (Kreiswert)
    Ø Miete laufender Verträge6,57 €/m²Zensus 2022
    Mietspiegel, Baujahr 1900–1979, 65–85 m² (Mittelwert)6,44 €/m²Qualifizierter Mietspiegel 2026
    Angebotsmiete, Kreis Borken9,32 €/m²BBSR über Deutschlandatlas, 2025 (Kreiswert)
    Kaufpreis gebrauchte Wohnung, Baujahr 1950–19742.250 €/m²Gutachterausschuss Bocholt, 2025 (14 Kauffälle)
    Kaufpreis Neubau, Erstverkauf3.940 €/m²Gutachterausschuss Bocholt, 2025 (20 Kauffälle)
    MietpreisbremseneinMietSchVO NRW, Gemeindeliste
    Kappungsgrenze20 %§ 558 BGB
    Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen6,5 %Landesgesetz NRW

    02Bevölkerung und Nachfrage

    Ende 2025 lebten in Bocholt 73.048 Menschen, rund 1.600 mehr als Ende 2015. Weil die ältere Zahl noch auf dem Zensus 2011 beruht, ist der Vergleich nicht ganz exakt, die Richtung ist aber eindeutig. Im letzten Jahr ging die Zahl leicht zurück, um gut 200 Einwohner. Der Kreis Borken gewinnt bei Umzügen innerhalb Deutschlands und aus dem Ausland.

    Für die Zukunft ist IT.NRW vorsichtig. Für die Stadt selbst gibt es keine eigene Vorausberechnung. Für den Kreis Borken erwartet das Landesamt bis etwa 2035 noch ein Plus von rund 2 % und bis 2050 eine Bevölkerung knapp unter dem heutigen Stand (−0,7 %).

    Bocholt ist eine Stadt der Eigentümer. Mehr als die Hälfte der Wohnungen (51,9 %) wurde beim Zensus 2022 von den Eigentümern selbst bewohnt, nur 47,3 % waren vermietet. Gut ein Drittel der Haushalte besteht aus einer Person, deutlich weniger als in Großstädten. Der Mietmarkt ist damit kleiner, die Nachfrage nach Mietwohnungen kommt vor allem von Berufstätigen, jungen Haushalten und Älteren, die aus dem Einfamilienhaus in eine Wohnung ziehen.

    Gepflegte Wohngebäude in einem deutschen Wohnquartier
    KI-generiertes Symbolbild

    03Wirtschaft und Arbeitsmarkt

    Bocholt ist Arbeitsort für die Umgebung. Am 30.06.2025 arbeiteten 32.871 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt, 30.480 wohnten dort. Es pendeln mehr Menschen ein (14.147) als aus (11.767). Die Wirtschaft ist von Industrie und Mittelstand geprägt, mit Maschinenbau und Antriebstechnik als traditionellem Schwerpunkt. Die Westfälische Hochschule hat in Bocholt einen Standort.

    Arbeitsmarkt Stadt Bocholt
    32.871
    Arbeitsplätze
    sozialversicherungspflichtig, 30.06.2025
    +2.380
    Pendlersaldo
    Einpendler minus Auspendler
    4,6 %
    Arbeitslosenquote
    Kreis Borken, Jahresdurchschnitt 2025
    51,9 %
    Eigentümerquote
    Zensus 2022

    Die Arbeitslosenquote im Kreis Borken lag 2025 im Jahresdurchschnitt bei 4,6 %, ein eigener Jahreswert für die Stadt liegt nicht vor. Für Vermieter ist das ein gutes Umfeld: Die niedrige Arbeitslosigkeit unterstützt die Mietnachfrage, und die Kaufkraft im Kreis liegt mit rund 29.300 € verfügbarem Einkommen je Einwohner (2023) höher als im Ruhrgebiet. Die Abhängigkeit von einzelnen Industriebetrieben ist dagegen ein Risiko, das Sie im Blick behalten sollten.

    04Mieten, Kaufpreise und Mietrendite

    Seit dem 01.01.2026 gilt in Bocholt ein neuer qualifizierter Mietspiegel für zwei Jahre, erstellt aus einer Vollerhebung bei den Vermietern zum Stand Mai 2025. Er nennt für Wohnungen zwischen 65 und 85 m² diese Mittelwerte:

    Mietspiegel Bocholt 2026, Mittelwerte nach Baujahr (65–85 m²)
    1900 bis 1979
    6,44 €/m²
    1980 bis 1994
    6,93 €/m²
    1995 bis 2008
    7,18 €/m²
    2009 bis 2014
    7,65 €/m²
    2015 bis 2021
    8,09 €/m²
    2022 und jünger
    9,68 €/m²
    Stadt Bocholt, Qualifizierter Mietspiegel 2026, Tabelle 1. Zuschläge für kleinere Wohnungen (45–65 m² +0,43 €/m²) und Lage (Zone I +0,71 €/m²) kommen hinzu.

    Die Angebotsmieten liegen höher. Für den Kreis Borken nennt das BBSR für 2025 im Schnitt 9,32 €/m² bei neu inserierten Wohnungen, einen eigenen Wert für Bocholt gibt es nicht. Beim Zensus 2022 zahlten Bocholter Mieter in laufenden Verträgen im Schnitt 6,57 €/m².

    Die Kaufpreise stammen aus dem Grundstücksmarktbericht 2026 des Gutachterausschusses. 2025 wurden 132 gebrauchte Wohnungen weiterverkauft. Im Dreijahresmittel 2023 bis 2025 kosteten Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1974 1.980 €/m², 1975 bis 1994 2.130 €/m² und 1995 bis 2009 2.700 €/m². Allein 2025 stiegen die Preise der Baujahre 1950 bis 1974 auf 2.250 €/m², ein Plus von rund 25 % gegenüber 2024. Neu gebaute Wohnungen kosteten 2025 im Schnitt 3.940 €/m², 12,6 % weniger als im Vorjahr.

    Aus Kaufpreis und Miete ergibt sich der Kaufpreisfaktor, sein Kehrwert ist die Bruttomietrendite.

    Bruttomietrendite in Bocholt (eigene Rechnung)
    2.250 €/m², Angebotsmiete Kreis 9,32 €/m² (Faktor 20,1)
    5,0 %
    Dreijahresmittel 1.980 €/m², Mietspiegel 6,44 €/m² (Faktor 25,6)
    3,9 %
    2.250 €/m², Mietspiegel Zone I 7,15 €/m² (Faktor 26,2)
    3,8 %
    2.250 €/m², Mietspiegel 6,44 €/m² (Faktor 29,1)
    3,4 %
    Neubau 3.940 €/m², Mietspiegel ab 2022 10,11 €/m² (Faktor 32,5)
    3,1 %
    Eigene Rechnung, Stand 19.10.2026: Kaufpreisfaktor = Kaufpreise Gutachterausschuss Bocholt geteilt durch die Jahresnettokaltmiete je m²; Bruttomietrendite = Kehrwert des Kaufpreisfaktors. Vor Kosten und Steuern.

    Nur mit der Angebotsmiete des Kreises kommt man auf rund 5 %. Diese Miete ist für eine Wohnung aus den 1960er-Jahren in Bocholt aber deutlich über der Obergrenze des Mietspiegels (7,34 €/m²) und damit bei Mieterhöhungen nicht begründbar. Rechnen Sie deshalb mit dem Mietspiegel. Ihre eigene Zahl prüfen Sie mit dem Mietrendite-Rechner.

    05Stadtteile in Bocholt im Überblick

    Amtliche Kaufpreise oder Mieten je Stadtteil gibt es für Bocholt nicht. Der Mietspiegel teilt das Stadtgebiet aber in vier Lagezonen und bewertet sie unterschiedlich: Zone I, durchgrünt und gut angebunden, erhält +0,71 €/m². Zone II, die allgemeine und meist dicht bebaute Wohngegend, ist der Normalfall. Zone III mit Lärm- oder Abgasbelastung bekommt −0,10 €/m², die Ortslagen und der Außenbereich (Zone IV) −0,70 €/m². Welche Straße in welcher Zone liegt, steht im Straßenverzeichnis des Mietspiegels.

    BereichCharakterEher geeignet für
    InnenstadtZentrum innerhalb des Rings, Altbau und Wohnungen über GeschäftenEinzelpersonen, Studierende, Ältere
    Innenstadtnahe Wohngebietedichte Wohnbebauung rund um den Ring, viel NachkriegsbauPaare, Berufstätige
    Biemenhorst, Stenern, Lowickgrößere Wohngebiete mit Mehrfamilien- und EinfamilienhäusernFamilien, längere Mietdauer
    Mussum, FildekenWohngebiete am Rand mit Nähe zu GewerbeflächenBerufstätige, Pendler
    Ortsteile (Suderwick, Spork, Barlo, Hemden, Liedern)dörflich, überwiegend EinfamilienhäuserFamilien; für Wohnungen eher kleiner Markt

    Zwischen der besten und der schwächsten Lagezone liegen im Mietspiegel rund 1,40 €/m², bei einer Wohnung mit 65 m² also gut 90 € im Monat. Prüfen Sie die Zone vor dem Kauf, bevor Sie mit einer Miete rechnen.

    06Regeln für Vermieter in Bocholt

    Bocholt steht nicht in der Mieterschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Daraus folgt:

    • Keine Mietpreisbremse: Bei einer Neuvermietung sind Sie nicht an 10 % über der Vergleichsmiete gebunden.
    • Kappungsgrenze 20 %: Im laufenden Vertrag darf die Miete in drei Jahren um höchstens 20 % steigen, und nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete.
    • Qualifizierter Mietspiegel: Bei jeder Mieterhöhung müssen Sie seine Werte nennen. Er gibt zu jedem Baujahr eine Spanne vor, etwa 5,51 bis 7,34 €/m² für Wohnungen bis Baujahr 1979.

    Beim Kauf zahlen Sie in Nordrhein-Westfalen 6,5 % Grunderwerbsteuer. Dazu kommen Notar und Grundbuch und je nach Objekt ein Makler. Bei 146.250 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 8,4 % Nebenkosten. Ihre eigenen Kosten rechnet der Kaufnebenkosten-Rechner aus, die Notarpositionen erklärt unser Beitrag zu den Notarkosten.

    Prüfung von Grundriss, Kaufpreis und laufenden Kosten einer Wohnung
    KI-generiertes Symbolbild

    07Beispielrechnung: eine vermietete Wohnung in Bocholt

    Nehmen wir Sandra, 37, ledig, Bauingenieurin mit einem zu versteuernden Einkommen von 60.000 €. Sie kauft eine vermietete Wohnung mit 65 m², Baujahr 1970, für 146.250 €. Das entspricht dem Durchschnittspreis der Baujahre 1950 bis 1974 im Jahr 2025 (2.250 €/m²). Die Miete von 6,44 €/m² ist der Mittelwert des Mietspiegels 2026 für dieses Baujahr, ohne Zuschläge. Der Name ist ausgedacht, die Zahlen sind ein Rechenbeispiel und keine Prognose.

    Kauf und Finanzierung
    Kaufpreis (65 m² × 2.250 €/m²)146.250 €
    Grunderwerbsteuer Nordrhein-Westfalen 6,5 %9.506 €
    Notar und Grundbuch (mit Grundschuld 146.250 €)2.821 €
    Kaufnebenkosten aus Eigenkapital12.328 €
    Darlehen (Kaufpreis)146.250 €
    Zins 3,8 % und Tilgung 1,5 % (Annahme)7.751 € im Jahr
    Notar und Grundbuch nach GNotKG Tabelle B berechnet, Stand 19.10.2026. Ohne Makler. Der Zins von 3,8 % ist eine Annahme; je nach Bank, Beleihung und Zinsbindung lagen Angebote im Oktober 2026 eher bei 4,0 bis 4,2 %.
    Das erste volle Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (6,44 €/m², Mietspiegel 2026)5.023 €419 €
    Zinsen−5.558 €−463 €
    Tilgung−2.194 €−183 €
    Nicht umlagefähige Kosten (Verwaltung, Rücklage, Annahme)−1.320 €−110 €
    Cashflow vor Steuern−4.048 €−337 €
    Abschreibung 2 % auf den Gebäudeanteil (80 %, Annahme)2.523 €210 €
    Verlust aus Vermietung (Miete − Zinsen − Kosten − Abschreibung)−4.377 €−365 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026, ohne Kirchensteuer)+1.656 €+138 €
    Cashflow nach Steuern−2.392 €−199 €
    Eigene Berechnung, Stand 19.10.2026. Die Grundschuldkosten von rund 890 € sind im ersten Jahr in der Regel zusätzlich als Werbungskosten absetzbar.

    Sandra zahlt nach Steuern rund 199 € im Monat zu. Selbst ohne Tilgung bliebe ein kleines Minus von rund 17 € im Monat. Die Miete deckt in Bocholt bei Durchschnittswerten also nicht einmal Zinsen und laufende Kosten. Das ist der Preis für einen Markt mit wenig Leerstand und solider Nachfrage.

    Was die Rechnung im Monat am stärksten bewegt
    Kaufpreis auf Dreijahresmittel 1.980 €/m²
    +78 €
    Miete mit Zuschlag Lagezone I (+0,71 €/m²)
    +46 €
    Zins 1 Prozentpunkt niedriger
    +122 €
    Zins 1 Prozentpunkt höher
    −122 €
    Zwei Monate Leerstand im Jahr
    −70 €
    Eigene Rechnung, Wirkung vor Steuern im Monatsmittel, Stand 19.10.2026.

    Am stärksten wirkt der Zins, gefolgt vom Kaufpreis. Zahlt Sandra den Durchschnitt der letzten drei Jahre statt des Preisniveaus 2025, sinkt ihre Zuzahlung vor Steuern um fast 80 € im Monat. Bei Kaufpreisen, die in einem Jahr um ein Viertel gestiegen sind, lohnt sich ein genauer Vergleich mit ähnlichen Verkäufen. Wie Mieteinnahmen besteuert werden, erklärt unser Beitrag Mieteinnahmen versteuern.

    Zum Vergleich: eine Neubauwohnung in Bocholt

    Bocholt hat einen Vorteil für diesen Vergleich: Der neue Mietspiegel enthält erstmals Wohnungen ab Baujahr 2022. Für Sandra rechnen wir eine 45-m²-Neubauwohnung zum Durchschnittspreis der Erstverkäufe 2025 (3.940 €/m²). Die Miete von 10,11 €/m² ist der Mittelwert für Baujahre ab 2022 (9,68 €/m²) plus Zuschlag für 45 bis 65 m² (0,43 €/m²). Neubauwohnungen, die nach dem 01.10.2014 erstmals vermietet wurden, wären ohnehin dauerhaft von einer Mietpreisbremse ausgenommen (§ 556f BGB).

    Neubauwohnung, 45 m², erstes volles Jahr
    pro Jahrpro Monat
    Nettokaltmiete (10,11 €/m², Mietspiegel 2026)5.459 €455 €
    Zinsen 3,8 %−6.737 €−561 €
    Tilgung 1,5 %−2.660 €−222 €
    Nicht umlagefähige Kosten (Annahme)−648 €−54 €
    Cashflow vor Steuern−4.586 €−382 €
    Abschreibung degressiv 5 % auf den Gebäudeanteil (80 %)7.641 €637 €
    Steuerersparnis (Tarif 2026)+3.533 €+294 €
    Cashflow nach Steuern−1.053 €−88 €
    Eigene Berechnung, Stand 19.10.2026. Kaufpreis 177.300 € (45 m² × 3.940 €/m²), Kaufnebenkosten 14.757 € aus Eigenkapital, Darlehen in Höhe des Kaufpreises. Degressive Abschreibung nach § 7 Abs. 5a EStG für Wohnungen mit Baubeginn zwischen 01.10.2023 und 30.09.2029; sie sinkt von Jahr zu Jahr, weil sie vom Restwert berechnet wird.

    Vor Steuern ist der Neubau mit −382 € im Monat teurer als die Bestandswohnung (−337 €), nach Steuern ist er mit −88 € deutlich günstiger (−199 €). Das liegt an der höheren Abschreibung. Die Bruttorendite ist mit 3,1 % niedriger als beim Bestand (3,4 %), dafür sind in den ersten Jahren meist weniger Reparaturen fällig, und die Neubaupreise sind 2025 gesunken, während die Preise gebrauchter Wohnungen stiegen. Weil die degressive Abschreibung jedes Jahr kleiner wird, schrumpft der Steuervorteil mit der Zeit.

    Zusätzlich kann eine Sonderabschreibung nach § 7b EStG in Frage kommen, wenn unter anderem ein Effizienzhaus 40 mit QNG-Siegel vorliegt, die Baukosten höchstens 5.200 € je m² betragen und höchstens 4.000 € je m² als Bemessungsgrundlage angesetzt werden. In unserer Rechnung ist sie nicht enthalten. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Sonder-AfA und degressiven AfA, Ihre eigene Abschreibung rechnet der AfA-Rechner.

    08Chancen und Risiken in Bocholt

    Für Bocholt sprechen belegbare Punkte: eine gewachsene Einwohnerzahl, 2,7 % Leerstand, mehr Arbeitsplätze als Beschäftigte am Wohnort und eine niedrige Arbeitslosigkeit im Kreis. Der neue qualifizierte Mietspiegel macht Mieten für alle Baujahre bis 2025 nachprüfbar.

    Dagegen stehen ebenso klare Punkte:

    • Niedrige Bruttorendite: rund 3,4 bis 3,9 % auf Mietspiegelniveau, eine Bestandswohnung trägt sich bei Durchschnittswerten nicht.
    • Stark gestiegene Preise: +25 % bei Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1974 in einem Jahr, bei kleiner Fallzahl.
    • Kleiner Mietmarkt: Über die Hälfte der Wohnungen wird von Eigentümern bewohnt.
    • Prognose: Für den Kreis Borken bis 2050 leicht sinkende Einwohnerzahl.
    • Hohe Kaufnebenkosten: 6,5 % Grunderwerbsteuer plus Notar.
    Passt zu Ihnen, wenn …
    • Sie einen Standort mit wenig Leerstand und stabiler Nachfrage suchen.
    • Sie eine monatliche Zuzahlung über Jahre tragen können.
    • Sie die Miete am Mietspiegel und nicht an der Kreis-Angebotsmiete messen.
    • Sie Kaufpreise mit vergleichbaren Verkäufen abgleichen.
    Eher nicht, wenn …
    • Sie eine Wohnung suchen, die sich ab dem ersten Jahr selbst trägt.
    • Sie auf Mieten über der Spanne des Mietspiegels angewiesen sind.
    • Sie keine Reserve für Sonderumlagen haben.
    • Sie auf eine bestimmte Wertentwicklung angewiesen sind.

    Welche Vor- und Nachteile eine Eigentumswohnung als Kapitalanlage allgemein hat, steht in unserem Beitrag Eigentumswohnung als Kapitalanlage.

    09Weitere Standorte

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    FAQHäufige Fragen

    Lohnt sich eine Wohnung in Bocholt als Kapitalanlage?

    Bei Durchschnittswerten trägt sich eine Bestandswohnung nicht selbst. In unserem Beispiel zahlen Sie nach Steuern rund 199 € im Monat zu. Dafür ist der Leerstand niedrig und die Nachfrage stabil. Ein Neubau kommt nach Steuern dank der degressiven Abschreibung auf rund 88 € Zuzahlung.

    Wie hoch ist die Mietrendite in Bocholt?

    Brutto rund 3,4 bis 3,9 %, wenn Sie mit dem Mietspiegel 2026 und den Kaufpreisen des Gutachterausschusses rechnen. Mit der Angebotsmiete des Kreises Borken wären es rund 5 %, diese Miete liegt aber über der Spanne des Mietspiegels für ältere Wohnungen.

    Was kostet eine Eigentumswohnung in Bocholt?

    2025 kosteten gebrauchte Wohnungen der Baujahre 1950 bis 1974 im Schnitt 2.250 €/m², im Dreijahresmittel 1.980 €/m². Baujahre 1995 bis 2009 lagen bei rund 2.700 €/m², neu gebaute Wohnungen 2025 bei 3.940 €/m².

    Gibt es eine Mietpreisbremse in Bocholt?

    Nein. Bocholt steht nicht in der Mieterschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalen. Es gilt die allgemeine Kappungsgrenze von 20 % in drei Jahren.

    Gibt es einen Mietspiegel in Bocholt?

    Ja, einen qualifizierten Mietspiegel 2026, gültig seit dem 01.01.2026 für zwei Jahre. Er enthält erstmals auch Neubauwohnungen ab Baujahr 2022 (Mittelwert 9,68 €/m²).

    Welche Stadtteile sind in Bocholt für Kapitalanleger interessant?

    Für kleine Wohnungen die Innenstadt und die innenstadtnahen Wohngebiete, für Familien eher Biemenhorst, Stenern oder Lowick. Der Mietspiegel bewertet Lagen in Zone I mit 0,71 €/m² Zuschlag, Ortslagen im Außenbereich mit 0,70 €/m² Abschlag.

    Wie hoch sind die Kaufnebenkosten in Bocholt?

    In Nordrhein-Westfalen fallen 6,5 % Grunderwerbsteuer an, dazu Notar und Grundbuch von knapp 2 %. Bei 146.250 € Kaufpreis sind es ohne Makler rund 12.330 €, also 8,4 %.

    Weiterlesen

    Quellen

    Alle Quellen abgerufen am 19.10.2026.

    Geschrieben von
    Investmentberater bei InvestImmo.de

    Schreibt über Kaufprozess, Notar und Grundbuch und Vermietung.

    Kevin verbindet zwölf Jahre Vertriebserfahrung mit neun Jahren Spezialisierung auf Immobilien und mehr als 500 Beratungen. Er schreibt über Objektqualität, Standortrisiken und einen sicheren Weg vom ersten Vergleich bis zum Kauf.

    Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Alle Zahlen sind Beispielrechnungen mit offengelegten Annahmen oder amtliche Werte mit genanntem Stand, Stand 19.10.2026.

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